belgische Ardennen II

Reisezeit: Juli 2021  |  von Herbert S.

La Roche en Ardenne : die Burg

Zwischen einer Schleife der Ourthe und einem steil abfallenden, den Fluss einzwängenden Hügel namens Deister geschmiegt, erhebt sich das Tal dominierend, die imposante und düstere Masse der Ruinen des zwischen dem 11., 12. und dem 14. Jahrhundert errichteten mittelalterlichen Herrensitzes, der ein raues, von mörtelartigem Kalk und Sand zusammengehaltenes Plattenwerk aus örtlichem Schiefer zur Geltung bringt.

1903 wurden bei Schnellgrabungen behauene Feuersteine, ein Schleifsteinstück aus Sandstein und verschiedene Fragmente vorgeschichtlicher Ton¬waren gefunden.
1954 fand der Burgwächter Fourny eine römische Münze. Es handelte sich um eine kleine Bronzemünze, die in der Zeit Kaiser Konstantins des Großen (307 - 337) in der Trierer Werkstatt geprägt wurde.
Dies beweist, dass das Felsvorgebirge schon zu sehr alter Zeit vom Menschen besiedelt wurde.
Seit dem 12. Jahrhundert hatte die Festung eine strategische Bedeutung für den Schutz und die Entwicklung eines Handelszen¬trums, das zu einer Zwischenstation auf der Route der englischen Wolle in die Lombardei geworden war. Die Festung war bis 1780 bewohnt. Die Franzosen nahmen sie unter Ludwig XIV. am 10. August 1681 ein und bauten den alten herrschaft¬lichen Wohnsitz um.
Unter Kaiser Joseph IL aufgegeben verfiel die Burg. Im vergangenen Jahrhundert diente sie den Einwohnern von Roche als Steinbruch. Nachdem 1995 mit Grabungen begonnen wurde, ergibt sich heute ein klareres Bild der architektonischen Entwicklung der Festung, die unter etwa 3000 m3 Erde begraben war, die die Franzosen herangeschafft hatten, um die Artilleriegewölbe zu schützen.

[aus dem Prospekt der Burg

der Aufstieg aus der Stadt ist steil  - twas flacher geht es von der rue Saint Quollin

der Aufstieg aus der Stadt ist steil - twas flacher geht es von der rue Saint Quollin

Spannende Legenden gibt es zu der Burg, wie die über Berthe, der Tochter des Burgherrn, die noch heute an manchen Abenden in den Ruinen der ehemaligen Burg aus dem 10. Jahrhundert herumspukt. Ihr Vater wollte sie verheiraten und veranstaltete ein Turnier um die Hand seiner Tochter. Berthes Favorit wurde bei dem Turnier jedoch von einem mysteriösen unbekannten Bewerber getötet, und am Morgen nach der Hochzeitsnacht wurde auch Berthe tot aufgefunden, ermordet vom mysteriösen Ritter, der in Wahrheit eine eifersüchtige junge Frau war, die, um sich zu rächen, einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatte. Seither irrt Berthes Geist durch die Burgruinen.

Panorama von der Stadt La Roche-enArdenne

Panorama von der Stadt La Roche-enArdenne

© Herbert S., 2021
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Anläßlich eines persönlichen wichtigen Festtages haben wir nach Öffnung des Tourismus in Belgien ein paar Tage Urlaub angetreten und wollen einen Teil der belgischen Ardennen besuchen, den wir noch nicht so genau kennen.
Details:
Aufbruch: 04.07.2021
Dauer: 6 Tage
Heimkehr: 09.07.2021
Reiseziele: Belgien
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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