Abenteuer Peru

Reisezeit: Mai / Juni 2013  |  von Beatrice Feldbauer

Vögel

Nur eine Stunde dauert die Fahrt von Nasca bis Paracas. Wir fahren direkt ans Meer und kehren im Hotel Libertador ein.

Staunen. Sowas gibt es also auch in Peru? Das Hotel gehört zu der Luxusklasse. Am grossen Pool gibt es elegante Sitznischen, im grossen Speisesaal frühstücken ein paar wenige Touristen und die Anlage ist gross und sehr gepflegt. Dafür dauert der Service ewig, denn die Bedienung kommt aus der Bar, am anderen Ende des Pools und wahrscheinlich hat man dort zu dieser Zeit noch nicht mit Gästen gerechnet. Dafür ist dann der Capuccino wunderbar.

Hotel Libertador 5* in Paracas

Hotel Libertador 5* in Paracas

Luxusferien-Feeling

Luxusferien-Feeling

Motivsuche

Motivsuche

Wir warten auf das Boot, das uns hinaus zu den Islas Ballestas bringen wird. Ich mache mich in der grossen Parkanlage auf Sujetsuche für meine Kamera.

Um zehn fahren wir los. Abgesehen von einem Vater mit seiner pubertierenden Tochter (meine persönliche Einschätzung) sind wir allein auf dem Boot.

Draussen an der Pier wartet unser Boot

Draussen an der Pier wartet unser Boot

los geht die Fahrt hinaus in die Bucht und dann ins offene Meer

los geht die Fahrt hinaus in die Bucht und dann ins offene Meer

Pelikane

Pelikane

Wir steuern die Halbinsel an und sehen am Ufer eine Pelikankolonie. Schön sind sie, in ihrem grauen Gefieder und den grossen Schnäbeln. Den langen Hautsack am Schnabel kann man in dieser Stellung nicht sehen, aber die Vögel sind trotzdem sehr eindrucksvoll, wie sie da stolz am Ufer stehen.

Dann kommen wir zum Candelabro. Eine Zeichnung im Sand, die wahrscheinlich aus der gleichen Vor-Inka-Kultur stammt wie die Linien in Nasca. Die Sonne strahlt von eine blauen Himmel, die Sicht ist grossartig und das Meer ruhig. Auch wenn wir jetzt hinaus auf das offene Meer steuern.

El Candelabro von Paracas

El Candelabro von Paracas

Wir sind mitten in einem riesigen Vogelschwarm

Wir sind mitten in einem riesigen Vogelschwarm

Ein paar Vögel fliegen über uns, ein paar Kormorane strecken ihre Köpfe aus den Wellen. Und dann sind wir plötzlich inmitten eines riesigen Vogelschwarmes. Rund um uns Vögel, sie scheinen alle in der gleichen Richtung zu fliegen. Und es werden immer mehr. Ein paar fliegen gegen den Strom, aber die meisten fliegen uns entgegen. Über uns, neben uns, vorne, hinten, überall Vögel.

Es dauert nur ein paar Minuten dann ist der Spuk vorbei, wir sind wieder allein, sehen jetzt die felsigen Inseln vor uns. Unterdessen sind alle aufgestanden, der Vogelschwarm hat niemanden kalt gelassen, fasziniert erwarten wir jetzt die Inseln, ob da überhaupt noch ein paar Vögel geblieben sind?

Und ob da welche geblieben sind. Gegen 8 Millionen Vögel sollen auf den beiden Felsen leben, erzählt unser Guia. Sie umschwirren die Inseln in riesigen Schwärmen, hocken auf Felsvorsprüngen, in Nischen. Es sind riesige Kolonien von Seevögeln. Ihr Kreischen übertönt fast den Schiffsmotor, jedenfalls wenn er gedrosselt wird, um rund um die Insel zu kreisen.

Der Bootsführer nähert sich dem Ufer, dringt in kleine Buchten ein, versucht alles, uns die beste Sicht, die fantastischsten Bilder zu verschaffen. Abgesehen von ein paar Ohhh... hast du das gesehen.... Und dem Knipsen der Kameras ist auf dem Boot nichts mehr zu hören.

Staunend betrachten wir die Szenerie vor uns, und rümpfen nur ein wenig die Nase ob dem Gestank, den die ganze Pracht verbreitet. Auf diesen Inseln wird der Guano-Dünger geerntet. Irgendwann landet er vielleicht in unseren Blumenkästen.

Buntscharben gehören zur Familie der Kormorane

Buntscharben gehören zur Familie der Kormorane

Blaufusstölpel

Blaufusstölpel

Humboldtpinguine

Humboldtpinguine

Auf der hinteren Seite der Felsen liegen ein paar Seelöwen matt in der Sonne. Sie lassen sich von den Besuchern nicht stören.

