Vom Reisetraum zur Traumreise

Reisezeit: November 2010 - Februar 2011  |  von Edith R.

Suedinsel: Abel Tasman

Auf dem Weg zu unserer letzten Station auf der Suedinsel bin ich zum zweiten Mal ueber meinen Schatten gesprungen. In Neuseeland, vorausgesetzt ich wuerde noch etwas laenger bleiben, (2 Monate, fein!!) waere Bungy-Springen wahrscheinlich auch kein Problem mehr. Zuerst ueberwand ich die Tiefe des Meeres, um mit Delfinen zu schwimmen. (traeume heute noch davon) Jetzt war der Weg ueber eine 110 Meter lange Haengebruecke kein Problem mehr. Die laengste in Neuseeland. Wie tief es in die Buller Gorge runter ging, entzieht sich meiner Kenntnis. Ist vielleicht auch besser so. Tief war es auf jeden Fall! Also, zuerst ueber die "Swing Bridge" rueber, war schon ein wenig stolz auf mich. Willi konnte es gar nicht glauben. Zuerst dachte er, man haette mich in der Nacht ausgetauscht, weil ich vor ihm und nur ein bisschen mit Herzflattern rueberging. Zur Erholung der Nerven fuehrte ein kleiner 30 minuetiger Weg entlang des Buller Rivers zur White-Creek-Verwerfung, den Epizentrum des Erdbebens von 1929. Sie zeigten Bilder von damals. Wenn man heute in diese Landschaft reinblickt, den direkten Vergleich hat, dann bekommt man eine vage Vorstellung von der Gewalt die die Natur fuer uns bereithaelt. Nachdem wieder alles auf normalen Touren im Koerper lief, ging es entweder zurueck ueber die Swing Bridge oder eine Art Materialseilbahn - Comet Line Flying Fox. Ich nicht feig, setzte mich in einen Windelhosen aehnlichen Teil, festgeschnuert wie beim Fallschirmspringen und ab ging die Post, eh die Edith, diesmal 160 Meter lang ueber die Schlucht zurueck. Ich fand das so supertoll, haette das den restlichen Tag machen koennen. Willi schuettelte nur noch den Kopf und meinte: "und ich dachte, ich kenne dich". Dann taeusche dich mal nicht.

Abel Tasman Nationalpark

Irgendwo, waehrend der Vorbereitungen zur Reise, las ich, dass der Abel Tasman Nationalpark, einer der wenigen Plaetze der Erde ist, die man im Leben unbedingt gesehen haben sollte. Weiters stand geschrieben, dass es ein Farbenspiel ist, wie es in der Natur nur selten vorkommt. Intensives Rot bei Blueten, das Erdreich meist gelblich, das Gruen der Farne, gelblich -weisser Quarzsandstrand, smaragdgruen- je nach Blickwinkel- das Meer. Den Himmel wollen wir auch nicht vergessen. Wir koennen das alles nur bestaetigen. Auf Postkarten schaut es wirklich traumhaft aus. Dieses Farbenspiel hatten wir nur bedingt. Hier kann man von einer Stunde bis zu fuenf Tage wandern. Mit den Kajak die gesamte Kueste entlang paddeln. Kajakfahren, wandern und campen kombiniert wuerde auch gehen. Es gibt Wassertaxis die bringen einen von einer Bucht zur naechsten. Wir entschlossen uns, weil das Wetter wieder einmal nicht so wollte, fuer eine dreistuendige Wanderung. Liessen uns vom Wassertaxi zur Anchorage Hut bringen. Liefen die Kueste entlang, genossen dabei tolle Ausblicke in die verschiedensten Buchten. Wir hatten genau drei Stunden Zeit da wir von der Bark Bay Hut zu einer bestimmen Uhrzeit abgeholt wurden. Fuer mich hiess das, nicht lange mit Fotografieren aufhalten (diese Hetzerei mag ich aber gar nicht). Normalerweise sind die Zeitangaben sehr grosszuegig. Nicht so im Abel Tasman Nationalpark. Okay, ich musste wieder einmal die richtige Einstellung fuer den Baum, den Strand oder den Farn finden. Das braucht alles seine Zeit. Ziemlich abgehetzt kamen wir am vereinbarten Treffpunkt an. Sogar puenktlich! Wer kam zu spaet? Das Taxi!

Das Farbenspiel war wegen nicht vorhandener Sonne eher maessig. Die Landschaft trotz Wolken ein Traum. Zum ersten Mal verspuerten wir den Wunsch einer mehrtaegigen Wanderung in Kombination mit Kajakfahren. Ich verstehe jetzt, warum dieser Nationalpark zu den Flecken der Erde gehoert, die man im Leben gesehen haben sollte. Vielleicht haben wir noch einmal die Moeglichkeit, irgendwann, diesen Nationalpark mit einer fuenftaegigen Wanderung zu erkunden.

