Mal was anderes - südliches Skandinavien im WoMo

Reisezeit: August / September 2012  |  von Brigitte Amrhein

Montag, 3.9. - auf Umwegen ans Tagesziel

Heute geht erst mal nichts so, wie wir es gern hätten! Es regnet, wir finden erst mal keine Bank und die E16 (unsere normale Route) ist gesperrt - Umleitung mit einem Umweg von gut 50 km...
Zuerst geht's hinauf auf eine große Hochebene mit einem großen und mehreren kleinen Seen. Bis dahin ist die Straße auch gut ausgebaut - aber dann müssen wir Filefjell hinunter zum Sognefjord, gut 1000 m Höhenunterschied auf nur 23 km Strecke. Und diese Strecke hat's in sich!
Nicht nur, dass die Straße immer schmaler wird, teilweise haben wir links Felswand und rechts Abgrund. Der Knaller sind aber die ersten drei (von vier) Kehren! Eigentlich ist es nicht möglich, an diese Steilwand eine Spitzkehre zu bauen, aber die Lösung der Norweger ist wirklich einmalig: man baue einen unbeleuchteten Mini-Tunnel in den Felsen mit einer Kehre mittendrin und einem Höhenunterschied von gefühlt 8 Metern auf 20 Meter... Der Begriff "Kehrloch" bekommt hier eine ganz neue Bedeutung!
Als wir unten ankommen, genießen wir, dass es hier a) wieder geradeaus geht, b) die Straße wieder einen Mittelstrich hat und c) eine Bank und einen Supermarkt gibt.

Wasserfall bei Vang im Valdres

Wasserfall bei Vang im Valdres

Blick über den Tyin Richtung Jotunheimen

Blick über den Tyin Richtung Jotunheimen

Wir kehren auf die E16 zurück und fahren ein Stück zurück ins Valdres zur Stabkirche von Borgund - ein wunderschönes Bauwerk, nicht groß, aber verschachtelt und reich mit Schnitzereien geschmückt. Da hätten wir definitiv etwas versäumt, wenn wir nach dem Umweg nicht hierher gefahren wären!
Zwei Stunden später als geplant (aber immerhin) fahren wir dann Richtung Bergen. Wir beschließen, in Flåm am Aurlandsfjord (einem Seitenarm des Sognefjords) Mittagspause zu machen. Wir finden hier nicht nur ein tolles Lokal, wo wir uns am reichhaltigen Buffet bedienen, sondern auch ein malerisches Dorfzentrum zwischen Bahnhof und Hafen. Die riesige "Costa Luminosa" ist dazu ein krasser Gegensatz...

Stabkirche von Borgund

Stabkirche von Borgund

Verschachtelte Dachkonstruktion an der Stabkirche von Borgund

Verschachtelte Dachkonstruktion an der Stabkirche von Borgund

Ein Schiff, größer als das ganze Dorf Flåm

Ein Schiff, größer als das ganze Dorf Flåm

Wir fahren weiter nach Gudvangen am Nærøyfjord (auch ein Seitenarm des Sognefjords) und entdecken hier ein "Wikinger-Motel", in seiner Art wohl auch einzigartig.
Unsere Fahrt nach Bergen unterbrechen wir noch für ein paar Fotos am sehr beeindruckenden Wasserfall Tvindefossen und im kleinen Ort Voss, wo wir den See, die alte Steinkirche und das rund 1000-jährige Olafskreuz sehen.
Bis Bergen geht es problemlos weiter, aber in der Stadt heißt es "Stellplatz finden" - und das ist mit vielen engen Einbahnstraßen, mit denen unser WoMo nur bedingt kompatibel ist, extrem schwierig. Nach einer guten Stunde hilft uns ein Busfahrer weiter und so finden wir auch einen sogar noch recht zentralen Platz für die Nacht. Aber wir sind für heute fix und fertig - zum Abendessen reichen heute ein Bier und ein paar Salzstangen...

"Wikinger-Motel" in Gudvangen

"Wikinger-Motel" in Gudvangen

Tvindefossen - ein lohnender Stop an der Strecke

Tvindefossen - ein lohnender Stop an der Strecke

Rund 1000 Jahre alt ist das Olafskreuz in Voss

Rund 1000 Jahre alt ist das Olafskreuz in Voss

© Brigitte Amrhein, 2021
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Normalerweise zieht es uns ja eher Richtung Wärme und Sonne - aber auch bei einer Tour mit dem Wohnmobil durch das südliche Skandinavien haben wir tolle Momente erlebt, grandiose Landschaften gesehen, viel Kultur erkundet und es irgendwie geschafft, in teuren Ländern und noch teureren Städten mit überschaubarem Budget durch zu kommen...
Details:
Aufbruch: 26.08.2012
Dauer: 13 Tage
Heimkehr: 07.09.2012
Reiseziele: Deutschland
Dänemark
Schweden
Norwegen
Der Autor
 
Brigitte Amrhein berichtet seit 28 Monaten auf umdiewelt.