In Rente - aber nicht aufs Sofa

Reisezeit: Dezember 2009 - März 2010  |  von Renate Holzmann

Tuk Tuks und ihre Fahrer

Tuk Tuks sind unser liebstes Fortbewegungsmittel in Kambodscha: man sieht alles, frische Luft (manchmal auch Abgase) gibt es kostenlos und die Kosten sind ueberschaubar.

Urspruenglich hatten wir einen staendigen Fahrer, schon etwas aelter und behaebig, aber immer freundlich und zuverlaessig. Die anderen Fahrer beneideten ihn sehr, weil Dauerkunden sehr selten sind und die Zahl der Tuk Tuks in den letzten zehn Jahren in Phnom Penh von 100 auf 5000 angestiegen ist, was den Kampf um die Kunden sehr erschwert. S. ist sehr erfahren, kann die Verkehrssituation gut einschaetzen, weiss, wann er sich frech vordraengeln kann und wann er es lieber lassen muss. Man fuehlt sich sicher, wenn er faehrt.

Seit kurzem haben wir unseren Fahrdienst um einen juengeren Fahrer ergaenzt. Der Grund? Der aeltere kam immer puenktlich zum Abholen, wenn es aber um 10 nach Hause gehen sollte, konnte es passieren, dass unser Freund volltrunken in der Etage ueber uns lag. Da unser Haus etwas ausserhalb liegt, wurde es dann schon mal schwierig mit der Heimfahrt.
Eine weitere Eigenheit, die uns aber mehr zum Schmunzeln bringt: da S. im Tuk Tuk schlaeft, fragt er immer hoeflich, ob er mal unsere Toilette benutzen duerfe, um dann 20 Minuten spaeter strahlend und frisch geduscht wieder zu erscheinen.
Unser juengerer Fahrer hat diese Eigenheit nicht. Er kommt gerne 20 Minuten frueher, denn vor unserem Haus gibt es einen Wasserschlauch und dann macht er sein ganzes Tuk Tuk von oben bis unten sauber. Hinterher strahlt es wie neu, unsere Nachbarn strahlen weniger, denn die koennen dann ihre geparkten Autos auch wieder neu waschen. Ihm merkt man auch an, dass er noch nicht lange faehrt. Er wundert sich oft, wenn die Autos sein Hupen ueberhoeren und ihm den Weg abschneiden. Seine groesste Sorge ist, seinen Helm zu verlieren, den er leider nicht auf dem Kopf hat sondern hinter sich plaziert, um ihn in jeder Kurve liebevoll mit einer Hand festzuhalten, statt auf die Sicherheit beim Fahren zu achten.
Dafuer ist er aber ganz Kavalier, wenn ich aussteige und haelt immer stuetzend meinen Arm, als waere ich seine Urgrossmutter.

Noch eine kurze Begebenheit. Wir waren in Siem Reap in einem Konzert von Beat Richner. Unser Tuk Tuk Fahrer versprach uns danach zuverlaessig abzuholen. Als wir aus dem Konzert kommen, hatte es angefangen zu regnen. Vor der Tuer ein Heer von Tuk Tuk Fahrern, alle in gelben Regenumhaengen und mit Regenschirm. Sage ich zu meinem Mann: Ïm Himmel erkenne ich unseren Fahrer nicht mehr. Die sehen ja alle gleich aus.
Da hoere ich, wie ein Tuk Tuk Fahrer zum anderen sagt: Oh, God, they all look the same. (Mein Gott, die sehen ja alle gleich aus.) Und wir hatten keine Regenmaentel an oder Regenschirme bei uns.

© Renate Holzmann, 2009
Du bist hier : Startseite Asien Kambodscha Tuk Tuks und ihre Fahrer
Die Reise
 
Worum geht's?:
Am 13.12. geht es mit dem Flieger nach Phnom Penh, wo Peter und ich bis Ende März bleiben werden. Wir waren schon mehrmals in Kambodscha, wo wir einen Kindergarten und eine Schulklasse unterstützen (siehe auch: www.holzmanns-reisen.de). Peter wird für seine alte NGO arbeiten, ich werde mich neu sortieren und sehen, was ich sinnvoll tun kann. Ein neuer aufregender Abschnitt beginnt.
Details:
Aufbruch: Dezember 2009
Dauer: circa 13 Wochen
Heimkehr: März 2010
Reiseziele: Kambodscha
Thailand
Der Autor
 
Renate Holzmann berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors