Reise durch Botswana, Namibia und Südafrika

Reisezeit: Juli / August 2003  |  von Karl Martin Mutter

Bagani - Tsumeb, 2003-08-31

Bagani, Suclabo Lodge - Tsumeb, Makalani Hotel 583 km

Typisch Urlaub, wieder nichts mit Ausschlafen. Um 6 Uhr 15 Namibischer Zeit trieb es uns aus den Betten. Draußen war es bereits angenehm warm. Durch die grünen Blätter der Bäume hindurch schimmerte blau-grau der Okavango hinauf zu den Chalets und zur Terrasse. Ein Bilderbuchmorgen, welch ein Genuss. Frühstück gab's ab 7 Uhr 30. Wir waren die Ersten die sich auf den Kaffee stürzten. Wahrscheinlich hat auch wieder ein oder mehrere Omeletts zu unserem Frühstück gehört. Auch möglich, wir haben unsere Brote mit deutscher Marmelade bestrichen.
Bei der Abrechnung erhielten wir von der Managerin einen Familienrabatt von 15 %. Nicht schlecht. Barkeeper Klaus (schwarz) stellte uns die Rechung zusammen. Auf 1.785 N$ = 215,45 Euro belief sich die Rechnung für Abendessen, Barbesuch, Übernachtung und Frühstück.

Während Klaus mit der Rechnungsaufstellung beschäftigt war erhielten wir noch einen Vortrag von der Managerin. Der erste Hinweis bezog sich auf Bettler an den Popa-Fällen. Hier hatte sie die Bitte an uns, falls wir von einem oder von mehreren Bettlern angesprochen werden, diesen ja nichts zu geben. Denn je erfolgreicher diese Menschen beim Betteln sind umso eher verlassen dann auch ihre Stammesbrüder die heimatlichen Siedlungen um hier mit viel weniger Aufwand mehr einzunehmen als sie auf dem Land beim Arbeiten verdienen würden. Folge, Landflucht und eine weitere Zunahme der Slumbildung bei den Zentralorten. Klang einleuchtend.
Der zweite Hinweis war eine Warnung vor Dieben an den Tankstellen im Großraum von Rundu. Dort sei Tanken sehr gefährlich. Taschendiebe, Autoaufbrüche u.ä. sei an der Tagesordnung. Hier im Bereich von Bagani gelten noch die alten Stammesgesetze. Bei Diebstahl wird in traditioneller Weise ein Finger oder bei Wiederholungen die Hand abgehackt. Das wirkt bei den Einheimischen, hier sei die Welt noch ziemlich in Ordnung.

Die Fahrt zu den 2 km entfernt liegenden Popa-Fällen dauerte nicht lange.

Die Fahrt zu den 2 km entfernt liegenden Popa-Fällen dauerte nicht lange.

Etwas holprig, aber der Allrad wurde leider nicht gefordert. 2 Mischlinge boten eine Fahrt in ihrem Holzkahn an. Das Boot sah allerdings nicht sehr vertrauenserweckend aus. In Anbetracht der nicht gerade geringen Anzahl von Krokodilen verzichteten wir daher auf diesen Nervenkitzel. Zudem gehörten die Popa-Fälle nicht unbedingt zu der Kategorie der größten Wasserfälle die wir bislang gesehen hatten.

Weiter fuhren wir durch eine ländliche Gegend. Rundhütten aus Holz .........

Weiter fuhren wir durch eine ländliche Gegend. Rundhütten aus Holz .........

........ und Verkäufer am Straßenrand wechselten einander ab.

........ und Verkäufer am Straßenrand wechselten einander ab.

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Ein Kind saß inmitten von kleinen Bündeln aus Eisenholz und hielt Ausschau nach einem Käufer

Ein Kind saß inmitten von kleinen Bündeln aus Eisenholz und hielt Ausschau nach einem Käufer

Im gut bewachten Ndhovu Value Store in Divundu bezahlten wir die Gebühr für die Straßenbenutzung in Namibia.
Kosten 100 N$ = 12,07 €. 
Die Coca Cola 0,34 l kostete 3,45 N$ = 0,42 €.

