Völlig verrückt - wir machen es trotzdem....

Reisezeit: Februar 2013 - August 2015  |  von Manuela A.

Bali - eine schöne Reise endet 19.11.2014

Nachdem wir ein paar Tage das Zentrum von Bali erkundet hatten, landeten wir wieder in Lovina. Wir wollten hier noch einmal das tolle Essen in Putus Lokal geniessen.
Wir fuhren nun aber eine andere Strecke und nutzten die Gelegenheit, einen Abstecher zum Lake Buyan zu machen. Den See hatten wir von einem Aussichtspunkt aus bewundert, jetzt riskierten wir einen Blick auch einmal direkt vom Ufer aus.
Nicht weit entfernt liegt ausserdem der Lake Bratan, mit dem berühmten und für Balinesen wichtigen Tempel Pura Bratan.
Das reizte uns einen kleinen Schlenker zu fahren. Die Stadt war recht gross, gefiel uns nicht besonders gut und vor lauter Reisebussen die die Strassen verstopften, kam man kaum voran.
Am Tempel selbst ein riesiger Parkplatz auf dem unzählige Autos und Busse standen,Horden von Touristen (bahhhh...) uns war das einfach zuviel des Trubels und wir sind weitergefahren.
In den Bergen kamen wir an einem kleinen schön geschmückten Tempel vorbei. Wir standen davor, waren ehrlich gesagt zu faul unsere Sarongs anzulegen, und machten nur ein paar Bilder von aussen. Da kam der Priester, gab uns zu verstehen, wir brauchen hier keine Sarongs anziehen (ist schon leicht verdächtig!) und wir sollen doch reinkommen. Oliver schubste mich (Freiwillige vor !!! ) mehr oder weniger hinein (er selbst bevorzugte es, sich das genüsslich von draussen anzuschauen), der Priester ergriff sofort seine Chance und bespritzte mich mit gesegnetem Wasser. Das muss doch einiges wert sein? Wie erwartet wollte er sogleich Geld sehen. Spenden ist hier allgemein üblich und deshalb hielt sich die Überraschung auch in Grenzen. O.K. Dachte ich, dumm gelaufen, geben wir halt einen kleinen Schein. Der war dem heiligen Mann aber doch zu klein ! Er wedelte mit ein paar Scheinen die deutlich mehr Nullen hatten vor meiner Nase herum. Aber sorry, zum Einen, wenn ich "spende" wähle ich den Betrag selbst, zum Anderen hatte ich um keine Zeremonie gebeten. Hierzulande sind die Priester eben extrem verwöhnt, die Gläubigen spenden was das Zeug hält.

Jetzt aber genug amüsiert, auf geht's, zurück nach Lovina. Wie schon beim ersten Mal, wieder Megastau in Singaraja, wir stehen an einer roten Ampel und werden von der Seite angesprochen.
Kaum zu glauben oder hätten wir es erwarten sollen? Es war unser geschäftstüchtiger ehemaliger, Hotelier. Schau an, der Gute steht also immer "rein zufällig"am Stadteingang um potentielle Kunden "aus dem Verkehr "zu ziehen. Eigentlich hatten wir keine Lust dort noch einmal zu übernachten, aber er liess sich nicht abwimmeln und als Ergebnis auf unser spürbares Desinteresse konterte er mit einem unschlagbaren Super- Sonderpreis. Ok,jetzt hatte er uns !! Da der Preis jetzt stimmte,die Zimmer ja ordentlich waren und wir so am Abend auch noch gemütlich zu Putu laufen konnten, sagten wir zu. Die Angestellten begrüssten uns auch mit freudigem Hallo. Bevor der Chef wieder verschwand um die nächsten "Opfer" zufällig auf der Strasse aufzulesen ,briefte er noch schnell seine Angestellte. Beim Ausfüllen der Anmeldekarte für die Übernachtung wurde uns auch gleich wieder der Tourenplan für die nächsten Tage nahegelegt. Die Verkaufsveranstaltung endete dann aber recht schnell mit einem enttäuschtem Gesichtsausdruck der Angestellten und der Feststellung "was, nur eine Nacht?".Auch das nette Angebot einer anderen, sich die Fussnägel lackierenden Angestellten ,ich könne den Nagellack gerne mitbenutzen, konnte uns nicht umstimmen.
Aber wir wollten ja primär nur was Schönes essen ( in diesem Fall mal wirklich was Exquisites: Filet vom frisch gefangenen Marlin, im Bananenblatt gegrillt, sehr zu empfehlen).

