Reise durch Botswana, Namibia und Südafrika

Reisezeit: Juli / August 2003  |  von Karl Martin Mutter

Khorixas, 2003-08-07

Khorixas - versteinerter Wald - Khorixas 213 km

Um ½ 8 Uhr saßen wir am Frühstückstisch. Frisch gestärkt gingen wir an die Rezeption. Müssen wir nun packen oder können wir noch eine Nacht in der Gowati Lodge bleiben? Nach nochmaliger Rücksprache erhielten wir die Auskunft, dass ein Zimmer frei sei und wir sogar unser jetziges behalten können.
Der Tag fängt wieder gut an.
Das Auto hatte mal wieder Durst. Gegenüber unserem Quartier lag eine größere Tankstellenanlage. Verpflegung für Auto und Insassen wurde geortet.
Nur wenige Kilometer westlich von Khorixas wechselte die bislang gut ausgebau-te C 39 zu einer belaglosen Pad. Der Ausbauzustand erlaubte relativ hohe Geschwindigkeiten. Bei der Fahrt über die Kuppen und in den nachfolgenden Senken fühlten wir uns wie auf einer kleinen Achterbahn. Erstes Ziel heute "Patrified Forest" oder "der versteinerte Wald". Zu einer Zeit als Südamerika und Afrika noch den Kontinent "Gondwana" bildeten wurden vor ca. 300 Millionen Jahren die hier herum liegenden Bäume aus dem heutigen Sambia angeschwemmt. Der Westwind blies Sand darüber. Unter der Einwirkung von Kieselsäure erfolgte die Umwandlung in Stein. Die Jahresringe und die Astansätze waren noch einwandfrei erkennbar. Die verstreut herum liegenden Bäume, bzw. Stämme oder Teile von Baumstämmen riefen bei Susi und unseren Kids nicht gerade Begeisterungsstürme hervor. Unter einem Wald versteht man normalerweise auch etwas anderes als das was hier unter diesem Namen präsentiert wurde.
Beim ½ stündigen Rundgang begleitete uns ein Guide, der Anfangs in Englisch, später in einem relativ guten deutsch uns Erklärungen zum "versteinerten Wald" gab. Als wir uns am Ausgang noch nach ein paar Souvenirs umsahen fragte mich unser Guide Alex, ob wir seinen Bruder zu seiner ca. 20 km westlich liegenden "Kleinfarm" mitnehmen würden. Warum nicht. Susi und die Kids ließen sich auf der Rückbank nieder und ich hatte zur Abwechslung mal einen dunkelhäutigen Beifahrer. Immer mal wieder erhielten wir von ihm Informationen was die Regionalverwaltung oder wie private Investoren hier in der Gegend Tourismus fördernde Infrastrukturverbesserungen durchführen wollen. Hauptsächlich handelte es sich um den Bau neuer Logden an landschaftlich schönen Stellen.

An einem wirklich sehr kleinen "Bauernhof", bestehend aus einigen Rundhütten, ein paar Schuppen sowie einer Werbung für Coca Cola, ließen wir unseren Kurzzeitbegleiter aussteigen.
Wir setzten unsere Fahrt nach Westen fort. Nächstes Ziel "Burnt Mountain" oder "verbrannter Berg" und die daneben liegenden Orgelpfeifen. Bei dem kurzen Fußmarsch durch den Bereich der Orgelpfeifen waren wir noch zu Viert. Den Kurzanstieg auf den verbrannten Berg überließen die zwei Damen dann Karl Martin und mir.

Nochmals 10 km weiter lagen die "Twyfelfontein Rock Paintings", mehrere tausend Jahre alte Felszeichnungen bzw. Gravuren.
Diesmal hatten wir eine junge Dame als Guide. Wir wählten die mittellange Tour. Am Hang eines Felskessels waren 3 verschiedene Rundwege angelegt die an verschiedenen Darstellungen von Tieren und vor allem von Jagdszenen vorbei führte. Diesmal waren wir zu Dritt, Susi, KM und ich. Katharina blieb im heißen Auto zurück. Ich glaube hier in diesem Felskessel hatten wir die Rekordtemperaturen in unserem Urlaub.

