Mit dem Rucksack "einmal" um die Welt -- unser Traum wird wahr!

Reisezeit: August 2013 - Juni 2014  |  von Gernot u. Kathi

Laos, Relaxter geht nicht: Vangvieng und ab in den Süden

Raus aus den Schulden!

Ein ganz liebes Hallo an ALLE!

Vorab möchte ich mich entschuldigen, dass der Bericht etwas lang gedauert hat und einige Stationen recht rasch zusammengefasst sind, aber warum werdet ihr im Laufe des Berichtes erfahren.

Mittlerweile sind wir schon wieder in Thailand angekommenen und haben uns zu unserer Überraschung nicht nur mit Franz und Maria, sondern auch mit Kathi´s Eltern getroffen.Jetzt aber zu Laos. Gefahren sind wir in Laos nicht mit dem VIP-Bus, der von den meisten genutzt wird, sondern mit dem Mini Van, zuerst nach Vangvieng und dann weiter nach Vientiane. Erstens ist dieser schneller, es sind nur wenige handverlesene Mitfahrer , Scherz, und das Beste ist: Er ist billiger.
Apropo billiger. Wir hatten durch Neuseeland, Cook und Australien ein ziemliches Minus zu verbuchen und haben uns zum Ziel gesetzt bis Ende Februar wieder ein Nulldefizit herzustellen. Was soll ich sagen, im Gegensatz zu unserer unfähigen Regierung, haben wir unseren Gürtel an den richtigen Stellen etwas enger geschnallt und sind mit 1. März aus den roten Zahlen gekommen. Das heißt was? Was das für unsere Regierung heißt weiß ich nicht, für uns heißt es auf jeden Fall Partyyyyyyyyyyyyy ! Nein, Scherz beiseite, aber ist schon ein gutes Gefühl, gesteckte Ziele auch zu erreichen.
Sorry, etwas weit vom Thema abgeglitten und auf gehts.
Wir benötigten unglaubliche sechseinhalb Stunden für eine Strecke von ca. 180 Kilometer um von Luang Prabang nach Vangvieng zu kommen. Die Landschaft welche wir durchfuhren war zwar wunderschön aber trotzdem. In Südamerika hätte uns eine sechsstündige Fahrt nicht mal dazu bewogen unsere Schuhe im Bus auszuziehen. Aber irgendwie mögen wir nicht mehr mit dem Bus fahren und dennoch haben wir es überstanden . Vangvieng gefiel uns vom ersten Augenblick an. Wieso? Keine Ahnung, vielleicht da wir am Abend gleich neben dem Fluss gegessen haben und der feuerrot leuchtenden Sonne zusahen, wie sie hinter den anmutenden Bergen langsam verschwand. Schön geschrieben was? Aber so war es wirklich und der Ort selbst ist zwar mini, aber er gefällt uns einfach. Die ganzen Saufhütten, wurde uns gesagt, wurden durch die Behörden vor einiger Zeit geschlossen und jetzt geht es hier wieder richtig chillig zu.

Drogen bekommt man zwar, aber nicht mehr so einfach bzw. nicht mehr in so rauen Mengen wie noch vor ein paar Jahren. Nie hätten wir uns gedacht hier so schöne Tage verbringen zu können. Aber der Fluss, man verzeihe mir, dass ich dessen Namen schon wieder vergessen habe, ist sauber und in dem heissen Klima eine echte Abkühlung. Warum schreibe ich bei scharfen s, Doppel s? Kommt gleich! Den ersten Tag nutzen wir einfach um etwas durch die "Stadt" zu schlendern, etwas zu essen, eine günstigere Unterkunft zu finden und das Treiben zu beobachten. Der übernächste Tag sollte dann wieder etwas Aktion bringen. Hat er auch, nur nicht ganz so wie wir uns das gedacht haben und fand seinen krönenden Abschluss, in meiner momentanen S-Schreibwiese. Das Ziel war Tuben, das heisst sitzend, liegend oder wie auch immer auf einem LKW-Schlauch den River runter zu kommen. Der Start war noch vielversprechend. Wir trafen ein paar Steirer und Oberösterreicher in der ersten Bar. Tranken ein Bier und auf ging es zu Bar # 2. Dort vergrösserte sich unser Gruppe um drei Engländer und auf ging es zur Bar # 3. Bevor wir dort ankamen, liess ich es mir nicht nehmen und schmiss Kathi samt ihrem Reifen um. Was ich nicht bemerkt habe war, dass ich meine GoPro Kamera fallen liess. Als ich es bemerkt habe war ich nicht so amüsiert und begann zu suchen und bei der Suche hab ich auch noch meine Brille verloren. Meine Laune war gleich viel besser. Aber keine Chance in dem trüben Wasser was zu finden. Das Glück ist ein Vogerl und ein anderer hat bei der Suche nach seiner Kamera auch meine gefunden! Wieder voll motiviert suchte ich nach meiner Brille, die hab ich nicht gefunden, dafür die Fernbedienung von der Kamera verloren aaaaaaaah, dem nicht genug hab ich bei der Suche auch noch umgerechnet 20 € verloren. Danach konnte ich mich nicht mehr motivieren lustig zu sein und wir ruderten zurück. Sorry Tatz, dass du meine wirklich miese Laune über dich ergehen hast müssen lassen. Meine schlechte Laune war nicht wegen dem Geld, wir reden hier von einem Realwert von vielleicht 50 €, der wahre Grund war der, dass ich so zornig auf mich war, da ich während der gesamten Reise immer ein mehr als wachsames Auge auf unsere Sachen hatte und dann passiert das genau mir! Wer glaubt das wars, der irrt! Um meinem Frust Luft zu machen, wollte ich das ganze nieder schreiben, oooooooooder auch nicht. Keine Ahnung wie, ich nehme das Notebook aus dem Rucksack und will es einschalten, es leuchtet auch, aber leider mit eingedrücktem Display! Kein Laptop, kein scharfes S. In dem Moment war ich nicht sicher ob ich einfach mal laut schreien soll oder weinen, oder doch Kleinholz aus der Einrichtung machen soll!
In dem Moment hat auch unser Motto, it could be worse, nicht helfen können!

