Endlich wieder eine große Reise: Indien-Bhutan-Nepal

Reisezeit: März / April 2026  |  von Christine & Thomas R&H

30.03.2026: Tag 4

Der Wecker klingelt bereits um 03:45 Uhr. Thalia war sowieso schon vorher wach, meldet sich da etwa die Nervosität? Das geht wohl vielen so, der Andrang an der einzigen Toilette ist groß. Nicolas kann in Ruhe liegen bleiben und noch etwas schlafen, er entscheidet sich aufgrund leichter Kopfschmerzen gegen den Aufstieg. Die Zeit vergeht schnell, wir müssen starten, damit wir rechtzeitig zum Sonnenaufgang oben sind. Um 04:20 Uhr haben wir uns dann endlich alle angepellt, unsere Kopflampen mit einer Leuchtkraft wie Baustrahler auf dem Kopf und den Rucksack gepackt. Die Kamera ist natürlich auch mit dabei. Thalia ist froh, dass Krizsna und Fardif sich anbieten den Rucksack abwechselnd zu tragen. Wir verabschieden uns und marschieren los.

Wir starten um 04:20 Uhr.

Wir starten um 04:20 Uhr.

Insgesamt machen wir nur drei kurze Trinkpausen und überholen mindestens dreißig weitere Gipfelstürmer, die unterschiedlicher nicht sein können. Manche stapfen mit Handytaschenlampen und Turnschuhen die schneebedeckten Treppen hinauf, andere haben die Orientierung verloren und fragen uns nach dem Weg. Gut, dass ich mir darum keine Sorgen machen muss und einfach den beiden hinterherlaufe und mich auf meine Herzfrequenz konzentrieren kann. Auf zwei Drittel der Strecke wird es allmählich heller und wir sehen wie sich die ersten bedrohlich dunkel wirkenden Wolken von links und rechts an uns heranschleichen. Hoffentlich schaffen wir es noch im Trockenen nach oben.

Die leuchtenden Punkte sind weitere Gipfelstürmer.

Die leuchtenden Punkte sind weitere Gipfelstürmer.

Tatsächlich überwinden wir die 3,5km und 500 Höhenmeter in 1:40h und blicken auf die Anapurnas noch bevor die ersten Sonnenstrahlen hinter dem Machapuchare hervortreten. Da es doch noch relativ wolkig ist, trinken wir in der niedlichen kleinen Hütte einen Tee und wärmen uns am Ofen. Der Hüttenwirt erzählt stolz, dass er das ganze Holz für den Ofen selbst hinaufträgt, um sich und seine Gäste hier wärmen zu können. Ich verteile unsere M&Ms, die alle gerne annehmen und zum Tee naschen. Am meisten freut sich Kriszna, dem ich am Ende noch die restliche Tüte in die Hand drücke, damit er noch welche für seine morgige Rückreise hat.

Oben angekommen gibt es erst einmal einen wohlverdienten Tee.

Oben angekommen gibt es erst einmal einen wohlverdienten Tee.

Nach dieser Pause klart sich der Himmel und somit auch die Laune aller auf. Es ist mittlerweile voll geworden und etwa hundert Menschen tummeln sich nun hier oben und machen etliche Fotos. Einige holen sogar verschiedene Outfits heraus und posen im Sari für Social Media. Nunja, jeder, wie er möchte.

Die Sonne erwacht…

Die Sonne erwacht…

…und die Wolken lichten sich so langsam.

…und die Wolken lichten sich so langsam.

Der Himmel wird immer klarer.

Der Himmel wird immer klarer.

Gipfelfoto!

Gipfelfoto!

Hier kommen noch ein paar Nachzügler.

Hier kommen noch ein paar Nachzügler.

Nach einer guten Dreiviertelstunde machen wir uns wieder auf den Rückweg und erreichen nach weiteren 1:20h unseren Ausgangspunkt, das High Camp. Dort wartet schon Nicolas, sodass wir gemeinsam frühstücken können.

Der Rückweg…

Der Rückweg…

Die Sicht bleibt nach wie vor atemberaubend.

Die Sicht bleibt nach wie vor atemberaubend.

Das High Camp von oben.

Das High Camp von oben.

Nachdem Thalia, Fardif und Krishna von ihrem Summit Push zurückkehren, treffen wir uns mit den anderen Sonnenaufgangsaspiranten zum Frühstück in der Dining Hall.
Es gibt nepalisches Brot mit Rührei und Kartoffelspalten. Mächtig deftig!

Zur Belohnung gab es Frühstück mit Aussicht.

Zur Belohnung gab es Frühstück mit Aussicht.

Nach dem entspannten Mahl verweilen wir noch eine ganze Weile mit den anderen Trekkern und tauschen uns über bisher durchgeführte, aber auch geplante Touren aus.
Wir packen in aller Ruhe unser Zeug zusammen und verlassen das High Camp am späten Vormittag.
Vor uns liegen knapp 1600m direkter Abstieg in das kleine Dorf Sidhing, für Thalia sind es am Ende sogar knapp 2100m durch den bereits erfolgten Auf -und Abstieg.
Der Abstieg ist eine direkte Route Richtung Tal und folgt nicht dem (spannenderen) Aufstieg. So folgen mehrere Stunden harte Beinarbeit, begleitet von weiterhin temporären Ohrdruckproblemen bei Nicolas. Wir erreichen am Nachmittag das winzige Dorf und dürfen das erste Mal wieder in einem kleinen „Hotel“ nächtigen.
Hotel verspricht hier mehr als erwartet, es ist ein spartanisches Zimmer und einem Kloraum und auch nicht wirklich sauber. Aber was soll’s wir haben die letzten Tage wieder gelernt, mit dem einfachsten umzugehen und das reicht. Im High Camp bspw. gab es nur Hocktoilletten, aber man gewöhnt sich an alles. In dieser Zeit stören einen die fehlenden und gewohnten Annehmlichkeiten überhaupt nicht die man sonst so als West-Euro gewohnt ist bzw. legt man diese mehr oder weniger gänzlich ab. Ein schöner Erdungsprozess!
Zum Mittag gibt wieder mal das nepalesische Dal Bhat mit Kundruk.

Gundruk ist ein traditionelles nepalesisches Nahrungsmittel, das durch Fermentation von Blattgemüse wie Senf-, Rettich- oder Blumenkohlblättern hergestellt wird. Es schmeckt leicht säuerlich, herzhaft (Umami) und ist reich an Probiotika, was es gesund für die Verdauung macht. (Foto)

Wir entdecken nach unserem Mahl draußen auf dem Hof noch eilige ältere Herren die entspannt auf Stühlen im Kreis sitzen und anscheinend Körbe Flechten.
Wir gehen interessiert hin und Nicolas soll sich nach Aufforderung sofort am Flechten selber versuchen (Foto)
Klappt ganz gut offenbar, wir sind eingestellt!
Wir streifen noch einige Zeit über das Gelände und gehen dann auch zeitig nach dem Abendmahl ins Bett.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Es geht wieder zu viert auf große Reise: mit Thalia und Nicolas! Wir locken die beiden mit einem entspannten Ayurveda-Aufenthalt nach Indien. Und da unsere beiden Sportfreaks schon mal "drüben" sind, möchten sie auch gern Trekking im Himalaya machen. Und da Bhutan auch schon lange auch unserer Liste steht, besuchen wir auch das Königreich mit den glücklichsten Menschen der Welt
Details:
Aufbruch: 19.03.2026
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 13.04.2026
Reiseziele: Indien
Bhutan
Nepal
Der Autor
 
Christine & Thomas R&H berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
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