Viva Costa Rica

Reisezeit: August 2007 - März 2008  |  von Benjamin Schmidt

Die letzten tag sind gezaehlt

Die letzen Tage sind gezaehlt...nein... jetzt geht's erst richtig los!

Nach 3 Monaten im Kinderheim geht es jetzt endlich in den Dschungel wo Affen und Schildkroeten schon auf mich warten. Der Park liegt an der Pazifickueste und ist abgelegen von Touristischen Straenden. Das Gebiet ist allein zur Eiablage der Schildkroeten gedacht , und somit fuer jeden unbefugten unzugaenglich. Schildkroeten sind Auesserst empfindlich was Veranderungen in ihrem Umfeld angehen, veraendert der Strand beispielsweise seinen Geruch ( durch Verschmutzung) oder werden sie bei der Eiablage durch Menschen gestoert, kann es dazu kommen, dass sie den Strand im naechsten Jahr nicht mehr aufsuchen. Obwohl der Handel mit Schildkroeteneiern strafrechtlich verfolgt wird, kann man die Nestraueber jedoch noch oft genug am Strand bei Arbeit ueberraschen. Die Arbeit im Nationalpark besteht darin diese Leute aufzuklaeren und die Geburtsraten der Meeresbewohner durch geschuetzte Legebaterien zu erhoehen. Man greift im Prinzip nicht weiter in die Natur ein als das man das Gelege von Nestrauebern schuetzt ( Menschen, Waschbaeren...) Die Babys werden nachts am Starnd ausgesetzt um sie vor Voegeln und anderem Getier zu schuetzen. Es sei denn die KleinenTortugas sind nach dem Schluepfen so aktiv, das man sie sofort aussetzt, da sie sonst ihre gesammte Energie fuer den Spurt durch die Brandung in ihrem Gehege verheitzen wuerden. Ich werde also Nachts 4 Stunden lang den Starnd ablaufen und nach Schlidkroeten suchen die ihre Eier vergraben. Unter Rotlichtlampen werden die Tiere dann registriert und die Eier eingesammelt und in ein geschuetztes gebiet umgesiedelt. Ansonsten werden kuenstlichen Nester angelegt, Wege eneuert, der Strand gereinigt, repariert oder Nachschub fuer die Kueche besorgt. Der Park ist soweit abgelegen das es keine Stromversorgung gibt. Wasser wird in grossen Mengen gespeichert, und das Essen wird jedesmal aus dem naechst liegenden Dorf geholt. Meine alte Arbeit zu verlassen faellt mir schwer, die ganzen Kinder die mir ans Herz gewachsen nicht wieder zu sehen, wird nicht leicht werden. Vielleicht werde ich sie vor meinem Flug nochmal besuchen. Die Natur Costa Ricas ist beeindruckend schoen, und abwechselungsreich wie in keinem anderen Land mit vergleichbarer groesse. Die Kuesten sind reich an verschiedenster Flora und Fauna und Costa Rica ist wie jeder weiss als Vorbild des Naturschutzes gekroehnt. Ja aber hinter der Fasade kommen dann auch die dunkelziffern zum Vorschein. So wie ich in den letzten Monaten festgestellen musste fehlt vielen Ticos einfach ein gesundes Umweltbewusstsein ( Plastik wird am Strassenrand verbrannt oder einfach in die Gegend geworfen, Fluesse stinken nach vollgeschissenen Windeln, weil die ansaessigen Fabriken ihre Chemieabfaelle ungefiltert in die gewaesser pumpen). In Puntarenas haben sich haufenweise privat unternehmen angesiedelt, die illegales " shark finning" betreiben. Die Haie werden mit meterlangen Fangleinen aus dem Wasser gefischt und dann bei lebendigem Leibe von ihren Gliedmaßen getrennt. Die verstuemmelten Fische werden dann wierder ins Meer geworfen und verenden qualvoll an dem hohen Blutverlust. Die Haischfischflossen, werden per Boot zu unseren Asiatischen Freunden geschifft und fuer 200 $ das Kilo an hungrige Bonzen vertickt, die sich an der alten chinesischen Heilkunst festhalten oder einer beschissenen Mode hinterher laufen, die auf Kosten der Natur gelebt wird. Dieses lukkrative Geschaeftchen ist natuerlich auch interessant fuer President und Freunde, und wird deshalb auch ohne weitere Gegenmaasnahmen von der costarikanischen Regierung gebilligt. Ich weiß ja nicht wie es im deutschen Kino aussieht, aber wer sich fuer den illegale Handel mit den Kostbaren Flossen interessiert, sollte sich vielleicht mal den Film "Sharkwater" anschauen.

Heute und morgen habe ich meine tae-kwon-do Pruefung und auch mein letztes Training, weil ich mich direkt danach nach Talamanca zu den original ureingewanderten Indigenas begebe. Dies wird nicht so ne Indianerkirmess wo alle im Kostuem rumrennen und ihre Kultur verkaufen, nein!, ich werde mit einer hilfsorganisation in eine Indianisches Dorf fahren und sozusagen ein kleines Weihnachtsfest vorbereiten. Ansonsten wisst ihr ja ueber meine weiteren Plaene bescheid , an denen sich bis weilen noch nichts geaendert hat. Ich denk oft an euch, und es macht mich gluecklich das ihr alle hinter mir steht und so fleissig meine Berichte lest. Hasta Pronto ( in 2 Monaten)
Euer Ben!

neues Kapitel;

Ps: auf den Fotos sieht man die eigentlichen Ticos.
Ich hatte vor kurzem das Glueck mit meinem Onkel welcher in einer Hilfsorganisation mitwirkt, die Indigenas aus den Bergen Costa Ricas zu besuchen. Eine 7 stuendige reise mit dem Bus und danch noch mal mit 50 leuten auf nem LKW quer durch den Wald. Angekommen wurden wir von den sich selbst versorgenden Eingeborenen herzlich in empdfang genommen.
Wir haben fuer alle gekocht und Geschenke mitgebracht wie auch kleidung und einen Clown der den kleinen richtig Spass bereitet hat.

© Benjamin Schmidt, 2007
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Die Reise
 
Worum geht's?:
7 Monate Costa Rica! Freinwilligendienst bei einer Organisation (PANI) welche Kinderheime in Alajuela und Naranja unterhält,wie auch Unterstützung der Einheimischen bei Schutzmaßnahmen für den Regenwald.
Details:
Aufbruch: 31.08.2007
Dauer: 7 Monate
Heimkehr: 31.03.2008
Reiseziele: Costa Rica
Nicaragua
Der Autor
 
Benjamin Schmidt berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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