Auf geht's zum Tuben, juhuuuuuu!

Auf geht's zum Tuben, juhuuuuuu!

Aber nicht ohne vorher beim Friseur gewesen zu sein, oder was zumindest teilweise so ausgesehen hat

Aber nicht ohne vorher beim Friseur gewesen zu sein, oder was zumindest teilweise so ausgesehen hat

Da war die Welt noch in Ordnung haha. Brille da, Geldbörserl da und Kamera auch noch gg.

Da war die Welt noch in Ordnung haha. Brille da, Geldbörserl da und Kamera auch noch gg.

Ein Happy End darf nicht fehlen!

Das Tuben war lustig aber auch kein Muss, trotzdem sollte man es nicht auslassen ! Am darauf folgenden Tag liessen wir es langsam angehen. Um neue Energie zu tanken waren wir fett frühstücken mit viel Zucker, da dieser bekanntlich die Laune hebt, um gleich darauf den vorigen Tag mit einem Lächeln abzutun. Genossen den restlichen Tag beim Chillen am River und ein paar Bierchen. So jetzt kommt gleich ein versöhnliches Ende. Wieder einen Tag später, machten wir uns auf zur blauen Lagune um einen schönen Abschluss in Vangvieng zu haben, da es uns hier sehr gut gefallen hat. Zuvor fuhren wir mit der ausgeborgten Mopede aber noch mal zu der Stelle, wo ich die Fernbedienung für die Kamera verloren habe und nach einer halben Stunde im knietiefen Wasser hab ich sie gefunden, wie schon gesagt! Das Glück ist ein Vogerl!

Mit dem Fundstück der Woche im Gepäck ging es holterdipolter zur Blue Lagoon um uns abzukühlen. Auf dem Weg dorthin trafen wir ein Pärchen aus England mit zwei Mopeds, wobei eines samt Fahrerin mehr oder weniger am Boden lag. In Vangvieng keine Seltenheit. Jeden Tag kamen uns mumienartige Menschen entgegen: einbandagiert von oben bis unten, weil sie mit dem Moped verunfallt sind. Wir haben viele gesehen, die wussten nicht einmal wie man das Moped startet, von daher wundert es uns ja fast, dass die überhaupt zum Fahren und in Folge dessen zum Fallen gekommen sind

Wie auch immer, wir habens überlebt und am letzten Abend, eigentlich wie jeden Abend (sowie jeden Vormittag und jeden Nachmittag) gingen wir in die Banana Bar. Ein gemütliches Beisl, mit flauschigen Sitzecken wo den ganzen Tag How I met your mother rauf und runter gespielt wird. Alternativ stand noch eine Bar mit Friends Folgen und eine mit Tom & Jerry zur Auswahl. Wir bevorzugten jedoch meistens How I met your mother. Und wie jeden Vormittag, Nachmittag und Abend bestellten wir uns unser Flascherl Soda. Am besagten letzten Abend war es dem Kellner wohl schon unheimlich und er schlich unaufällig zu unserem Tisch, fragt wie es uns heute geht und warum wir eigentlich die ganze Zeit NUR Soda trinken?? Ja, weils halt soooo gesund ist. Wir kamen uns dann ein bisschen blöd vor und gingen am nächsten Morgen nochmal hin, allerdings um zu frühstücken. Tja, wenn man in unserem Alter nicht wie alle anderen dauernd ein Flascherl Bier in der Hand hat, fällt man halt gleich ungut auf .