Collingwood

Liegt in der Golden Bay, oberhalb vom Abel Tasman Nationalpark. Die weit in die Tasmansee hinausreichende Landzunge der Farewell Spit war unser vorletztes Ziel auf der Suedinsel. Ein kleiner, ruhiger Campingplatz mit Blick auf das Meer, war genau das Richtige fuer uns. Wir buchten eine 8 stuendige Tour zur Farewell Spit. Um 7.45 Uhr mussten wir bereits auf der Matte stehen. In einem alten, umgebauten Bedford ging es mit dreissig anderen Touristen auf Tour. Farwell Spit ist ein weltbekanntes Vogelschutzrevier. Gesehen haben wir Pelzrobben, ein paar Voegel und ansonsten nur Sandduenen. Der 26 km lange Sandstrand waere der Traum vieler europaeischer Suedlaender. Soviel unberuehrte Natur. Im Jahr 1997 sind genau an dieser Stelle ueber 340 Wale gestrandet. Keiner weiss warum es die Wale hierher getrieben hat. Auf einer Sandduene wurden wir Erwachsenen zu Kindern. Macht auch viel Spass die Sandduenen runter zu rutschen. Diese Tour war eines der eindruckvollsten Erlebnisse der Suedinsel.

Pupu Springs

Ist die kraeftigste und groesste Karstquelle Neuseelands. Kristallklares Wasser schiesst mit gewaltiger Kraft aus der Hauptquelle. Das Hauptbecken besitzt eine erstaunliche Unterwasserflora bei der mit dem Wasser auch "tanzender Sand" nach oben geschleudert wird. Sehr verlockend zum Baden, nur leider verboten. Selbst den kleinen Finger darf man nicht reinstecken. Ein Ranger geht seine Runden und beobachtet die Touristen ob sie sich daran halten. Verstaendlich, soll angeblich das sauberste Wasser der Welt sein. So soll es auch bleiben!

Unsere Zeit auf der Suedinsel geht dem Ende zu. Etwas traurig, diese tolle Insel verlassen zu muessen, sassen wir schweigend bis zur Faehre nebeneinander. Jeder von uns ging in Gedanken die Route auf der Suedinsel noch einmal durch. Es gab viele schoene Plaetze die wir sahen, leider auch viele Plaetze, die wir aus Zeitmangel nicht besichtigen konnten. Wir sahen Pelzrobben, Delfine, einen Pinguin und hatten viele nette Begegnungen mit den Einheimischen. Trafen in Christchurch unsere Freunde aus Cook Island. Fanden unsere Schweizer wieder am Franz Josef Glacier. Die Suedinsel zeigte sich von der schoensten Seite, selbst das Wetter spielte diesmal mit. Am liebsten wuerden wir noch einmal alle Kurven fahren (gerade Strassen sind selten). Nochmals mit Delfinen schwimmen und ueberhaupt diese Reise von vorne beginnen.
6 Tage Nordinsel liegen noch vor uns, ein wenig duerfen wir die Atmosphaere Neuseelands noch geniessen.

"Swing Bridge"

"Swing Bridge"

Maenner und ihr Spielzeug...

Maenner und ihr Spielzeug...

......das hat Spass gemacht.......

......das hat Spass gemacht.......

da kommt man nicht weiter

da kommt man nicht weiter

sitze wieder im trockenen

sitze wieder im trockenen

Abel Tasman

Abel Tasman

der gespaltene Apfel

der gespaltene Apfel

Im Nationalpark

Im Nationalpark

ebenso

ebenso

was fuer eine Bucht!

was fuer eine Bucht!

weiter wird gewandert....

weiter wird gewandert....

....noch immer

....noch immer

nette Aussicht, Sonne fehlt

nette Aussicht, Sonne fehlt

so oder so aehnlich schaut es aus, wenn mal die  Sonne scheint. Hier schien sie nur schwach

so oder so aehnlich schaut es aus, wenn mal die Sonne scheint. Hier schien sie nur schwach

Farewell Spit

Farewell Spit

mit diesem Bedford ging es den Strand lang

mit diesem Bedford ging es den Strand lang

immer diese Touristen die stoeren

immer diese Touristen die stoeren

Barfuss war da nichts zu machen, Sohle gleich verbrannt

Barfuss war da nichts zu machen, Sohle gleich verbrannt

wieder zurueck in Collingwood

wieder zurueck in Collingwood

Pupu Springs, hier kann man den Sand manchmal springen sehen

Pupu Springs, hier kann man den Sand manchmal springen sehen

Obstverkauf ohne Verkaeufer! Jeder schmeisst brav das Geld in die Kassa!!!Bei uns undenkbar!

Obstverkauf ohne Verkaeufer! Jeder schmeisst brav das Geld in die Kassa!!!Bei uns undenkbar!

Bye, bye Suedinsel!!

Bye, bye Suedinsel!!

© Edith R., 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
90 Tage Auszeit vom Alltag! Südseeträume sind doch nur Schäume, drum bleibt Rudi zu Hause....ein alter Hit, aber wir packen unsere Rucksäcke und lassen die Träume wahr werden. In Neuseeland wird das Wohnmobil für einige Wochen unsere Herberge sein. In Samoa werden wir die Südseeträume vervollständigen.
Details:
Aufbruch: 28.11.2010
Dauer: 12 Wochen
Heimkehr: 20.02.2011
Reiseziele: Cookinseln
Neuseeland
Samoa
Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Edith R. berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.