OUT OF THE OFFICE - ON TOUR IN SOUTH AMERICA

Reisezeit: Oktober 2006 - April 2007  |  von Michael S.

Die Iguazu Wasserfaelle

Sonntag, 4. Februar 2007 Sao Lourenco 13:21

Brasilien - Strand, Sonne, Sunnyboys... Ja wir sind hier Was erwartet man noch von dem Land in dem der berühmtester Zuckerhut steht, seit es Südzucker gibt? Knackige, braungebrannte Bodys, oder? Zumindest das Zweite befindet sich bei uns im Aufbau...

Bevor ich mehr über den Ort erzähle, der übrigens in unserem Reiseführer mit gerade mal 5 Zeilen erwähnt ist, sollte ich von dem wahren Highlight der letzten Tage berichten: Die Iguazu Wasserfälle!

Aussicht von der brasilianischen Seite!

Aussicht von der brasilianischen Seite!

1750 Kubikmeter Wasser stürzen sich dort in der Sekunde bis zu 72 Meter in die Tiefe und faszinierten im ersten Monat des Jahres 2007 über 100.000 Menschen, nur auf der argentinischen Seite. Denn gegenüber des gleichnamigen Flusses Iguazu liegt Brasilien. Nur aus Paraguay kann man diese Wassermengen nicht beobachten, obwohl das Land geografisch nicht recht viel weiter von dem Naturschauspiel entfernet ist, wie seine zwei Nachbarn.

Garganta del Diablo in Argentinien

Garganta del Diablo in Argentinien

Mit einem der ersten Busse ging es von Puerto Iguazu zum Eingang des Nationalparks. Den Menschenmassen kann man jedoch zu fast keiner Stunde entkommen. Da sich jedoch die meisten Leute sofort zum Höhepunkt des Parks, dem "Garganta del Diablo" (Schlund des Teufels) begeben und wir erstmal die äußeren Wasserfälle beobachteten, konnten wir den Vormittag noch recht ungestört unsere Fotos knipsen. Zum Glück konnte ich in über 3,5 Monaten auf Reisen reichlich Erfahrung mit meiner Digitalkamera sammeln. So war es etwas später am Teufelsschlund auch möglich viele wunderschöne Schnappschüsse einzufangen, auf denen nicht noch irgendeine Hand, ein Kopf oder ein sonstiges Körperteil von anderen Touristen abgebildet sind...

Der Diablo schluckt

Der Diablo schluckt

Die "Cataratas de Iguazu" kann man eigentlich gar nicht so einfach beschreiben. Jeder hat ja schon mal irgendwo einen Wasserfall gesehen. Wenn man ein Wort verwenden müsste, dann wäre es GIGANTISCH. Diese unglaublichen, wuchtigen Wassermassen wirken aus wenigen Metern Entfernung überwältigend. Hier sieht man, welche Kraft Wasser entwickeln kann. Fühlen kann man es natürlich auch. Die Gischt liegt teilweise wie Nebel in der Luft und an manchen Stellen im Park ist man bereits nach wenigen Minuten patschnass. "Ganz schön "giSCHtig" ist es hier", meinte Marc auf unverwechselbarem Schwäbisch

Noch trocken...

Noch trocken...

Was richtig nass sein bedeutet, erlebten wir dann aber erst am Nachmittag. Mit einem Speedboot heizten wir auf dem Fluss Iguazu herum. Vorbei an sämtlichen Wasserfällen, die wir zuvor von oben betrachteten. Doch es ging nicht nur daran vorbei. Feuchtfröhliche 40 Grad luden zu einer Abkühlung ein. Als wir fast unter einen Wasserfall heranfuhren wusste ich dann auch, warum der Mann am Steuer einen Ganzkörper-Regenmantel trug und man all seine Wertsachen in einen Schutzbehälter hineinstecken sollte. Irgendwie schwappte noch eine ganze Welle Wasser über die linke Seite des Bootes, an deren Rand ich saß.

Danach nicht mehr

Danach nicht mehr

Was für eine Gaudi Blöd nur, dass wir alle unsere Badeklamotten im Rucksack verstaut hatten. Man hätte sie natürlich auch anziehen können... "Flatsch, Platsch, Flatsch" - Meine Trekkingschuhe fühlten sich wie ein Swimmingpool an - Nachdem ich in ihnen noch so einige Stunden "gebadet" hatte, verspürte ich am späten Nachmittag als ich sie auszog plötzlich Heimatgefühle. Der Geruch erinnerte mich doch ganz stark an mein letztes Limburger Käsebrot das ich daheim gegessen hatte

Am gleichen Abend sollten wir bei der Grenzüberquerung in Richtung Brasilien noch mal richtig nass werden. Diesmal allerdings von "innen heraus". So kamen Roland, Marc und ich doch ganz schön ins schwitzen, als Nicole ordnungsgemäß Ihren Einreisestempel erhielt und der Grenzbeamte sich unsere Pässe komischerweise äußerst intensiv begutachtete...
Nach Rücksprache mit seiner Kollegin schüttelte er erstmal den Kopf.
Sollte uns wirklich eine Dummheit aus unserem letzten Urlaub um die Einreise nach Brasilien bringen?

