Back to Asia - Endlich: 4 Wochen Thailand!

Reisezeit: Dezember 2008 - Januar 2009  |  von H & M

ZENTRALTHAILAND: Tag 15: Fahrt nach Hua Hin

Samstag, 27.12.2008

Uff - 700 km Autofahrt!

Drum wollten wir eigentlich zeitig losfahren, also sind wir schon halb 7 aufgestanden, haben noch mal das wunderbare Frühstück genossen und mussten dann beim Gepäck einladen feststellen, dass wir hinten links einen absolut platten Reifen hatten. MIST! Marco hat das mit Il Patrone geklärt, der meinte nur "Easy! It happens!" Daraufhin schickte er seine Frau mit dem Moped los, um den Reifenwechsler vom Ort zu holen, der keine 10min später kam. Der meinte dann, dass unser Ersatzrad auch schon im Eimer ist (super, irre beruhigend!), also lud er sich unser plattes Rad auf seinen Pick Up und verschwand. Wir leicht irritiert, aber Il Patrone meinte, der kommt wieder. Na gut, also ein bisschen warten, ein bisschen mit Il Chefe reden und ein bisschen ärgern, dass es immer später und später wurde und wir noch bei Kilometer 0 des Tages waren. Aber - man glaubt es kaum - etwa 30 min später kam der nette Mann vom "KFZ Meisterbetrieb" auch schon mit einem reparierten großen Reifen zurück. Steckte wohl ein großer Nagel drin. Tja, das passiert eben. Also schnell draufgeschraubt und dann wollte er dafür ganze 400 THB haben (8 Euro). Wir waren total baff und haben ihm mal vorsichtshalber 500 THB gegeben, vielleicht hat er sich ja geirrt oder so?!

Gut gerüstet konnte die Fahrt also starten. Wir sind wirklich schweren Herzens vom netten Italiener Paolo und seinem wunderschönen Orchid Hibiscus Guesthouse gefahren, er hat uns noch ganz herzlich verabschiedet und seine Frau und eine andere Angestellte winkten uns beim Fahren noch hinterher...Sehr herzlich!

Und dann ging die Fahrerei los...Ab in den Süden! Zuerst auf Landstraße, dann auf gut ausgebauten Schnellstraßen, später war dann auch ne Autobahn dabei. Alles sehr unspektakulär, wir vertrieben uns die Zeit mit Landschaft gucken (da war aber nix, bis auf einmal mitten im Nichts 2 Kalksteinberge und ab und zu mal ein paar Reisfelder), Kekse und Bananen mampfen und Kilometer zählen.
Hendi hat sich dann durchgesetzt und wir haben einen kleinen Umweg über Lopburi gemacht, die Affenstadt. Wir hätten es ja eigentlich nicht gedacht, aber der Abstecher hat sich wirklich gelohnt. In Lopburi lebt - laut Reiseführer - eine Horde von ca. 300 Affen, die sich hauptsächlich in der Innenstadt um 2 Tempeln herum aufhalten, wo sie auch gefüttert werden. Der Wahnsinn! Affen, wohin das Auge blickt, große, kleine, Babyaffen, schlafende, essende, sich jagende, um Essen bettelnde und Touristen bespringende...Da hatten wir echt was zu gucken und es ging immer nur "Oh wie süß! Oh wie lustig! Oh wie cool! Oh guck mal, was der witziges macht!..." An solchen Affen kann man sich einfach nicht satt sehen, die sind einfach zuuu menschlich. Das Besondere an der Sache war ja, dass es kein Zoo war, sondern die da einfach so wild in der Stadt leben.
Irgendwann ging's dann weiter und wir näherten uns Bangkok, wo sowohl Verkehr als auch Smog zunehmend dichter wurden. Der Wahnsinn packte uns und wir fuhren statt dem ganz äußersten Autobahn-Außenring um Bangkok herum, direkt die Einfallsstraße ins Zentrum. Ok, war eher unfreiwillig, da verfahren, aber einen kleinen Adrenalinschub bekamen wir hier schon. Irre dichter Verkehr, ca. 16 Spuren nebeneinander, Werbeschilder wohin das Auge blickt, aber keine vernünftig beschriebenen Hinweisschilder und Autos, Autos, Autos sowie wild kreuzende Straßen, drüber drunter, links raus, rechts raus...Uiiii! Schnell weg! Zum Glück haben wir die Umgehungsautobahn dann wieder gefunden und haben einen großen Bogen um die Stadt gemacht, aber selbst 50 km außerhalb konnte man noch den dichten Verkehr und das Chaos spüren. Ganz anders als im Rest des Landes, besonders im Norden, wo es doch sehr gemütlich und beschaulich zugeht und wir absolut keine Probleme mit der Fahrerei und Wegweisern hatten...Im Großraum Bangkok zu fahren ist dann schon etwas für Mutige. Sicherlich machbar, aber wer es vermeiden kann, ist sicher gut beraten.

