Frau, allein mit dem Motorrad nach Süd Norwegen.

Reisezeit: Juli / August 2015  |  von Sylvia Jeß

Fazit des ganzen

Was hat mir diese Reise gebracht?

08.08.2015
Nun bin ich wieder Zuhause, ich habe wie ein Stein geschlafen, aber ausgeruht bin ich immer noch nicht.
Das mir soviel auf dieser Reise passiert, damit habe ich nicht gerechnet.
Frau so ganz allein, nicht mehr ganz neu und mit dem Motorrad ist nicht so einfach. Doch auch diese Erfahrung muss man mal gemacht haben.
Ich hatte es mir einfach machen wollen und mir diese Reise bei einem Touren Anbieter fertig gekauft.(ein Fehler)
Es gab die Tour auf einer Speicherkarte, die nur noch ins Navi eingeschoben werden muss, dazu ein passendes Buch, mit Routen Beschreibung und Übernachtung Vorschläge. Bis jetzt hatte ich das immer selbst gemacht, und ich würde es wieder selbst machen, wenn man so wie ich nicht nur die überlaufenen High Lightes des Landes sehen will.
Vermisst habe ich kleine geheim Tipps. Leider habe ich mich zu sehr auf das Buch verlassen, denn nachdem ich meine Reiseführer ganz durchgearbeitet habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, das das wirkliche und ursprüngliche Norwegen im inneren des Landes zu finden ist.

Wenn man Reise Literatur liest, wird einem immer alles in den tollsten Farben beschrieben, alles geht offensichtlich immer glatt und es gibt keine Probleme.
Ich wollte es anders machen, und so habe ich meine Erlebnisse 1:1 aufgeschrieben.
Sicherlich habe ich mir die Frage gestellt ob ich solch eine Reise wieder machen würde? Die Antwort ist klar, so in dieser Form,und mit so vielen Kilometern nie wieder.
Es hat mit dem Land nicht zu tun, ich wusste ja das es in Norwegen nur Regnen kann, (habe ich gehabt). Das Unterkünfte teuer und in der Hauptreisezeit nur schwer zu kriegen sind,(auch das habe ich erlebt) deswegen habe ich das Zelt mit gehabt.

Aber so teuer? naja eben Norwegen.....
Ich wusste aber nicht das dieses Land, dort wo ich war, touristisch so verramscht wird. Das Busladungen ohne Ende an Sehenswürdigkeiten ausgeschüttet werden, nur um schnell ein Foto zu machen, frei nach dem Motto, ich war da.
Nach meinem eigenem Empfinden glaube ich, dass viele gar nicht mehr wissen was es bedeutet in solch einer schönen Natur zu sein. Sie können nicht genießen nur noch verkonsumieren, sie sind Rastlos und Rücksichtslos der Mensch, Tier und Natur gegenüber. Da wird der Müll achtlos weggeworfen, und die Handy`s sind im dauer Einsatz. Immer erreichbar. Selbst auf dem Preikestolen funktionierte das bei vielen, und es wurde ausgiebig und laut Telefoniert, keiner von denen machte sich Gedanken, das es auch viele andere Leute gibt die ihre Ruhe haben wollen, und nur die Schönheit und den Moment genießen wollen was unsere Welt uns zu bieten hat.
Schade denn sie wissen nicht, was ihnen entgeht.

Als Frau um die 50 mit dem Motorrad zu Reisen ist in der heutigen Zeit nicht einfach. Nicht nur das Frau seine eigenen Ecken und Kanten hat kommt auch noch die Sicherheit des einzelnen Landes dazu. ( Norwegen gehört zu dem sichersten laut Reiseführer mit der geringsten Kriminalitätsrate).
Meine Empfehlung, in meinem Alter.
Auf das Zelt verzichten, und Unterkünfte vor Buchen.
Mit so hohem Gewicht Serpentienen und Kurven fahren strengt doch sehr an, und macht nur wenig Spaß.
Die Norweger sind nicht zimperlich, jemanden an Bergkuppen oder gar in unübersichtlichen Kurven zu überholen. Geschwindigkeitsbegrenzungen kennen sie nicht wirklich.Nur auf der E 39, da wird geblitzt wie teufel.

