...diesmal aber wirklich auf die ruhige Tour...

Reisezeit: Juni / Juli 2012  |  von Susi & Dominik Lempeare

Von Stümpern und Tümmlern...

2 Uhr.
Alles schläft.
Alles?
Nicht ganz.
Wir schlafwandeln zu einer Bar am Strand. Eine Hand voll Touris und Einheimischer hat sich eingefunden, um den Klassiker Deutschland - Italien live zu verfolgen.
Das Ergebnis ist wohl bekannt ... - in einem Anflug von völliger geistiger Umnachtung spielt sich unsere Elf um jegliche Sympathien, denn verlieren ist wahrlich keine Schande, Feigheit vor dem Feind aber schon! Da stehen elf Italiener und brüllen Ihre Hymne, sie schreien um Ihr Leben - da stehen elf Deutsche, die eine Hälfte hält meditativ Mund und Augen geschlossen - geistig wohl schon beim nächsten Friseurbesuch - die andere Hälfte summt verlegen aus Anstandsbewusstsein mit...
So begann es - und so endete es.
Nach dieser erbaulichen Erfahrung stolpern wir übermüdet in Richtung Delphinstatue.

Wahrzeichen Lovinas - der Delphin

Wahrzeichen Lovinas - der Delphin

Erstaunlicherweise tauchen einige Reisebusse aus dem Nichts auf. Verschlafene Gesichter werden von Guides in Richtung Strand getrieben und dort auf Boote verfrachtet - und schon schippern sie los.
Wo ist eigentlich unser Kapitän?
Wie immer haben wir uns für die unkonventionelle Methode entschieden, anstelle in einem der zahlreichen "Büros" zu buchen, haben wir uns von unserer Unterkunft an den "Bruder des Cousins des Neffen vom Onkel" (auf Bali sind ja alle irgendwie miteinander verwandt...) vermitteln lassen. Wie bereits erwähnt, für 60.000 Rupiah (5€). Es dauert noch ein Weilchen, dann knattert ein Roller des Weges. Der gute Mann hat sichtlich Zeit - "too many boat now..." und verweist lächelnd Richtung Meer. Tatsächlich spielt sich dort ein skurriles Schauspiel ab: eine Armada von kleinen Booten kreuzt unentwegt umher, hin und wieder sieht man einzelne Blitze aufleuchten - da muss wohl ein glücklicher Photograph einen Delphin vor die Linse bekommen haben... - und sofort stürzen alle Boote in Richtung dieser Stelle. Irgendwie ähnelt das Ganze einer Hatz

frustrierter Fan

frustrierter Fan

Eine halbe Stunde später sind dann auch wir draußen. Unser Kapitän scheint eine eigene Philosophie zu haben, er jagt die Delphine nicht - sehr zu unserer Freude übrigens - sondern er wartet auf sie. Das Ganze dauert zwar - Geduld ist eine, nicht meine, Tugend - geht aber am Ende auf. Während die Horden der Bustouris schon wieder Richtung Ufer geschippert werden, haben wir die Delphine für uns allein. Wir verweilen fast zwei Stunden bei den Meeressäugern und bekommen sie einige Male aus nächster Nähe zu Gesicht.

...anfangs zeigten sie uns nur die kalte Schulter, äh Flosse...

...anfangs zeigten sie uns nur die kalte Schulter, äh Flosse...

...dann aber...

...dann aber...

...gings auf Tuchfühlung...

...gings auf Tuchfühlung...

Es folgt ein schnelles Frühstück, ein noch schnelleres Packen unserer sieben Sachen - und dann gehts auch schon los in Richtung Padang Bai. Unser Fahrer entschließt sich nicht das Gebirge zu queren und somit kommen wir in den Genuss der Küstenstraße.
Zu unserer Rechten thront stets der heilige Berg, der Gunung Agung, und zu unserer Linken glitzert zumeist das Meer. Knapp 4 Stunden schaukeln wir in dieser Kulisse Padang Bai entgegen.
(110.000 Rupiah/9€ p. P.)

leider wolkenverhangen, der Gunung Agung

leider wolkenverhangen, der Gunung Agung

Mülltrennung auf indonesisch...

Mülltrennung auf indonesisch...

Balis Osten ist (noch) fest in der Hand der Götter

Balis Osten ist (noch) fest in der Hand der Götter

...ohne mein Bett geh ich nirgendwo hin...

...ohne mein Bett geh ich nirgendwo hin...

Ziemlich geschafft erreichen wir unser Ziel.
Vom Hafen aus laufen wir ein paar Meter zum "Alola Inn", einer uns wohlvertrauten Bleibe aus der letztjährigen Tour. Ein ziemlich ungläubiges Gesicht empfängt uns und die Begrüßung fällt sehr herzlich aus. Wir beziehen eine der Hütten aus Bambus und Strohmatten zum Freundschaftspreis (Listenpreis 170.000 Rupiah/15€) und fühlen uns sofort wieder heimisch.
Nach einer kleinen Stärkung und einem kurzen Schläfchen vernehmen wir ein klägliches Mauzen vor unserer Veranda. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Marco, der Besitzer des "Alola Inn" und seine Frau Dewi, so etwas wie die Engel von Padang Bai sind. Sie kümmern sich so gut sie können um alle herrenlosen Tiere der Region, päppeln sie auf und lassen sie, wenn nötig, tierärztlich versorgen - deshalb mauzt und bellt es hier schon mal etwas öfters...
Wir adoptieren die Hand voll Fell und Knochen und krümeln ihr unsere Milchbrötchen hin. Danach werden noch die Äuglein geputzt - zum Dank macht sich die Dame in unserem Bett breit und protestiert lautstark, als wir sie zur Nachtruhe nach draußen verweisen wollen.
Na gut, dann halt zu Dritt unterm Moskitonetz - Gute Nacht

Gekommen...

Gekommen...

...um zu bleiben.

...um zu bleiben.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Das dritte Jahr in Folge zieht "ES" uns nach Süd-Ost-Asien, die Zutaten dieses Mal: Singapur, Malaysia & Indonesien.
Details:
Aufbruch: 13.06.2012
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 14.07.2012
Reiseziele: Vietnam
Singapur
Malaysia
Indonesien
Der Autor
 
Susi & Dominik Lempeare berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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