Aber da drüben wird einer verjagt. Es scheint, dass sich ein Männchen, das nicht zu der Familie gehört, einen Platz verschaffen möchte. Sofort wird es von den anderen angefaucht und weggestossen. Minuten dauert der Kampf, dann gibt der Eindringling auf, lässt sich elegant ins Wasser fallen. Der Chef des Clans hat unterdessen diskret weggesehen, solange seine Jungen die Situation im Griff haben, braucht es ihn nicht zu kümmern.

einfach nur in der Sonne dösen

einfach nur in der Sonne dösen

Einem Artgenossen wird lauthals der Zutritt verwehrt

Einem Artgenossen wird lauthals der Zutritt verwehrt

Hier wird der Guano-Dünger gewonnen

Hier wird der Guano-Dünger gewonnen

Knapp über dem Wasser auf Beutefang

Knapp über dem Wasser auf Beutefang

Robben robben - Krabben krabbeln. Hier knapp an der Wasserkante werden sie immer wieder überspült.

Robben robben - Krabben krabbeln. Hier knapp an der Wasserkante werden sie immer wieder überspült.

Unser Guia macht uns auf Krebse aufmerksam, die knapp über der Wasserkante am Felsen kleben. Sie krabbeln langsam, halten sich fest und werden immer wieder fast vom Felsen gespült. Auch einen Seestern gibt es zu sehen, meiner Kamera ist er leider entgangen.

Hinter den Felsen ankern die Fischerboote. Die Fischer lassen sich weder von den Vögeln, noch den wenigen Touristenbooten irritieren. Ja, manchmal winken sie sogar zurück, wenn ich ihnen zuwinke.

Wir nehmen wieder Fahrt auf und fahren zurück zum Pier.

Hinter den Felsen suchen die Fischerboote ihr Glück

Hinter den Felsen suchen die Fischerboote ihr Glück

Ein Pelikan begleitet unser Boot eine Zeitlang

Ein Pelikan begleitet unser Boot eine Zeitlang

Ganz in der Nähe des Luxushotels Libertador liegt unser Hotel, La Hacienda. Es hat nur einen Stern weniger und liegt ebenfalls direkt am Meer. Es ist Mittagszeit und wir setzen uns ins Restaurant am Pool. Mehrheitlich wird Fisch bestellt.

Nach dem Essen haben wir freie Zeit, die je nach Temperament und Vorlieben rund um den Pool genutzt wird. Margrit und Peter sind natürlich weiter auf Vogelpirsch, Oskar joggt gar dem Strand entlang, ich beende auf dem Liegestuhl am Pool das interessante Buch über das Leben von Maria Reiche, der Frau, die 50 Jahre ihres Lebens dem Studium der Nasca-Linien gewidmet hat. Obwohl das Wasser im Pool noch etwas kühl ist, wagen sich ein paar hinein, um eine Runde zu schwimmen.

Ankunft im Hotel La Hacienda in Paracas direkt am Strand.

Ankunft im Hotel La Hacienda in Paracas direkt am Strand.

Entspannen, die Sonne geniessen - und ein feines Mittagessen bestellen.

Entspannen, die Sonne geniessen - und ein feines Mittagessen bestellen.

Mein Essen: Spaghetti al pesto mit Garnelen

Mein Essen: Spaghetti al pesto mit Garnelen

Kitschig-schöner Sonnenuntergang

Kitschig-schöner Sonnenuntergang

Nach Sonnenuntergang treffen wir uns frisch und entspannt in der Bar zum Apero. Es wird Bilanz gezogen. Was war gut, was könnte man verbessern und was muss unbedingt im Programm gelassen werden. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen, seine eigenen Erlebnisse. Man spricht über die Reise, übers Reisen und über die nächste Reise.

Und ganz leise schleicht sich neben der Wehmut um den baldigen Schluss dieser Reise auch die Freude ein, auf die Heimkehr. Zu Hause sein, in der vertrauten Umgebung, die Souvenirs auspacken (und die schmutzige Wäsche) Geschenke verteilen, erzählen, ausruhen.

Draussen hängt der Halbmond schief am Himmel - wir sind noch immer auf der südlichen Halbkugel.

Der Tisch ist gedeckt

Der Tisch ist gedeckt

Der Mond hängt verkehrt rum am Himmel.

Der Mond hängt verkehrt rum am Himmel.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wieder einmal stehe ich vor dem Start einer Perureise. Mit 12 Freunden werde ich dieses wunderbare Land bereisen. Wir sind alle sehr gespannt, was uns in den nächsten Wochen erwartet.
Details:
Aufbruch: 25.05.2013
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 22.06.2013
Reiseziele: Peru
Der Autor
 
Beatrice Feldbauer berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.
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