belgische Ardennen II

Reisezeit: Juli 2021  |  von Herbert S.

Ciney und Umgebung

Auf der Fahrt in den Norden - nach Ciney - machen wir am Nordrand von Marche en Famenne einen kurzen Stop an einem interessanten Gebäude der Forstwirtschaft (Comptoir Forestière).

Die Aufgabe des Comptoir Forestier de Marche-en-Famenne besteht darin, in wallonischen Beständen und Saatplantagen alle Waldarten, sowohl die wichtigsten als auch die sekundären, zu sammeln und diese Samen durch einen jährlichen Katalog zu vermarkten.
Priorität hat die Ernte von Waldarten, die für die Wallonische Region von großem wirtschaftlichen Interesse sind und gleichzeitig eine große genetische Vielfalt gewährleisten. Die Verfügbarkeit hängt jedoch von den natürlichen Fruchtkörpern ab, die nicht jedes Jahr garantiert werden und von der spezifischen Eignung zur Konservierung der Samen.

Webseite (übersetzt)

Die Architektur des Comptoir Forestier
Die Forstverwaltung wollte seit vielen Jahren ein eigenes Saatgutsammel- und Verarbeitungszentrum aufbauen. Sie setzt daher auf die Möglichkeit, ein funktionales, ästhetisches und innovatives Gebäude in Bezug auf die Verwendung heimischer Hölzer zu schaffen. Die architektonische Mission wurde dann Herrn Philippe Samyn anvertraut.
Im Januar 1994 begannen die ersten Bauarbeiten.
Die Originalität dieses Gebäudes resultiert vor allem aus der harmonischen Verwendung geschwungener Formen, der Verbindung verschiedener Materialien und vor allem seinem Holzrahmen. Es handelt sich um eine dampfgebogene massive Ardenner Fichtenholzstruktur.
Alle verwendeten Holzstücke sind sieben Meter lang und in vier Größen erhältlich (8x16 cm; 7x14 cm; 6x12 cm; 5x10 cm).
Das Biegen wurde im Industriegebiet von Vielsalm durchgeführt. Die geraden Stücke wurden in einer ersten Phase 24 bis 48 Stunden lang gebacken, dann wurden sie auf Metallvorrichtungen mit dem vordefinierten Krümmungsradius gelegt. Nach einem zweiten Einbrennen wurden sie 15 Tage bis 3 Wochen getrocknet.
Das verwendete Fichtenholz wurde vom Amt für Natur und Forsten geliefert und stammt vollständig aus dem Staatsforst Grand Bois in Vielsalm.

Webseite (übersetzt)

In Ciney angekommen, besuchen wir den St Roch Park, in dem das ehemalige Château Sainfoin liegt.

Der Park Saint-Roch ist eine Grünfläche von 12 ha mit bewaldeten Gebieten, kleinem Spielplatz und seinem Schloss, das heute die Musikakademie, das Maison des Jeunes und eine Kinderkrippe beherbergt. . Dieses imposante Gebäude aus Kalkstein mit Blick auf den Park, ehemals Château Sainfoin, wurde 1906 von Joseph Bosseret (1853-1933), dem Notar von König Leopold II., erbaut. Es wurde an der Stelle eines bis Ende des 19. Jahrhunderts betriebenen alten Hofes errichtet, von dem im Nordosten noch die U-förmigen Nebengebäude erhalten sind, von denen die Scheune später umgebaut wurde. Das Schloss war im Winter 1944-1945 Sitz einer außerordentlichen Stabssitzung in Anwesenheit des britischen Marschalls Montgomery und des amerikanischen Generals Clark zur Entwicklung der alliierten Gegenoffensive während der Ardennenoffensive.

Vom Chateau Skeuvre im Norden der Stadt ist leider nichts außer der Außenmauer zu sehen -

das Fremdfoto ist auf https://www.sitytrail.com/de/poi/2483224-hamois--le-site-de-skeuvre/#lg=1&slide=0 zu sehen

das Fremdfoto ist auf https://www.sitytrail.com/de/poi/2483224-hamois--le-site-de-skeuvre/#lg=1&slide=0 zu sehen

Südlich der Stadt finden wir das Chateau de Leignon, obwohl für ein Kinderfest geworben wird und auf dem Gelände viel los ist, werden wir am Eingang 'verscheucht' mit der Bemerkung 'privée' - Eingeschränkte Eindrücke kann man sich aber vom Gelände der benachbarten Kirche machen und schließlich von dr Landstrasse.

Auf einem ehemaligen Anwesen der Abtei von Stavelot gelegen , existierte vor dem Umbau der Burg noch ein altes Gebäude; sein Ursprung kann auf das Datum 17. Jh. datiert werden. Um 1890 erwarb der belgische Diplomat Isidore Eggermont das Schloss und mehr als 400 Hektar Nebengebäude, darunter Hof, Land und Wald. Dieser wohlhabende Genter ließ um den alten Kern eine Burg umbauen; Das vom belgischen Architekten Auguste Van Assche entworfene Schloss nahm seine heutige Morphologie an.
Gekauft 1953 von der National Railway Company aus Belgien (SNCB) wurde das Anwesen nach und nach zersplittert. Seit 1989 befinden sich das Schloss und sein 11 Hektar großer Park in Privatbesitz, getrennt von Wirtschaftsgebäuden und Grundstücken. Die in unmittelbarer Nähe des Schlosses befindlichen Stallungen und Nebengebäude sind Eigentum eines niederländischsprachigen Jugendvereins, der alte Hof des Gutes gehört einem Dritten, ebenso das Grundstück.

Webseitenentwurf (übersetzt)

Unser nächstes Ziel ist das Chateau Jaune de Haversin - auch hier stehen wir vor verschlossenen Toren. Aber trotzdem kann man das Gebäude anschauen u.a. auch in einem zweiminütigen Film auf youtube.

Auch die Abtei von Chevetogne bringt nicht wirklich eine lohnende Besichtigung. Daher verlassen wir die Umgebung von Ciney

© Herbert S., 2021
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Anläßlich eines persönlichen wichtigen Festtages haben wir nach Öffnung des Tourismus in Belgien ein paar Tage Urlaub angetreten und wollen einen Teil der belgischen Ardennen besuchen, den wir noch nicht so genau kennen.
Details:
Aufbruch: 04.07.2021
Dauer: 6 Tage
Heimkehr: 09.07.2021
Reiseziele: Belgien
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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