Eine faszinierende Stadt aus 1001 Nacht - Marrakesch 2012

Reisezeit: März / April 2012  |  von Brigitte Amrhein

Montag, 26. März - Geburtstagsausflug

Für meinen Geburtstag haben wir einen Ausflug ins Land der Berber im Hohen Atlas gebucht. Unser Guide Mohamed soll uns laut Oualid, dem Chef der Agentur, um 8 im Dar abholen und er ist sogar etwas zu früh da. Er spricht gut Englisch und ist sehr nett und freundlich. Wir haben zu unserer Überraschung auch noch einen Fahrer, Mahzoud, und das Auto ist gerade mal 4 Wochen alt - es geht also schon mal sehr gut los.
Zuerst fahren wir in Richtung Berge, auf einem Pass in rund 1400 m Höhe halten wir für einen Tee - und für die Aussicht.
Auf dem weiteren Weg in den Atlas halten wir bei einer Kooperative von Berberfrauen, die hier in mühevoller Handarbeit das wertvolle Arganöl gewinnen. Natürlich kaufen wir auch eine Flasche für uns und eine kleinere für meine Schwester.
Dann geht es weiter zum Tizi'n'Tichka, mit 2260 m der höchste Gebirgspass in ganz Afrika. Die Passstraße ist ein Erlebnis für sich! Natürlich gibt's auch hier mehrere Fotostops.

Aussicht ins gebirgige Hinterland von Marrakesch

Aussicht ins gebirgige Hinterland von Marrakesch

Mühevolle Gewinnung von Arganöl

Mühevolle Gewinnung von Arganöl

Passstraße zum Tizi'n'Tichka

Passstraße zum Tizi'n'Tichka

Passhöhe des Tizi'n'Tichka, dem höchsten Pass in Afrika

Passhöhe des Tizi'n'Tichka, dem höchsten Pass in Afrika

Kurz nach der Passhöhe zweigt dann die sehr schmale Straße nach Telouet ab, die uns zum nächsten Highlight führt, der gigantischen Kasbah von El Glaoui, dem letzten Pascha von Marrakesch.
Die Stammburg seiner Familie ist eine der größten Lehmburgen überhaupt - leider ist sie zu einem großen Teil verfallen. Im neuesten Teil, unter El Glaoui im 20. Jh. erbaut, ist in mehreren Räumen aber noch einiges der einstigen Pracht zu erahnen. Und der Blick von der Dachterrasse bis zu den schneebedeckten Gipfeln ist einmalig!

Die Kasbah von Telouet ist zu einem Großteil verfallen, aber faszinierend

Die Kasbah von Telouet ist zu einem Großteil verfallen, aber faszinierend

Durchgang im neueren Teil der Kasbah von Telouet

Durchgang im neueren Teil der Kasbah von Telouet

Blick auf das Dorf Telouet

Blick auf das Dorf Telouet

Für die Fahrt nach Aït-Ben-Haddou wählt Mahzoud die schmale, teilweise nicht mal mehr asphaltierte Route durch das Tal des Asif Ounila. Diese Strecke ist so schön, so abwechslungsreich und so voller Gegensätze, wie wir uns das nie hätten vorstellen können!
Im üppig grünen Tal wachsen Getreide und Palmen, hier blühen gerade Mandel-, Kirsch- und Pflaumenbäume. Oberhalb des fetten Grüns stehen die Dörfer der Berber, meist noch traditionell aus Lehmziegeln gebaut. Und darüber ziehen sich die kargen, fast wüstenähnlichen Berghänge hinauf.

Im Tal des Asif Ounila

Im Tal des Asif Ounila

In einem Teil des Tals sind noch die Überreste der Höhlenbauten der Berber zu sehen

In einem Teil des Tals sind noch die Überreste der Höhlenbauten der Berber zu sehen

Kleine Kasbahs werden als Gästehäuser zu neuem Leben erweckt

Kleine Kasbahs werden als Gästehäuser zu neuem Leben erweckt

In Aït-Ben-Haddou gibt's zunächst mal unser Mittagessen, allerdings in einem Restaurant, weil wir den eigentlich geplanten Besuch bei einer Berber-Familie streichen müssen - wegen des Regens der letzten Tage können wir trotz Allrad die Familie nicht erreichen...
Der Spaziergang durch die engen Gassen des als Filmkulisse sehr gefragten Dorfes ist ein weiteres Highlight des Tages. Vom höchsten Punkt am Wachposten haben wir einen herrlichen Blick über das Tal des Asif Mellah oberhalb des Ortes. Zum Abschluss können wir sogar das Flussbett zu Fuß überqueren.

Aït-Ben-Haddou ist ein beliebter Punkt auf vielen Rundreisen durch Marokko

Aït-Ben-Haddou ist ein beliebter Punkt auf vielen Rundreisen durch Marokko

Der alte Ortskern von Aït-Ben-Haddou steht seit 1987 auf der Liste des UNESCO-Welterbes

Der alte Ortskern von Aït-Ben-Haddou steht seit 1987 auf der Liste des UNESCO-Welterbes

Nicht nur Menschen leben in Aït-Ben-Haddou

Nicht nur Menschen leben in Aït-Ben-Haddou

Aït-Ben-Haddou wie im Reiseprospekt

Aït-Ben-Haddou wie im Reiseprospekt

Der letzte Punkt auf unserem heutigen Programm ist der Besuch der Kasbah von Tifoultoute am Rand von Ouarzazate. Auch diese Lehmburg ist teilweise verfallen, aber wir sehen einige komplett eingerichtete Räume, die für größere Feste auch vermietet werden. Von der Terrasse haben wir einen schönen Blick auf die Stadt und auf zahlreiche Störche im Flussbett. Am Ende unseres Besuchs bekommen wir noch einen Tee serviert.
Danach fahren wir, unterbrochen von einer Kaffeepause, zurück nach Marrakesch. Wir sind erschöpft, weniger vom Laufen als vielmehr von den vielen Eindrücken. Von unseren Begleitern sind wir genauso begeistert und wir vereinbaren mit Oualid telefonisch einen weiteren Ausflug mit den beiden für Donnerstag.

Terrasse der Kasbah von Tifoultoute

Terrasse der Kasbah von Tifoultoute

Blick über einen Teil von Ouarzazate und das Tal des Asif Tidili

Blick über einen Teil von Ouarzazate und das Tal des Asif Tidili

Raum in der Kasbah von Tifoultoute

Raum in der Kasbah von Tifoultoute

© Brigitte Amrhein, 2020
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Schon seit Jahren war eine Reise in die Rote Stadt ein Traum von mir - wahr geworden ist er dann zusammen mit meinem Lebensgefährten. Wir haben die marokkanische Königsstadt hautnah erlebt und waren von ihrem Flair fasziniert. Wie lange dieses Flair noch erhalten bleiben wird, ist allerdings fraglich...
Details:
Aufbruch: 22.03.2012
Dauer: 12 Tage
Heimkehr: 02.04.2012
Reiseziele: Marokko
Der Autor
 
Brigitte Amrhein berichtet seit 28 Monaten auf umdiewelt.