Thailand-Nepal-Indien

Reisezeit: August - Dezember 2007  |  von Veronika W.

Jaipur

28.9.
Eigentlich sind wir ja grosse Fans von Indiens Zugsystem, aber weil der Zug nach Jaipur auch sechs Stunden braucht und der Bus guenstiger ist, wollen wir doch noch mal das Reisen ueber die Strassen ausprobieren. Der Lonely Planet hat uns deluxe-Regierungsbusse versprochen, die stuendlich um halb fahren sollten. Auf viertel vor sieben hatten wir unseren Tuktuk Fahrer bestellt. Ihm war das aber offensichtlich doch zu frueh und so mussten wir einen anderen nehmen. Um zwanzig nach sieben waren wir an der Bushaltestelle. Der naechste klimatisierte Bus sollte aber erst in ueber einer Stunde gehen und so entschieden wir uns fuer den non-AC Bus um acht Uhr. Zum Glueck war es heute bewoelkt. Die Busfahrt war dann auch ganz OK, auch wenn der Busfahrer seine Hupe liebte und hinter uns zwei sassen, die sich voellig unnoetig-laut ueber den Gang hinweg unterhielten. Wir fruehstueckten unser Toast mit Bananen und erreichten gegen 14 Uhr Jaipur. Wir liessen uns zum Blue King Guesthouse fahren, das uns ein Tscheche in Agra empfohlen hatte. Die Zimmer sind klein und haben keine Fenster, dafuer aber sauber und das Bad ist noch sehr neu. Die Tueren sind so niedrig, dass sich Raphael, wenn er aufrecht hindurchgehen wuerde, seinen Kopf schon nicht mehr stossen wuerde. Abends wollten wir mal so richtig fein essen gehen. In einem Restaurant, ganz hoch oben, dass sich drehen soll. Weil wir mittags aber so Hunger hatten, liessen wir uns den Weg zu einem Supermarkt erklaeren, wo wir Chips und Kekse kauften. Gegen viertel nach sieben machten wir uns auf den Weg zum "OM-Tower". Leider war es schon dunkel. Das Restaurant gehoert zu einem sehr feinen Hotel. Zum Glueck sah Veronika so gut aus (langes helles Kleid...) sonst waeren wir vielleicht gar nicht hinein gekommen Im Aufzug mit einem Liftboy ging es die 14 Stockwerke hinauf. Oben angelangt erwartete uns ein wunderschoener Platz. Die Mitte der Etage, hier kommt auch der Aufzug an, ist fest und darum dreht sich eine runde Plattform, auf der Tische und Stuehle stehen. Alles sehr fein, mit frischen Tischdecken und Stoffservietten. Es gab einen Springbrunnen und eine Buehne, auf der live Trommelmusik mit Harmonium gespielt wurde. Nach so langer Zeit ein echter Kulturschock. Eine Runde dauert wohl 45 Minunten, sodass wir in einer guten Stunde fast eineinhalb mal im Kreis fuhren. Draussen sah man die naechtlich erleuchtete Stadt. Das Essen war super lecker. Zuerst haben wir uns ein Naan geteilt, das war ganz saftig mit Nuessen und getrockneten Fruechten. Raphael hat Malai Kofta (Knoedel mit leckerer Sosse) mit Reis gegessen und Veronika bekam ein Fix Thali. Zum Abschluss trank Raphael noch ein Kaennchen Tee. Der Abend war wunderbar und rundum gluecklich und zufrieden (auch wenn wir keinen Fotoapparat dabei hatten) machten wir uns auf zurueck ins Hotel.

29.9.
Fuer heute hatten wir uns den City Palace vorgenommen. Das sollte ein riesiges Gelaende mit Gaerten und Gebaeuden sein. Nach gemuetlichem Ausschlafen, liessen wir uns zu Jaipurs Kinopalast bringen. Es ist wie ein Baiser geformt und ganz rosa angemalt. Der momentan laufende Film wird nur in Hindi gezeigt und wir hoffen, in Mumbai noch einen mit Untertiteln zu erwischen. Von hier ging es weiter zum Lassiwalla. Hier gibt es suesse, cremige Lassis fuer 10/20 Rupies pro Tonbecher, die nach einmaligem Gebrauch in verrosteten Tonnen landen. Raphael hatte vorher seinen groessten Hunger schon mit ein paar Samosas gestillt. Gestaerkt machten wir uns auf zur Altstadt, der "Pink City". Hier gibt es einen Basar am anderen. Strassen mit Arkaden auf beiden Seiten, in denen sich ein Geschaeft ans andere reiht. Hier bekommt man das ein oder andere, was man mehr oder weniger gesucht hatte. Wir erreichten den City Palace, der auch ganz schoen war, nur gab es keine Gaerten und die drei Hoefe mit dem ein oder anderen Gebaeude konnten uns nicht laenger als ein paar Stunden halten. Obwohl die vier-Jahreszeiten-Tore schon beeindruckend sind. Sie sind ueber und ueber bunt bemalt und ueberall ueber das Gelaende sind viele schoene Wandmalereien verteilt, die den Palast sehenswert machen. Wir beschlossen, noch einen nahegelegenen Turm zu erklimmen, von dem aus wir eine wirklich tolle Aussicht hatten. Jaipur ist von drei Seiten von Bergen umgeben, fuer uns eine landschaftlich ganz neue Entdeckung in Indien. Delhi und Agra sind einfach nur flach. Danach ging es weiter durch Basare zum Hawa Mahal, dem Palast der Winde mit hunderten von Fenstern. Dieser ist momentan, was ein sehr interressantes Bild abgibt, mit einem Bambusgeruest eingeruestet. Durch weitere Basare ging es zum Ganesh-Restaurant, das sich versteckt auf der Stadtmauer befindet. Wir assen eine Art lecker gefuellten Pfannekuchen, wieder das bewaehrte Malai Kofta, zur Beilage gabs Chapati (duenne Teigfladen). Durch weitere Basare ging es zurueck zum Kino, um eine Eisdiele ausfindig zu machen. Nach einigem Suchen fanden wir sie - der Lassiwalla hatte leider bereits geschlossen. Hier teilten wir uns einen Blaubeerbecher (sehr suess aber lecker) und einen supertollen Mangoshake. Nach harten Verhandlungen fuhren wir mit einer Fahrradrikscha zurueck zum Guesthouse. Das war eine elende Wackelpartie und wir werden ab jetzt wohl nur noch Tuk Tuk fahren.