Im gut bewachten Ndhovu Value Store in Divundu bezahlten wir die Gebühr für die Straßenbenutzung in Namibia.

Kosten 100 N$ = 12,07 €.

Die Coca Cola 0,34 l kostete 3,45 N$ = 0,42 €.

Kurz danach erreichten wir die B 8, die Teerstraße von Rundu durch den Caprivi nach Katima Mulilo.

Kurz danach erreichten wir die B 8, die Teerstraße von Rundu durch den Caprivi nach Katima Mulilo.

Unser Ziel lag links in Richtung Rundu. Gerne wäre ich die rund 300 Kilometer bis zum Ende des Caprivi und dem Chobe Nationalpark gefahren. Aber das Quartier vor den Toren vom Etosha war gebucht. Trotzdem bog ich nach Rechts ab. Ich wollte auf die andere Seite des Okavango damit wir wenigstens symbolisch im Caprivi gewesen sind. Susi ist auf der Brücke ausgestiegen um zu fotografieren. KM filmte, was dem Militärpolizisten auf der anderen Brückenseite nicht sonderlich lustig fand. Mit ernster Miene lauschten wir seinem Vortrag mit dem Inhalt, dass Brücken militärische Objekte sind die nicht fotografiert werden dürfen.

Mit der Erklärung dass wir nicht die Brücke, sondern den Fluss fotografieren bzw. filmen wollten gab er sich zufrieden.
Was sollte ich auch mit dieser Brücke, einer einfachen Betonkonstruktion. Wir fuhren wieder zurück aufs rechte Flussufer. Susi haben wir nicht vergessen, sie wurde wieder eingeladen. Kurz nach der Brücke war eine größere Tankstelle. Laut der Managerin ist hier noch alles friedlich und ehrlich, also hin zum Tanken. Mit gefülltem Tank machten wir uns auf den Weg nach Rundu, Entfernung ca. 200 km. Die Gegend war topfeben. Immer wieder sahen wir kleinere Siedlungen, alle aus Holz-Rundhütten.

Wasser für die Siedlungen gab es zentral aus solchen Wasser-Tankstellen.

Wasser für die Siedlungen gab es zentral aus solchen Wasser-Tankstellen.

Mal säumten Bäume, dann wieder Buschland den Straßenrand. Zeitweilig wanderten ganze Kolonnen von Kinder, den Schuluniformen nach auf dem Heimweg vom Unterricht, an der Straße entlang.
Dann beherrschten wieder Rinder und Ziegen das Bild. Nördlich von Rundu wechselte das Landschaftsbild. Jenseits des Okavango bildeten relativ hohe Berge den Horizont. Sie lagen bereits in Angola. Kurz darauf wechselte die Fahrrichtung von West auf Süd-West. Die Umgebung wurde wieder gleichmäßig flach. Des Öfteren konnten wir 20 bis 30 km fahren ohne dass auch nur die kleinste Kurve der Strasse eine andere Richtung gab. Das Mittagessen nahmen wir im Auto ein. Es gab Orangen, Äpfel und Sticks. Immer mal wieder kam ein Veterinär- und Kontrollzaun aber nie wollte jemand von Susi den Führerschein sehen. Sie war richtig enttäuscht. Bäume in allen Vegetationsformen wechselten einander ab. Mal gänzlich ohne Laub, mal behangen mit braunen ausgetrockneten Blätter, dann wieder welche in einem saftigen grün, trotz Winter. Zwischendurch tauchten auch mal kleinere Hügel aus der Ebene auf. Die vielen Wälder waren recht licht, die Bäume standen nicht so dicht wie bei uns. Bis Grootfontain waren ansonsten keine besonderen Vorkommnisse. Dass KM seine Schwester ärgerte war schließlich keine Seltenheit. Es war zwar erst gegen 14 Uhr 30 aber wir schauten uns trotzdem mal nach einem Quartier um. Da wir nichts passendes gefunden haben und uns allen der Ort auch nicht sonderlich sympathisch vorkam beschlossen wir nach Tsumeb weiterzufahren.

