Frankreich - Vogesen 2016 - Teil III

Reisezeit: September 2016  |  von Uschi Agboka

19. Tag - 21. September 2016

Statue oben auf dem Berg

Statue oben auf dem Berg

La Bresse an der Mosel

La Bresse an der Mosel

Mittwoch, 21. September 2016 19. Tag

Le Thillot, Lac Chaume, Campingplatz Municipal, Platz 26
Le Menil / Col du Menil / Cornimont / La Bresse / Colline de Vologne / Col des Feignes / Col de la Schlucht / Route des Cretes / Col du Bonhomme / Hachimette / Col de Freland / Aubure
Ribeauville: Grand’Rue - Pfifferhüs (Maison des Ménétriers) - Maison am Place de l'Ancien-Hôpital mit Brunnen – Hotel de Ville (Rathaus) - Fontaine du Vin - Fontaine du Cerf - Tour des Bouchers (Metzgerturm) - Place de la Sinne mit Brunnen - Eglise Saint Gregoire le Grand
Riquewihr: Morrigan-Skulptur – Rathaus – Rue du General de Gaulle - Torturm Dolder - Musée Hansi - Église Ste Marguerite protestante – Porte Haut (Obertor) - Fontaine de la Sinne
Merxheim / Guebwiller / Linthal / Le Markstein / Kruth / Ventron / Col du Menil / Le Menil / Le Thillot
6 Stunden 125 Meilen 201 km

Auch heute Morgen frühstücken wir gemütlich, ehe wir um 10.30 Uhr starten.
D 486 über Le Menil, Col du Menil, Cornimont, La Bresse, Colline de Vologne.

Über den Col des Feignes, 954 m. Dies ist ein kleiner Pass östlich des Vogesenhauptkammes.

D 34, D 34D, D 417 über Col de la Schlucht, 1.139 m. Der Pass, auf dem die Vogesenstraße die von Gerardmer nach Colmar führende Straße kreuzt, ist einer der am meisten befahrenen Übergänge der Vogesen. D 61 – Route des Cretes, D 148 – Col du Bonhomme, 949 m.

Der Col du Bonhomme ist ein Pass über den Kamm der Vogesen. Er verbindet das Elsass mit Lothringen. Entlang des Gebirgskamms verläuft die Route des Cretes, die vom Col du Louchbach, 979 m, zum Col du Pre de Raves, 1.005 m, führt.

D 415 Hachimette, D 11.3 über den Col de Freland, 831 m. Der Pass liegt abseits stärker befahrener Straßen zwischen Selestat und dem Col du Bonhomme. Er verbindet das Strengbach- mit dem Behine-Tal bzw. dem Tal von Kaysersberg.

Aubure und weiter D 416 bis Ribeauville. Dort halten wir im historischen Zentrum des Ortes. Wir machen uns nun auf, Ribeauville zu besichtigen.

Die Altstadt von Ribeauvillé zeichnet sich durch zahlreiche Häuser aus dem 16. und 17. Jh. aus.

Hervorzuhaben ist das Pfifferhüs – Maison des Ménétriers. Ein Fachwerkbau mit dreiseitigem Erker, auf einem der Pfosten findet man die Darstellung der Verkündigung (um 1680).

Schön auch ein Haus – Maison am Place de l'Ancien-Hôpital. Natürlich darf ein Brunnen vor dem Haus nicht fehlen.

Herrlich ist das Hotel de Ville – ein barockes Rathaus, am Place de l’Hotel de Ville.

Vor dem Rathaus befindet sich der Fontaine du Vin – Weinbrunnen. Aus diesem Renaissancebrunen fließt am Pfifferdaj (erster Sonntag im September) der Wein. Der reich verzierte Brunnenstock trägt einen wappenhaltenden Löwen (1536).

Der Pfifferdaj ist ein traditionelles Elsässer Fest. Die Rappoltsteiner besassen seit dem 14. Jh. als Reichslehe das Pfeiferkönigtum über die fahrenden Spielleute, d. h., sie schützten das nichtseßhafte Volk und hatten die Gerichtsbarkeit bei Streitfällen innerhalb dieser Bruderschaft.
Am Tag Maria Geburt versammelte sich das fahrende Volk, um seinem „König“ zu huldigen und den fälligen Tribut zu entrichten. Der Rappschwihrer Pfifferday mit historischem Umzug und Gratis-Kostprobe am Weinbrunnen gilt als die lustigste Kilbe – Kirchweih – des Landes.

Mir gefällt natürlich auch der Fontaine du Cerf an einem Haus in der Grand’Rue.