Am Weg zur Blauen Lagune. Wie immer säumen Kühe, Radfahrer, Kinder am Heimweg von der Schule unseren Weg.

Am Weg zur Blauen Lagune. Wie immer säumen Kühe, Radfahrer, Kinder am Heimweg von der Schule unseren Weg.

Blaue Lagune mit natürlichem Sprungturm.

Blaue Lagune mit natürlichem Sprungturm.

Auch wenn es auf dem Bild nicht so aussieht, kann man am Fluss super baden und chillen.

Auch wenn es auf dem Bild nicht so aussieht, kann man am Fluss super baden und chillen.

Bye bye Vangvieng

Nach 5 Nächten und 6 Tagen zogen wir dann weiter nach Vientiane. Diesmal brauchten wir für 150 km nur mehr 3 Stunden . Die Tage bis zur Ankunft von Franz und Maria sind gezählt und wir müssen ja noch ein Visum für Thailand besorgen, also auf in die Hauptstadt von Laos. Als wir aus dem Bus gestiegen sind, haben wir unsere Entscheidung schon bereut, nicht doch noch ein paar Tage länger in Vangvieng verbracht zu haben. Die Stadt ist ungemütlich, grausig, laut...einfach ausladend. Daher beschlossen wir doch nicht 5 Nächte (wie ursprünglich geplant) hier zu verbringen, sondern gleich weiter nach Udon Thani, Thailand, zu reisen, sobald wir unser Visum haben. Das einzig nette was wir für uns hier entdecken konnten, war der Nachtmarkt und die "Promenade" entlang des Mekong! Von Udon Thani aus haben wir einen Flug nach Bangkok gebucht, weil wir uns noch eine Nacht in dem Zug des Grauens ersparen wollten. Abgesehen davon war der Flug mit knapp € 20 ein Schnäppschen!

Mission Visum

Also die Asiaten sind ja bei Touriangelegenheiten Hunde: sie vereiteln jeden Versuch von Reisenden auf eigene Faust etwas zu erledigen, nur damit sie mitkassieren können. Ihr erinnert euch an die Geschichte in Bangkok, wo uns keiner zum Busbahnhof fahren wollte, weil dort Ticket kaufen ja viel zu teuer sei. Ja, genau.

Aber eins nach dem anderen. Wir reisen ja über Land nach Thailand und da würden wir nur ein 15-Tages-Visum bekommen und das ist zu wenig. Also müssen wir zur Thailändischen Botschaft, um dort ein Touristenvisum, gültig für 2 Monate, zu beantragen. Kostet laut Internet 1.000 Baht. Aus reiner Neugier fragten wir bei einigen Reisebüros und Hotels nach, die den Service für Touris auch anbieten, was das denn bei denen kostet. Ergebnis der Umfrage: zwischen 2.500 Baht und 3.700 Baht. Ich meine, uns war schon klar, dass die was draufschlagen, doch wir sind von der Dreistigkeit hier immer wieder überrascht. Na, dann doch auf eigene Faust. Die Botschaft bzw. die Visa-Servicestelle (ist örtlich von der Botschaft getrennt, gleich neben dem Lao-Singapore Business College) ist von 8.30 bis 11.30 Uhr zum Antragstellen und von 13.30 bis 16.30 Uhr zum Abholen geöffnet. Wir spazierten also gleich in der Früh zur Botschaft und uns erwartete eine elendslange Schlange, die vor den noch geschlossenen Toren anstand. Um das ganze Visumprozedere (Formular ausfüllen, Pass kopieren, Fotos machen) zu beschleunigen warten auf der Strasse zig Laoten, die Vorarbeiten leisten. Natürlich nicht umsonst. Alles Gauner. Natürlich haben wir ihren Dienst nicht in Anspruch genommen, sind rein in die Botschaft, zogen eine Nummer und durften während der Wartezeit ganz alleine und gratis unser Formular ausfüllen. Geht doch.
Nachdem unsere Nummern aufgerufen wurden, gaben wir alles ab, gingen zur nächsten Stelle um zu bezahlen und am nächsten Tag konnten wir unser Visum in Empfang nehmen. Das ganze hat 2 Stunden gedauert und wir haben wieder mal richtig Geld gespart. Es gibt nämlich eigene Agenturen, die holen dich morgens im Hotel ab, hängen dir ein doofes Schildchen um den Hals, fahren mit dir zur Botschaft, losten dich händchenhalten durch den Visa-Prozess, setzen dich nach getaner Arbeit wieder im Hotel ab und das Ganze gegen Einwurf kleiner Münzen und grosser Scheine. Der Witz an der Sache: es bleibt dir nichts erspart, weil warten und anstellen musst du dich trotzdem ggg. Wir fragen uns nur wie deprimierend das sein muss, wenn man dann an der Visastelle die offiziellen Preise sieht? haha

Ein kitschiges Bild ist sich dann doch noch ausgegangen.

