Völlig verrückt - wir machen es trotzdem....

Reisezeit: Februar 2013 - August 2015  |  von Manuela A.

Banlung und Mondulkiri bis 27.03.2015

Nach dem etwas „trockenen“ Stung Treng freuten wir uns auf Banlung. Es wurde überall als ein hübsches Städtchen, umgeben von grünen Hügeln und Regenwald beschrieben. Bekannt für die vielfältigen Trekkingmöglichkeiten durch den dichten ursprünglichen Dschungel.
Da hat man ja doch gleich ein Bild im Kopf wie das ausehen könnte.Jeder stelle sich jetzt vor was er möchte, wir hatten uns etwas anderes vorgestellt.
Nach einigen Stunden Fahrt im gewohnt überfüllten Minivan durch trockenes staubiges Gelände kamen wir in einer recht grossen , recht staubig und trocknen Stadt an.
Wir hatten Glück mit unserer Unterkunft, im Tree Top Hotel (Lage in ein Tal schauend) bekamen wir ein Super Zimmer mit Terrasse für nur 7 Dollar/Nacht. Allein das lohnte schon den Aufenthalt.
Banlung an sich gefiel uns sehr gut. Als grosse Stadt herrschte hier viel Leben, es gab einen riesigen, sehr bunten, mit allen erdenklichen Waren bestückten Markt und die Leute hier auch wieder sehr nett und freundlich.
Um auch etwas von der Gegend, speziell der wilden grünen Natur, mitzukriegen, wollten wir uns ein Moped mieten.
Einen vermeintlichen Angestellten fragten wir abends im Hotel nach einem fahrbaren Untersatz, er ging mit uns hinaus und zeigte uns das gute Stück. Der Preis war in Ordnung, das Moped sah zwar nicht besonders toll aus, aber was solls. Wir mieten wenn möglich unsere Gefährte immer direkt dort wo wir wohnen.Das hat gleich mehrere nicht zu unterschätzende Vorteile.Man hat bereits einen gewohnten Ansprechpartner(dadurch mehr Vertrauen),muss nicht bei irgendeinem "Unbekannten"seinen Reisepass als Pfand (mit erheblichem Erpressungspotenzial) hinterlassen, die Kommunikation ist meist einfacher weil die Leute besser Englisch sprechen und man bekommt dazu brauchbare Infos oder Karten der Umgebung.Auch wenn die Unterkunft selber keine eigenen fahrbaren Untersätze anbietet und nur vermittelt, hat man zumindest jemanden "dazwischen" der im Bedarf hilfreich in ein Problem eingreifen kann. Letztendlich hat keine Unterkunft heutzutage Interesse an einer schlechten Bewertung. Die Vermittlung an einen "Gauner" wäre damit eher kontraproduktiv.

Am nächsten Morgen zur verabredeten Zeit war weder der Vermieter noch seine „Dreckshuddel“ zu sehen. Auf Nachfrage stellte sich heraus, der Typ gehörte gar nicht zum Hotel, sondern war ein Mopedverleiher aus der Stadt.
Wir liehen uns nun ein Moped wie sowieso geplant vom Hotel, etwas teurer, machte aber einen deutlich besseren Eindruck.
Rund um Banlung gibt es einige Wasserfälle zu sehen und einen grossen See innerhalb eines Vulkankraters.
Wir fingen mit der Besichtigung der Wasserfälle an.
Da jeder Wasserfall entsprechend Eintritt kostet, suchten wir uns die nach unserer Ansicht lohnenswertesten heraus. Sonst wäre es ein zu teurer Spass geworden.
Die Fahrt ging über ausgetrocknete rote staubige Sandstrassen. Wenn uns Lastwagen überholten oder entgegen kamen, fuhren wir wie in einem Sandsturm. Das Fahrvergnügen hielt sich in sehr engen Grenzen.
Was allerdings die Fahrt zu einem Erlebnis machte, war die Durchfahrt durch die vielen kleinen Dörfer am Wegesrand. Kaum zu glauben, unter welchen einfachsten Verhältnissen die Menschen hier noch leben. Kein Strom (vereinzelt Solaranlagen), Wasser kommt aus dem Ziehbrunnen und was man zum Leben braucht wird mühsam selbst angebaut.
Auf unseren Busfahrten sind wir ja schon an vielen solchen Dörfern vorbeigefahren, aber so waren wir doch noch ein Stück näher dran. Da fühlten wir uns manchmal wie auf einer Zeitreise in die Vergangenheit.
Die Wasserfälle die wir dann sahen waren schon sehr schön anzuschauen. Dafür, dass Trockenzeit war, die ganze Gegend eine einzige Staubwüste, hatten die Wasserfälle noch ausreichend Wasser. Dort war es dann auch etwas grüner, in nächster Umgebung ist der Regenwald auch noch nicht abgeholzt.

