Frau, allein mit dem Motorrad nach Süd Norwegen.

Reisezeit: Juli / August 2015  |  von Sylvia Jeß

Auf der Fähre

Endlich nach Hause, Von Bergen nach Hirtshals

07.08.2015
Brekke Fjord Hotel >Bergen > Hirtshals
Nur noch nach Hause.
Um 6:45 Uhr in der Früh bin ich in meiner Luxus Herberge aufgestanden, der Blick auf den Fjord hätte ich mir sparen sollen. Wieder Regen diesmal wie aus Eimern, zum ersten Mal musste ich Maximus im Regen beladen, bisher hat es immer erst geschüttet sobald ich unterwegs war. Aber diesmal war es anders, ich hatte sogar Nebel und das sogar im Tunnel, ich wusste gar nicht dass so etwas möglich ist. Hier in Norwegen kann man richtig was erleben. Zur Fähre nach Bergen hat es wie immer geregnet. Pünktlich am Ortseingang von Bergen spinnt mein Navi, es mag Bergen genauso wenig wie ich, wo soll ich denn nun hin und wo genau ist die Fähre? Und ja genau, kurz vorm Tunnel Eingang mein Lieblings Schild, Motorräder verboten mit dem Zusatz auf Norwegisch den kein Mensch wenn er aus Deutschland ist versteht. Also nix wie rein, denn umdrehen geht hier eh nicht. Schnell durch den Tunnel durch und dann frage ich lieber an der Tanke nach dem Weg, natürlich auf Englisch, Frau kann das ja auch so gut (Grins) aber ich habe es verstanden, das geht besser. Nix wie los zur Fähre und mit einigen Umwegen finde ich sie auch. Mein Schwiegersohn würde jetzt sagen,, Finde den Fehler“ habe ich gemacht . Hier an der Fähre sind viele Deutsche die meinen sich auszukennen. Der Fähranleger ist verlegt worden, dort wo die Fähre früher angelegt hat werden nun die Kreuzfahrt Schiffe abgefertigt. Ist doch klar, diese Passagiere brauchen mehr Luxus als wir, sie können ja auch nicht so weit in die Stadt laufen. Wir mit unseren Fahrzeugen nehmen gerne ein paar Kilometer Umweg in Kauf. (Wie war das nochmal, wir sind alle gleich? Gut das einige gleicher sind). Auch das mit dem Verbot schildern von den Motorrädern glaubt man zu wissen, die soll Frau einfach ignorieren, sie haben keine Bedeutung. Na hoffentlich haben sie Recht. Noch zwei Stunden warten, und ich darf das Regen zeug ausziehen, Bergen strahlt im schönsten Sonnenschein, der blanke Hohn. Ein weiterer Motorrad Fahrer der mit mir wartet, ist auch vorzeitig aus Norwegen geflüchtet, er hat auch die Nase voll vom Regen. Jetzt noch schnell die Motorräder verzurren und dann los in meinem Ruhe Sessel für die Nacht. Sagte ich schnell, wie geht das mit diesen Gurten, Frau ist wieder mal planlos und kaum ist einer zur Hilfe da, es klappt nicht so gut wie beim letzten Mal auf der 1 Fähre. Mein Hilfe suchender Blick wird Ignoriert, ich muss mich da selber durch fummeln. Irgendwann habe auch ich es geschafft das Bike zu verzurren, ein Gurt muss reichen. Ich bin die letzte die hier unten im Rumpf des Schiffes ist. Mein Luxus Sessel ist in greifbarer Nähe. Nach langem suchen und viel Fragen bin auch ich irgendwann oben im Schiff angekommen. So ein Schiff ist wie ein Labyrinth, hier muss man sich auskennen. Deck 10 und der Kiosk ist auch schon geöffnet, da muss ich hin. Ich muss nur noch diese Nacht überstehen.

Der hat wohl keinen Luxus Sessel.

Der hat wohl keinen Luxus Sessel.

© Sylvia Jeß, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vielleicht ist meine Reise nicht ganz so lang wie eine Weltreise, und auch nicht so spektakulär wie eine Reise in ferne Länder.Aber für mich ist es was ganz besonderes.Diese Motorrad Reise ist der Beginn eines neuen Lebensabschnittes, denn ich werde 50. Diesen besonderen Tag möchte ich in Süd Norwegen verbringen. Ein lang gehegter Traum nur mit mir und meinem Maximus, meine BMW F 650.
Details:
Aufbruch: 29.07.2015
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 13.08.2015
Reiseziele: Norwegen
Der Autor
 
Sylvia Jeß berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.
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