Südostasien, doch schon wieder....

Reisezeit: Dezember 2010 - März 2011  |  von Esther und Hardy

Myanmar: Yangon

Die "neue" Hauptstadt Myanmars (Birma, Burma) ist seit 2008 "Nay Pyi Taw". Myanmar wird zu einem der 10 ärmsten Länder der Welt gezählt, steht seit 1992 unter dem Regime einer Militärregierung und ist etwa doppelt so gross wie die BRD. Das Bruttoinlandsprodukt 2010 beträgt pro Kopf im Jahr nur ca. 450 US$ (Deutschland 2010 über 40.000 US$).

Ob man das Land bereisen sollte oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Meine persönliche Meinung ist jedoch, dass der Tourismus für viele Menschen eine starke Verbesserung ihrer persönlichen Lebenssituation bedeutet und dazu beitragen könnte, dass sich das Land weiter öffnet. Der Ausgang der vor ein paar Wochen stattgefundenen Wahlen war zwar vorausschaubar, aber positiv zu bewerten war sicher die Aufhebung des langjährigen Hausarrestes von Suu Kyi im November, die angekündigt hat, mit demokratischen Mitteln die Lebensverhältnisse in dem Land zu verbessern.

Außerdem ist es eines der ursprünglichsten Länder SOA mit wunderschönen Landschaften und Tempelanlagen. Das alles hat uns darin bestärkt, diese Rundreise durch Myanmar zu unternehmen.

Da es -wie ich den verschiedenen Reiseführern entnommen habe- in Myanmar teilweise keine Internetzugänge geben soll, wird es mir evtl. nicht möglich sein, diesen Bericht regelmässig zu aktualisieren oder sogar Fotos einzustellen. Also schaut gelegentlich mal nach, ob sich etwas getan hat.

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Am 13. Dez. 2010, nachmittags, sind wir leicht verspätet abgeflogen mit Air Asia nach Yangon, früher Rangoon, der ehemaligen Hauptstadt des Landes. Im Flugzeug noch einmal 2 Formulare für die Einreise ausgefüllt und die Uhr eine halbe Stunde zurückkgestellt. Die Einreiseformalitäten waren auch recht unkompliziert. Gepäck empfangen und unser Taxi-Service vom "Ocean Pearl Inn" stand schon am Ausgang für uns und 2 weitere Pärchen bereit.

Durch das minimal beleuchteteYangon ging es ca. eine 3/4 Stunde bis zum Hotel. Einfach und relativ sauber. Frisch gewaschene Handtücher bekamen wir noch, man konnte sogar noch die Grundfarbe "weiß" gut erkennen. Nach dem Check-in erst einmal 100$ getauscht (1$ = 830 Kyat) und den Riesenstapel Geldscheine unter uns beiden aufgeteilt.

Durch die lange Anreise hat sich unser Magen gemeldet, und wir haben 3 Häuser weiter unser erstes birmanisches Essen zu uns genommen. Ganz anders als Thai-Kost, aber lecker. Erdnüsse und klare Suppe gab es automatisch dazu. Für 12.300 Kyat haben wir sehr gut gegessen und getrunken. Nach einem kurzen Lauf um die ersten Ecken und dem Kauf der aktuellen Shakira-CD für 1.500 Kyat sind wir ins Hotel zurück. Unterwegs an 2 Internet-Cafes vorbei gekommen, alle Plätze besetzt, ein mächtiger Andrang. Also werden wir wohl vor unserer Abreise von Yangon den Bericht doch aktualisieren können.

Der bisher erste Eindruck der Menschen Birmas durchaus positiv, freundlich, in keinster Weise aufdringlich.

Morgen heisst es, Pagoden und Tempel anschauen.

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Heute morgen ist mir auch klar geworden, warum einige Hotels mit "24 Stunden Elektrizität" Werbung machen. 'zig mal Stromausfall in den Morgenstunden. Umgehend wurde ein auf dem Bürgersteig installierter großer Generator angeworfen.

Nach dem Frühstück, bestehend aus Toast, Spiegelei, Marmelade und Obstteller, auf zur ersten Pagode. Beim Gehen heisst es hier gut aufpassen, mal ein Loch, mal ein Graben, mal überhaupt kein Pflaster, also im Dunkeln möchte ich nicht durch Yangon laufen. An jeder Ecke werden Betelnußpäckchen gefertigt und verkauft. Die Betelblätter werden mit Pfefferminzpaste bestrichen, mit zerkleinerten Betelnüssen und beigemischten Aromen, z.B. Schnupftabak oder Anissamen, vermischt, und zu den Kaupäckchen gefaltet. Auf den Straßen Flecken von getrocknetem Speichel, sieht aus, als hätte jemand Rostschutzfarbe verspritzt. Das strahlende Lächeln aus betelkauendem Mund mit blutroten Zähnen ist auch leicht gewöhnungsbedürftig. Ansonsten besteht Yangon aus einem bunten Völkergemisch, von dunkel bis hellhäutig, von muslimisch bis christlich, jedoch überwiegend buddhistisch.