Unter einem Strohdach wurde an einem steinernen Tisch mit ein paar Steinbänken gerade ein Platz frei. Nach so vielen Besichtigungen kam uns das gerade recht. Wir hatten Hunger und ließen uns zum Picknick nieder. Salami, Biltong, Corned Beef, dazu Knäckebrot. Dazu sollte es Pfirsiche aus der Dose geben. Aber welch ein Malheur, es waren keine halbierte Pfirsiche in den beiden großen Büchsen sondern Pfirsich-Marmelade. Wir hätten uns vielleicht beim Einkaufen nicht so sehr von den Bildern - mit schönen, halbierten Pfirsichen - leiten lassen sollen sondern vom Text. "Jam" heißt nun mal Marmelade.

Um ca. 13 Uhr machten wir uns auf den Rückweg, zurück zu "Gowati Lodge". Anfangs saß KM am Steuer, er hatte sich wieder einige Kilometer erbettelt.
Um 14 Uhr 30 waren wir wieder zurück. Am Pool verbrachten wir den Nachmittag mit Baden, Tagebuch schreiben und mit Lesen. Ich begutachtete mehrfach die Bilder der vergangenen 2 Tage. Der dritte Chip war schon bald voll. Aber mit was für hervorragenden Aufnahmen. Sonnenuntergänge im Bereich von Fort Namutoni, Tieraufnahmen im Etosha Park, insbesondere die 2 Begegnungen mit den Löwen. Die fressende Löwin war selbst bei vielfacher digitaler Vergrößerung gestochen scharf abgebildet. Ich war richtig verliebt in diese Bilder. Die Fingerklippe und die Landschaftsaufnahmen bei der Fahrt durch das Tal des Ugab mit den stimmungsvollen Lichtverhältnissen würden sich im Reisebericht mal recht gut machen. Auch die heutigen Aufnahmen, vor allem von den Felszeichnungen, wa-ren recht ordentlich.
Um 17 Uhr bekam die Hochstimmung der letzten Tage den ersten Dämpfer.
Der Assist-Manager wurde bei uns vorstellig, ob wir nicht in ein Restcamp in der Dorfmitte von Khorixas umziehen würden. Er benötigt unser Zimmer wegen einer größeren Reisegruppe. Diese würde nur dann zu ihm in seine Lodge kommen wenn alle Mitreisende hier in seiner Lodge untergebracht werden können. Um der Gruppe dieses anbieten zu können benötigt er unser Zimmer. Wir brauchten uns nicht lange beraten. Abgelehnt, in Reiseführern und gestern auf der "Bambatsi Lodge" hatten wir schon von dem schlechten Ruf dieses Restcamps vernommen, den er uns im Übrigen auch noch bestätigte. Am Schluss des Gesprächs war er beleidigt, schimpfte wie viel er Arbeiten muss und welchen Verlust er nun hat. Im Hotelbereich wie auch in der Küche.
Ich befürchtete schon, dass er seinen Verlust noch vergrößern will und uns zur Strafe kein Abendessen verkaufen will. Aber soweit ließ er es nicht kommen. Dafür schlich er den halben Abend um uns herum. Immer wieder jammernd über die vielen Probleme die er hat. Wir waren zutiefst beeindruckt. Vor lauter Kummer setzten wir uns nach dem Essen noch an die Bar und kippten eine Flasche Wein hinunter.

Frage, warum sind hier keine Bilder?
Die sollen doch so gelungen sein!?!
Die Beantwortung der Frage erfoglt am 08. Augsut 2003

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Johannesburg über Maun ins Okavangodelta, Moremi NP, Namibia, Etosha NP, Windhoek, Swakopmund, Sossusvlei, Cape Town, Cape of Good Hope, Cap Agulhas, Garden Route, Johannesburg
Details:
Aufbruch: 23.07.2003
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 22.08.2003
Reiseziele: Südafrika
Botsuana
Namibia
Der Autor
 
Karl Martin Mutter berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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