Abenteuer Peru

Reisezeit: Mai / Juni 2013  |  von Beatrice Feldbauer

Über Land

Am Abend hatte ich extrem gefroren und schon fast Schüttelfrost, aber am Morgen ist davon nichts mehr zu spüren. Ich habe lange und tief geschlafen und nach dem Frühstück fühle ich mich richtig gut. Auch die anderen scheinen fit genug, diesen neuen Tag in Angriff zu nehmen. Wir werden bis zum Abend ca. 1000 Meter tiefer fahren.

Zuerst fahren wir aber noch einmal in die Höhe, auf die Hochebene von Cinchera. Bereits im ersten Laden macht Peter eine neue Anschaffung: einen Mützenschal. Sieht aus wie ein gewöhnlicher Schal, kann aber bei Bedarf als Mütze getragen werden.

Giana zeigt uns die Torritos, die in dieser Gegend oft auf den Häusern stehen. Sie dürfen nicht gekauft werden, sondern von einem Freund bei der Einweihung des Hauses geschenkt werden. Sie stehen für die Dualität und sollen Glück und Segen über das ganze Haus und seine Bewohner bringen.

Torritos

Torritos

Peter mit seiner neuen Errungenschaft - Veronika findet das auch amüsant

Peter mit seiner neuen Errungenschaft - Veronika findet das auch amüsant

Bevor wir in das Dorf kommen, sehen wir uns die Terrassen an, die schon die Inkas angelegt hatten. Auf den verschiedenen Höhen konnten verschiedene Gemüse angebaut werden. Überall findet man solche Terrassen, aber hier sind sie besonders schön. Dann besuchen wir die Kirche, die auf die Fundamente eines Inkatempels gebaut wurde. Über dem Eingang erzählen Bilder aus dem Leben Jesu, da die Spanier ihren neuen Glauben übermitteln wollten und die Bevölkerung noch nicht lesen konnte. Das Innere der Kirche ist mit Blumen reich geschmückt, in einer Stunde soll hier eine Hochzeit stattfinden.

Hier soll in ein paar Jahren der neue internationale Flughafen von Cusco entstehen.

Hier soll in ein paar Jahren der neue internationale Flughafen von Cusco entstehen.

Hanna

Hanna

Terrassen soweit man sieht

Terrassen soweit man sieht

Cinchera

Cinchera

Vorbereitungen für die Hochzeit

Vorbereitungen für die Hochzeit

In einem Laden erhalten wir eine Demonstration, wie die aus Wolle Tücher werden. Aus einer Wurzel wird eine Art Seifenlauge gemacht, in der die geschorene Wolle gewaschen wird. Dann wird sie zweimal gesponnen. "Spinnen können wir Frauen immer", meint Marisa, die die Vorführung leitet, mit einem Augenzwinkern. "Ganz egal, ob wir Kinder beaufsichtigen oder unseren Mann küssen".

Danach wird die Wolle gefärbt. Dazu werden verschiedene Pflanzen und Blätter benutzt. Die Zweige werden mit Wasser aufgekocht und die Wolle darin getaucht. Je nach Länge des Farbvorgangs, oder mit Hilfe von Zitrone werden Nuancen erzieht. Interessant ist die Herstellung der roten Farbe. Auf den Kakteen werden weisse Läuse gezüchtet. Wenn man sie zerreibt, entsteht ein roter Farbstoff, aus dem zum Beispiel Lippenstift hergestellt wird. Marisa trägt ihn gleich auf und verspricht, dass er 1000 Küsse lang hält.

Nach dem Färben kommt das Weben. Marisa erklärt die verschiedenen alt überlieferten Symbole: Condor für die Luft, Puma für die Erde und die Schlange für die Unterwelt. Diese Symbole kommen immer wieder vor.

Spinnen

Spinnen

Färben

Färben

Weben

Weben

Calla, meine Lieblingsblume

Calla, meine Lieblingsblume

Nach dieser interessanten und witzigen Demonstration besuchen wir den Markt, der hier jeden Sonntag stattfindet. Natürlich finden alle etwas Schönes zum Heimbringen. Es gibt so viel.

