Im Land Shivas und der hohen Berge

Reisezeit: Oktober / November 2009  |  von Ines Oßwald

Lärm, Gestank...wieder in Kathmandu: Wirklich schon Schluß?

Schluß, Aus, Ende der letzte Tag ist angebrochen.
Den jedoch habe ich zur vollen Verfügung, denn erst am späten Abend startet mein Rückflug nach Deutschland.
Tasche ist schon gepackt, so stürze ich mich noch einmal in den letzten Tag.
Ich wollte mal den ehemaligen königlichen Palast sehen, der jetzt seit es keinen König mehr gibt, frei zur Besichtigung ist.
Am Eingang gibt es eine lange Schlange, viele Nepalesen möchten auch sehen wie lebte Frau/Herr König.
Nepalesen bezahlen 1 € und Touristen aus nicht SAARC Staaten, also ich 5€. Ist gerechtfertigt, aber 1€ ist für Nepalesen auch nicht so wenig Geld. Zum Teil sind das 2 mal Mittag Essen.
Taschen, Rucksäcke und Fotakameras muss man alles am Haupt Tor abgeben, es dürfen keine Bilder gemacht werden.
Einige Teile des Royal Palastes sind an die 200 Jahre. 2002 wurde dort ein Massaker am König und fast seiner kompletten Familie verübt. Der damalige König Bierendra war eigentlich beliebt bei seinem Volk.
Man sagt, der eigene Sohn hat im Rausch fast die ganze Familie getötet und ist danach selbst auch gestorben. Was aber genau geschehen ist, wird man wohl nie erfahren.
Aber wie überall in der Welt, König's haben gut gelebt. Viel Prunk und Glemmer. Mann sieht den Thronsaal, die Schlafräume. In einigen Räumen und in den Gängen hängen Bilder von vielen Besuchern anderer Königshaüser und Staatsleuten. Darunter auch einige Deutsche, wie Weizäcker zum Beilspiel. Bekannte und berühmte Persönlichkeiten haben sich auch dort die Klinke in die Hand gegeben.
Den Garten kann man auch besichtigen und auch einige makabere Punkte , wie Plätze wo die verschiedenen Familienmitglieder damals bei dem Massaker um gekommen sind. Noch immer sieht man einige Nepalesen die tief betroffen an diesen Plätzen verweilen.

Kathmandu Royal Palast

Kathmandu Royal Palast

Eingang zum Tempelbereich

Eingang zum Tempelbereich

Buddhas Augen sehen alles

Buddhas Augen sehen alles

Danach ging es noch einmal zu Swayambunath, ein letztes mal zur inneren Ruhe und Einkehr finden.
Rund um Swayambu gibt es Affen, viele Affen ( nicht nur solche in Socken und Sandalen, auch richtige), deswegen nennt man den Tempel auch Affentempel.
Sie sind ausgesprochen dreist un klauen alles. Also Vorsicht, immer schön festhalten das Gepäck.

Suchbild.......wo bin ich?

Suchbild.......wo bin ich?

Swayambu liegt auf einem Hügel, man kommt hoch nur wenn man endlose Treppen steigt. Schon wieder hoch? Hat man aber die Treppen und die Horden der zahlreichen Affen hinter sich wird man belohnt mit einem sehr schönen Ausblick über Kathmandu.
Ein echt schöner Tempel, einer wo Leben ist, wie in allen Tempeln in Nepal. Er ist nicht nur zum Ansehen, hier wird Religion gelebt.

Kloster in Swayambu

Kloster in Swayambu

Die Gebetstrommeln sind in ständiger Bewegung, die Gebetsfahnen flattern im Wind und keiner kann sich dieser schönen Stimmung entziehen.
Ich genieße meinen letzten Stunden in Nepal und bin so traurig wieder nach Hause zu müssen. Schließlich muss ich Geld verdienen für meinen nächsten Trip.