Weiter ging's dann Richtung Süden, den Feierabendverkehr hinter uns lassend, wurde es dann auch wieder etwas flüssiger und wir beschlossen, bis Hua Hin durch zu fahren. Eigentlich wäre eine Übernachtung in Damnoen Saduak geplant gewesen, um sich morgen früh ganz zeitig die Schwimmenden Märkte anzusehen. Aber wir sagten uns, pfeif auf die schwimmenden Märkte, wenn wir dadurch vielleicht schon einen Tag eher im Khao Sok National Park sein können und dort mehr Zeit haben. Also ging's in den Badeort Hua Hin, wo wir gegen 7 endlich eintrudelten (ziemlich fix und tot, besonders der arme Fahrer!). Zu allem Überfluss wurde dann die Hauptstraße für kurze Zeit komplett gesperrt, wir musste sogar alle den Motor und das Licht ausstellen, damit auf der anderen Seite eine riesige Polizei- und Leibwächter-Eskorte irgendeine wichtige Persönlichkeit beschützen konnte. Die sind an uns vorbeigerast und wir fragen uns immer noch, ob's der König in persona oder vielleicht doch eher der neue Prime Minister war? Auf jeden Fall irgendwas ganz ganz Hochkarätiges! Dumm nur, dass wir dann erstmal ne halbe Stunde im Stau standen. Dabei wollten wir doch einfach nur ne Unterkunft finden, denn diesmal hatten wir nix vorab reserviert, Planänderung, Ihr wisst ja. Aber soo schwer war das letztendlich auch gar nicht, wir haben einfach in einer Straße in der Nähe des Strandes ein paar Guesthouses abgeklappert und letztendlich haben wir ein vernünftiges, preiswertes Zimmer bekommen. Reicht für eine Nacht vollkommen aus.

Wir sind dann noch mal Richtung Innenstadt aufgebrochen, wenn wir schon mal hier sind, dann gucken wir uns die Stadt natürlich auch ein bisschen an. Hmmm...was soll ich sagen...ich glaube, wir sind beide froh, wenn wir hier morgen wieder weg sind! Paolo warnte uns ja bereits heute Morgen, dass der Ort noch grausliger als Rimini ist, aber wir wollten ja nicht hören...Nun haben wir den Salat! Der Strand ist von Bettenburgen (20 stöckige Hochhäuser) zugepflastert, in der Stadt ein kleines Hotel nach dem nächsten, ein Touristand mit T-Shirts reiht sich an den anderen...wahrscheinlich das Paradies für die Neckermänner, aber nicht für uns. Allerdings ist uns aufgefallen, dass sich hier derzeit offenbar ganz Schweden aufhält, denn Hua Hin ist wohl die Hochburg für schwedische Pauschaltouris. Warum auch immer. Wir sind dann eine Runde über den Nachtmarkt gelaufen, aber auch das konnte uns nicht mehr beeindrucken. Entweder sind wir schon übersättigt oder wir haben die Ruhe des Nordens, aber auch Sukhothai zu schätzen gelernt. Fetzt einfach nicht hier.

Entnervt haben wir uns an einen kleinen Cocktailstand begeben, auf den Tag mussten wir einfach einen trinken. Man stelle sich das vor wie folgt: Fußweg, 3 kleine Tische mit Mini-Stühlchen, daneben einen fahrbare Minitheke mit allerlei hochprozentigen Getränken und einer kleinen Cocktailkarte, die alle Drinks für 90 THB anpries. Das klang gut, also setzten wir uns und der nette "Barkeeper" mixte uns was zusammen. Er und seine Frau betrieben das Ganze, wir waren die einzigen Gäste (wahrscheinlich für den ganzen Abend, da die Lage in einer Nebengasse leider etwas unglücklich war). Und wie wir da so saßen, stellten die beiden sich zu uns und fingen an, uns auszufragen, woher wir kommen, was wir machen, German Football super, Michael Ballack usw. Wir haben dann ein bisschen über Thailand und Deutschland mit den beiden geredet und es war einfach nur total nett und die beiden total süß. Als Marco sich dann einen seiner Mückenstiche kratzte, holten die gleich ganz besorgt ihr Mückentötolin hervor und boten es ihm an und auch sonst waren die super aufmerksam. Nach einem Cocktail sind wir dann schweren Herzens gegangen, auch wenn sie es einfach verdient hätten, wenn wir ihnen noch ein bisschen mehr Umsatz gebracht hätten...Es war eine dieser kleinen Begegnungen, die wir sicher lange in schöner Erinnerung behalten werden, weil sie ein bisschen ans Herz gegangen ist. (kann man einfach schwer beschreiben...)

Bevor es zurück ins Guesthouse ging, mussten wir natürlich den Strand und das Meer (Golf von Thailand) mal begutachten, haben wir ja bisher noch gar nicht gesehen während des Urlaubs. Hmmm...war dunkel, hat gerauscht und war sandig an den Füßen...Vielleicht können wir morgen mehr erzählen, wenn wir es mal bei Tageslicht angucken. Auf jeden Fall merkt man hier schon, dass wir bedeutend weiter südlich sind, denn hier ist es selbst abends noch drückend warm, möchte nicht wissen, was das dann tagsüber wird.

Nach dem langen Tag heißt es jetzt nur noch ausruhen und schlafen, denn morgen werden's wohl noch mal um die 550 km werden. Oh je.

Juts Nächtle und bis bald!

H&M

Platter Reifen

Platter Reifen

Viele Affen in Lopburi...

Viele Affen in Lopburi...

Mittagsschlaefchen

Mittagsschlaefchen

Der Denker

Der Denker

Ja, wo isser denn?!

Ja, wo isser denn?!

© H & M, 2008
Du bist hier : Startseite Asien Thailand Tag 15: Fahrt nach Hua Hin
Die Reise
 
Worum geht's?:
Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. (Augustinus Aurelius) Ein langer Traum wird wahr: Wir füllen das Kapitel "Thailand by car"...
Details:
Aufbruch: 12.12.2008
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 10.01.2009
Reiseziele: Thailand
Der Autor
 
H & M berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.