Am nächsten Morgen ging es dann gnadenlos weiter in den Strandort Permuteran.
In der kommenden Nacht war Vollmond, immer ein wichtiger Tag für die Hindus. In den Tagen kurz davor und natürlich am Vollmondtag gibt es zahlreiche Zeremonien in den Tempeln, es sind wichtige Tage für viele verschiedene Zeremonien wie Hochzeiten, Familienfeste und Opfergaben.
In allen Ortschaften durch die wir fuhren waren die Strassen und Tempel prächtig geschmückt. Wir sahen schon viele Familien privat in ihren Häusern und bis auf die Strassen hinaus feiern.
Das war richtig ansteckend und wir hofften auch wieder einmal mitfeiern zu können.
In Permuteran fanden wir eine für uns wirklich luxuriöse Unterkunft, zu einem in unser Budget passenden Schnäppchenpreis, diese Chance durften wir uns nicht entgehen lassen. Der Besitzer des kleinen Familienbetriebes (4 kleine Bungalows, noch ganz neu), war sehr nett, sehr engagiert und in der kurzen Zeit unseres Aufenthaltes haben wir sehr viel über das Leben in Bali erfahren können. Wir empfanden es als wirkliche Bereicherung, dort Zeit verbracht zu haben.
Er und seine Familie nahmen uns abends auch mit in den Dorftempel der ganz in der Nähe auf einem Hügel lag und wir konnten endlich wieder einmal einem Fest beiwohnen.
Abends strömte gefühlt das ganze Dorf und Leute der umliegenden Dörfer zum Tempel, alle wie immer festlich gekleidet, die Frauen mit den Zeremonienkörben, wir lieben es! Es gab den ganzen Abend lang die die Zeremonien begleitenden Mantras,Musik und Tänze, wunderbar.
Dieser, leider nur sehr kurze, Aufenthalt, unsere Uhr tickt schon wieder, war der kulturelle Höhepunkt unseres jetzigen Bali Aufenthaltes.

Kreuz und quer führte unser Weg anschließend durch die Berge, entlang der Küste bis nach Tanah Lot.
Einer der berühmtesten Tempel Balis, kurz und knapp, wir sind gleich weiter gefahren. Riesige Parkplätze, teurer Eintritt, unüberschaubare Zahl an Touristen, Souvenirverkäufer soweit das Auge reicht, wir fühlten uns wie in Disneyland.Das ist nicht das Bali was wir suchen.
Aber nicht aufgeben, etwas entfernt von diesem Rummelplatz, stiessen wir auf einen kleinen Tempel, ebenso auf einem meerumtosten Felsen stehend. Kein Mensch weit und breit, kein Eintritt, keine Souvenirverkäufer. An diesen Orten kann man dann den wahren Spirit von Bali spüren.
Ja,es gibt sie tatsächlich noch,die Orte ohne touristischen Einfluss auf Bali und die Suche nach ihnen hat uns viel Spass gemacht.
Ein weiterer Abstecher, Nusa Dua, gehört natürlich ins Programm. Es gibt dort den wahrscheinlich schönsten Strand (leicht zugänglich, lang, weiss, breit und in Teilen vor grossen Wellen geschützt) von Bali, deshalb findet man dort auch alle grossen Five Star Hotels mit den weltbekannten Namen. Die Anfahrt zum Strandgebiet führt über riesige Prachtstrassen, alles parkähnlich angelegt. Wir fühlten uns wie in einer Kunstwelt der oberen Zehntausend.
Keine Chance für uns eine geeignete Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Also wieder nichts wie weg. Da nahmen wir noch ein paar Kilometer mehr in Kauf und fuhren weiter, ein weiters Mal, ins nahe gelegene Sanur. Gegen Nusa Dua eine kleine Idylle am Meer.
Jetzt hatten wir Bali aber wirklich ausreichend erkundet. Es blieben für uns keine offenen Stellen auf der Landkarte mehr .
Noch ein paar kurze Zwischenstopps in Ubud und Kuta waren dann auch schon das Ende unseres Bali Aufenthaltes.
Abschließend, Bali hat uns noch besser gefallen als bei unserem ersten Besuch.
Kleine Abstriche muss man immer machen und es ist ja auch immer eine Frage des eigenen Geschmacks. Was nicht ganz oben auf unserer Favoritenliste steht sind Ubud und Kuta.
Ubud, einmalig sind die kunstvollen Steinmetzarbeiten an den Grundstückseingängen und den grundstücksumgebenen Mauern, aber uns schreckt dieser Massentourismus ab. Die Einwohner sind relativ unfreundlich,bestenfalls noch oberflächlich nett (im Vergleich zu anderen nicht so überrannten Ecken auf Bali) alles ist teurer als in anderen Städten.
Kuta (toller Strand,tolle Wellen,gut fürs Einsteigen in das Surferleben) ist ebenso nicht unser Ding, einfach zuviel Party-Ambiente, der Alkohol fließt in Strömen. Laut, voll, ebenfalls deutlich unfreundlicher die Leute und deutlich schlechteres Preis /Leistungsverhältnis als in anderen Gegenden Balis.
Es kommt eben darauf an, was man sucht oder erwartet.
Tja, und was wurde eigentlich aus unserem Visum für Australien?
Fortsetzung folgt....

