Durch den Monsun - Südindien 2014

Reisezeit: Juli / August 2014  |  von Julia S

Chennai: Anreise und erste Südindien-Eindrücke

6./7. Juli 2014 Frankfurt - Delhi - Chennai

Vanaakam from Chennai!

Nachdem BrUte mich am Sonntag in den IC nach Frankfurt gesetzt haben, kam ich mit einer halben Stunde Verspätung am Flughafen an. Es folgte ein recht straffes Eincheck-Programm, da erstens der Flughafen etwas größer als D'dorf ist und zweitens eine Reisegruppe (entzückend!) recht umständlich vor mir eincheckte. Wer den Roman "Hummeldumm" kennt, stelle sich bitte exakt die Reisegruppe inklusive Erdbeerigel vor!
Mein Gepäck wird von Air India zwar durchgecheckt, ich muss es aber in Delhi in Empfang nehmen und persönlich durch den Zoll bringen, um es dann im Transferbereich wieder aufzugeben. Da war ich etwas (an)gespannt, ob das alles so funktioniert, aber schlussendlich berichte ich nun aus Chennai MIT vollständigem Gepäck!
Der neue Dreamliner der Air India Flotte ist super, überhaupt war ich schwer begeistert vom Service, vom Menu und von der Boardunterhaltung. Mein bester Flug bisher!

Chennai empfängt mich mit sommerlichen 34 Grad, erträglicher - geradezu angenehmer - Luftfeuchtigkeit und einem ausgesucht freundlichen Taxifahrer, der nicht versucht, mir ein anderes Hotel als mein gebuchtes anzudrehen. Das "Bell Chennai" liegt zentral zwischen den beiden Hauptbahnhöfen der Stadt und mein Zimmer ist sauber und dank einer leise (!) laufenden Klimaanlage angenehm zu temperieren. Morgens bekomme ich eine Zeitung unter der Tür hergeschoben, die übrigens eine differenzierte Berichterstattung zum bevorstehenden Halbfinale Brasilien - Deutschland bietet. Nett!

Hier im Süden bestätigt sich in den ersten 24 Stunden bereits, was alle Traveller berichten: man ist freundlicher! Zwei von zwei TukTuk-Fahrern schalten freiwillig das Taxameter an. Der erste Driver bringt mich zwar nicht zum Fort St. George, das ich mir eigentlich ansehen will, dafür lande ich im National Museum, das eine tolle Bronzesammlung sowie eine begeisternde Contemporary Art Gallery bietet.
Der zweite TukTuk-Fahrer bringt mich zum wichtigsten Hindu-Tempel der Stadt, zur Saint-Thome-Church, zum Fishermen Beach und lässt mich an zwei Shops mit einem Augenzwinkern aussteigen und sagt: "Even if you don't buy anything, I will get a T-Shirt, when you have a look at those two shops!" ... ok, alte Leier, aber wenigsten ehrlich zugegeben!
Die St. Thome Kirche ist eine der drei Kirchen, die über einem Apostelgrab gebaut sind (neben Santiago de Compostela und dem Petersdom). Der ungläubige Thomas soll das Christentum auf den indischen Subkontinent gebracht haben. Leider fand in der Kirche gerade eine Hochzeit statt, so dass ich noch nicht hineingehen konnte, aber das Grab inklusive Knochensplitter habe ich immerhin besichtigt.
Am Fishermen Beach roch es ... naja ... gelinde gesagt "fischig". Überall lagen Fischernetze herum, daneben die bunten Boote der Fischer, am Straßenrand wurden die letzten Reste des Tagesfangs veräußert. Ich nehme an, das wirkt morgens appetitlicher als abends. Meine Füße habe ich kurz in den badewarmenwarmen Indischen Ozean gehalten - krass, dass ein Meer so warm sein kann. Und: die Haut ist noch dran ... ein Ganzkörperbad würde ich allerdings am Stadtstrand nicht wagen (ganz abgesehen von fiesen Unterströmungen, die es hier geben soll).

Fischerboote am Fishermen Beach

Fischerboote am Fishermen Beach

Eine kleine Anmerkung zu den Fotos: von unterwegs gibt es nur die Fotos, die ich schnell mal mit der "Knipse" schieße. Die richtige Kamera ist auf's RAW-Format eingestellt, das ich mit meinen mobilen Gadgets nicht konvertieren kann (und möchte). Die qualitativ besseren Fotos gibt es also nach meiner Rückkehr nach Deutschland.

So, jetzt habe ich eben südindisch gefrühstückt: Idlis (kleine gedämpfte Reiskuchen, leicht säuerlich, mit Coconut-Chutney (angenehm gewürzt), außerdem Mini-Paprika-Omeletts, Highlight (farblich wie geschmacklich): frisch gepresster Papaya-Saft. Gut gestärkt wage ich mich jetzt nach St. George, vielleicht klappt es ja heute.
Chennai als Stadt wirkt auf mich groß (i.S. von weiten Wegen), klein (i.S. von ziemlich abgeschlossenen Vierteln), grün (viele Palmen, tolle rotblühende und riesige Bäume, Mangobäume), koloniale Prachtbauten und sehr indisch anmutende Ecken bieten eine interessante Mischung fürs Auge. Fazit: eine indische Megacity, die mich aber durch ihren freundlich-gemütlichen Charme schnell becirct hat.

Bis bald! Jule/ia

© Julia S, 2014
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wieder fliege ich nach Indien - diesmal wird allerdings der Süden erkundet. Mal sehen, wie der Monsun dieses Jahr so ausfällt ...
Details:
Aufbruch: 06.07.2014
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 06.08.2014
Reiseziele: Indien
Der Autor
 
Julia S berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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