Sri Lanka-auf der Suche nach den Leoparden

Reisezeit: April / Mai 2016  |  von Ruediger Metternich

Von Ella Richtung Kandy

Was die Deutsche Bahn nicht kann

Wir haben für 1000 Rupies Sitzplätze im Observation Wagon gebucht obwohl wir eigentlich 2.Klasse fahren wollten weil wir gehört hatten, dass man in der 1. die Fenster nicht öffnen kann, was aber offensichtlich nur für die neueren, blauen Züge gilt. Wir steigen pünktlich um 10:56 in einen alten roten Zug, dessen Klimaanlage in der 1.Klasse aus vier an der Decke montierten Ventilatoren besteht. Gewöhnungsbedürftig ist das Rückwärtsfahren weil hinten ein riesiges Panoramafenster ist, durch das man rausschauen kann. Die Fenster kann man alle öffnen und wir stehen die meiste Zeit an der offenen Tür und hängen im Fahrtwind. Der Zug fährt langsam durch eine großartige Landschaft an der höchsten Railwaystation Sri Lankas Pattipola mit knapp 1900 m vorbei und selbst ich hänge mich weit aus der Tür. Die Fahrt ist super! Man sieht unheimlich viel und es macht einfach Spaß, so durch die Gegend zu zuckeln, durch eine wechselnde Landschaft aus Bergen, Wäldern, Reisfeldern, Teeplantagen und winkenden Kindern. Ich hab übrigens beschlossen, nach unserer Rückkehr den Trockner abzuschaffen und unsere Wäsche demnächst auch einfach zum trocknen auf unsere Vorgartenhecke zu legen...kommt bei unserer Nachbarschaft bestimmt gut an

Und irgendwann kommen auch noch Bilder, auf denen ich aus der Tür hänge

Und irgendwann kommen auch noch Bilder, auf denen ich aus der Tür hänge

Nach drei Stunden sind wir angekommen und unser Fahrer Lucky sammelt uns wieder ein und fährt mit uns zum Gregory Lake, den wir uns auch getrost hätten sparen können: eigentlich nur ein künstlich angelegter See mit Tretbooten, Jetskis und teuren Cafes. Kann man machen, muss man aber nicht. Nach einem kurzen Mittagessen geht es weiter nach Kandy, immerhin noch 80 km, was bei den Straßen hier ziemlich lange dauert. Wir halten noch mal an bei der Macwoods Teafactory, machen eine kostenlose Mini-Führung durch die Vorführproduktion und kaufen keinen Tee weil wir ihn nicht den Rest des Urlaubs mitschleppen wollen.
Der nächste kurze Fotostopp ist der Viewpoint zu den Ramboda-Wasserfällen, die ich eigentlich lieber von Nahem gesehen hätte aber das haben wir zeitmäßig nicht mehr hinbekommen und dann kommen wir in Kandy an und stehen erstmal im Stau im totalen Verkehrschaos. Unser Hotel Mount Villa liegt oberhalb der Stadt was definitiv besser ist als mittendrin. Die Rezeption verspricht leider mehr als die Zimmer halten aber nun ja, für 2 Nächte ist es okay. Der Nachteil der vielen Fahrerei ist definitiv, dass man abends so platt ist, dass man auch nichts mehr machen möchte ausser ein kaltes Bier trinken und ins Bett gehen. Und irgendwie finde ich das mit dem Fahrer manchmal auch ein bißchen anstrengend weil er versucht, Punkte auf der von Show Lanka vorgeschlagenen Tourliste abzuhaken und wir manchmal froh wären über ein paar alternative Vorschläge, wo wir vielleicht einfach nicht mehr richtig weiter wissen. Auf Edelstein- oder Batikfabrikationen mit anschließender Shoppingmöglichkeit haben wir nun mal beide überhaupt keine Lust.
Morgen früh wollen wir uns die beiden Aussichtspunkte angucken und in den Royal Botanical Garden gehen, am Milchsee entlang spazieren und später natürlich auch den Zahntempel besuchen.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
3 Wochen unterwegs kreuz und quer durch Sri Lanka und vielleicht noch ein bißchen tauchen
Details:
Aufbruch: 29.04.2016
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 21.05.2016
Reiseziele: Sri Lanka
Der Autor
 
Ruediger Metternich berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.