Wir fuhren unter anderem zum Katleng Wasserfall, dort soll man auf Elefanten durch die Wildnis reiten können. Das wollten wir uns eventuell gönnen.
Auf dem Weg dorthin gab es auch genug Hinweisschilder, wir kamen zu ein paar Hütten und fragten nach den Elefanten.
Nach einigen sprachlichen Schwierigkeiten, konnten wir erahnen, es gibt nur noch einen einzigen Elefanten.
Der war aber gerade nicht da, ob er schon arbeitete, Pause hatte oder sonstwas, konnten wir nicht erfahren. Auf jeden Fall sparten wir uns hier den Eintritt.
Mittlerweile völlig verdreckt (so müssen sich diese Motocross Fahrer fühlen, die entlang der dirtesten Dirtroads fahren), fuhren wir weiter zum Yeak Loam See. Der Vulkankrater-See von 70m Tiefe ,umgeben von alten hohen Bäumen und ein beliebtes Naherholungsgebiet hier.
Dieses unser letztes Ziel des Tages war auch der Höhepunkt. Ein grosser, klarer , wunderschöner See in dem man schwimmen kann, umgeben von dichtem grünen Urwald.
Die Möglichkeit zum Schwimmen war für uns auch gleich die Möglichkeit den gröbsten Strassenstaub abzuspülen, was gar nicht so einfach war.
Oberflächlich gesäubert, nahmen wir den Weg rund um den See in Angriff. Ein wunderbarer Weg durch Bambushaine, Regenwald und immer mit dem Blick auf das klare blaue Wasser.
Dieser See ist schon die Reise nach Banlung wert.
Wir verlängerten einen Tag unseren Aufenthalt, um mit mehr oder weniger Erfolg unsere Sachen zu säubern. Aber besonders die T-Shirts hatten ihre Daseinsberechtigung ziemlich ausgehaucht. Die werden nur noch für Fahrrad-und Mopedtouren aufgehoben.
Am nächsten Tag ging es weiter in die Provinz Mondulkiri, in den gleichnamigen Ort, jetzt auch Sen Monorom genannt.

Wir wurden morgens von einem Minivan abgeholt, der war leider schon recht voll. Unsere Koffer wurden mit aller Gewalt unter die Sitze geschoben und gepresst (ich war kurz davor den Fahrer zu schlagen). Ich setzte mich freiwillig auf die Rückbank, mit dem Gedanken, dann trampel wenigstens nur ich auf unserem Gepäck herum, welches unter den Sitzen bis in den Fussraum durchgestopft war.
Aber es stiegen immer noch mehr Leute zu. Zwischen die Sitze im Durchgang wurden leere Ölkanister geklemmt, darauf speckige Kissen gelegt – fertig ist ein neuer Sitzplatz.
Die Fahrt wurde extrem holperig. Mein linkes Bein auf dem Radkasten, rechtes Bein auf dem Koffer, dadurch die Knie knapp unter dem Kinn – bei jedem Schlagloch habe ich mich so fast selbst k.o. geschlagen. Ausserdem befürchtete ich, nach der Fahrt kann Oliver mich nur noch als zusammengefaltetes Päckchen aus dem Auto herausschälen.
Vor mir sassen Frauen mit Kindern, denen wurde während der Fahrt leider übel. So etwas passiert, kann keiner was für, aber die volle Ladung (während Busfahrten wird ja immer gerne und reichlich gegessen) die aus dem kleinen Mädchen rauskam, ergoss sich über den Rucksack einer unserer Mitreisenden (Gepäck wird ja unter den Sitzen durchgequetscht und alle haben ihre Füsse darauf).
Jetzt war diese erst einmal völlig erledigt, ich war nur froh, dass ich auf unserem Gepäck stand, pfeif auf den unbequemen Sitz. Aber irgendwann kamen wir in Mondulkiri an. Erwartet hatten wir wie überall beschrieben einen kleinen, lauschigen Ort zwischen grünen Hügeln gelegen.
Der Ort war nicht besonders lauschig, die grünen Hügel abgeholzt. Während der Regenzeit oder kurz danach sollen die Hügel wohl mit schönem grünen Gras bewachsen und sehr reizvoll anzusehen sein. War in diesem Fall leider nicht so.
Ausserdem waren die Unterkünfte und das Essen teurer als bisher, mit welcher Begründung erschloss sich uns nicht so ganz.
Wir hatten ein bisschen mehr erwartet hier und deshalb organisierten wir für den nächsten Tag gleich unsere Weiterfahrt in die Stadt Kratie.

