The golden west - USA mit unerwartetem Ende

Reisezeit: April 2010  |  von Sabine H.

Venice und Hollywood Boulevard

03.04.2010

Ausgeschlafen bin ich, Frühstück gibt es bei mir im Zimmer (Sandwich aus dem Supermarkt + Kaffee aus der niedlichen kleinen Kaffeemaschine in meinem Raum) und los geht´s ! GPS in den Zigarettenanzünder gestöpselt, zur Sicherheit noch den grossen L.A.-Stadtplan auf dem Beifahrersitz ausgebreitet und schon bin ich wieder on the road. Das Navi spricht allerdings wieder nicht mit mir. Merkwürdig ! Ich drehe den Stecker in alle Richtungen, aber das Ding zeigt nur die Route an, erzählen tut es nichts. Egal, nach kürzester Zeit befinde ich mich wieder auf einem der von mir so gehassten freeways. Der Verkehr fliesst zügig, aber ich mag nicht so schnell fahren, klebe auf der rechten Spur und zockele mit 40 m/ph vor mich hin. Was mir einiges an Hupen und Lichthupen einbringt, aber das ignoriere ich einfach. Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich endlich Venice erreicht und parke die Karre strandnah, denn mit dem Laufen sieht´s bei mir ja auch noch nicht so gut aus.

Der Strand...

Der Strand...

...sieht bilderbuchmässig aus, echt schön. Und na klar, will ich ans Wasser runter, verlasse die gepflasterte Promenade und ...autsch ! Mit meinem wackeligen Fussgelenk im losen Sand rumzulaufen, geht gar nicht. Ich wünschte schon, ich hätte meine Krücke doch mitgenommen. Ich will nichts riskieren und gehe lieber wieder auf das sicherere Pflaster zurück. Und humpele die Promenade entlang, wo es 1000 Verkaufsstände, Geschäfte, Cafés und ganz viele Jogger und Skater gibt, die ich um ihre Mobilität echt beneide. Nichts, was es hier nicht gibt. Man spielt Tennis, Badminton, Basketball, stemmt Gewichte, surft, führt gestylte Hunde aus und lässt den gestählten, gebräunten Astralkörper von der Allgemeinheit bewundern. Da kann man als blasse, humpelnde Norddeutsche echt Depressionen kriegen, wenn man das so sieht hier ! Aber ich beisse die Zähne zusammen.

Venice Beach

Venice Beach

Die Promenade in Venice

Die Promenade in Venice

Und hier hat also Arnie trainiert...

Und hier hat also Arnie trainiert...

Humpel-Omi macht dann hin und wieder mal Pause, ruht sich auf den Bänken aus, schlürft eine Fanta und weiter gehts. Ein paar T-Shirts kaufe ich unterwegs noch ein und dann reicht´s mir hier. Jetzt will ich zum Hollywood Boulevard.

Ziemlich erschossen erreiche ich das Auto, programmiere das Spielzeug-Navi und das zickt jetzt wieder dauernd rum. Will sich wieder abschalten. Es wird einfach nicht durch die Autobatterie geladen, ich weiss echt nicht, wieso. Unterwegs nach Hollywood schaltet es sich dann wirklich ab, dann wieder ein und ich muss an den Strassenrand, um es wieder neu mit dem Fahrziel zu füttern. Das Ding ist eine echte Katastrope und ich bin super genervt, zumal dies mehrfach passiert. Und so ist es wohl kein Wunder, dass ich den Hollywood Boulevard kaum geniessen kann, als ich endlich da bin. Erstmal ein Parkhaus finden, herausfinden, wo man dort wirklich wielange parken darf, weil irgendwie jeder zweite Parkplatz für was-weiss-ich-wen reserviert ist. Das letzte, was ich gebrauchen kann, ist, dass die Karre abgeschleppt wird ! Gut, ich bin mir zu 99,9 % sicher, dass mein Parkplatz okay ist und tigere los. Tja, und da ist es dann, was man aus dem Fernsehen und dem Kino kennt: Der Hollywood Boulevard mit dem walk of fame, den Sternen im Gehweg, dem Kodak Theatre, dem Mann´s Chinese Theatre, den Darth-Vader-/Harry-Potter-/Marilyn-Monroe-/Michael-Jackson-Kopien an jeder Strassenecke. Und was ist mein Gedanke ? Na, toll. Ist ja fabelhaft, gefühlte 8 Millionen Touristen, ansonsten Souvenirshops, Fastfood-Restaurants, das unvermeidliche Madame Tussaud´s und Ripley´s Believe-it-or-not, Verkehrschaos und Geschiebe und Gedränge überall.

Mann´s Chinese Theatre

Mann´s Chinese Theatre

Nichts hier haut mich vom Hocker. Ich tätige einige Souvenireinkäufe und da meine Parkzeit eh abläuft, setze ich mich wieder ins Auto. Ich habe mir eine Karte gekauft, wo eingezeichnet ist, welcher Hollywood-Star wo in Beverly Hills wohnt und da will ich jetzt eigentlich hin. Aber: Die interne Batterie des Navis scheint echt am Ende zu sein, es blinkt und warnt. Das endgültige Aus des GPS wäre jetzt der Super-Gau, also versuche ich den letzten Saft der Batterie auszunutzen, um mich wieder ins Hotel lotsen zu lassen. Das klappt auch, wenn auch nach 3-maligem Totalausfall des Geräts + 3-maligen Neuprogrammieren des Ziels. Mein toller Orientierungssinn reicht für eine 14-Millionen-Stadt einfach nicht aus und Fahren + nebenbei-Karte-lesen ist allein auch schwierig. So bin ich froh, wieder im Hotel zu sein und entspanne mich am Pool. Mein Fuss schmerzt sowieso wie Hölle, also ist es auch gut so.

Dennoch: So kann es nicht weitergehen ! Ich untersuche jetzt das Navi mal genauer und entdecke eine Buchse, von der ich glaube, da könnte mein Kamerakabel hineinpassen. Ich muss ja nur die interne Batterie wieder aufgeladen kriegen und dazu das GPS irgendwie an eine Stromquelle anschliessen. Der Mc Guyver in mir ist mal wieder gefragt ! OK, Kamerakabel passt. Nun noch das GPS per Kamerakabel mit dem anderen Ende in den USB-Anschluss meines netbooks stecken und das netbook per zweitem USB-Kabel in die mit Adapter passend gemachte Steckdose und... das GPS lädt sich auf !!! Hurra, ich bin ein Genie und der morgige Tag ist gerettet ! Darauf erstmal ein Glas kalifornischen Weisswein und dazu 2 Folgen "two-and-a-half-men" im Fernsehen. Göttlich !

© Sabine H., 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine Rundreise von L.A. über Las Vegas und (Grand Canyon) bis San Francisco - allein...und mit Überraschung am Ende...
Details:
Aufbruch: 02.04.2010
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 25.04.2010
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Sabine H. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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