Frau, allein mit dem Motorrad nach Süd Norwegen.

Reisezeit: Juli / August 2015  |  von Sylvia Jeß

Bergen > Briksdal: Briksdal, und der Gletscher.

5.o8.2015

5.08.2015
Nach einer unruhigen Nacht, einen und einen nächtlichen Flug über den Rasen wobei ich tierisch auf die Schulter gefallen bin, hat sich meine Entscheidung nicht verändert, es bleibt dabei das ich Abreise, irgendwie soll das nicht sein. Von Zuhause aus hat mein Mann eine Fähre gebucht die mich am Freitag von Bergen nach Hirtshals fährt, aber ich will hier in Briksdal noch zum Gletscher gehen, deswegen bin ich hier, und das ziehe ich durch sonst war alles umsonst.
Nachdem ich eiligst alles zusammen gepackt habe, weil es mal wieder Regnet gönne ich mir ein Frühstück im Kaffee und lasse den Tag ruhig angehen. Inzwischen scheint die Sonne mal wieder und es ist tierisch warm, ich gönne mir die Fahrt hinauf zum Gletscher für 100 NOK umgerechnet 12,50 ,- Euro.
Im Auto das uns zum Gletscher fährt lerne ich eine Dame kennen die aus Dresden kommt, wir kommen schnell ins Gespräch und sie bestätigt die Annahme das es aussieht wie in Österreich, sicherlich hat Österreich nicht so viele Wasserfälle, aber hat man erst mal einen gesehen dann hat man auch alle gesehen.
Irgendwie habe ich immer andere Vorstellungen von Norwegen als es in Wirklichkeit ist. Ich dachte Norwegen ist so groß und weit das man seine Ruhe hat, aber nichts da, hier wird alles vermarktet und verramscht was es nur gibt. Tourismus pur.
Lauschige Ecken zum verweilen habe ich bis jetzt noch nicht gefunden. Und einen Gletscher habe ich mir auch anders vorgestellt, ich dachte dass ich mir vor Ort eine Ausrüstung leihen kann und ich mit einem Führer dort oben spazieren gehen kann. Weit gefehlt.
Das Auto fährt uns auf einen riesigen Parkplatz, dort werden alle Touris ausgeschüttet und ich muss noch ca. eine viertel Stunde laufen um an den Gletscher zu kommen. Der Gletscher liegt am Fuße eines Sees der durch das eigene Schmelzwasser entstanden ist, auch hier lässt die Globale Erwärmung erkennen das das Gletscher sterben seinen Einzug gehalten hat.

Am See erkennt man vor sich hin gammelnde Schlauchboote, hier muss vor einiger Zeit noch das pure Leben stattgefunden haben, als der See und der Gletscher noch nicht soweit zurück gegangen waren.Schade, aber auch wir haben eine Klima Katastrophe, sieht man ja am Regen und das es selbst am Gletscher sehr warm ist.
Nach kurzem Sightseeing mache ich mich an den Abstieg, diesmal zu Fuß.
Der Weg führt mich vorbei, an wunderschöne Wasserfälle, die alle vom Gletscher kommen. Doch als ich eine ausgeschilderte Abzweigung nehmen möchte die mich näher zum Gletscher bringen soll ist kein Weg mehr da, alles ist zu gewachsen, seine beste Zeit hat der Gletscher wohl hinter sich.
Nach ca. 45 Minuten Abstieg, komme ich wieder an meinem Ausgangspunkt an, viele Busse kommen und gehen und schütten immer wieder hunderte von Touristen aus, unsere Arme Natur.
Es ist Mittag und ich will nach Hause, also gebe ich Bergen ein. Leider fällt die Vogelinsel Runde, der Geiranger Fjord, Spitterstulen, Eidfjörd und Lyseboten aus. Rund 1500 km die ich mir schenken werde. Schade all das wäre sicherlich reizvoll gewesen wenn das Wetter mitspielt hätte und man Touristen Hochburgen mag. Ich hätte mir ein ruhigeres Norwegen gewünscht, ursprünglicher und nicht so vermarktet.

© Sylvia Jeß, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vielleicht ist meine Reise nicht ganz so lang wie eine Weltreise, und auch nicht so spektakulär wie eine Reise in ferne Länder.Aber für mich ist es was ganz besonderes.Diese Motorrad Reise ist der Beginn eines neuen Lebensabschnittes, denn ich werde 50. Diesen besonderen Tag möchte ich in Süd Norwegen verbringen. Ein lang gehegter Traum nur mit mir und meinem Maximus, meine BMW F 650.
Details:
Aufbruch: 29.07.2015
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 13.08.2015
Reiseziele: Norwegen
Der Autor
 
Sylvia Jeß berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.
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