Abenteuer Peru

Reisezeit: Mai / Juni 2013  |  von Beatrice Feldbauer

Reisetag

Was ist das schönste am ersten Tag? Das Hotelbett! Ich bin einfach nur todmüde, will nur noch die Augen schliessen und auf der Stelle einschlafen.

Aber da ist dieser Laptop, frisch aufgeladen. Und Sätze und Gedanken die durch meinen Kopf schwirren und dringend festgehalten werden wollen. Inzwischen ist es 22.00 Uhr. Noch keine späte Zeit für mich Nachtschwärmer. Zugegeben, ich gehe normalerweise viel später ins Bett. Doch ich bin in Peru, in der Schweiz wäre es inzwischen morgens um fünf.

Ich habe schon letzte Nacht kaum geschlafen, vor lauter Angst, nicht rechtzeitig zu erwachen und die Abfahrt zu verschlafen. Ausserdem gab es im letzten Moment noch so viel zu erledigen. Und genau in dieser Nacht hatte ich die Energie, die eine und andere Pendenz zu erledigen. So kam es, dass ich kaum eine Stunde im Bett lag, als mich mein Handy schon wieder aus dem Schlummer riss. Kurz darauf drehte ich den Schlüssel meiner Haustüre.

Sigrid holte mich um vier Uhr ab, ihr Freund fuhr uns nach Kloten, wo nach und nach auch die anderen Reiseteilnehmer eintrudelten.

Es hat sich in letzter Zeit ergeben, dass ich auf meinen Reisen manchmal ein Kuscheltier dabei hatte, das ich irgendwo verschenken konnte. Das ergab öfters eine hübsche Geschichte. Nun waren aus meiner Sammlung für Rumänien vom letzten Herbst noch ein paar Stofftiere übrig geblieben. Ihnen stand der Sinn nach neuen exotischen Welten, nach einer langen Reise und so kam es, dass ich heute Morgen jedem der Reiseteilnehmer einen kuscheligen Begleiter ans Herz legte.

Die Reaktionen waren gemischt, der weisse sibirische Tiger durfte ab sofort Peter beim Filmen zusehen, der graue Elefant hing sich an den Rucksack von Margrit und der Bär von Kobi guckte frech aus dessen Rucksack. Andere wurden gleich verstaut und werden sich wohl später wieder einmal melden. Ich selber hatte etwas Mühe. Ich bin nicht sicher, woran es lag, aber mein kecker Guschti blieb in der Kaffeebar sitzen während wir uns in Zürich zum Einsteigen bereit machten und im Flugzeug verkroch er sich irgendwo, so dass ich ihn beim Aussteigen in Paris nicht mehr finden konnte. Ein Flugbegleiter brachte ihn zurück.

So kam es, dass er ebenfalls kurzerhand in die Reisetasche gesteckt wurde. Jetzt sitzt er neben mir und wartet gespannt auf neue Abenteuer.

Lang war der Flug über den Atlantik. Irgendwann mochte ich keine Sudokus mehr lösen, waren die Gespräche aufgebraucht, konnten die Lider der Schwerkraft nicht mehr widerstehen. Ich weiss, dass viele der lange Flug abschreckt und ich kann nur bestätigen: ja der Flug ist lang. Elf Stunden im Flugzeug sitzen macht keinen Spass. Aber irgendwann sind diese Stunden auch vorbei, irgendwann kommt man am Ziel an. Wenigstens waren die Sitze bequem, das Personal freundlich und das Essen ausgezeichnet. Wir flogen mit der Air France, was auch für mich eine neue Erfahrung war.

René holte uns am Flugplatz ab und konnte auch gleich das Resultat des Champion League Finals verkünden: 2:1 für Bayern.

Auch im Bus immer dabei. Peters sibirischer Tiger.

Auch im Bus immer dabei. Peters sibirischer Tiger.

In Lima ist es 17.00 Uhr, aber in der Schweiz wäre es jetzt Mitternacht. Im Hotel treffen wir uns zu einem kleinen Begrüssungsdrink. Ein Pisco Sour auf Kosten des Hauses. René hat eine mobile Bank organisiert, so dass jeder ein paar Dollars in Soles umtauschen kann und danach machen sich ein paar Unentwegte auf zum Bummel durch Miraflores, dem modernen Viertel der Stadt. Es gibt so viel zu entdecken: ein Hochzeitspaar, das vor der Kirche neben der weissen Stretchlimousine posiert, die Katzen, die sich im Kennedypark unter den Bäumen versammeln, die Maler, die ihre naiven Bilder präsentieren und all die Menschen, die den Samstagabend geniessen. In einem Strassenkaffee genehmigen wir uns einen Schlummertrunk. Die Musik aus den Boxen konkurrenziert lautstark mit dem Beat des nächsten Bistros und dem Sound der gegenüberliegenden Bar. Und dann kommt auch noch der Strassensänger mit der Gitarre und schmettert sein romantisches Guantanamera. Also eigentlich ein ganz gewöhnlicher Samstagabend in Lima.

Inzwischen ist es 22.00 Uhr und ich bin zurück im Hotel. Und jetzt gibt es nur noch eines: Augen zu und schlafen.

Für Interessierte: Pisco sour ist der Nationaldrink von Peru. Er besteht aus Pisco (eine Art klarer Grappa), viel Zitronensaft, etwas Eiweis und viel Zucker. Er wird im Mixer geschüttelt und er schmeckt fein!

Darf ich vorstellen. Guschti, man wird noch von ihm hören.

Darf ich vorstellen. Guschti, man wird noch von ihm hören.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wieder einmal stehe ich vor dem Start einer Perureise. Mit 12 Freunden werde ich dieses wunderbare Land bereisen. Wir sind alle sehr gespannt, was uns in den nächsten Wochen erwartet.
Details:
Aufbruch: 25.05.2013
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 22.06.2013
Reiseziele: Peru
Der Autor
 
Beatrice Feldbauer berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.
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