Road Trip durchs Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Reisezeit: September / Oktober 2011  |  von Christina Völlmer

Ankunft in der Wildnis

Heute Morgen haben wir im Holiday Inn in Page ausgecheckt und sind zuerst zum Antelope Canyon gefahren, der ungefähr 10 Minuten entfernt lag. Das Gebiet gehört den Navajo Indiander und sie verlangen schon allein um aufs Gelände zu fahren, eine Steuer von 6 Dollar pro Person. Für die Fahrt und die Führung zum Canyon werden dann am Kassenhäuschen nochmal 25 $ pro Person fällig. Da wir kurz vor zehn Uhr ankamen und die nächste Fahrt erst um 11 Uhr startete, konnten wir noch in Ruhe im Auto die Schuhe wechseln, etwas trinken, nochmal zur Toilette gehen und dann gemeinsam mit den anderen im Schatten warten.

Als es dann los ging und die Namen verlesen wurden, sind wir dummerweise auf der Liste für 11 Uhr vergessen worden. Wir konnten aber trotzdem im dem Truck der Fototour mitfahren und am Canyon wieder an unsere Gruppe anschließen. Ich hatte etwas Respekt vorm Canyon, da ich durch Internetberichte die Sorge hatte, dass es eventuell zu eng sein könnte und ich mit meiner Platzangst Probleme bekomme. Doch die Sorge war unbegründet, es ging durch eine schmale, unscheinbare Felsspalte nach Innen und dann konnte man schon die vom Wasser ausgewaschenen Felswände bewundern. Die ersten Fotos sind noch nicht so gut geworden, bis der Tourguide meine Kameraeinstellungen geändert hat und durch längere Belichtung die Bilder heller wurden. Wir haben sogar zwei Beams gesehen, die entstehen, wenn das Sonnenlicht von oben bis auf den Grund des Bodens trifft.

Es kann auch gefährlich im Canyon werden. Wenn Regen gemeldet ist, werden gar keine geführten Touren angeboten, weil dann Flash-Fluten drohen. Durch einen angrenzenden Wash werden dann die Wassermassen mit hoher Geschwindigkeit durch den Canyon gedrückt, dadurch würden die Menschen darin einfach ertrinken. Dies ist auch der Grund, weshalb der sandige Untergrund um Meter schwanken kann. Noch vor 3 Wochen befand sich der Boden einen Meter weiter unten, bis durch den letzten Flash Sand in den Canyon gespült wurde. Nachdem wir einmal komplett durchgelaufen waren, ging es mit dem Offroad-Wagen wieder zurück zum Parkplatz.

Eingang zum Upper Antelope Canyon

Eingang zum Upper Antelope Canyon

Antelope Canyon

Antelope Canyon

Beam im Antelope Canyon

Beam im Antelope Canyon

Anschließend machten wir uns dann auf den Weg zum Bryce Canyon. Wir fuhren erneut über die Glen-Canyon-Brücke und waren schon nach 158 Meilen an unserem Ziel. Auf dem Weg dorthin wurde die Landschaft immer grüner, mit vielen Bäumen, einem Fluss neben der Straße, so dass man sich fast ein bisschen wie im heimischen Frankenwald fühlen konnte. Langsam fehlt die Heimat nämlich schon ein bisschen. Die gewohnte Umgebung, das eigene Bett, das deutsche Essen und natürlich am meisten die Familie.

Bei dieser Aussicht fühlt man sich fast wie im heimischen Frankenwald..

Bei dieser Aussicht fühlt man sich fast wie im heimischen Frankenwald..

Am Parkeingang konnten wir ohne weiter Kosten einfahren, da wir uns bereits am Grand Canyon einen Annual Pass für 80 $ besorgt haben und dieser für ein ganzes Jahr in allen Nationalparks Amerikas gilt. Nach ein paar wenigen Meilen konnten wir dann auch die Bryce Canyon Lodge sehen. Wir bezogen dann auch gleich unsere rustikales Zimmer. Die Gebäude waren alle in Blockbauweise gebaut. Mit schönem Balkon zum Wald hin und auch innen mit einer Ausstattung wie im Urlaub vor 50 Jahren Das Zimmer war groß, gemütlich, aber ohne Fernseher, Internetempfang oder Handyempfang. Gemeinsam einsam im Wald mit den Eichhörnchen, schon irgendwie lustig. Aber ich fand es eigentlich mal ganz schön und so völlig gegensätzlich zu dem sonst so schnellen und fortschrittlichen Amerika. Wir wollten uns dann als erstes im General Store im Park mit Getränken und was zum Essen eindecken, doch es war recht teuer und die Auswahl nicht gerade überragend. Wir fuhren also wieder 10 Minuten aus dem Park raus, zum Rubys Inn General Store und hier war dann wenigstens die Auswahl überzeugend, billige Preise kann man in Nationalparks nämlich nicht erwarten.
Als wir dann zurück kamen, setzte ich mich mit Kuscheldecke bewaffnet auf den Balkon und beobachtete ein bisschen die Chipmunks und die Vögel im Wald. Anschließend machten wir uns in unserer Waldhütte ein kleines Vesper mit Baguette, Käse, Wurst und Salat. Kekse, Äpfel und ein Bier hatten wir auch noch übrig. Es war richtig gemütlich, mal nicht abgelenkt durch moderne Kommunikationsmittel, sich zu unterhalten, zu lesen und den Reisebericht offline zu schreiben
Morgen wollen wir dann den Park anschauen und ein bisschen wandern gehen.

Bryce Canyon Lodge

Bryce Canyon Lodge

Bryce Canyon

Bryce Canyon

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Die Reise
 
Worum geht's?:
3 1/2 Wochen raus aus dem Alltag und ab nach Amerika. Zuerst fliegen wir von Nürnberg über Paris in den Big Apple und nach ein paar Tagen geht es weiter an die Westküste. Hier starten wir unseren ersten Road Trip - auf ins Abenteuer :-)
Details:
Aufbruch: 09.09.2011
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 05.10.2011
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Christina Völlmer berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.