Blick auf den Pura Bratan aus der Ferne. Sicher einen Besuch wert, uns herrschte dort aber zuviel Trubel

Blick auf den Pura Bratan aus der Ferne. Sicher einen Besuch wert, uns herrschte dort aber zuviel Trubel

In der Nähe des Tempels gibt es Ampeln, bei Rot muss man dort anhalten...
Wie ein Fliegenschwarm stürzen sich sofort Händler auf das Auto, die Weiterfahrt scheint kaum noch möglich

In der Nähe des Tempels gibt es Ampeln, bei Rot muss man dort anhalten...
Wie ein Fliegenschwarm stürzen sich sofort Händler auf das Auto, die Weiterfahrt scheint kaum noch möglich

Schön geschmückter kleiner Tempel in den Bergen, bewacht von einem sehr geschäftstüchtigen Priester

Schön geschmückter kleiner Tempel in den Bergen, bewacht von einem sehr geschäftstüchtigen Priester

Überall geschmückte Strassen, als Vorbereitung für den anstehenden Vollmond mit den diversen Feierlichkeiten die dann stattfinden

Überall geschmückte Strassen, als Vorbereitung für den anstehenden Vollmond mit den diversen Feierlichkeiten die dann stattfinden

Auch die einzelnen Dorftempel sind farbenprächtig dekoriert

Auch die einzelnen Dorftempel sind farbenprächtig dekoriert

In Permuteran, auf der Suche nach einer Unterkunft. Die kleinen Seitenstrassen sind noch sehr ursprünglich und unerschlossen

In Permuteran, auf der Suche nach einer Unterkunft. Die kleinen Seitenstrassen sind noch sehr ursprünglich und unerschlossen

Dort herrscht noch typisches Landleben a la Bali

Dort herrscht noch typisches Landleben a la Bali

Toll, wir können das Vollmondfest (purnama) mitfeiern. Abends strömen die Menschen in den Tempel

Toll, wir können das Vollmondfest (purnama) mitfeiern. Abends strömen die Menschen in den Tempel

Im Tempel betet der Priester stundenlang Mantras, die Menge lauscht konzentriert

Im Tempel betet der Priester stundenlang Mantras, die Menge lauscht konzentriert

Im äußeren Tempelbereich gibt es Musik und Tänze

Im äußeren Tempelbereich gibt es Musik und Tänze

In unserer Unterkunft in Permuteran bekommen wir auch den elterlichen Bauernhof, direkt hinter den Bungalows, gezeigt....

In unserer Unterkunft in Permuteran bekommen wir auch den elterlichen Bauernhof, direkt hinter den Bungalows, gezeigt....

....neben der Zucht diverser Nutztiere werden hier auch gängige Obstsorten angepflanzt. Man kann halt immer noch dazu lernen.

....neben der Zucht diverser Nutztiere werden hier auch gängige Obstsorten angepflanzt. Man kann halt immer noch dazu lernen.

Unerwartete Sehenswürdigkeit, ein uralter, riesiger heiliger Banyanbaum. Der Stamm ist so gross, das auf der durchlaufenden Strasse auch Autos durchfahren können, und natürlich Oliver

Unerwartete Sehenswürdigkeit, ein uralter, riesiger heiliger Banyanbaum. Der Stamm ist so gross, das auf der durchlaufenden Strasse auch Autos durchfahren können, und natürlich Oliver

Imposantes  Stadttor bei der Einfahrt nach Gilimanuk

Imposantes Stadttor bei der Einfahrt nach Gilimanuk

Eine originelle Art des Hühnertransportes, finden die Hühner aber wahrscheinlich nicht so witzig

Eine originelle Art des Hühnertransportes, finden die Hühner aber wahrscheinlich nicht so witzig

Direkt am Strassenrand viele bunte Zeremonie-Gaben.....