An diesem Punkt ist es Zeit für eine kleine Vorgeschichte... Es war am 26. Februar 2006. Roland, Marc, Flo und ich waren ganz im Süden Venezuelas um dort den Tafelberg Roraima zu besteigen. Nachdem Brasilien nur 15 Autominuten entfernt war, schnappten wir uns ein Taxi um einen Länderpunkt zu sammeln und ein paar Stunden in einem anderen Land zu verbringen. Eigentlich war es in dem Grenzort La Linea ziemlich öde und es gab dort nicht viel zu sehen, geschweige denn zu tun. Genauso gelangweilt waren dort auch die Grenzposten, und so gab es weder einen Ausreisestempel Venezuelas noch einen Einreisestempel Brasiliens. Irgendwann kamen wir auf die Idee noch mal zu den Beamten zurückzugehen und um einen brasilianischen Stempel in unseren Reisepass zu bitten. Gesagt getan. Als wir am Abend zurückfuhren, machte wieder niemand Anstalten uns zu kontrollieren, oder unsere Pässe zu stempeln.

--.> Wir hatten also nur einen Einreisestempel nach Brasilien und keinen der die Ausreise dokumentierte.

Unseren Stempel-Tourismus hätten wir uns mal lieber sparen sollen. Es ist doch reichlich schwer einem portugiesisch sprechenden Beamten zu erklären, dass seine Kollegen im Norden Brasiliens halt einfach nicht soviel Bock zum Arbeiten haben wie er. Laut unserem Reisepass waren wir jedenfalls seit über 11 Monaten illegal im Land... Seine grimmige Kollegin interessierte sich immer mehr für unseren außergewöhnlichen Fall und schüttelte nur noch den Kopf. Irgendwie schaffte es dann unser argentinischer Taxifahrer, der uns über die Grenze fuhr, dem paragraphentreuen Staatsangestellten einzutrichtern, dass wir doch ganz liebe Jungs seien. Außerdem erwähnte ich noch auf deutsch-spanisch, dass wir doch die nun schon legal eingereiste Nicole nicht alleine lassen könnten
Mitleidig und unter bösen Blicken seiner Kollegin bekamen wir die Einreiseerlaubnis...

So konnten wir also auch noch von der brasilianischen Seite einen Blick auf die Wasserfälle werfen, von der man einen sehr schönen Panoramablick genießen kann. 2 Tage Iguazu Nationalpark sind dann aber auch genug und außerdem bekommt man bei der Temperatur verdammt viel Lust, sich selbst ins kühle Nass zu stürzen

Über Porto Alegre ging es in den äußersten Süden des Landes. In Sao Lourenco landeten wir dann eigentlich nur, weil es auf unserer Strecke nach Uruguay günstig lag und in den erwähnten 5 Zeilen unseres Southamerican Handbooks gute Strände erwähnt waren. Baden kann man hier zwar nicht im Meer, dafür gibt es hier eine riesige Süßwasserlagune. Caipirinhia und Churasco Grillspezialitäten vermisst man hier natürlich auch nicht. Ganz praktisch ist übrigens auch, dass man hier mal wieder deutsch sprechen kann... Einige Leute kommen wie sie uns sagen, ursprünglich aus "Pommern". Das muss wohl irgendwo hinter (Mecklenburg-) Vorpommern liegen

Uns ist das jedenfalls sehr recht. Spanisch verstehen die Brasilianer zwar, aber wir ihre portugiesischen Antworten nicht... Es hört sich übrigens wie eine Kreuzung aus Russisch und Schwäbisch an. Zwischen kratzenden Lauten kommen auch ein Haufen "SCH" vor...

Roland trifft Verwandte  Ein waschechter Nasenbaer...

Roland trifft Verwandte Ein waschechter Nasenbaer...

© Michael S., 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
In weniger als 9 Stunden sitzen Nicole und ich im Flieger in Richtung Bonaire. Bonaire? Kannte ich bis August auch noch nicht. Aber KLM hält auf dem Flug nach Lima zufällig auf den Niederländischen Antillen... Eine Woche Erholung, bevor es nach Peru über Chile in Richtung Argentinien geht :-) Der Plan: 6 Monate Südamerika entdecken, Spanisch lernen und Freiheit erleben! Wie heißt es so schön - Zahme Voegel traeumen von Freiheit. Wilde Voegel fliegen...
Details:
Aufbruch: 11.10.2006
Dauer: 6 Monate
Heimkehr: 08.04.2007
Reiseziele: Niederländische Antillen
Peru
Chile
Argentinien
Paraguay
Brasilien
Uruguay
Der Autor
 
Michael S. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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