Von Antalya auf die Hochebene Zentralanatoliens

Reisezeit: Oktober 2005  |  von Herbert S.

Fahrt zum Hethiterreich nach Yozgat

Wir bleiben ein wenig länger im Bett, denn die Etappe bis Yozgat ist nicht allzu weit. (200 km) Daher können wir ganz gemütlich frühstücken. Die ganze Familie von Faruk verabschiedet uns winkend. Selbst der dreijährige Murat ('Thank You') beschenkt uns noch mit einem Blümchen. Über Avanos - wo ich wieder wegen fehlender Beschilderung die richtige Straße erraten muß, geht es die erste Etappe bis Hacebiktas, wo wir das Kloster des Bektaschi-Derwischordens besuchen.

Eingang zum Kloster- und Museumsgelände

Eingang zum Kloster- und Museumsgelände

Klosterhof

Klosterhof

Eingang zur Ruhestätte Haci Bektas Vali

Eingang zur Ruhestätte Haci Bektas Vali

Sarkophag des Gründers

Sarkophag des Gründers

Eingang zum Kloster

Eingang zum Kloster

Das Museum ist zwar geschlossen, aber die Ruhestätte des Gründers Haci Bektas Vali kann man betreten.

Friedhof des Klosters

Friedhof des Klosters

Löwenbrunnen

Löwenbrunnen

Dass es sich auch heute um einen Wallfahrtsort der Einheimischen handelt, kann man gut an den Verkaufsbuden in den umliegenden Straßen erkennen. Das zugehörige Museum hat wie alle Museen in der Türkei montags geschlossen, soll aber auch nur Relikte des Ordensgründers zeigen.

Ca. 50 km weiter liegt Kirsehir, wo wir in der Innenstadt reichlich Probleme haben, einen Parkplatz zu finden,

Cacabey-Camii

Cacabey-Camii

Eingang zur Cacabey-Camii

Eingang zur Cacabey-Camii

nachdem wir problemlos die beide anstehenden Moscheen gefunden haben: Cacabey-Camii an einem moderen Platz mit lauter rumsitzenden Männern jeden Alters

Aledin Camii

Aledin Camii

und Aledin Camii die Hauptstraße 200 m weiter - beide 13. Jh.

Asik Pasa Veli Türbesi mit Friedhof

Asik Pasa Veli Türbesi mit Friedhof

Die Asik Pasa Veli Türbesi liegt wieder an der Durchgangsstraße direkt neben einem großen Friedhof.

Danach machen wir wieder km über einen Paß von ca. 1300 m Höhe - wir versuchen, eine angegebene Türbesi zu finden, sind jedoch über deren Größe so enttäuscht, dass ich sie nicht einmal bildlich festhalte.

An einem schattigen Plätzchen machen wir Picnic, bevor wir die letzten 100 km nach Yozgat zurücklegen.

Auf der Fahrt sehen wir interessant geformte Weizenfelder auf Bergkämmen.

Galata Camlik Hotel hoch über der Stadt

Galata Camlik Hotel hoch über der Stadt

Auffahrt zum Galata Camlik

Auffahrt zum Galata Camlik

Empfangshalle des Galata Camlik

Empfangshalle des Galata Camlik

In Yozgat angekommen, finden wir trotz einer innerstädtischen Umleitung direkt den Aufstieg zum Hotel Galata Camlik Hotel, das im Milli Parki (Restbestand natürlichen Waldes) hoch auf dem Berg über der Stadt liegt. Der Rezeptionist hat 6 Jahre in Saarbrücken gelebt und ist offensichtlich froh, mal wieder deutsch reden zu können. Er läßt mich sogar an seinen Computer an der Rezeption, damit ich im Internet die neuesten deutschen Nachrichten zur politischen Lage nach der 'Nachwahl' zur Bundestagwahl (große Koalition unter Merkel?) nachlesen kann.

Das Hotel ist erst vor weniger als 10 Jahren erbaut worden, mit einer sehr großzügigen Halle und großem Restaurant und sogar einer olympianorm-entsprechenden Schwimmhalle. Leider ist es in den wenigen Jahren - vor allem im Wohnbereich - bereits recht verkommen.

Yozgat ist eine verhältnismäßig junge Stadt - sie wurde 1746 von Turkmenenanführer Ahmet Pasa aus der Familie der Capanogullan als Siedlung mit einer kleinen Residenz (abgebrannt) gegründet.

Capanoglu Mustafa Pasa Camii

Capanoglu Mustafa Pasa Camii

Sehenswert sind zwei Moscheen, die Capanoglu Mustafa Pasa Camii von 1779 und die Süleyman Pasa Camii, eine weitere Stiftungsmoschee der Capanoglu-Dynastie des 18. Jh.s.

Uhrenturm

Uhrenturm

Die besondere Stellung der Stadt im 19. Jh. dokumentiert der Uhrturm (Saat Kulesi) aus jener Zeit.

Reges Markttreiben findet rund um die Moscheen statt.

Die Wetternachrichten im wieder vorhandenen Fernseher sehen nicht ganz so rosig aus, was wir heute schon mit hoher Wolkenbildung und wenig Sicht während der Fahrt bemerkt haben.
Trotzdem gibt es einen interessanten Sonnenuntergang mit Abendrot.
Im Restaurant des Hotels gibt es wegen des Ramadan wieder keinen Alkohol, dafür aber auch nur ein Einheitsmenu: gemischte Minivorspeisen, Salat, scharfe Frikadellen und einen Tee hinterher. Es war unbestreitbar lecker, aber keine Offenbarung.

© Herbert S., 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Für die meisten ist Kappadokien heute ein Begriff für eine außergewöhnliche, märchenhafte Tuffsteinlandschaft mit Hunderten von Höhlenkirchen und Klöstern im Bergland westlich von Kayseri. Die Vielfalt der Farben und Formen dieser bizarren Landschaft bezaubert Besucher. Es gibt aber auch noch eine Hochkultur zu erkunden: das Reich der Hethiter. Und ein Stück Seidenstraße befahren wir auch noch.
Details:
Aufbruch: 01.10.2005
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 16.10.2005
Reiseziele: Türkei
Sagalassos
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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