Direkt am Strassenrand viele bunte Zeremonie-Gaben.....

....mit entsprechenden Segnungen und Feiern

....mit entsprechenden Segnungen und Feiern

Aber es wird nicht nur gefeiert auf Bali, eine wirklich harte und mühsame Arbeit leisten die Reisbauern

Aber es wird nicht nur gefeiert auf Bali, eine wirklich harte und mühsame Arbeit leisten die Reisbauern

Die Regenzeit beginnt, in den Bergen erwischte auch uns ein kräftiger Schauer. Wir fanden zum Glück Unterschlupf in einer kleinen Moped-Werkstatt

Die Regenzeit beginnt, in den Bergen erwischte auch uns ein kräftiger Schauer. Wir fanden zum Glück Unterschlupf in einer kleinen Moped-Werkstatt

Aber selbst ein regenverhangener Himmel kann den ambitionierten Fotografen nicht bremsen

Aber selbst ein regenverhangener Himmel kann den ambitionierten Fotografen nicht bremsen

Nachdem wir etwas enttäuscht Tanah Lot den Rücken gekehrt hatten, an einem nahen Strand sehen wir plötzlich einen schönen kleinen Tempel in der Ferne....

Nachdem wir etwas enttäuscht Tanah Lot den Rücken gekehrt hatten, an einem nahen Strand sehen wir plötzlich einen schönen kleinen Tempel in der Ferne....

.....nichts wie hin, der Besuch hat sich gelohnt.....

.....nichts wie hin, der Besuch hat sich gelohnt.....

.....wunderschön, auch direkt auf einem Felsen ins Meer gebaut

.....wunderschön, auch direkt auf einem Felsen ins Meer gebaut

Nusa Dua, prächtige Strassen, Springbrunnen, Parkanlagen...

Nusa Dua, prächtige Strassen, Springbrunnen, Parkanlagen...

....und ein schöner Strand

....und ein schöner Strand

Lohnenswerter Besuch im historischen Dorf Tenganan . Kein Museumsdorf, die Bewohner (Bali Aga - Ureinwohner Balis) leben dort noch das ursprüngliche Leben der Balinesen

Lohnenswerter Besuch im historischen Dorf Tenganan . Kein Museumsdorf, die Bewohner (Bali Aga - Ureinwohner Balis) leben dort noch das ursprüngliche Leben der Balinesen

Wasserbüffel liegen entspannt überall auf den Strassen

Wasserbüffel liegen entspannt überall auf den Strassen

Balinesisches Hobby: Kampfhähne. Ist Pink die richtige Farbe für einen Kampfhahn? Wir fragten nach, es hat keinen tieferen Sinn, man findet es einfach hübsch.

Balinesisches Hobby: Kampfhähne. Ist Pink die richtige Farbe für einen Kampfhahn? Wir fragten nach, es hat keinen tieferen Sinn, man findet es einfach hübsch.

Neben vielen anderen Handwerkskünsten werden hier nach traditioneller Art auch ornamentreiche Bilder auf Palmblätter geritzt. Wir bekamen genau die einzelnen Schritte erklärt, und müssen sagen, das ist wahre Kunst, was die Leute dort machen.

Neben vielen anderen Handwerkskünsten werden hier nach traditioneller Art auch ornamentreiche Bilder auf Palmblätter geritzt. Wir bekamen genau die einzelnen Schritte erklärt, und müssen sagen, das ist wahre Kunst, was die Leute dort machen.

Zum Abschluss noch ein Entspannungstag am White Sandy Beach , mit einer frischen Kokosnuss, man gönnt sich ja sonst nichts!

Zum Abschluss noch ein Entspannungstag am White Sandy Beach , mit einer frischen Kokosnuss, man gönnt sich ja sonst nichts!

© Manuela A., 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir beginnen eine Reise (geplant) um die Welt und starten erstmal in Thailand. Der weitere Weg findet sich unterwegs, es gibt keinen festen Plan und das Ende ist hoffentlich noch in weiter Ferne
Details:
Aufbruch: Februar 2013
Dauer: 30 Monate
Heimkehr: August 2015
Reiseziele: Thailand
Malaysia
Singapur
Brunei Darussalam
Indonesien
Hongkong
Australien
Laos
Kambodscha
Myanmar
Deutschland
Der Autor
 
Manuela A. berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.