Frau, allein mit dem Motorrad nach Süd Norwegen.

Reisezeit: Juli / August 2015  |  von Sylvia Jeß

Bergen > Briksdal

Von Bergen nach Briksdal

4.08.2015
Vom Luxushotel zum Luxus Camp,
Wenn man in Bergen Auto fahren muss, oder so wie ich Motorrad fährt sollte man ganz schön aufpassen. Bergen ist nun mal eine Großstadt, da führt kein Weg dran vorbei, und wenn Frau einmal nicht aufgepasst hat, weil das NAVI auch nicht wusste wo es langgeht landet Frau auf Straßen die man nicht mit einem Motorrad befahren darf. Der Clou an der Sache ist, hier in Bergen kann man nicht so einfach umdrehen, die meisten Straßen sind Schnellstraßen und einige führen schnurstracks in den Tunnel. Also heißt es, trotz allen Widrigkeiten und verboten die kein Deutscher versteht weil sie ausschließlich auf Norwegisch stehen ab durch den Tunnel. Habe ich gemacht, und ich bin auch wieder zurück gefahren , auf die Strafe bin ich gespannt denn es wird ja überall das Kennzeichen Fotografiert, wenn ich noch meinen Führerschein behalten darf kann ich mich glücklich schätzen.
Endlich habe ich mich aus Bergen heraus gewühlt, und es fängt wieder an zu Regnen, ist ja klar Frau, ist mal wieder Unterwegs ich glaube der liebe Gott mag mich nicht. Ich fahre wunder schöne Straßen die durch Schluchten führen, durch Dörfer und Fjorde entlang mir kommt der Gedanke das das hier alles wie in Österreich aussieht, na hoffentlich habe ich mich nicht verfahren. Nach 320 km fahrt, was hier eine Weltreise ist wenn man im Schnitt nur 80 km/ h fährt und 7 Std unterwegs ist, erreiche ich mein Ziel. Briksdal liegt vor mir, schön in einem Tal und die Sonne scheint, was will man mehr.

Ich hätte da schon noch etwas, denke ich mir, ein Zimmer, ein Kuschliges Bett und eine Dusche. Ich glaube das war zu viel des guten, stattdessen bekomme ich einen schönen Zeltplatz. Nachdem ich mein Zelt aufgestellt habe und ich mir ein paar angebrannte Spaghetti zu Gemüte geführt habe (denn Frau kocht zum ersten Mal mit einem Gas Kocher) fängt es auch wieder an zu Regnen. Also schnell alles Sachen rein ins Zelt und das Ganze zu gemacht, bis Frau sich so eingerichtet hat dauert es, in der Zwischenzeit ist der Tee den ich mir gemacht habe ausgekippt, also alles wieder raus aus dem Zelt, trocken legen und nochmal von vorn. So langsam habe ich die Nase voll. Wie heißt es so schön, ein Unglück kommt selten allein. Es lässt auch nicht lange auf sich warten.. Weil mir kalt war habe ich meine Gas Lampe im Zelt angemacht (ich weiß dass man das nicht soll) aber trotzdem es war kuschelig warm. Als ich mich für einen kurzen Augenblick umgedreht habe um etwas zu holen brennt mein Schlafsack. Jetzt durfte ich auch noch Löschen sonst wäre die ganze Hütte abgefackelt. Ein riesen Loch im Schlafsack darf ich nun mein eigen nennen. Die ganze Nacht riecht mein Zelt nach Plastik, da soll nochmal jemand sagen das Zelten Spaß macht, das ist wohl eher etwas für junge Leute aber mit Sicherheit nichts für Frau ab 50, für solche Späße bin ich doch zu alt. Mit dem Zelten wollte ich nur etwas Geld sparen weil Norwegen sehr teuer ist mit Unterkünften, aber bei so etwas ziehe ich die Luxus Herberge oder eine Hütte vor , falls man eine bekommt in der Hauptsaison. Jetzt reicht es wirklich, so schön Norwegen auch ist aber hier her sollte man nur mit dem Wohnmobil fahren, da kann man viel Geld sparen und hat alles Vorort. Die Entscheidung ist gefallen, Morgen Reise ich ab.

© Sylvia Jeß, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vielleicht ist meine Reise nicht ganz so lang wie eine Weltreise, und auch nicht so spektakulär wie eine Reise in ferne Länder.Aber für mich ist es was ganz besonderes.Diese Motorrad Reise ist der Beginn eines neuen Lebensabschnittes, denn ich werde 50. Diesen besonderen Tag möchte ich in Süd Norwegen verbringen. Ein lang gehegter Traum nur mit mir und meinem Maximus, meine BMW F 650.
Details:
Aufbruch: 29.07.2015
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 13.08.2015
Reiseziele: Norwegen
Der Autor
 
Sylvia Jeß berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.
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