Südostasien, doch schon wieder....

Reisezeit: Dezember 2010 - März 2011  |  von Esther und Hardy

Myanmar: Bagan

Oh, was war das heute früh. Der Wake-up-Call wurde vergessen, gut daß unser Handy geklingelt hat. Unsere kleinen Frühstückspakete lagen an der Rezeption bereit. Die Angestellten befanden sich noch im Tiefschlaf in der Lobby verteilt und haben sich langsam aufgerappelt. Auch der Taxifahrer war noch auf dem Bürgersteig unter einer Decke und hat geschlafen. Mit seinem "Blue Taxi" (Mini-Mazda mit Ladefläche) wurden wir dann an der Anlegestelle der "Malikha 2" herausgelassen. Vorsorglich hatten wir unsere Jacken an, es war recht frisch. An Bord unsere Plätze eingenommen, etwas eng zum Vordermann. Wir sind daher gleich auf das Oberdeck und haben es uns auf den Korbsesseln dort bequem gemacht. Gut dass wir früh waren, innerhalb kürzester Zeit war dort jeder freie Platz besetzt. Um 6 Uhr wurden die Motoren angeworfen und das ausgebuchte Schiff legte in tiefer Dunkelheit ab.

Auf dem Oberdeck unseres Schnellbootes

Auf dem Oberdeck unseres Schnellbootes

Die Fahrt verlief recht gemächlich an den Ufern des Irrawaddy vorbei. Zwischendurch konnten wir einen sehr schönen Sonnenaufgang genießen, ein kleines Frühstück mit Kaffee oder Tee war inklusive. Endlich um 16 Uhr legten wir in Bagan an. Dort natürlich jede Menge Kinder und Jugendliche, die ihre Waren verkaufen wollten.

Über zwei Bretter ging es ans matschige Ufer hinüber. Der Handlauf bestand aus einer Bambusstange, die von 2 Personen festgehalten wurde. Das kannten wir auch noch nicht. Die Gepäckstücke wurden auf eine im Matsch ausgebreitete Plane getragen und an die an den naturbelassenen Uferhängen wartenden Passagiere ausgegeben. Im oberen Bereich der Böschung ein Tisch mit Stuhl. Hier hieß es Pass vorzeigen und pro Person 10 $ Eintrittsgeld gegen Plastikkarte für Bagan bezahlen.

Mit dem bestellten Pick-up-Service wurden wir zum "New Star Hotel" in der Nähe der Shwezigon Pagode gebracht. Wieder einfach, aber macht einen ganz guten Eindruck. Unser Reihenbungalow recht groß, Betten gut.
Gegenüber ist ein einfaches Restaurant, Essen hat uns bereits geschmeckt.

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In der Nacht wurde es frisch. Sobald die Sonne nicht mehr scheint, ist eine Jacke angebracht, sogar beim Frühstück haben wir sie gebraucht.
Vor dem Hotel standen mehrere Droschken bereit, so daß wir heute einen ganzen Tag mit Pferd und Kutsche (12.000 Kyat) unterwegs waren. Das war eine gute Entscheidung, dadurch haben wir über das riesige Gebiet auch einen ersten Überblick gewonnen. Wunderschöne Ruinen und Pagoden, durch die große Zahl der besuchten Bauwerke spare ich mir die Aufzählung.

Im Gebiet Bagan sind in der Zeit vom 11. bis 13. Jh. von den "Bamar" abertausende Tempel am Flusslauf des Irrawaddy entstanden. Nachdem der Fluß seinen Lauf änderte, sind davon nur noch ca. 2.200 erhalten geblieben. Die gemauerten Sakralbauten wurden 1975 von einem Erdbeben in Mitleidenschaft gezogen, werden jedoch seitdem nach und nach restauriert. Inmitten der weiten Ebene kann man sich von den fantastischen Monumenten in den Bann ziehen lassen.