Die Botataung Pagode hatten wir nach einem kurzen Lauf erreicht. 5$ Eintritt für uns, 2$ p.P. und 1$ für den Fotoapparat. Sehenswert im Innenraum die Spiegelmosaike. Weiter zur Sule Pagode, die leider mit goldfarbenen Tüchern wegen Reparaturarbeiten verhüllt war. Nach dem Besuch des in einer Halle befindlichen Bogyoke-Aung-San Market (Scott Market), mußten wir uns erst einmal stärken.

Durch die vielen Eindrücke waren wir auch einigermassen fertig und sind ins Hotel zurück. Hier hatte ein Mitarbeiter schon die Flugtickets für uns nach Heho reserviert, 95 $ p.P. für den 18. 12. Die Fahrt (Privat, 2 Tage mit Taxi und Fahrer) zum Golden Rock und Bago (130 $) haben wir ebenfalls hier gebucht. Dahin geht es übermorgen.

Werden heute abend noch ein Myanmar Bier trinken und früh ins Bett gehen.

Generator vor unserem Hotel

Generator vor unserem Hotel

Betelstand, die Frauen haben hier durchweg Paste aus der Rinde des Tanakabaumes im Gesicht

Betelstand, die Frauen haben hier durchweg Paste aus der Rinde des Tanakabaumes im Gesicht

Diese Blätter werden nur noch zu Kaupäckchen gefaltet

Diese Blätter werden nur noch zu Kaupäckchen gefaltet

Das trägt die Birmanin unten drunter (Scott Market)

Das trägt die Birmanin unten drunter (Scott Market)

Botataung Pagode

Botataung Pagode

Nach dem Frühstück mit dem Taxi nach Chinatown. Nachdem wir vom quirligen Stadtteil genug hatten, zu Fuss in die 19th Street, der hiesigen Futtermeile, wo man chinesisch-birmanische Küche genießen und Bier vom Faß trinken kann. Diesen Tipp bekamen wir am Flughafen von einem Deutschen, der schon seit Jahren mehrere Monate hier als Musiker in verschiedenen Hotels unterwegs ist. Aber während des Tages waren die meisten Restaurants noch geschlossen.

Nach einem kühlen gezapften Bierchen und einem kleinen Imbiß, fuhren wir nun mit dem Taxi zur bekanntesten Sehenswürdigkeit Yangons, der Shwedagon-Pagode, die weit sichtbar aus allen Richtungen zu sehen ist. Diese Pagodenanlage zählt zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Welt. Aus einer ca. 60.000m² großen Terrasse ragt die Haupt-Stupa mit 98 m in die Höhe, die Goldkugel ganz oben ist mit mehr als 4.000 Diamanten besetzt, auf der Spitze ein riesiger Smaragd. Dafür haben wir extra unser Fernglas mitgenommen. Die Hauptpagode ist von unzähligen weiteren Stupas umgeben, einfach überwältigend. Wir haben schon viele Tempel und Pagoden besichtigt, aber diese Anlage mit den Pagoden, einmalig, besonders am späten Nachmittag während des Sonnenuntergangs. Myanmar, auch das goldene Land genannt, verdient diesen Beinamen zurecht. Hoffe, die Fotos geben die Stimmung einigermaßen wieder.

Shwedagon Pagode

Shwedagon Pagode

Nun noch ins Internet-Cafe und den Bericht fertig stellen, so hatten wir uns das eigentlich gedacht. Aber da das Internet dermaßen langsam ist, hat allein das Hochladen des Textes Ewigkeiten gedauert. Die Fotos werden wir sobald es möglich ist nachtragen, sonst sitzen wir noch die ganze Nacht hier.

Schließlich müssen wir noch unser kleines Gepäck für die zweitägige Tour zusammenpacken.Der Bericht über diese Tour folgt, sobald möglich.

© Esther und Hardy, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Es ist so weit, das Reisevirus hat uns voll erwischt. Es soll noch einmal nach SOA gehen. Grob geplant sind bei dieser Reise die Länder Thailand, Myanmar, Laos, Kambodscha, Indonesien (Bali, Lombok), zum Abschluss noch ein paar Tage in Singapur bis zum Rückflug. Wir freuen uns schon jetzt wieder auf die hoffentlich zahlreichen Leser unseres neuen Berichtes ab Dezember.
Details:
Aufbruch: 07.12.2010
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 24.03.2011
Reiseziele: Thailand
Myanmar
Laos
Kambodscha
Kampot
Indonesien
Singapur
Der Autor
 
Esther und Hardy berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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