Dominierende mittelalterliche Baudenkmäler sind die Pfarrkirche St.-Grégoire-le-Grand (13. Jh.) und der Metzgerturm - Tour des Bouchers. Der Tour des Bouchers – Metzgerturm – trennte einst Mittel und Altstadt. Der untere Teil des Turmes stammt noch aus dem 13. Jh.

Wir kommen zum Place de la Sinne – dies ist ein kleiner reizvoller Platz umgeben von Fachwerkhäusern und in der Mitte einem Brunnen (1860).

Von diesem Platz sind es nur ein paar Schritte zur Eglise Saint Gregoire le Grand.

Die St.-Gregor-Kirche ist dem Hl. Gregor dem Großen (540-604) gewidmet und geht bis auf das 13. Jahrhundert zurück. Das Gebäude ist gotischen Stils und von der rheinischen Schule beeinflusst. Die Kirche hat ein Haupt- und zwei Seitenschiffe. Einige seiner architektonischen Eigenheiten sind als historische Baudenkmäler eingestuft. Die beiden Kirchportale an der Seite und hinten stammen aus dem 14. Jahrhundert. Das hintere Portal weist im Tympanon ein Bas-Relief mit der sitzenden Jungfrau auf, die Jesus auf den Knien trägt. Darunter ist der gekreuzigte Erlöser, zu seiner Rechten mit Maria und der Hl. Katharina mit ihren Folterinstrumenten Rad und Schwert. Zu seiner Linken stehen der Hl. Johannes der Täufer, das Lamm Gottes tragend, und Johannes der Evangelist. Zu beiden Seiten des Portals im Inneren befinden sich zwei Grabsteine an der Wand aus dem Ende des 18. Jh.
Die Orgeln der Kirche stammen aus dem Temple Neuf aus Straßburg und wurden vom Orgelbauer Rinck im Jahre 1700 geschaffen, von Legros im Jahre 1702 fertig gestellt und von Andreas Silbermann 1708 überprüft. Sie enthalten einige der ältesten elsässischen Orgelpfeifen nach denen der Kir-che von Bouxwiller. Das Musikinstrument wurde 1984 vollständig vom Orgelbauer Dieter Kern res-tauriert. Das polychrome Orgelgehäuse barocken Stils verstärkt den prachtvollen Eindruck der Orgeln.

Während Rolf die Kirche ausführlich besichtigt, sitze ich auf einer Bank mit einem älteren Herrn und schaue dem Treiben der Leute zu. Uns sind in Ribeauville viel zu viele Restaurants mit viel zu teuren Preisen. Die Restaurants sind nicht gut besucht, anscheinend sitzt den Besuchern des Ortes das Geld nicht mehr so locker. Sparen ist angesagt, denn ich entdecke einige Touristen, die sich Proviant mitgebracht haben und ihn auf einer Bank verzehren.

Es gibt einige nette kleine Geschäfte, die ich natürlich anschauen muss. Und ich werde fündig, kaufe einige schöne Küchenhandtücher für Zuhause und einiges an Leckereien für unsere Freundin Sandra, die unser Haus hütet. Die Preise in den kleinen Lädchen sind normal, d. h., ohne Touristenaufschlag.

Die Preise für einen Espresso bewegen sich ab 2 Euro aufwärts. Verrückt. Unterwegs sehe ich einige Male eine Jakobsmuscheln in den Boden eingebracht. Aber im gesamten Ort haben wir heute keine Jakobspilger gesehen. Hier ist es wohl auch für Pilger zu teuer.

Nach der Besichtigung des Ortes fahren wir weiter, D 18, nach Riquewihr.

Riquewihr ist bedeutend wegen seiner einmaligen Altstadt, die mitsamt den Befestigungsanlagen nahe komplett erhalten ist:

Der fachwerkverzierte obere Torturm Dolder ist das Wahrzeichen der Stadt.
Der Dolder wurde 1291 als westlicher Abschluss der vollständig erhaltenen Stadtbefestigung Riquewihrs errichtet, verstärkt wurde er im 15. und 16. Jh. Besonders markant ist die fachwerkgeschmückte Fassade zur Stadtseite.

Sehenswert auch der Diebesturm, der nordwestliche Eckturm der Stadtbefestigung. Das Musée de la Poste (Postmuseum) befindet sich im ehemaligen württembergischen Schloss. Das Musée de la Tour de Voleurs mit Gefängnis und Folterkammer befindet sich im ehemaligen Judenviertel.

