Reise durch Botswana, Namibia und Südafrika

Reisezeit: Juli / August 2003  |  von Karl Martin Mutter

Maun, Botsuana - Bagani, Namibia, 2003-07-30

Maun, Botswana - Bagani, Namibia, 454 km

Noch einmal konnten wir durch die sonnenbeschienene Wiese zum Frühstücks-platz laufen. Jeder stärkte sich mit dem was ihm am meisten zusagte. Bei mir lag unter anderem wieder ein Omelett auf dem Teller. Dann wurde der Rest einge-packt und unsere schönen Chalets geräumt um sie den nächsten Gästen zur Verfügung zu stellen. Der unangenehme Teil des Aufenthalts stand mir noch be-vor. Das Begleichen der Rechnung. Auf 3.121,85 Pula oder 510,00 Euro beliefen sich die Kosten für je drei Nächte in den zwei Chalets, d.h. 85 Euro pro Person und Nacht inkl. Frühstücksbuffet. Das war reichlich aber im Vergleich zu dem was im Bereich vom Moremi WR verlangt wurde war es noch günstig. Dem Namen machte die Lodge auch keine Ehre. 3 Tage waren wir hier und kein Krokodil lief uns über den Weg. Auch von einem Hippo war weit und breit nichts zu sehen. Dennoch war es hier ein sehr angenehmer und erholsamer Aufenthalt. Wir würden wieder kommen.

"Riley's Garage"

"Riley's Garage"

Wir fuhren die paar Kilometer nach Maun. Unser erstes Ziel war Riley's Garage. Das Auto hatte fürchterlichen Durst. Bei "Riley's Garage", man kennt sich mittlerweile, tankte ich wieder voll. Währenddessen versuchten Susi und Katharina in einem Internetkaffee eine Email ins Marienhaus nach Bad Säckingen zu schicken um Oma mitzuteilen, dass wir alle noch gesund und munter sind. Ganz so einfach war das nicht zu machen. Laut dem Besitzer der Computer brach zwischendurch mal das ganze Internetnetz von Botswana zusammen. Er versprach aber die Email aus dem Outlook abzusenden, sobald seine PC's wieder "ONLINE" sind. Die Email ist am gleichen Tag noch in Bad Säckingen angekommen und wurde an Oma weitergeleitet.

Telefonisch war eine Verbindung mit Deutschland für uns nicht möglich, wir hatten D 1, (T-Mobile) und nur mit D 2, (Vodafone) gelangte man hier ins Netz. Nach der Kommunikation kümmerten wir uns wieder um das leibliche Wohl. Der Einkauf für unser Mittagessen: Knä-ckebrot, Salami, Thunfisch, Biltong, Corned Beef und Kekse. Als Dessert noch etwas Obst.

Auch eine einheimische Schönheit, mit Kleinkind auf dem Rücken, war wohl auf Einkaufstour.

Auch eine einheimische Schönheit, mit Kleinkind auf dem Rücken, war wohl auf Einkaufstour.

Ein letztes Mal fuhren wir über die Hauptstrasse Mauns.

Ein letztes Mal fuhren wir über die Hauptstrasse Mauns.

In südwestlicher Richtung verließen wir Maun. Es fiel mir fast schon etwas schwer, diese unscheinbare Stadt mit dem Flair von Abenteuer zu verlassen.
Durch ausgedehnte Quartiere mit Ein- oder Zweiraumhäusern führte uns die Teerstrasse.

Die Toiletten waren zentral über die Quartiere verteilt in ca. 1,5 m x 1,50 m gro-ßen Häuschen untergebracht.

Die Toiletten waren zentral über die Quartiere verteilt in ca. 1,5 m x 1,50 m gro-ßen Häuschen untergebracht.

Es war wieder angenehm warm, knapp unter 30 ° Celsius. Die einheimischen Damen suchten sich einen Schattenplatz um auf den Omnibus zu warten.

Es war wieder angenehm warm, knapp unter 30 ° Celsius. Die einheimischen Damen suchten sich einen Schattenplatz um auf den Omnibus zu warten.

Über Toteng, vorbei am Lake Ngami kamen wir nach Sehithwa. Hier verzweigte sich die Straße. Geradeaus führte der Weg über Ghanzi direkt nach Windhoek. Wir bogen rechts ab, Fahrtrichtung Nord, der Sonne entgegen, unser Ziel der "Caprivi Strip" im Norden von Namibia.
Etwas größere Orte waren Tsao, Nokaneng, Thale und Gumare.
Vielleicht hätten wir uns hier schon mal nach einem Nachtquartier umsehen sollen. Linkerhand kamen die Tsodilo Hills, laut Reiseführer sehenswerte Inselberge, mit einem Alter von ca. 450 Millionen Jahren. Empfehlenswert das Besichtigen von Felsmalereien. Doch niemand drängte aufs Abbiegen. Wir waren vermutlich noch zu sehr mit dem Verarbeiten des bislang gesehenen beschäftigt und konnten uns nicht schon wieder neue und dann noch ganz andere Eindrücke zumuten. An der Zufahrt kann es nämlich nicht gelegen haben, Die Beschreibung der Strecke klang für mich recht verlockend. Entweder war ein Allradfahrzeug notwendig oder es musste die Bereitschaft zum Sand schaufeln vorhanden sein.

