Unser Haus in der Toskana

Reisezeit: Mai 2013  |  von Herbert S.

Poggio a Caiano - Medici-Villa

Also nochmals Planumstellung. Die Medici-Villa in Poggio a Caiano. Sie soll nach Internet auch montags geöffnet sein. Als wir die 15 km hinter uns gelegt haben, stellt Ulrike fest, das durch Umbauten am Museum steht, dass in diesem Jahr die Öffnungszeiten nur Mittwoch-Samstag sind.

Doch glücklicherweise habe ich so eine Ahnung, dass dies nicht die Villa betrifft. Und tatsächlich wir können hinein, dürfen jedoch nicht fotografieren (natürlich nur theoretisch!) und das ganze umsonst.

Poggio a Caiano ist eines der prachtvollsten Gebäude des 15. Jahrhunderts Es wurde zwischen 1480 und 1485 von Giuliano da Sangallo für Lorenzo de' Medici umgebaut und dominiert das umliegende Flachland von seiner Lage auf einer Anhöhe über dem Ort. Das gesamte Bauwerk ruht auf einer kontinuierlichen Loggia, die das Haus umgibt und das Obergeschoß stützt. Lorenzos Sohn Giovanni, der spätere Papst Leo X., setzte den Umbau fort und gab bei der Familie della Robbia einen Fries für den Eingangsgiebel in Auftrag.

Fries über dem Eingangsgiebel

Fries über dem Eingangsgiebel

Ein Teil der Dekoration beweist, wie sehr sich der florentinische Staatsmann und sein Kreis am Vorbild der alten Römer orientierten. Zwei der größeren Räume zeigen Malereien von Andrea del Sarto und Pontormo mit Szenen aus der römischen Geschichte, in die passende Szenen aus der Geschichte der Medici-Familie integriert sind. (meine Geheimfotos sind nicht zu veröffentlichen)

Im 19. Jahrhundert wurden die Gärten nach der vorherrschenden Mode auf englischen Stil umgeändert und mit romantischen Tempeln, einem Vogelhaus. Springbrunnen und einer imitierten gotischen Ruine versehen. In jüngerer Vergangenheit wurde die Villa als Landresidenz für Italiens König Umberto benutzt, und die wenigen noch vorhandenen Möbel stammen aus jener Periode.
Die Villa war auch Szene des gräßlichen Doppelmordes an Großherzog Francesco und seiner Frau im Jahre 1587. Heute machen die riesigen, leeren Räume einen traurigen und verlassenen Eindruck.

Die Zimmer sind nicht alle voll restauriert. Man scheint aber an der Arbeit zu sein. Das eigene Theater macht schon einen tollen Eindruck - hier kann ich wegen der Aufpasserin nicht fotografieren. In den anderen Räumen sind bewundernswerte Decken - teilweise sind die Räume auch eingerichtet.

Decke der Vorhalle

Decke der Vorhalle

Da es allmählich draußen immer dunkler wird - bislang hat es nicht geregnet und in Prato sogar die Sonne geschienen - beschließen wir den Tag nach einem kurzen Einkauf bei PAM mit dem Besuch des Fabrikverkaufs von Denny in Prato (aber der ist immer noch wahnwitzig teuer (Cashmer-Jacke -159€), so dass wir nicht zuschlagen.
Also auf den Heimweg - als ich so vor mich hin sage, ich hätte nun doch gerne einen Lidl, damit ich endlich Quark bekomme, meint Ulrike dort ist einer! Also noch einen kurzen Einkauf (mit Quark) und dann nach Hause.
Dort ist es rabenschwarz, aber die schweren Regenschwaden, die am Himmel zu sehen sind, ziehen vorbei. Ulrike macht das Bistecca, Kartoffeln und Rucola-Tomatensalat mit dem beim Lidl erstandenen Apfelessig. Auch Senf hat sie für ihr Fleisch bekommen.
Irgendwie ist mir kalt, und noch vor 9.00 Uhr verkrieche ich mich ins Bett und lasse mich wärmen!

© Herbert S., 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Es war eisig kalt, als wir vor 25 Jahren in der Toskana waren - nun wollten wir sie in Sonne und Wärme genießen. Mal sehen, was wir alles wiedererkennen.
Details:
Aufbruch: 02.05.2013
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 17.05.2013
Reiseziele: Italien
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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