Ankunft in Banlung, eine unerwartet richtig grosse Stadt

Ankunft in Banlung, eine unerwartet richtig grosse Stadt

Der Weg zum Tree Top Hotel mutet doch etwas extravagant an

Der Weg zum Tree Top Hotel mutet doch etwas extravagant an

Dafür war das Zimmer dort richtig schick, da kam Urlaubsatmosphäre auf

Dafür war das Zimmer dort richtig schick, da kam Urlaubsatmosphäre auf

Uns begeistern immer wieder die "Moped-Supermärkte". Den Besitzer hatten wir zuerst gar nicht bemerkt, er schlief gut getarnt in seiner Hängematte inmitten der Waren

Uns begeistern immer wieder die "Moped-Supermärkte". Den Besitzer hatten wir zuerst gar nicht bemerkt, er schlief gut getarnt in seiner Hängematte inmitten der Waren

Ohne Hängematte geht gar nichts, auch nicht am Frisch-Fleisch Stand (man beachte die Schweinsköpfe vorn links im Bild)

Ohne Hängematte geht gar nichts, auch nicht am Frisch-Fleisch Stand (man beachte die Schweinsköpfe vorn links im Bild)

Immer wieder ein Foto wert, Mönche die gegen eine Spende mit den Leuten beten, begleitet von ihren kleinen Helfern

Immer wieder ein Foto wert, Mönche die gegen eine Spende mit den Leuten beten, begleitet von ihren kleinen Helfern

Abenteuer Moped-Ausflug. Erster Schritt, tanken. Die typische Tankstelle: aus einem Fass wird Treibstoff in einen Behälter gepumpt,von da aus mit einem Schlauch in das Moped gefüllt

Abenteuer Moped-Ausflug. Erster Schritt, tanken. Die typische Tankstelle: aus einem Fass wird Treibstoff in einen Behälter gepumpt,von da aus mit einem Schlauch in das Moped gefüllt

Wir fuhren durch aller-aller einfachste Dörfer. Häuser, Menschen, Tiere, alles mit einer dicken roten Staubschicht bedeckt

Wir fuhren durch aller-aller einfachste Dörfer. Häuser, Menschen, Tiere, alles mit einer dicken roten Staubschicht bedeckt

Der Cha Ung Wasserfall, endlich etwas feuchtere Luft zum Atmen und ein wenig Grün zu sehen

Der Cha Ung Wasserfall, endlich etwas feuchtere Luft zum Atmen und ein wenig Grün zu sehen

Weiter geht es über Brücken.....

Weiter geht es über Brücken.....

....und über kahle trockene Hügel (so weit das Auge reicht mit Plantagen zugepflastert)

....und über kahle trockene Hügel (so weit das Auge reicht mit Plantagen zugepflastert)

Ab und an ist eine wackelige Hängebrücke zu überqueren

Ab und an ist eine wackelige Hängebrücke zu überqueren

Ein sogenanntes "Mädchenhaus". Bei manchen Bevölkerungsgruppen werden diese Häuser für die jungen Mädchen gebaut, damit diese abseits der Familie lernen für sich selbst zu sorgen und unabhängig zu werden

Ein sogenanntes "Mädchenhaus". Bei manchen Bevölkerungsgruppen werden diese Häuser für die jungen Mädchen gebaut, damit diese abseits der Familie lernen für sich selbst zu sorgen und unabhängig zu werden

Das gibt es dann auch für die Jungs, die müssen allerdings ein wenig höher klettern

Das gibt es dann auch für die Jungs, die müssen allerdings ein wenig höher klettern

Hinter dem Kachanh Wasserfall. Er hatte nicht allzuviel Wasser, aber er zeichnet sich durch seine Höhe aus.