Die Strasse auf der Westseite des Okanvango-Deltas führte durch fast topfebenes Land. Obwohl es die Hauptverbindungsstrasse von Botswana nach Nordnamibia und - bedingt durch den Ausbauzustand - auch nach Sambia war konnte man das Verkehrsaufkommen nur als "gleich Null" bezeichnen. Manchmal fuhren wir 30 km ohne dass uns auch nur ein Auto entgegen kam. Dennoch war die Strecke nicht ganz ohne. Nicht nur ein demoliertes oder ausgebranntes Auto zierte den Straßenrand.

Nicht ganz ungefährliche Straßen

Nicht ganz ungefährliche Straßen

Sogar einen angefahrenen Esel, der sich vergeblich bemühte mehr als nur den Kopf anzuheben, sahen wir vor einem ausgebrannten Kleinlaster liegen. Wobei die beiden Unfälle zu unterschiedlichen Zeiten stattfanden.

Die Rinder störten sich nicht im geringsten an den meist mit überhöhter Ge-schwindigkeit vorbei rasenden Autos. Ich war allerdings auch nicht erpicht unserem Kuhfänger die Bekanntschaft mit einer Kuh oder einem Stier zuzumuten. Bei diesen Zusammentreffen gab es im Regelfalle zwei Verlierer.
Zwischenzeitlich hatten wir das Okavangodelta auf der rechten Seite hinter uns gelassen und fuhren am sogenannten "Panhandle", dem River Okavango entlang der hier als Zufluss für das Delta mit "Pfannengriff" bezeichnet wird.
Immer wieder lagen links oder rechts am Strassenrand kleine Ansiedlungen in der auch hier typischen Bauweise. Strohgedeckte Rundhäuser die durch einen Holzzaum oder durch Akazienäste und -gestrüpp geschützt wurden.

Es wurde langsam Zeit sich nach einem Nachtquartier umzuschauen. Es war zwar erst 15 Uhr 30, aber die Auswahl war wohl nicht sehr groß.

Das erste Quartier, wunderschön direkt am Okavango gelegen war ausgebucht, nur Campingplätze könnte er uns noch zu Verfügung stellen. Schade, wir hatten leider keine Campingausrüstung.

Der Okawango

Der Okawango

Lt. Angaben des Besitzers gibt es in ca. 10 km Entfernung noch eine Zweite Lodge. Susi war eine längere Strecke gefahren, aber jetzt über diese Sandzufahrten, da wollte sie nicht mehr. Doch gut zureden half. Was wäre Autofahren in Botswa-na ohne mal über eine schöne Sandpiste zu fahren, Susi hätte das Beste verpasst. Mit zugeschaltetem Allrad aber noch ohne "Lock" düste sie dann ganz locker über den Sand.

Auch "Drotskys Cabins" lag wunderschön "on the banks of the Okawango".

Auch "Drotskys Cabins" lag wunderschön "on the banks of the Okawango".

Auch sie war ausgebucht. Nur Campingplätze gab es noch. Nun, auf mich wollte zu Hause ja keiner hören. Zum Glück hatte ich den Vorschlag mehrfach gemacht. Jeder erinnerte sich an das schöne Auto mit den beiden Dachzelten drauf. Aber keiner wollte auf mich hören. Ein Vorteil hatte es wenigstens. Es gab keinerlei Anlass mir Vorwürfe über eine mangelhafte Organisation zu machen. Auch hier war der Lodgeinhaber wieder hilfsbereit. Wir sollten es doch 10 km weiter, fluss-abwärts versuchen. Dort sei noch eine schöne Unterkunft. Danke, von daher kommen wir. Nein, weitere Unterkünfte in der näheren Umgebung gibt es ansonsten keine mehr. Mittlerweile war es 16 Uhr 15, Botswana-Time. Falls wir in Richtung Namibia unterwegs seien wäre es wohl das Beste wenn wir es dort versuchen würden.
Schade, eigentlich wollten wir Botswana nicht vorzeitig verlassen. So schön wie es hier ist. Aber es gab keine Alternativen. Es war zwar nicht weit mehr bis dorthin, aber 30 bis 60 Minuten müssen wir trotzdem einrechnen. Irgendwo soll auch noch die Teerstrasse zu Ende gehen. Dann noch die Grenzformalitäten. Das wird knapp.

43 Minuten später - ich drehte in irgendeinem gottverlassenen Nest noch eine Ehrenrunde - standen wir auf dem Parkplatz der Zollanlage zwischen Botswana und Namibia.

Zollanlage von Namibia

Zollanlage von Namibia

Vor uns lag Namibia, das ehemalige "Deutsch-Südwest-Afrika"

Die Grenzformalitäten erwiesen sich als harm-los. Einreiseformblatt ausfüllen, Pässe beim Immigrationofficer stempeln lassen, dem Zöllner erklären, dass wir nicht zu deklarieren haben und fertig war die Prozedur.

