Bogota und Peru

Reisezeit: Oktober / November 2022  |  von Stefan Böhm

12.11. Lima die zweite

Heute geht es also zum zweiten Mal nach Lima und damit auch zu meinem letzten Ort in Peru. Nachdem es nur 200 Kilometer von hier sind und man üblicherweise nicht vor 14:00 in die Hotels kommt, kann ich mir Zeit lassen. Ich schlafe erst aus, gehe zum Frühstück, packe anschließend und checke dann aus. Es ist jetzt 11:00 und ich lasse mir ein Taxi rufen. Es ist zwar nicht so weit, aber mit dem Koffer über die schlechten Gehwege, da hat mir die eine Strecke vorgestern gereicht. Das Taxi kostet 7 Sol was für hiesige Verhältnisse relativ teuer ist, aber in Stuttgart würden sie dafür nicht einmal losfahren. Vom Hotel weiß er, dass ich einen Bus nach Lima brauche. An der Rezeption haben Sie erst „Jaksa?“ gefragt, also noch gewusst, dass ich gestern danach gefragt hatte, aber ich habe gemeint, nein, irgendeinen. Also werde ich erwartungsgemäß bei Peru Bus abgesetzt. Dort kaufe ich mir an einer Hütte eine Fahrkarte und werde in einen bereits dastehenden Bus verfrachtet. Obwohl gerade während ich die Karte gekauft habe, bereits ein Bus abgefahren ist, habe ich auch nicht lange warten müssen. Nach etwa 10 Minuten ging es bereits los. Ich hatte wieder meinen mittleren Sitz auf der Rückbank. Wie so häufig hat der Bus immer wieder gehalten und wurde immer voller. Am Ende waren auch die Sitze links und rechts von mir besetzt und es wurde ungemütlicher. Am Ende sind dann sogar auf dem Gang Fahrgäste gestanden.
Die Landschaft durch die wir gefahren sind gleicht etwas einer Mondlandschaft. Es ist sehr trocken, teilweise schon eher Wüste. Die kleinen Orte sehen für mich unfertig und optisch nicht ansprechend aus, was vermutlich an der Steuerpolitik liegt, nach der für ein fertig gebautes Haus mehr Steuern gezahlt werden muss als für ein noch nicht fertiges.

Bei unserem ersten Stopp in Lima hätte ich vermutlich ganz gut aussteigen können, aber ich brauche meinen Koffer aus dem Kofferraum, und der wird vermutlich erst am Busbahnhof geöffnet. Über meine App rufe ich einen Uber Fahrer. Er soll in 4 Minuten da sein. Schön finde ich, dass ich auf einer Karte sehen kann, wo er sich gerade befindet. Außerdem kann ich schon bevor ich die Fahrt endgültig buche, sehen, was es mich kostet. Es sind 14,60 Sol, also gute 4 € für rund 7-8 Kilometer. Wieder einmal stelle ich fest, das Taxi fahren in Peru recht günstig ist.

Ein weiterer Vorteil ist die Abwehrfunktion für Aufdringliche Taxifahrer. Wie immer, wenn man irgendwo ankommt, wird man sofort von Taxifahrern belagert, die einen Fahren wollen. Ich habe aber nur einem mein Handy entgegengehalten „ah Uber“ und in dem Moment hatte ich meine Ruhe.
Mein neues Hotel für die letzten 4 Tage in Lima ist das Radisson Decapolis Miraflores. Mit etwa 130 € pro Nacht das teuerste Hotel bisher auf der Reise. Aber das wollte ich mir zum Schluss noch gönnen. Dafür ist das Frühstück wieder inbegriffen. Erfreulich finde ich auch, dass ich eine Art Gutscheinkarte erhalte, die mir sagt, dass ich jeden Tag ein Guthaben in Höhe von 10 € habe, die ich für Getränke im Restaurant und in der Dach Bar einlösen kann. Solch ein Gutachten hatte ich schon einmal im Januar in Bangkok. Allerdings wurde es mir dort nicht so explizit gesagt und ich habe es deshalb bei weitem nicht ausgenutzt.
Mein Zimmer ist modern und recht schön. Es liegt im 10. Stock, aber die Aussicht geht leider nicht aufs Meer raus. Im 14. Stock befindet sich der Pool und die Dach Bar. Leider ist das Wetter recht kühl. Zu kalt, um den Pool zu nutzen.

Also packe ich aus, und starte einen ersten Erkundungsgang zu den Klippen und zum Larcomar, der angesagtesten Mall in Peru. Laut Google Maps habe ich mich auf einen etwas weiteren Spaziergang eingestellt und war dann überrascht, als es doch gar nicht so arg weit weg war. Das Larcomar ist für mich eine Sehenswürdigkeit von Lima. Die Mall ist direkt in die Felsklippen reingebaut worden. Sowohl die Bauweise als auch die Lage ist für eine Mall absolut ungewöhnlich und begeistert mich. Allerdings geht es hier auch entsprechend touristisch zu. Ich nutze auch gleich die Gelegenheit, um nach einer neuen Maus für mein Laptop zu suchen. Leider werde ich nicht fündig. Es gibt hier kein Geschäft für PC-Zubehör.

Wieder im Hotel frage ich an der Rezeption, ob es möglich ist, dass ich am 15. einen late check out bekomme. Der Rezeptionist meint, dass dies möglich sein müsste bis längstens 18:00, aber ich muss am Tag meiner Abreise danach fragen.
Heute war ich zum Abendessen endlich einmal in einem Meeresfrüchterestaurant. Dazu noch in einem zwar einfach eingerichteten, aber sehr guten, der Cevicheria Miramar Miraflores. Ausgesucht habe ich mir eine Aquadito de Mariscos, eine Suppe die ich nicht kenne, aber auf die ich neugierig war. Als sie dann ankam, sah das ganze erst einmal nicht wirklich vertrauenserweckend aus. Nach wenigen Löffeln war ich aber vom Gegenteil überzeigt. Der Geschmack ist ungeheuer kräftig, aber nicht scharf mit reichlich Meeresfrüchten drin. Sie hat ausgereicht, dass ich satt war und nichts weiter gebraucht habe.

Wie üblich bietet sich das Lokal nicht zum längeren sitzen bleiben an. Also bin ich eine Runde spazieren gelaufen und im ultimativen Ausgehviertel gelandet. Hier an der Ecke Diagonal und Berlin startet ein kleiner Fußgängerbereich mit einer Kneipe und einem Restaurant am anderen. Ich frage mich nur, ob es hier mehr Touristen gibt, oder mehr Einheimische.
Mein Abschluss war dann noch ein Pisco Sauer in der Dachterassenbar vom Hotel.

© Stefan Böhm, 2022
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Es geht wieder los. Diese Mal für mich ganz ungewohnt in westliche Richtung, nämlich nach Bogota und Peru.
Details:
Aufbruch: 12.10.2022
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 18.11.2022
Reiseziele: Peru
Der Autor
 
Stefan Böhm berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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