Überall vor den größeren Pagoden haben sich natürlich entsprechende Souvenierläden angesiedelt, und es wird versucht, die Touristen zum Kauf von teilweise wieder einmal sehr dekorativer Handarbeiten zu überreden. Manchmal schon ein wenig lästig, bei jedem Tempel hat man einen "Guide" an der Seite, ob man will oder nicht. Die meist jungen Mädchen sind aber sehr bemüht, die Geschichte der Bauten zu erläutern oder irgendwie zu helfen. Sie sind sehr höflich und interessiert an allem. Am Ende steht aber immer der Besuch ihres "eigenen" Shops an.

Unser Kutschfahrer war ein recht angenehmer Zeitgenosse, hat uns zum Sonnenuntergang nicht an eine touristisch überlaufene Pagode, sondern an einen etwas abseits gelegenen Punkt gebracht. Außer ein paar Radfahrern und noch 2 Kutschen war niemand da. Nun hieß es aber erst mal, da hinauf müssen wir. Fast senkrecht hohe Stufen heraufklettern, um von ganz oben den Sonnenuntergang auf sich wirken zu lassen. Das war genau das Richtige für mich, bei meiner "Schwindelfreiheit". Mußte oben erst mal tief durchatmen und mich anlehnen. Bin dann später genauso wie hoch, also rückwärts, die Stufen langsam wieder nach unten gestiegen. Der Ausblick sagenhaft, Postkartenmotiv live.

In der Dunkelheit wieder zurück und noch schnell unser Abendessen, was wohl, gebratene Nudeln, zu uns genommen.

Mit dieser Kutsche gings morgens los

Mit dieser Kutsche gings morgens los

Shwezigon-Pagode, die bekannteste hier in Bagan

Shwezigon-Pagode, die bekannteste hier in Bagan

Beim ersten Halt

Beim ersten Halt

Verschiedene Ansichten der Tempel von Bagan, die Namen konnte ich mir leider nicht alle merken

Verschiedene Ansichten der Tempel von Bagan, die Namen konnte ich mir leider nicht alle merken

Unsere Nudeldiät, dieses Mal gebratene Reisnudeln mit Gemüse und Ei

Unsere Nudeldiät, dieses Mal gebratene Reisnudeln mit Gemüse und Ei

An diesem Tag haben wir erst mal einiges Schriftliches erledigt, ich den Bericht, Hardy die Fotos. Einen Beutel mit Wäsche abgegeben, das war auch mal wieder fällig. Ich war auf der Post, Porto 50 Kyat, und in angeblich 14 Tagen soll die Karte in Deutschland sein. Dann müsste unsere erste Sendung eigentlich schon angekommen sein.
Zu Fuß haben wir die nähere Umgebung abgelaufen bis hin zur Shwezigon Pagode. Nachmittags sind wir in einem netten Lokal gelandet, "A little bit of Bagan", wo wir unsere Hauptmahlzeit (natürlich schon wieder Nudeln) zu uns genommen haben. Dann wurde es dunkel.

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Der letzte Tag des Jahres, 31. 12. 2010, da haben wir uns noch einmal für eine Halbtageskutschfahrt entschieden. Wir haben mit unserem Fahrer ausgemacht, die weniger bekannten Gebiete und Orte für Fotomotive anzufahren.
War eine recht schöne Fahrt, sind durch schmale sandige Wege kutschiert worden und mußten teilweise absteigen, damit das Pferd weiter kam. Von der oberen Terrasse einer Pagode noch einmal einen Blick über die vielen unzähligen Bauwerke.

