Unser Haus in der Toskana

Reisezeit: Mai 2013  |  von Herbert S.

Florenz - noch mehr Touristen

Das iphone meldet Sonne! Das stimmt auch - für die 40 km nach Florenz brauchen wir aber immerhin eine gute Stunde. Wegen des Sonntags können wir sogar kostenfrei in der Nähe des Bahnhofs parken. In gut 15 min erreichen wir die Innenstadt - Ulrike muß allerdings für die Toilette am Bahnhof 1 € löhnen!

Der Dombereich ist imponierend - der Dom selbst ist erst um 13.30 für Besucher geöffnet, außerdem ist die Fassade nicht beleuchtet (Gegenlicht) - der Chorbereich ist eingerüstet. Außerdem laufen tausende Touristen rum und treten sich gegenseitig auf die Füße. Es ist total nervig. Bereits nach einer halben Stunde sagen wir beide, dass wir heute hier nicht alt werden. Nichtsdestotrotz wollen wir natürlich den Palazzo Vecchio und die Uffici sehen. Aber auch die liegen im falschen Licht.

Auf dem Weg zur Brücke

Selbst die Brücke über den Arno ist voller Touristen - die Juweliere scheinen trotzdem nichts zu verkaufen. Bis zum Palazzo Pitti laufen wir noch und sind konsterniert, dass man selbst für den dahinter liegenden Park 10€ für ein Kombiticket löhnen soll.

Inzwischen sind dunkle Wolken aufgekommen. Durch schmale Gassen wollen wir zurück zum Arno, finden jedoch auf einem kleinen Platz neben einer unspektakulären Kirche einen interessanten Antikmarkt, auf dem wir wieder franz. Modeblätter (Stück 20€) sehen. Außerdem verkauft ein Metzger ein gegrilltes Schwein scheibchenweise (à la Döner).

Fast am Palazzo Vecchio angekommen flüchten wir uns wegen aufkommenden Regens in eine überdachte kleine Markthalle, in der Meinung, dass der Regen bald wieder aufhört. (kleines Gewitter). Aber weit gefehlt, es hält sich dran! Im Nu haben die Souvenirverkäufer umgeschaltet, plötzlich laufen sie alle mit 'umbrella, umbrella' und Ponchos herum. Wir schleichen uns jedoch (noch) ohne Schirm Richtung Dom, finden eine einfache Cafeteria für einen Tee mit (teurem) Snack.

Aber auch als wir dort fertig sind, regnet es noch immer. Immer noch der Meinung, es müsse doch bald aufhörn schleichen wir uns bis zum Dom zur Innenbesichtigung.

Selbst danach regnet es weiter, schließlich bleibt uns nichts anders übrig als auch einen dieser phänomenalen Billigschirm (3€) zu erstehen, damit wir wenigstens halbwegs heil zum Auto zurückkommen. Noch ein paar Aufnahmen der ausgelassenen Westfassade und der berühmten Türe am Baptisterium und dann geht es zum Wagen.

Natürlich hört es genau zu diesem Zeitpunkt auf zu regnen. Auf der Fahrt nach Hause überlegen wir biftecca florentina zu machen und daher versuchen wir im Centro Commerciale ein T-Bone-Steak zu erstehen. Doch schon auf den Parkplatz kommen wir nicht wegen Überfüllung - die ganze Toskana scheint am heutigen Sonntag das Einkaufszentrum zu besuchen. Also drehen wir wieder ab. Stattdessen fahren wir nach kurzer Pause zu Hause nach Vinci ins Il Nichio wo es die hervorragenden Pizzen geben soll. Sie sind es wirklich, der Wein ist zwar teuer (5€ das Glas) aber von 2006 und eine toller Chianti-Reserva. Die Bedienung ist freundlich und gibt uns noch das Kennwort für Wlan, so dass wir wenigstens schnell nachsehen können, ob wir morgen wieder besseres Wetter haben. Wir beeilen uns und schaffen praktisch noch den Beginn des Tatorts, inzwischen hat es wieder geregnet und die Abendsonne produziert über unserem Haus einen vollständigen doppelten Regenbogen.

Man möge mir verzeihen, wenn ich wegen der Menschenmassen und des Wetters auch im Nachhinein dieses Kapitel nicht so aufzuarbeiten aufgelegt bin wie sonst.

© Herbert S., 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Es war eisig kalt, als wir vor 25 Jahren in der Toskana waren - nun wollten wir sie in Sonne und Wärme genießen. Mal sehen, was wir alles wiedererkennen.
Details:
Aufbruch: 02.05.2013
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 17.05.2013
Reiseziele: Italien
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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