Auf der Weiterfahrt machen wir einen kurzen Halt um die Produktion der Adobe-Ziegelsteine zu sehen. Sie werden aus Lehm, zusammen mit Heu geformt und in der Sonne getrocknet.

Adobe-Produktion

Adobe-Produktion

Die Ziegel trocknen an der Sonne

Die Ziegel trocknen an der Sonne

Unsere Fahrt geht weiter über staubige Nebenstrassen durch reife Getreidefelder. Einmal sehen wir einen Pflug, der von zwei Ochsen gezogen wird. Wir sehen Bauern die auf den Feldern arbeiten oder gerade dabei sind, das Mittagessen zu kochen. Weit hinten erkennen wir Schneeberge und vom Himmel erstrahlt die Sonne. Wir sind noch immer auf 3700 m.

Moray ist unser nächster Halt. Hier gibt es drei tiefe Krater in der Landschaft. Wie sie entstanden sind, ist nicht klar, aber sie wurden schon zu Inkazeiten mit Terrassen gestaltet und man nimmt an, dass hier geforscht wurde, welche Bedingungen für die Gemüsekulturen am besten geeignet sind. Sie strahlen eine unglaubliche Ruhe aus und ich kann gut nachempfinden, dass weit unten eine Gruppe im Kreis eine Meditation durchführt.

Die Bauern sind am Mittagessen kochen

Die Bauern sind am Mittagessen kochen

eine harmonische Einheit - das Laboratorium der Inkas

eine harmonische Einheit - das Laboratorium der Inkas

ausruhen

ausruhen

die ganze Übersicht

die ganze Übersicht

Weiter geht die Fahrt, die staubigen Strassen scheinen kein Ende zu haben. Die Salzbecken von Maras wollen wir besuchen. Wie ein Wespennest kleben sie in einem Tal. Das Wasser das hier aus dem Berg kommt, hat einen Salzgehalt von 30 Grad und wird in die Becken geleitet. Durch die Sonne verdampft das Wasser, zurück bleibt das Salz, das in einer Art Kooperative von verschiedenen Familien gewonnen wird.

Im kleinen Restaurant gibt es ein einfaches Mittagessen aus Quinoa-Suppo oder riesigen Sandwiches. Frisch gestärkt fahren wir weiter nach Ollantaytambo.

Souvenirs aus Salz

Souvenirs aus Salz

En Guete

En Guete

Einkaufsbummel

Einkaufsbummel

Verkehrschaos auf dem Hauptplatz

Verkehrschaos auf dem Hauptplatz

im Zug nach Aguas Calientes

im Zug nach Aguas Calientes

Uns bleibt noch eine knappe Stunde bis der Zug fährt und die vertreiben wir uns in den bunten Läden rund um den Hauptplatz. Spannend ist es, dem Verkehr zuzusehen. Riesige Lastwagen machen sich den Platz streitig mit den vielen grösseren und kleineren Touristenbussen und den wenigen Privatfahrzeugen. Zum Glück ist Cesar ein guter Chauffeur, so dass er uns pünktlich zur Station bringt. Wir steigen in den Zug, der uns entlang dem Urubambu nach Aguas Calientes bringt.

Zum Nachtessen gehen wir in den Indio Feliz. Dass wir hier exzellent gegessen haben, zeigen die Fotos. Nachtruhe ist zeitig, wir wollen morgen früh starten.

Auf dem Hauptplatz von Aguas Calientes

Auf dem Hauptplatz von Aguas Calientes

Im Indio Feliz

Im Indio Feliz

Tagliatelle

Tagliatelle

Quiche - halbe Vorspeise

Quiche - halbe Vorspeise

Rindssteak

Rindssteak

Salatteller

Salatteller

pitoreskes Aguas Calientes

pitoreskes Aguas Calientes

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wieder einmal stehe ich vor dem Start einer Perureise. Mit 12 Freunden werde ich dieses wunderbare Land bereisen. Wir sind alle sehr gespannt, was uns in den nächsten Wochen erwartet.
Details:
Aufbruch: 25.05.2013
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 22.06.2013
Reiseziele: Peru
Der Autor
 
Beatrice Feldbauer berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.
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