In der "REPUBLIC OF NAMIBIA" waren wir willkommen.

In der "REPUBLIC OF NAMIBIA" waren wir willkommen.

Dank Zeitumstellung fuhren wir nun nicht um 17 Uhr 25 durch den "
Mahango Game Park". Die Uhr zeigte erst um 16 Uhr 25. Am Sonnenstand änderte sich zwar nichts. Aber gefühlsmäßig waren wir doch wesentlich früher dran.

Die Kudus wurden außerhalb vom Park ......

Die Kudus wurden außerhalb vom Park ......

........... vom Park durch Rinderherden abgelöst.

........... vom Park durch Rinderherden abgelöst.

Ein Fleischberg am Straßenrand erinnerte die Nicht-Vegetarier daran, dass die letzte Mahlzeit, das Frühstück, schon einige Zeit zurück lag.

Ein Fleischberg am Straßenrand erinnerte die Nicht-Vegetarier daran, dass die letzte Mahlzeit, das Frühstück, schon einige Zeit zurück lag.

Immer wieder tauchten Hinweisschilder auf Game Lodges auf, aber alle mit einer fürchterlich langen Zufahrt. Gab es eine Nacht im Auto?
Die Schweizer aus Basel, die zeitgleich wie wir auf Crocodile Camp waren, hatten uns von der Suclabo Lodge, etwas außerhalb des Mahango Game Park, direkt oberhalb des Okavango vorgeschwärmt.

Das Hinweisschild - Suclabo Lodge - kam wie gerufen.
Um 17 Uhr 05, eine knappe Stunde nach der Einreise in Namibia standen wir am Eingang zur Suclabo Lodge.

Das Hinweisschild - Suclabo Lodge - kam wie gerufen.
Um 17 Uhr 05, eine knappe Stunde nach der Einreise in Namibia standen wir am Eingang zur Suclabo Lodge.

Chalets der "Suclabo Lodge"

Chalets der "Suclabo Lodge"

2 Chalets mit je 2 Betten, wirklich wunderschön gelegen, wurden uns angeboten. Die Preise 925 N$ = 111,65 € (pro Chalet für DBB (Dinner, Bed & Breakfast) waren nicht ganz billig, aber die Managerin meinte, sie könnte nach Rücksprache mit der Chefin uns noch etwas entgegen kommen. Schlussendlich machte die Rechnung dann für Übernachtung, Abendessen, Frühstück und inclusiv der Getränke dann 1.785 N$ oder 215,45 €, Im Vergleich zur Crodile Lodge war es dann wieder akzeptabel. Nur alle Quartiere in Namibia sollten nicht so teuer sein.

Die "Suclabo Lodge" hoch über dem Okawango

Die "Suclabo Lodge" hoch über dem Okawango

Bis zum Einbruch der Dunkelheit blieb nicht mehr allzu viel Zeit um die Umgebung der Lodge zu fotografieren.
Der Freisitz hoch über dem Flusslauf, dem Okavango lag wunderschön.
.
Die Temperaturen waren optimal. Es war angenehm warm, aber nicht zu heiß

Ein recht steiler Weg führte hinunter an den Okavango.

Allzu Mutige wurden mit dem Schild:

auf die Gefahren, die in der Umgebung lauerten, hingewiesen

Der Hunger war inzwischen riesengroß. Ausser den Kleinigkeiten hatten wir seit gut 10 Stunden nichts mehr gegessen.
Ab 19 Uhr konnten wir und die übrigen Gäste sich am Buffet bedienen. Bei einem Blick auf meinen Teller konnte man leicht meine Heimat erraten. Für den 1. Gang wählte ich Kassler, Sauerkraut und Kartoffelbrei. Es schmeckte hervorragend. Beim 2. Gang achtete ich wieder etwas aufs Exotische und wählte Kudurouladen. Auch ein Dessert gab es noch bevor wir uns zu Klaus, dem schwarzen Barkeeper ins "Frankenstublä" setzten. Die Chefin beehrte uns auch zu einem Schwätzchen. Englisch war nicht nötig, Wir unterhielten uns in lupenreinem Deutsch.
Um 21 Uhr 00 legten wir uns todmüde unter die Moskitonetze.

Zwar nicht wie ursprünglich geplant nochmals in Botswana aber wieder in einem ganz hervorragenden Quartier im Caprivi, in Norden von Namibia.
Womit hatten wir soviel Glück verdient?

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Johannesburg über Maun ins Okavangodelta, Moremi NP, Namibia, Etosha NP, Windhoek, Swakopmund, Sossusvlei, Cape Town, Cape of Good Hope, Cap Agulhas, Garden Route, Johannesburg
Details:
Aufbruch: 23.07.2003
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 22.08.2003
Reiseziele: Südafrika
Botsuana
Namibia
Der Autor
 
Karl Martin Mutter berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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