Kurz nach dem Ortsende tauchte das Hinweisschild "Hoba-Meteorit" auf. Diesen Umweg von 2 x 20 km mussten wir auf uns nehmen. Schließlich ist der Hoba Meteorit der größte bekannte Himmelskörper der auf der Erde liegt. 1920 wurde er von Jacobus Hermanus Brits entdeckt. Seit dem 15. März 1955 ist er ein Nationales Denkmal. Sein Gewicht beträgt ca. 50.000 KG. Wissenschaftler geben an, dass er vor ca. 80.000 Jahren auf der Erde aufgeprallt ist.

Eintritt für Erwachsene 10 N$ = 1,21 €, für Kinder 1 N$ = 0,12 €

Eintritt für Erwachsene 10 N$ = 1,21 €, für Kinder 1 N$ = 0,12 €

Gegen 16 Uhr begrüßte uns Tsumeb, früher bekannt als Minenstadt, heute nennt sie sich Blumenstadt.

Gegen 16 Uhr begrüßte uns Tsumeb, früher bekannt als Minenstadt, heute nennt sie sich Blumenstadt.

Mit dem Makalani Hotel fanden wir ein schönes, sauberes Quartier, dass dank Familienzimmer auch recht preisgünstig war. Mit 4 großen Betten erfreute es meine Familie, denen ich vorher erzählte, dass wohl wieder einer auf dem Boden schlafen muss. Da der Fernseher auch ein deutschsprachiges Programm hatte, DW = Deutsche Welle zog es Katharina vor auf die Stadterkundigung zu verzichten um dafür mal zu schauen was es so an Neuigkeiten gibt.
Geld war fast so einfach zu erhalten wie zu Hause, Pin eingeben und der Bankomat rückte Namib Dollar heraus.
Der Spaziergang durch Tsumeb endete im "Etosha Biergarten". Die Begrüßung durch die Chefin erfolgte auf deutsch. Die Flasche Bier kostete umgerechnet 1 €, der Eisbecher 1,40 €.
Beim Durchgehen des Tagesplanes und der Vorausplanung für Morgen stellte ich fest, dass wir noch einen "freien" Tag hatten bevor wir uns Mokuti einquartieren konnten. Dieser kleine Fehler entstand wohl durch den Monatswechsel, hier hatte mein Kalender "keine" Nacht. Ein Unglück war dies keins, diese Pause lies sich leicht durch den Besuch des "Waterberg Plateau" füllen.
Zum Abendessen gingen wir in das Hotelrestaurant. KM und ich vertilgten ein Gemsbocksteak (Oryx) mit Bratkartoffeln, Susi beschränkte sich auf einen Gemüseteller und Katharina ernährte sich von einer vegetarischen Pizza. Das Restaurant kann man weiter empfehlen. Dazu gab's einen Nederburg Riesling für 39,5 N$ oder 4,70 € für die 0,75 l Flasche. Um 20 Uhr 15 verzogen sich die Kids ins Zimmer, der Fernseher ruft. Susi und ich, so alleine gelassen, mussten notgedrungen in die Bar. Bei gemischtem Publikum, schwarz und weiß - wir hatten den Eindruck dass man sich kennt - bestellten wir 2 x Campari Soda. Bei der Runde 2 bestellte sich Susi einen Amarula, ich nochmals einen Campari. Ge-spannt war ich auf die Rechnung.
Der Barkeeper errechnete 28 N$ = 3,38 €. Das heißt ein Campari kostete 8 N$ oder 0,97 € und ein Amarula 4 N$ oder 0,48 €.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Johannesburg über Maun ins Okavangodelta, Moremi NP, Namibia, Etosha NP, Windhoek, Swakopmund, Sossusvlei, Cape Town, Cape of Good Hope, Cap Agulhas, Garden Route, Johannesburg
Details:
Aufbruch: 23.07.2003
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 22.08.2003
Reiseziele: Südafrika
Botsuana
Namibia
Der Autor
 
Karl Martin Mutter berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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