30.9.
Heute haben wir einen Ausflug zum Amber Fort gemacht. Nach einer koestlichen Fruehstuecks-Lassi ging es zum Hauptbahnhof, wo wir unsere Zugtickets nach Mumbai kauften. Von hier ging es mit einem oeffentlichen Bus (6 Rp), auf den wir gerade noch aufspringen konnten, eine gute Stunde durch Jaipur und Umgebung. In Amber erwartete uns eine riesige Festung, die auf halber Hoehe eines Berges liegt. Auf den umliegenden Bergruecken zieht sich eine endlos erscheinende Mauer entlang. Hier gab es Kamele und Elefanten, die einen zum Fort bringen und die unglaublich stechende Sonne. Aber wir liefen zu Fuss. Ein Platz, wieder Mauer und Tor, ein Platz, wieder Mauer und Tor und so weiter... Zwischendrin zum verirren riesege Ganggewirre und unmengen Raeume. Ein Balkon, Pavillion und eine Terrasse. So ungefaehr ist das Fort aufgebaut. Eine halbe Stunde weiter den Berg hinauf und wir erreichten das Jaigarh Fort. Ein aus guten Gruenden nie erobertes Fort, wo Kanonen gegossen wurden. Hier gab es zur Staerkung ein Paeckchen Ananassaft. Man kann von der umlaufenden Mauer bis weit ueber die Ebene blicken. Mit einem local bus ging es zurueck nach Jaipur. Diesmal war er eher indisch als europaeisch voll Wir waren ganz schoen lange non-stop unterwegs gewesen und hatten grossen Hunger. Heute wollten wir das Essen unseres Guesthouses probieren (Blue King Guest House, kennt fast kein Tuk Tuk Fahrer). So sassen wir puenktlich um 18 Uhr auf der Dachterrasse und bestellten. In dem Gaestebuch wird das Essen sehr gelobt und so freuten wir uns sehr darauf. Es liess aber auf sich warten. Das Butter Naan war lecker, mein Reis leider zu fettig und ausser einer langweiligen Schaerfe geschmacklos. Raphaels Kofta schmeckten noch etwas nach Tomate, aber das wars auch schon. Keins der raffinierten Gewuerze Indiens konnte man herausschmecken. Dafuer sassen wir unter Sternenhimmel.

1.10.
Statt der cremigen Lassi vom Lassiwalla fruehstueckten wir auf der Terrasse unseres Guesthouses. Wir nahmen Chapati und ein Gemuese Naan, das allerdings sehr klein ausfiel. Ausserdem hatte Raphael zwei hart gekochte Eier und ich eine Lassi bestellt. Sie war interressant gewuerzt. Danach packten wir, kauften beim Mini-Supermarkt mit etwa acht Angestellten im Verkauf Kaese und Kekse, waren im Internet und fuhren gegen 13 Uhr zum Bahnhof. Mittlerweile war Veronika schon fast am verhungern und so machte sich Raphael auf die Jagd. So kam es, dass wir fuer die gesamte Zugfahrt von 18 Stunden 15 Samosas, 12 Bananen, 200g Schmelzkaese, 200g Tomaten-Sticks, 500g gewuerzte Cracker und Schokokekse hatten. Davon assen wir 1 Packung Kekse, viel von den Tomatensticks und dem Kaese, 3 Bananen und etwa 7 Samosas. Die Bananen und Samosas rochen schnell seltsam und so wurden sie umgehend entsorgt. Der Tag verging wie im Flug. Gemaechlich zuckelte der Zug Richtung Sueden. Trotz der verspaeteten Abfahrt (eine gute Stunde) kamen wir puenklich um 8 Uhr morgens an.

-> Fortsetzung des Tages im naechsten Kapitel

© Veronika W., 2007
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach dem Abi begebe ich mich auf eine Reise zu meinen Ursprüngen - ich bin in Nepal geboren. Ich werde in Thailand einen international arbeitenden Bühnenbildner kennen lernen, in Indien eine Tänzerin und sicher noch viele andere Bekanntschaften machen.
Details:
Aufbruch: 20.08.2007
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 04.12.2007
Reiseziele: Nepal
Thailand
Indien
Der Autor
 
Veronika W. berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.