Was sind meine Wünsche vom Leben

Was sind meine Wünsche vom Leben

Zum Abschied habe ich eine wunderschöne Sicht von Kathmandu hier oben. Ich setze mich und lass meine Reise im Inneren Revue passieren.
Schön und aufregend war es wieder, wenn ich nach Hause komme werde ich so viele neue Dinge zu erzählen haben.
Freunde und Verwannte werden wie immer, wenn ich heimkomme, leiden über mein endloses Geplapper.
Aber wenn es doch sooooooo schön ist.

Blick auf Kathmandu

Blick auf Kathmandu

Über diese Treppen kommt man hoch und es sind viele, ganze 300

Über diese Treppen kommt man hoch und es sind viele, ganze 300

Zurück im Hotel hole ich meine Tasche und wir suchen ein Taxi, was uns zum Flughafen bringt.
Dabei erlebe ich den größten Stau den ich jemals gesehen habe in Kathmandu.
Das Taxi steckt fest, es geht nicht vor und zurück. Ringsum, Autos, Fahrräder, Menschen, Kühe, einfach alles.
Die Minuten ziehen dahin und werden zu einer Stunde, in der wir ca 100m vorwärts gekommen sind. Ich fange an zu schwitzen, aber vor Angst. Der Flieger wäre unwiederruflich weg.
Man konnte nicht einmal aussteigen aus dem Taxi, die Tür wäre nicht aufgegangen so voll sind die Gassen. Und das "Beste" war, der Taxifahrer schlief!!!!!!!! Bei diesem Lärm!!!!!
Sobald wir aus dem Chaos raus waren, wollte ich raus. Auf die Frage wieso er schlief antwortete er, dass er die Nacht nicht geschlafen hat. Ich tippe eher auf Alkohol oder Drogen.
Dann, die Tür geht zu öffnen, wir springen raus, schnappen aus dem Kofferraum meine Tasche und gehen. Natürlich haben wir bezahlt, er war zwar dherai böse mit uns Fahrgästen, aber ich tu mir doch nicht an am Ende noch im Spital zu landen.
Durch die Menschenmasse durchschlängeln, mit meinem Gepäck ....sehr amüsant. Raus aus dem Stau, neues Taxi genommen, dem Fahrer haben wir gleich gesagt er soll rasen, egal was es kostet. Die Strafe hätte ich bezahlt um ja nicht den Flieger zu verpassen.
Anderthalb Stunden vor Abflug war ich da!!!!!!!!
Menschenmenge vor dem Flughafen. Ich bin vor gerannt, habe dem Angestelltem mein Ticket vor die Nase gehalten ein ganz aufgeregtes, ängstliches Gesicht gezogen und der gute Mann nahm mich bei der Hand und rannte, mich schleifend hinterher zum Etihad Counter. Puh das war knapp. Hat aber noch gereicht, ich war wohl nicht die einzigste. Die Mitarbeiterin sagte mir, dass ihnen noch etliche Passagiere fehlten. Wahrscheinlich waren die alle im gleichen Stau.
Vorher hatte ich mich noch von Bj verabschiedet. Bye bye Namaste, auf bald.
Für mehr hat die Zeit nicht gereicht.

 Transit Raum in Kathamndu

Transit Raum in Kathamndu

Pünktlich hob die Mascine nach Abu Dhabi ab, dieses mal hatte ich nur eine Stunde Zeit, schon ging es weiter nach München.
Dort angekommen war ich müde, schrecklich gelaunt....weil Alltag beginnt.
Mit dem Zug ging es wieder zurück nach Leipzig.
Da war ich wieder.
Einen Tag Frei, am nächsten ging es schon wieder zur Arbeit.
Tage kommen, Tage vergehen, aber es werden bald wieder Tage in Nepal kommen, dessen bin ich mir sicher. Auf Dauer kann ich dem Reiz dieses Landes nicht wiederstehen. Will ich auch nicht!!!!
NAMASTE

© Ines Oßwald, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von meinem Traum endlich einmal am Fuß des höchsten Berges der Welt zu stehen!!!
Details:
Aufbruch: Oktober 2009
Dauer: circa 5 Wochen
Heimkehr: November 2009
Reiseziele: Vereinigte Arabische Emirate
Nepal
Der Autor
 
Ines Oßwald berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
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