Irgendwann werde ich Norwegen wieder bereisen, aber entweder mit dem Wohnmobil um Kosten zu sparen, wobei dieses nicht zu groß sein darf, den damit um manch eine Ecke zu kommen ist schon eine Hausnummer.
Oder mit dem Auto, und dann im inneren des Landes mit vorgebuchten Unterkünften.
Dieser Bericht ist nur ein Querschnitt des ganzen erlebten und mit den High Lightes. Hätte ich alles bis ins Detail aufgeschrieben wären diese Berichte endlos geworden.

Somit endet meine geplante 16 Tätige Reise, nach Süd Norwegen nach nur 10 Tagen.
2362 Km inklusiver an und Abreise durch Dänemark liegen hinter mir.
1500,- Euro für Benzin, Essen und Übernachtung , darf ich verbuchen, wobei vier Übernachtungen in einem Hotel schon alleine mit 500 ,- Euro zu buche schlagen.
Wegen schlechtem Wetter und vielen Ungeplanten Zwischenfällen, habe ich diese Reise abgebrochen, denn sonst hätte meine Gesundheit gelitten, und das wollte ich vermeiden
Aber es war trotzdem schön. Ich nehme viele persönliche Erfahrungen mit nach Hause, Ich habe viele Interessante Leute kennengelernt, und viele Schwierigkeiten überwinden müssen. Frau allein Unterwegs kann mit der bisher gemachten Lebenserfahrungen viele Krisen meistern, und sich selber helfen. Kommunikativ zu sein und auf Menschen zu gehen können hat vieles einfacher gemacht.
Nun habe ich doch meinen 50 Geburtstag Zuhause gefeiert, ich habe mit meiner Familie gegrillt und einen sehr schönen Tag verlebt. Ich bin im Club der alten Schachteln aufgenommen worden, welch eine Ehre. Viele Freunde und bekannte haben sich bei mir gemeldet und mir Gratuliert, schön so viele liebe Menschen um sich zu haben, schön das es sie gibt.
Ich habe nicht diese Reise gemacht weil ich in der Mitlife Krisis bin, oder um mir selbst was zu beweisen, sondern weil mich Norwegen schon immer gereizt hat, es mir aber nicht spannend genug war dieses Land mit dem Auto zu bereisen. Ich bin kein Pauschal Tourist und werde es auch niemals werden, aber etwas Komfort in meinem Alter darf es schon sein.

Nun reizt mich noch Island und Schottland, vielleicht muss ich da ja nicht alleine hin, aber ich möchte mit dem Motorrad fahren und mit Sicherheit in keinem Zelt übernachten.
Irgendwann, hoffentlich noch vor meinem 60 Geburtstag werde ich dorthin fahren.

Man darf gespannt sein
Eure Sylvia Jeß.

Auf wieder sehen, Norwegen.

Auf wieder sehen, Norwegen.

Club der alten Schachtel. Ein Werk meiner Kinder und meines Enkel 1 3/4 Jahre alt.

Club der alten Schachtel. Ein Werk meiner Kinder und meines Enkel 1 3/4 Jahre alt.

© Sylvia Jeß, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vielleicht ist meine Reise nicht ganz so lang wie eine Weltreise, und auch nicht so spektakulär wie eine Reise in ferne Länder.Aber für mich ist es was ganz besonderes.Diese Motorrad Reise ist der Beginn eines neuen Lebensabschnittes, denn ich werde 50. Diesen besonderen Tag möchte ich in Süd Norwegen verbringen. Ein lang gehegter Traum nur mit mir und meinem Maximus, meine BMW F 650.
Details:
Aufbruch: 29.07.2015
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 13.08.2015
Reiseziele: Norwegen
Der Autor
 
Sylvia Jeß berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.
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