Wir parken an einem kleinen Platz vor den Mauern des historischen Zentrums. Gut, dass wir mit dem Motorrad nicht auf den Parkplatz müssen, dort kosten 2 Std. parken 3 Euro.

Faszinierend ist die moderne „Morrigan-Skluptur“ des Künstlers Frederick Maroselli, die mir sofort gefällt.

Morrigan (Geisterkönigin oder Große Königin) ist eine Figur der keltischen Mythologie Irlands. Sie ist eine anderweltliche Frauengestalt, eng verbunden mit Krieg, Kampf Sexualität.

Schön auch ein Springbrunnen, in dessen Wasser die Sonne einen Regenbogen erzeugt. Sieht herrlich aus.

Durch den Torbogen des Rathauses laufen wir nun zur Rue du General de Gaulle. Riquewihr ist einer der bedeutendsten elsässischen Weinbauorte. Daneben ist der Ort stark auf den Tourismus, insbesondere den Tagestourismus, ausgerichtet. Wir sind entsetzt, hier so viele Menschen in dem kleinen Ort zu sehen. Uns gefällt das gar nicht.

Das Musée Hansi zeigt das Werk des Grafikers Jean Jacques Waltz. Ich schaue hier kurz herein. Aber das erinnert mich weniger an ein Museum als einen Verkaufsladen. Gefällt mir alles gar nicht.

Wir setzen uns vor ein Cafe und genehmigen uns zwei Espressi, 3,60 Euro. Ich bin sprachlos. Doch da ich dringend auf die Toilette muss, war der Besuch in dem Cafe unbedingt erforderlich. Die Bedienung ist allerdings sehr unfreundlich. So nach dem Motto, die kommen eh nicht wieder. Auch zu anderen Gästen ist sie pampig und frech. Mich bestärkt das nur, solche Touristenorte zu meiden. Ich kann das alles nicht leiden. Da lob ich mir die kleinen Dörfer, auch in Italien und Spanien. Da wird man wie ein König behandelt.

Während ich in dem Cafe warte, läuft Rolf zu der Église Ste Marguerite protestante, die geöffnet hat, so dass einige Bilder möglich sind. Die Kirche stammt aus dem 19. Jh.

Das Obertor – Porte Haut – ist auch sehenswert. Das Fallgatter und die Vorrichtung für die Zugbrücke aus dem Jahr 1500 sind noch zu erkennen. Direkt daneben befindet sich die Befestigungsmauer mit dem Wehrturm.

Und natürlich darf der schöne Fontaine de la Sinne nicht fehlen. Ich muss zugeben, schön ist der kleine Ort, nur viel zu überlaufen und die Preise sind überall völlig überzogen. Nein, da hat uns Ribeauville besser gefallen. Rolf und ich beschließen, uns in den kommenden Tagen mehr um kleine unbekannte Orte zu kümmern. Dieser Massentourismus ist nichts für uns.

Für heute haben wir genug vom Anschauen und machen uns auf den Heimweg. D 18, D 4.1 bis zur N 83. Dort ist ein Wahnsinnsverkehr. Die Weinbauern behindern auch den Verkehr, weil sie mit ihren langsamen Traktoren auf der Autobahn unterwegs sind. Die Weinlese ist überall im vollen Gange, wie wir sehen können.

Abbiegen D 3B, Merxheim. D 430 Guebwiller. Linthal, Le Markstein. D 27, D 13 B – hier liegt viel Gravel, gar nicht gut für den Zahnriemen des Motorrades. Kruth, weiter D 13 B1, D 43 über Ventron. D 486 Col du Menil, Le Menil bis nach Le Thillot.

Um 16.30 Uhr sind wir zurück auf dem Campingplatz, nach 125 Meilen = 201 km.

Leider sind die unfreundlichen und lauten Holländer immer noch da. Wir hoffen wirklich, dass sie bald weiter ziehen.
Zum Abendessen haben wir Huhn, Pilze, Salat, Brot, Käse, Trauben und Wein.

Bilder auf meiner Facebook Seite:
Uschi & Rolf – Frankreich www.facebook.com/Figline1.Uschi1.Rolf1

© Uschi Agboka, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Reisetagebuch Vogesen Teil III - 18. bis 24. September 2016 Touren durch Elsaß, Lothringen, Champagne, Burgund, Französischer Jura
Details:
Aufbruch: 18.09.2016
Dauer: 7 Tage
Heimkehr: 24.09.2016
Reiseziele: Frankreich
Der Autor
 
Uschi Agboka berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
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