Mit Zug und Schiff von Basel nach Japan

Reisezeit: August - Oktober 2005  |  von Claudia Grieder

Chinese Foot Massage

Wie gesagt ist es am Schoensten, diese Stadt zu Fuss zu entdecken. Da die Distanzen aber ziemlich weit sind (auf der Stadtkarte sieht immer alles wie ein Katzensprung aus...) laeuft man schnell einmal ein paar Stunden am Tag. Und das in Flipflops, was fuer die Fuesse wohl nicht gerade das beste Schuhwerk ist. Wie dem auch sei, nachdem ich gestern vor lauter Laufen meine Fuesse fast nicht mehr gespuert habe, habe ich mir eine Fussmassage gegoennt. Ich konnte es kaum erwarten: zurueckliegen, entspannen, geniessen... Tja, und wie so oft im Leben kam alles anders. Der Ort war superschoen, eigenes Kaemmerchen mit dicken Kissen und am Anfang ein wohliges Fussbad. Mein Masseur wurde hereingefuehrt und hat mich freundlich laechelnd begruesst und immer wieder auf Chinesisch angesprochen. Dann gings los. Also wenn die Sache mit den Fussreflexzonen stimmt, dann bin ich ein totales Wrack! Egal, wo er mich angefasst hat, es hat einfach saumaessig weh getan und ich habe mich auf den flauschigen Kissen nur so gewunden. Vielleicht gilt hier zu erwaehnen, dass mein Masseur blind war, was mit 100-prozentiger Sicherheit stimmte, denn er haette bestimmt aufgehoert, wenn er mein Gesicht gesehen haette! Au weia, das war vielleicht eine Tortur, am liebsten waere ich aufgesprungen und haette den Kerl umgebracht . Aber er liess sich nicht beirren, hat meinen zuckenden Fuss gepackt und lachend die schlimmsten Stellen nochmals behandelt. Macht ja nichts, dass er nicht einfach mit den Haenden massiert, sondern seine Fingerknoechel in meine Fusssohlen gebohrt hat! Das Lustigste kam, als er sich ueber meine Waden hermachte. Er begann ploetzlich zu lachen und forderte mich auf, selbst darueber zu fahren. Dann sagte er mehrmals etwas auf Chinesisch, was vermutlich soviel hiess wie "hey Maedel, ist es nicht an der Zeit, dass du deine Beine wieder mal rasierst?". Auf jeden Fall hatte er seinen Spass. Und er gab mir immer wieder zu verstehen, dass ich sehr grosse Fuesse habe und vermutlich eine grosse Frau sei. Wenn der wuesste... Nun gut, nach 50 Minuten wurde ich erloest von meinen Qualen und habe mich schweissgebadet auf den Heimweg gemacht. Und es scheint wohl nicht zu ueberraschen, dass ich noch weniger gut laufen konnte als vor der Massage-meine Fuesse waren futsch und ich war fix und fertig!
Heute Morgen bin ich aufgewacht und kann wieder stehen. Die Muedigkeit ist verschwunden und ich kann mich aufmachen in die Stadt. Scheinbar hat die Massage doch Wunder bewirkt...

© Claudia Grieder, 2005
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Basel-Koeln-Moskau. Dann mit der transsibirischen Eisenbahn ueber Novosibirsk, Irkutsk und Ulan Bator nach Peking. Weiter nach Shanghai und schliesslich mit dem Schiff nach Osaka.
Details:
Aufbruch: 30.08.2005
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 26.10.2005
Reiseziele: Russland / Russische Föderation
Mongolei
China
Japan
Der Autor
 
Claudia Grieder berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.