Ein kitschiges Bild ist sich dann doch noch ausgegangen.

Darin sind wir schon Weltmeister. Sitzen und warten bzw. irgendwelche Formulare ausfüllen um unser Visa zu bekommen.

Darin sind wir schon Weltmeister. Sitzen und warten bzw. irgendwelche Formulare ausfüllen um unser Visa zu bekommen.

Von ein paar Leuten haben wir gehört, dass der Bogen (Namen vergessen) in Vientiane dem Triumpfbogen in Paris gleicht. Aber selbst wenn man sich am Mond befindet, kann man nicht die geringste Ähnlichkeit feststellen . Aber urteilt selbst.

Von ein paar Leuten haben wir gehört, dass der Bogen (Namen vergessen) in Vientiane dem Triumpfbogen in Paris gleicht. Aber selbst wenn man sich am Mond befindet, kann man nicht die geringste Ähnlichkeit feststellen . Aber urteilt selbst.

Auf nach Thailand

Mit einem weiteren wunderschönen Visum in der Tasche geht es auf nach Thailand. Wie immer gibt es zwei Alternativen: mit der Touri-Agentur ohne großen Aufwand und Nachdenken um viel Geld oder auf eigene Faust für wenig Geld. Richtig geraten, die unerschrockenen Tätze geben keinen Cent zuviel aus, wenn es nicht notwendig ist!
Wir also am Freitag zum Busbahnhof um uns Tickets für Samstag früh nach Udon Thani zu besorgen. Die Dame am Schalter verweigerte aber, weil man die Tickets nur am Tag der Reise kaufen könnte. Gernot ging dann am nächsten Morgen gleich zum Busbahnhof und besorgte uns Tickets für 10.30 Uhr. Kurz vor 10.00 Uhr erreichten wir das Terminal und starteten den Versuch herauszufinden, von welchen Gate bzw. von wo der Bus denn wegfährt. Auf unsere Frage hin streckte die Schalterfrau ihren linken Arm nach hinten weg. Ohne Worte. Und in der Richtung "hinten weg" war aber leider nichts, mit dem wir etwas anfangen hätten können. Vielleicht sollten wir die Frage nochmal wiederholen? Haben wir gemacht nur leider war das Ergebnis das selbe und wir waren gleich schlau wie vorher. Also Augen offen halten und den richtigen Bus erraten, wenn er kommt.
Die Fahrt und der Grenzübergang verliefen dann einwandfrei: von Vientiane 30 min. bis zur Friendshipbrücke nach Nong Khai, kleine Gebühr (45 Baht) bezahlen, Chipkarte erhalten, Ausreisestempel holen, durchs Drehkreuz gehen, über die Brücke drüber, Einreisestempel holen und das wars. Nach weiteren 45 min sind wir in Udon Thani angekommen, wo wir uns im Thomas Resort einquartiert haben. Eine Oase mitten im Nichts, mit sehr schönem Zimmer, Pool, Weißbier und Currywürsten . Nach meiner unglücklichen Serie in Vanvieng, dürfen wir mal wieder auf Holz klopfen. Obwohl wir mit dem Resort eine etwas kostspieligere Unterkunft gewählt haben, haben wir dort das billigste Zimmer gebucht. Da alle billigen Zimmer ausgebucht waren, Thomas aber das Resort vollbringen will, haben wir aber eines der teuren Zimmer zum Preis vom billigen bezogen juhuuuu! Im Leben gleicht sich immer alles aus.

Hier werden wir die letzten Tage vor dem Sturm verbringen und nichts tun!

In diesem Sinne Prost und so long
Alk & Bert.

In diesem Sinne Prost und so long
Alk & Bert.

© Gernot u. Kathi, 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Reisen veredelt den Geist und räumt mit allen anderen Vorurteilen auf. Oscar Wilde (1900 - 1956). Unser Traum wird wahr, wir reisen ab Ende August einmal um die Welt und laden alle diejenigen ein, die ebenfalls eine solche Reise machen möchten und nach Infos suchen, aber auch jene die gerne von der Couch aus reisen und uns rund um den Globus begleiten möchten.
Details:
Aufbruch: August 2013
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: Juni 2014
Reiseziele: Argentinien
Chile
Brasilien
Bolivien
Peru
Ecuador
Neuseeland
Cookinseln
Australien
Thailand
Laos
Singapur
Philippinen
Österreich
Der Autor
 
Gernot u. Kathi berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.