Eine faszinierende Stadt aus 1001 Nacht - Marrakesch 2012

Reisezeit: März / April 2012  |  von Brigitte Amrhein

Freitag, 30. März - unbekanntes Marrakesch

Heute haben wir noch was Besonderes vor - und auch das kühle Wetter kann uns davon nicht abhalten, wenigstens nicht, solange es nicht regnet.
Unser Ziel ist das alte jüdische Viertel Mellah. Zuerst wollen wir schauen, ob wir den jüdischen Friedhof besuchen können - und er ist tatsächlich offen. Die Anlage beeindruckt uns schon allein durch ihre Ausmaße und die Vielzahl der Gräber. Eng an eng stehen die Steine, oft ist dazwischen kein Durchkommen mehr möglich. Aber die Grabhäuser der Rabbis erreichen wir doch irgendwie... Am Ende erklärt uns der Aufseher, den wir zufällig treffen, noch ein paar Besonderheiten und weist uns den Weg zur alten Synagoge.
Dass wir die sehen würden, haben wir nicht erwartet - wir haben ja nicht mal gewusst, dass es heute noch eine recht große jüdische Gemeinde in Marrakesch gibt.

Der jüdische Friedhof im Viertel Mellah

Der jüdische Friedhof im Viertel Mellah

Eines der prunkvollen Grabhäuser

Eines der prunkvollen Grabhäuser

Im jüdischen Viertel Mellah

Im jüdischen Viertel Mellah

In der Synagoge von Marrakesch

In der Synagoge von Marrakesch

Nach dem Besuch bringt uns einer der Wächter der Synagoge zum jüdischen Markt. Wir sind vom Angebot eines Kräuterhändlers (der bei uns wohl als Apotheker durchgehen würde) so begeistert, dass wir bei ihm Tee und Gewürze kaufen - allerdings stellt sich erst am Ende heraus, dass er nur Bargeld annimmt. Also leiht sich der jüdische Händler von seinem arabischen Nachbarn dessen Mofa aus, engagiert dessen Sohn als Aufpasser für mich und fährt mit meinem Schatz durch die halbe Altstadt zu einem Geldautomaten - das hat in Marrakesch durchaus etwas von Abenteuer...

Ein kleiner Teil des Angebots im Laden des Kräuterhändlers

Ein kleiner Teil des Angebots im Laden des Kräuterhändlers

Jüdischer Kräuterhändler mit deutschem Tourist auf arabischem Mofa

Jüdischer Kräuterhändler mit deutschem Tourist auf arabischem Mofa

Nach dem Mittagessen gehen wir los in Richtung Jardin d'Agdal - ein langer Weg! Aber für diese Wanderung ist das Wetter geradezu ideal.
Der Garten - ein reiner Nutzgarten mit zig tausend Olivenbäumen, riesigen Orangenplantagen und weiteren Obstbäumen (die es hier gibt, die wir aber bis auf einzelne Exemplare nicht sehen) - ist heute auch ein Ziel für Familienausflüge der Marrakchi.
Im großen Reservoir sehen wir wieder Karpfen in U-Boot-Größe, sie werden hier sogar gefüttert, ein besonderes Schauspiel.
Nach der Wanderung zurück in die Medina, vorbei am Königspalast, brauchen wir erst mal einen Tee!
Nach einer Ruhepause im Dar starten wir zum Abendessen. Angesichts des kühlen Windes beschließen wir, heute nicht auf der "Terrasse" zu essen, sondern im "Le Foundouk". Die Preise sind 3- bis 4-mal höher, dem Ambiente angepasst, aber das Essen und der Service sind wirklich klasse! Im Urlaub muss das schon mal drin sein...

Im Jardin d'Agdal

Im Jardin d'Agdal

Die Karpfen im großen Reservoir des Jardin d'Agdal haben die Größe von kleinen U-Booten

Die Karpfen im großen Reservoir des Jardin d'Agdal haben die Größe von kleinen U-Booten

Nur einige von tausenden Olivenbäumen im Jardin d'Agdal

Nur einige von tausenden Olivenbäumen im Jardin d'Agdal

Palast der marokkanischen Königsfamilie in Marrakesch

Palast der marokkanischen Königsfamilie in Marrakesch

© Brigitte Amrhein, 2020
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Schon seit Jahren war eine Reise in die Rote Stadt ein Traum von mir - wahr geworden ist er dann zusammen mit meinem Lebensgefährten. Wir haben die marokkanische Königsstadt hautnah erlebt und waren von ihrem Flair fasziniert. Wie lange dieses Flair noch erhalten bleiben wird, ist allerdings fraglich...
Details:
Aufbruch: 22.03.2012
Dauer: 12 Tage
Heimkehr: 02.04.2012
Reiseziele: Marokko
Der Autor
 
Brigitte Amrhein berichtet seit 28 Monaten auf umdiewelt.