Hinter dem Kachanh Wasserfall. Er hatte nicht allzuviel Wasser, aber er zeichnet sich durch seine Höhe aus.

Das wars dann, kein schlecht aufgetragenes Make-up, sondern Strassenstaub liess mich "erbräunen". Das ehemals weisse T-Shirt war danach auch nicht mehr zu retten

Das wars dann, kein schlecht aufgetragenes Make-up, sondern Strassenstaub liess mich "erbräunen". Das ehemals weisse T-Shirt war danach auch nicht mehr zu retten

Der wunderschöne Yeak Loam See. Hier schmerzt es nicht, dass man Eintritt zahlen muss

Der wunderschöne Yeak Loam See. Hier schmerzt es nicht, dass man Eintritt zahlen muss

Ein herrlich erfrischendes Bad und der gröbste Staub ist abgespült

Ein herrlich erfrischendes Bad und der gröbste Staub ist abgespült

Der Weg rund um den See führt durch riesige Bambushaine

Der Weg rund um den See führt durch riesige Bambushaine

Überall am Wegesrand zu sehen: Bäume mit gelben und roten Früchten, die aussehen wie kleine Paprikaschoten mit einem grüngrauen herausragenden Samen. Es sind Cashew-Nuss Bäume!

Überall am Wegesrand zu sehen: Bäume mit gelben und roten Früchten, die aussehen wie kleine Paprikaschoten mit einem grüngrauen herausragenden Samen. Es sind Cashew-Nuss Bäume!

Unser neuer Favorit als Frühstück: In Bananenblättern gegrillter Klebreis in dem eine Banane steckt

Unser neuer Favorit als Frühstück: In Bananenblättern gegrillter Klebreis in dem eine Banane steckt

Der innovative Zusatzsitz. Einfach leere Ölkanister zwischen die Sitze geklemmt und ein olles Kissen draufgelegt

Der innovative Zusatzsitz. Einfach leere Ölkanister zwischen die Sitze geklemmt und ein olles Kissen draufgelegt

Tja, was soll man dazu sagen - auf dem Weg zum Markt von Mondulkiri

Tja, was soll man dazu sagen - auf dem Weg zum Markt von Mondulkiri

Immerhin gab es hier preisgünstiges Obst in grosser Auswahl und die Freundlichkeit der Leute ist wie überall bemerkenswert

Immerhin gab es hier preisgünstiges Obst in grosser Auswahl und die Freundlichkeit der Leute ist wie überall bemerkenswert

Da sage noch einer, ein Moped taugt nicht als Familienkutsche. Fünf Personen ist kaum der Rede wert, wenn es sein muss, passt hier auch noch ein wenig Gepäck ,ein paar Hühner oder ein halbes Schwein mit drauf

Da sage noch einer, ein Moped taugt nicht als Familienkutsche. Fünf Personen ist kaum der Rede wert, wenn es sein muss, passt hier auch noch ein wenig Gepäck ,ein paar Hühner oder ein halbes Schwein mit drauf

Da stehe ich und wundere mich.....

Da stehe ich und wundere mich.....

...ein improvisiertes Kino. Es sind mehrere Fernseher aufgestellt, auf denen verschiedene Programme zu sehen sind. Schließlich hat nicht jede Familie einen eigenen Fernseher

...ein improvisiertes Kino. Es sind mehrere Fernseher aufgestellt, auf denen verschiedene Programme zu sehen sind. Schließlich hat nicht jede Familie einen eigenen Fernseher

© Manuela A., 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir beginnen eine Reise (geplant) um die Welt und starten erstmal in Thailand. Der weitere Weg findet sich unterwegs, es gibt keinen festen Plan und das Ende ist hoffentlich noch in weiter Ferne
Details:
Aufbruch: Februar 2013
Dauer: 30 Monate
Heimkehr: August 2015
Reiseziele: Thailand
Malaysia
Singapur
Brunei Darussalam
Indonesien
Hongkong
Australien
Laos
Kambodscha
Myanmar
Deutschland
Der Autor
 
Manuela A. berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.