Simson Tour 2020 durch Bayrisch-Sibirien

Reisezeit: Mai / Juni 2020  |  von Flaps !

Tag 3: Nachtquartier des 3. Tages

Quartiersuche

Nachdem wir uns vom lästigen jucken und Schmand der letzten Tage beim Baden getrennt hatten wollten wir uns ein nettes Plätzchen zum Übernachten suchen.

Bislang klappte dies ja immer auf Anhieb, Doch diesen mal wurde es zur Zeitraubenden Aktion.

Gut das wir früh dran waren.

Optionen abwägen

Wer wild Campt und es blieb uns ja wegen Corona nichts anderes übrig, möchte eine ungestörte Stelle finden an der er ruhig und entspannt die Nacht verbringen kann.

Einerseits sollte es halbwegs gut erreichbar sein und nicht all zu weit von der Strecke entfernt liegen,
andererseits sollte ausreichend Deckung und Blickschutz vorhanden sein und es sollte nicht zu nah an Wohngebäuden liegen.
Zuletzt wäre ein Trockener Untergrund der eben ist von Vorteil.

Klingt erst einmal gar nicht so kompliziert, .... aber in der Praxis und in der Region war es schon eine Herausforderung.

Versuch 1:
Steil den Berghinauf und alles sehr schräge Wiesen
Versuch 2:
Große Flache wiese die aber keine Bereiche mit ausreichender Deckung bot.
Versuch 3:
Es ging von der Hauptstraße extrem steil hinunter und neben Bäumen wäre ein Plätzchen gewesen, aber dicht an einem Misthaufen und der Boden war feucht.

... Dann kam ewig nur weite Wiesenfläche ohne Deckung

Versuch 4:
einen geteerten steilen Wirtschaftsweg hoch in den Wald. aber im Wald Campen hat so seine Tücken Unebener Boden etc.

... Langsam stellte sich Ratlosigkeit ein und wir teilten uns bei der Suche auf.
Wene kam mit einem Vorschlag, den Stoney zunächst sehr kritisch sah, den es ging von der Straße links sehr steil in den Wald auf einem mehr oder weiniger gutem Schotterweg hinauf.

Wir kämpften uns mit unseren überladenen Kisten den Hohlweg hinauf und oben begrüßten uns eine Gruppe von Mückenmagneten mit lautem gebimel.
"Wenn der Bauer heute Abend nicht mehr kommt haben wir hier unsere Ruhe". "Es ist schon spät, das passt schon"

Die Lichtung an der Kuppe mit Panoramablick

Nachdem wir den kurzen steilen Hohlweg gemeistert hatten, öffnete sich eine nette einladende Lichtung auf der Bergkuppe.
Auf der eine Seite des Weges eine Koppel mit blau-weisen Dänen.... oder doch Holländern? (wie hieß die Rinderrasse noch?)
Auf der anderen Wegseite eine gemähte Wiese am Waldrand.
Dicht an der Kuppe war es halbwegs eben. Somit ein guter Platz.
Aus der ferne hörte man das Rauschen der vorbeifahrenden Autos der A7
Somit waren auch unser Geräusche getarnt.

Ruck zuck wurde aufgebaut wir waren ja geübt.

Wald im Hintergrund mit Hohlweg

Wald im Hintergrund mit Hohlweg

Lauschiges Plätzchen

Wir erkundeten die Gegend, ... es war perfekt.
Sogleich begannen wir mit dem gemütlichen Teil des Abends.

Das Kochgeschirr wurde raus gekramt und zu Abwechslung wurden die Bohnen mit Speck dieses mal mit scharfer Wurst aufgepappt.

Abwechslung für Rindficher

Die Frage war mal wieder, wer beobachtet wen? Oder wer ist hier das Rindfich?
Die neugierigen 4-Hufer waren auf jeden Fall sehr interessiert was wir da so auf deren Insel anstellen. Es war wohl weniger der Futterneid, als eher die komischen Laute und quitschbunten Subjekte und Objekte die hier eingedrungen waren. Sie waren auch zutraulich und ließen sich streicheln.

Ich denke eine echte Bereicherung zwischen Stall und Zwiebelrostbraten.
Böse aber leider Realität.

