Von Antalya auf die Hochebene Zentralanatoliens

Reisezeit: Oktober 2005  |  von Herbert S.

Fahrt zum Hethiterreich nach Yozgat: Alaca Höyük

Vor lauter Begeisterung haben wir ganz vergessen, unsere 'Picnic' zu machen. Das holen wir noch ganz schnell nach und begeben uns auf den Weg nach Alcaca Höyük; in dem kleinen Dorf existiert eine weitere hethitische Ruinenstätte. (60 km nördlich von Yozgat (Straße nach Sungurlu), etwa 30 km nordöstlich von Bogazkale.)
Man kann von Yozgat aus die drei wichtigen hethitischen Stätten (Hattusas, Yazilikaya und Alaca Höyük) an einem Tag besuchen.

Der Ort 1836 wurde von Hamilton wiederentdeckt und seither mehrfach erforscht und ausgegraben.
Festgestellt wurden in dem Gelände 14 Schichten in vier großen Siedlungshorizonten. Danach wurde der Platz in der Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr. zum ersten Mal besiedelt (frühe Bronzezeit) und blieb es bis zum Niedergang des Hethiterreiches (1200 v.Chr.). Kurzzeitig lebten hier noch die Phryger im 9. und 8. Jh. v.Christus.

Sphinx-Gate

Sphinx-Gate

In Alaca Höyük wird z.Zt.intensiv gegraben. Am interessantesten ist das gut erhaltene Stadttor (Sphinx Gate) mit angrenzendem Mauerrest, auf dem ein ca. 10m langes Felsreflief zu sehen ist.

Straßenzug

Straßenzug

Fürstengrab

Fürstengrab

Das Areal ist etwa 300 x 300 m und zeigt eine Reihe von Grundrissen (Fundamente) und Straßenzüge.

Direkt angrenzend ist ein kleines Museum eingerichtet, in dem Ausgrabungsfotos und einige -funde ausgestellt sind.
Wegen der Ausgrabungsfotos wäre ein Rundgang durch das Museum evt. auch vor der Besichtigung des ausgeschilderten Rundweges sinnvoll. Wir haben es aber wegen der Lichtverhältnisse am späten Nachmittag im Anschluß gemacht.
Aber es weckt Lust auf die vielen Ausgrabungsstücke, die alle im Museum für Zentralanatolische Kultur in Ankara präsentiert werden.

Die Rückfahrt wird etwas unangenehmer als gedacht; wir wollten eine Hauptstraße zurück nehmen, aber es handelt sich um die holperigste unserer bisherigen Reise, die zu allem Überfluß dann in eine kilometerlange Baustelle übergeht, auf der ich um unsere Windschutzscheibe bange, denn die entgegenkommenden Laster donnern nur so vorbei. Wir erreichen Yozgat kurz nach Sonnenuntergang.
Im Galata Camlik Hotel scheint viel los zu sein, denn bereits auf der großzügigen Auffahrt, die gestern gänzlich leer war, stehen heute viele Autos z.T. mit wartenden Chauffeuren. Dafür gibt es jedoch ein großes Buffet mit vielen meze (Vorspeisen) - jedoch auch hier wieder nur mir Wasser!

© Herbert S., 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Für die meisten ist Kappadokien heute ein Begriff für eine außergewöhnliche, märchenhafte Tuffsteinlandschaft mit Hunderten von Höhlenkirchen und Klöstern im Bergland westlich von Kayseri. Die Vielfalt der Farben und Formen dieser bizarren Landschaft bezaubert Besucher. Es gibt aber auch noch eine Hochkultur zu erkunden: das Reich der Hethiter. Und ein Stück Seidenstraße befahren wir auch noch.
Details:
Aufbruch: 01.10.2005
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 16.10.2005
Reiseziele: Türkei
Sagalassos
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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