Endlich wieder eine große Reise: Indien-Bhutan-Nepal
12.04.2026: Alt Delhi
Eigentlich sind wir heute um 08.30 Uhr mit „Shailja“ verabredet. Sie ist eine junge guide für Delhi und ich hatte ihre Nummer noch von Ankit abgespeichert.
In der Nacht hatten wir noch eine Aktion mit ein paar Gästen im Zimmer unter uns—eine wilde—und vor allem laute Party fand statt. Mehrfach hatte sich Thomas telefonisch bei der Rezeption beschwert und gebeten für Ruhe zu sorgen.
Erst gegen Mitternacht wurde es ruhig.
So versuche ich in der Früh Shailja zu erreichen und unser Treffen auf 10 Uhr zu verschieben -leider erfolglos
Beim Frühstück eine Überraschung: die Chefin des Hotels entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten von gestern Abend und wir werden mit allerlei indischen Köstlichkeiten verwöhnt und das komplette Küchenteam wird uns vorgestellt
Irgendwann bekomme ich eine Nachricht von Sailja, dass sie mit Fieber im Bett liegt, aber ihre jüngere Schwester schickt, die auch zertifizierter guide ist.
Das wäre ja uns egal, ob zertifiziert oder nicht—aber dass es wichtig ist, sollen wir später noch erfahren.
Das ist „Jai Shree“ sie ist 23 Jahre alt und studiert Rechtswissenschaften—Geld fürs Studium verdient sie sich als guide
Per Uber fahren wir bis zur Altstadt und beginnen unsere Tour am „Roten Fort“ oder auf Hindi „Lal Qila“
Es wurde im 17.Jahrhundert -ab 1639 aus rotem Sandstein erbaut und ist zentrales Wahrzeichen der indischen Geschichte
Dieses Kind hat noch nie weiße Haut gesehen oder berührt—zum Dank gibt es Kussi für Thomas und auch für mich
Das Gebäude im Hintergrund war der Frauenpalast bzw das Harem-im Vordergrund ein Wasserbecken um für Kühlung oder ästhetisches Vergnügen zu sorgen
Die Festung- und Palastanlage ist aus der Epoche des Mogulreiches und wurde zwischen 1639 und 1648 für den Mogulkaiser „SHA Jahan“ erbaut
Wir haben 2 Rikscha geordert—Jai handelt immer die Preise aus—wir bezahlen 100 Rupien pro Rikscha—das ist ein Euro!
Die Moschee wurde 1650 von „Fatehpuri Begum", einer der Ehefrauen des Mogulkaisers „SHA Jahan“ errichtet—auch aus rotem Sandstein und weißem Marmor
Säckeweise werden die Gewürze—vor allem Pfeffer - herangeschleppt und durch die engen Gassen jongliert…
Dann besuchen wir die „Jama Masjid“ Moschee—eine der größten und bekanntesten Moscheen Indiens, die auf einem Hügel liegt—hier sind wir oben auf den Treppen und sehen weit hinten das Rote Fort
Heute ist Sonntag—da können wir im Hintergrund den sogenannten „Diebesmarkt“ sehen—den historischen „Meena Bazaar“ der schon zur Zeit der Moguln existierte
Hier heißt es Schuhe ausziehen und wir bekommen Umhänge , damit wir züchtig bekleidet sind—die Platten sind furchtbar heiß, und ich—barfuß - muss von Schatten zu Schatten im Laufschritt hetzen
Und wieder werden wir am laufenden Band angesprochen—wir können keine 2 Meter gehen—irgendwann wird es lästig und wir verneinen immer öfter—unsere Jai ist auch genervt und wimmelt einige „Fans“ ab, damit wir überhaupt mal ein paar Meter voran kommen
An den Wänden befinden sich kunstvolle persische Kalligrafien, die den Bauherrn und das Bauwerk lobpreisen
Die Moschee wurde auf Geheiß des Mogulkaisers „SHA Jahan“ erbaut, der auch das weltberühmte „Taj Mahal“ in Auftrag gab—hieran arbeiteten 5000 Handwerker 14 Jahre lang
Nach diesem Besuch stärken wir uns in diesem schönen Cafe mit Dachterrasse—die ist leider geschlossen-aber eine Etage tiefer haben wir auch eine tolle Aussicht
Hier im Cafe essen wir ein paar Kleinigkeiten und trinken Cola und Cafe.
Rechts und links an den Tischen finden Heiratsvermittlungen statt
Junge Mädels und junge Burschen sind eifrig in Gesprächen vertieft.
Woher wir das wissen? Das berichtet uns unsere junge guide Jai .
Wir wären da sonst nicht drauf gekommen. Die Eltern sitzen am separaten Tisch gemütlich beeinander
Da der Tag noch jung ist, überlegen wir, was wir noch unternehmen könnten. Jai hat noch Zeit und würde uns noch gern etwas begleiten.
Thalia googelt und entdeckt etwas ganz besonderes!
Den „Akshardham-Tempel“ —die flächenmäßig größte Hindu-Tempelanlage der Welt!
Dazu fahren wir per Uber die 8km bis außerhalb der Stadt.
Hier erwartet uns ein unglaubliches Menschen- Autoaufkommen. Und eine Buddha-Statue die schon von weitem zu sehen ist
In der Tempelanlage herrscht strengstes Fotografierverbot.
Keinerlei elektronische Geräte dürfen mit hineingenommen werden. Jai sammelt alles ein: sogar die Uhren, Kopfhörer, Handys....alles muss abgegeben werden. Dann durchlaufen wir noch strenge Kontrollen, sodass wirklich nichts-aber auch gar nichts - reingeschmuggelt wird
Dafür haben wir den Vorteil, dass keiner mit uns Fotos machen will und wir ungehindert alles anschauen können
Die Tempelanlage ist unglaublich schön:
Sie erinnert an Angkor Wat in Kambodscha.
Das Herz bildet die 33m hohe Statue des " Shri Neelkanthvarni Maharaj" der in tiefer Meditation auf einem Bein balanciert dargestellt ist.
Im zarten Alter von 11 Jahren, nach dem Tod seiner Eltern verließ er seine Heimat und startete als Asket seine Pilgerreise durch ganz Indien, Tibet und Nepal.
7 lange Jahre und barfuss--während seiner Reise lernte er die Kunst des Ashtang Yoga in nur 9 Monaten. Eine Leistung für die andere 12 Jahre brauchten.
Er traf auf seiner Reise viele Yogis und blieb 1 Jahr bei dem großen Yogi Gopal Yogi und lernte Ashtanga Yoga
Diese Tempelanlage ist der absolute Hammer mit imposanten Ausmassen: das grösste Gebäude ist 43 Meter hoch, 96 Meter lang und 109 Meter lang
Der Bau dauerte 5 Jahre und wurde am 6. November 2005 eingeweiht.
Nach diesem krönenden Abschluss fahren wir per Uber zu unserem Hotel zurück.
Dann gehts per Uber zum Airport.
Wir sind uns einig: es war ein toller Tag! Unsere Vorurteile gegenüber Indien revidieren wir!
Natürlich ist es dreckig--es gibt extrem viel Müll, aber die Menschen sind nett und freundlich, wir fühlten uns überall sicher und die architektonischen Bauwerke sind mehr als beeindruckend!
| Aufbruch: | 19.03.2026 |
| Dauer: | 4 Wochen |
| Heimkehr: | 13.04.2026 |
Bhutan
Nepal