Abendstimmung am Berg

So wie wir den Sonnenuntergang genossen, waren auch unsere neuen Freunde noch aktiv und blickten in die untergehende Sonne.

Fette Erna, der Kelch geht nicht vorbei

Wir waren im Schoß von Mutter Natur quasi im Garten Getsemani nur nicht am Karfreitag. Alle Gebete halfen nicht!

Ich hoffte ja, dass wir uns das Sparen könnten, (gibt immer Flitzekacke und einen Brummschädel) aber Stone hatte vorgesorgt und ließ uns keine Chance. Der Kelch wurde gereicht! Würg....

Eine unserer Traditionen ist es einen gelungenen Abend oder Ausflug mit einer fetten Zigarre ab zu schließen.
Aber nicht weil es schmeckt sondern viel mehr weil, ...
"des g´hört so".
Jeder schüttelt sich und will sich im Grunde drücken, aber "echte Männer" kennen keine Abneigung gegen Rauchwaren.
Also müssen wir da durch!

Der Abend entwickelte sich und die Getränkerestbestände wurden ausgepackt.
Ich hatte noch eine Überraschung für Wene aus guten alten Musiker Zeiten.
Jacky-Cola war früher mein Dope. Heute hasse nicht nur ich das Zeug.
Also genau richtig als Absacker und Zahnpflege.

© Flaps !, 2020
Du bist hier : Startseite Europa Deutschland Nachtquartier des 3. Tages
Die Reise
 
Worum geht's?:
Jubiläums-Ausfahrt. 10 Jahre plagen sich alte Säcke jedes Jahr auf´s neue mit ihren Simson Mokicks rum. Fahrten die viel zu lange sind, Berge die zu steil sind, Technik die veraltet ist und viel zu viel Gepäck. Die besten Grundlagen für viel Spaß und Abenteuer. Auch wenn ab und an der Körper schon zwickt.
Details:
Aufbruch: 30.05.2020
Dauer: 4 Tage
Heimkehr: 02.06.2020
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Flaps ! berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (2/2):
Flaps 1609502479000
Hi Sto­ney­,

Dan­ke für deine mo­ti­vier­en­den Worte, Das lässt den Aufwand für die hof­fent­lich "krea­ti­ve Ge­dan­ke­nauf­zeich­nung" in ein schönes Verm­ächtnis in die Zukunft lenken. aber das nächste mal ist jemand anders dran. de­fi­ni­tiv­.
Gruß Flaps.
Stoney 1609167359000
Hallo Rainer, danke für Deinen tollen Bericht.

Wie­der mal nahe an einem Erguss.

Ob­gleich zu Anfang hat Dich wohl der Baron v. Münchhau­sen gerit­ten, die Hor­ndri­ver Gründung sowie die Sache mit dem Glühfa­den waren schon sehr phanta­sier­eich wie­der­ge­ge­ben. An dieser Stelle eher ein 70%iger Abzug an­stel­le der sonst üblichen 30% aber Schwamm drüber.

Dei­ne Recher­chen bzgl. dem Pest­wurz sind äus­serst am­üsant. Auch die Ver­lin­kun­gen (Space Balls, Fein­kost Zipp) sind echt der Brüller.
Das Sympho­nie­or­ches­ter ist einfach wun­der­bar besch­rie­ben.

Ei­ne echt geile Idee ist die Fah­rtkos­ten­spen­den­kas­se. Aber bei Dir wohl nicht an­wen­dbar bei Deinem Hyper­bi­ke, eher was für den Oli.

Bzgl. dem Marder, der Werner dieser "Mörder". Der arme Kerl kann doch keiner Fliege was zuleide tun.

Sehr geis­treiche Cha­rak­te­ri­sier­un­gen.
Äus­serst gef­ällig gesch­rie­ben, de­tail­liert und mit viel Witz.

Ganz am Ende war noch was, ir­gen­dwie wurden wir "get­rennt" am Sie­gen­berg aber dies hast Du of­fen­bar verdrängt.

Zu guter letzt, recht herz­lichen Dank für die Mühe und den tollen Bericht.
Nä. Jahr dann was ganz Großes ...