Blick über Bagan, am zweiten Tag

Blick über Bagan, am zweiten Tag

Solche Wege sind wir gefahren, da hieß es absteigen, damit das Pferd es schafft

Solche Wege sind wir gefahren, da hieß es absteigen, damit das Pferd es schafft

Gegen Ende der Tour machten wir noch Halt an einem typischen Ort in diesem Gebiet. Kein Strom, kein Wasser, das muß täglich mit Gefässen über 20 Min. auf den Schultern her transportiert werden und ist wahrlich nicht sauber. Die Leute leben von einer bescheidenen Landwirtschaft, Baumwolle, Sesam, Mais, alles was man den verfügbaren Flächen abverlangen kann, ein wenig Viehzucht, Schwein, Rind, Huhn. Das sollten sich mal einige Leute unserer westlichen "Wohlstandsgesellschaft" anschauen, da merkt man, was es heißt wirkliche "Probleme" zu haben, denn mit viel weniger kann man eigentlich nicht mehr leben.
Auf dem Heimweg hatte unser Gefährt noch eine Panne. Das Hufeisen am Vorderhuf unseres Pferdes hatte sich gelöst, wurde aber gleich vor Ort behoben.

Abends waren wir in "Alt Bagan" mit unserer Reisebekanntschaft vom Boot verabredet. Wir wollten zum Jahresabschluß zusammen Essen gehen. Sie ist eine weitgereiste Frau, promovierte Ärztin, die sich aber schon vor Jahrzehnten von der Schulmedizin verabschiedet hat und jetzt in alternativen und natürlichen Methoden (chin. Medizin in China erlernt, Akupunktur, Ayurveda usw.) ihre Erfüllung gefunden hat. Sehr interessant, sich mit ihr zu unterhalten und Dinge zu erfahren, die von der Pharmaindustrie oder den Ärzten verschwiegen werden.
Überhaupt haben wir in den 3 Wochen Myanmar mehr Deutsche getroffen, als in den 3 Monaten SOA unserer letzten Reise.

Mit der Kutsche wurden wir nach Alt Bagan gefahren. Das Essen, für uns das zweite Mal der Versuch die typische Myanmarkost zu genießen. Aber auch dieses Mal nicht unser Fall, wir beide finden es nicht sonderlich schmackhaft. Saure Suppe, Fleischcurry (Hähnchen, Schwein oder Lamm), kleine Fische, Gemüse, Reis, Salat, Auberginencreme, Bohnen, geröstete Sojabohnen mit einem säuerlichen Kraut dabei, und fast alles ist tot gegart und schwimmt nur so im Fett.

In unserem Hotel gab es heute Abend auch Essen für die Gäste, das hätte uns wahrscheinlich besser geschmeckt, wir haben vor der Abfahrt noch eine Kostprobe bekommen. Das neue Jahr haben wir dieses Mal aber leider verpennt.

Die Frauen haben stundenlang Essen im Hof für den Abend vorgekocht und frittiert, leider haben wir nur eine Kostprobe bekommen, da wir verabredet waren

Die Frauen haben stundenlang Essen im Hof für den Abend vorgekocht und frittiert, leider haben wir nur eine Kostprobe bekommen, da wir verabredet waren

Mußten heute noch mal unseren Flug bestätigen lassen bei Air Mandalay, Check-in ist eine halbe Stunde eher.

Dann heißt es mal wieder packen, für den Flug zurück nach Yangon. Dort bleiben wir noch für eine letzte Nacht, danach sind wir wieder in Thailand.

Sonnenuntergang über Bagan

Sonnenuntergang über Bagan

© Esther und Hardy, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Es ist so weit, das Reisevirus hat uns voll erwischt. Es soll noch einmal nach SOA gehen. Grob geplant sind bei dieser Reise die Länder Thailand, Myanmar, Laos, Kambodscha, Indonesien (Bali, Lombok), zum Abschluss noch ein paar Tage in Singapur bis zum Rückflug. Wir freuen uns schon jetzt wieder auf die hoffentlich zahlreichen Leser unseres neuen Berichtes ab Dezember.
Details:
Aufbruch: 07.12.2010
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 24.03.2011
Reiseziele: Thailand
Myanmar
Laos
Kambodscha
Kampot
Indonesien
Singapur
Der Autor
 
Esther und Hardy berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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