Völlig verrückt - wir machen es trotzdem....

Reisezeit: Februar 2013 - August 2015  |  von Manuela A.

Dem Canecutter Way folgend 23.09.2014

Cairns verwöhnte uns mit Wärme und Sonne (seit Monaten nicht mehr gefroren und keinen Regentropfen abbekommen), nichts desto trotz, wir mussten irgendwann weiter ziehen.
Unsere alten Bekannten Judy und John hatten zwar gemailt, beeilt euch nicht, im Süden ist es noch recht frisch, aber darauf konnten wir jetzt keine Rücksicht mehr nehmen.
Unsere erste Nacht, nur 100 km südlich von Cairns, war schon unerfreulich kalt. Wir mussten wieder unser gesamtes Deckensortiment aktivieren und dachten, wie soll das nur weiter südlich enden?
Am Morgen, als die Sonne wieder schien, wurde es zum Glück sofort angenehm warm. Wir tauten langsam im Sonnenschein auf und beobachteten auf den benachbarten Bananenplantagen ein Flugzeug. Wir bekamen zum Frühstück eine gute Kunstflug-Show geboten ,es war aber ein "Arbeitsflieger", der die Felder mit irgendetwas besprühte. Es war beeindruckend, wie tief und mit welchen rasanten Kurven der Flieger seine engen Kreise über die Bananenpflanzen und entlang der Palmen zog. So etwas sieht man nicht alle Tage.
Ab der Stadt Innisfail folgten wir dem Canecutter Way, der wegen seines Verlaufes durch die grünen Zuckerrohrfelder als Reiseroute empfohlen wird.
Auf dieser Strecke passierten wir den Paronella Park, dessen Besuch uns schon von vielen Leuten empfohlen wurde.
Ein Park mit Schloss, das in den dreissiger Jahren privat von einem Spanier erbaut wurde Er verwirklichte dort seinen Traum, indem er eine wunderschöne Parkanlage anlegte und alles der Öffentlickeit zugänglich machte. Wir hatten mittlerweile auch schon viele Bilder gesehen, die zu einem Besuch einluden.

Also Abstecher zum Paronella Park. Klar, dieser Spass war nicht gerade günstig. Es sollte pro Person über 40 A$ kosten, (Eintritt und Übernachtung auf dem dortigen Campingplatz) eindeutig zuviel für unseren ersten Eindruck vor Ort. Langzeittraveller müssen halt immer abwägen, wo das nächste Geld investiert wird. Man kann es eben nur einmal ausgeben. Wir überlegten, wieviel Benzin dieser Summe entsprechend in unseren Tank passen würde und entschieden uns schweren Herzens für das Benzin. Als wir wieder ins Auto stiegen, kam eine der Angestellten, drückte uns einen Zettel in die Hand und sagte (im Vertrauen natürlich, psssst!) wir bekommen mit diesem Zettel einen ordentlichen Rabatt an der Kasse. Juchuuu und danke, Paronella Park wir kommen!! Zum ersten Mal hatten wir eine "powered site", einen Stellplatz mit Stromanschluss (heisst, wir konnten alle Geräte aufladen und die ganze Zeit unseren Kühlschrank laufen lassen, Luxus pur), es gab gute Sanitäranlagen, wir konnten Führungen durch den Park mitmachen, die Investition hat sich im Nachhinein auf jeden Fall gelohnt.
Unser Fazit: unglaublich was eine einzelne Familie dort privat aufgebaut hat. Die technischen Anlagen werden auch heute immer noch genutzt, die Gebäude sind durch Naturkatastrophen nur noch Ruinen und liegen heutzutage im alles überwachsenden Dschungel. Dadurch wirkt das Ganze wie eine verwunschene Märchenlandschaft.
Nach dieser europäisch angehauchten Parkanlage ging es weiter den Canecutter Way entlang bis zum Kurrimine Beach.
Kaum erwähnenswert, ein weiterer Traumstrand. Feiner Sandstrand, sanft abfallend ins ungewönlich warme Wasser, da möchte man nur reinspringen .

Die Versuchung war gross, ein Ehepaar das wir trafen, meinte, prinzipiell kein Problem. Die gefährlichen Quallen gibt es noch nicht, allerdings wurden Krokodile an der nahen Flussmündung gesichtet.
Also belassen wir es sicherheitshalber auch wieder bei einem Strandspaziergang. Als nächstes sprach uns ein Angler an. Er gab uns den gutgemeinten Rat, nicht unbedingt im Wasser zu laufen oder dort wo die Muscheln liegen. Man kann sich dort an angespülten Korallen- und Muschelschalen leicht verletzen und der Kontakt mit dem recht warmen Wasser (Bakterien!!!) kann zu unangenehmen Entzündungen führen. Ausserdem liegen auch oft Angelhaken am Strand herum. Am Besten auf dem glatten festen Sand laufen, auf dem nichts vom Meer Angespültes liegt.
Was man alles so beachten soll, unglaublich.
Nach dieser kurzen Abwechslung fuhren wir weiter, passierten noch einige andere schöne weitläufige Strände und verbrachten eine zum Glück wieder angenehm warme Nacht auf einem Rastplatz im Grünen. Unsere kalte Nacht nach Cairns war anscheinend nur ein Ausrutscher.
Nächstes "grosses" Ziel war Cardwell, von wo man nach Hinchinbrook Island übersetzen kann. Eine grosse Insel, die ein Nationalpark ist und wegen ihrer imposanten mit Dschungel überzogenen Berge und kilometerlangen Sandstrände berühmt ist. Dort kann man eine mehrere Tage dauernde Wanderung machen oder eine Tour die man an einem Tag bewältigen kann. Wir wollten gerne die Tagestour machen. In der Touristen Information in Cardwell erfuhren wir leider, der Tagesmarsch ist gesperrt. Die Verwüstungen des letzten Zyklons sind noch nicht beseitigt, man kann dort noch nicht wieder laufen. Schade, wir hatten uns so darauf gefreut, aber da kann man halt nichts machen.
Also aus der Ferne einen sehnsüchtigen Blick auf Hinchinbrook Island geworfen und weitergefahren.
Ein toller Übernachtungsplatz erwartete uns am Balgal Beach. Direkt am Strand, gratis und dementsprechend gut besucht. Wir ergatterten gerade noch den letzten freien Platz.
Dort bekamen wir ein super Unterhaltungsprogramm durch unseren australischen Nachbarn Glen und seine Frau Karola (gebürtige Deutsche) geboten. Glen hatte schon in vielen Bands gesungen und Gitarre gespielt und konnte locker 4 Std. ohne Unterbrechung oder Wiederholungen ein abwechslungsreiches musikalisches Repertoire zum Besten geben. Wir lernten die australischen Country Klassiker kennen und genossen viele Lieder die einfach gute Laune machen. Dieser Mann hätte Eintritt verlangen können (hat er zu unserem Glück aber nicht) und wir haben seine "Privat-Show" grösstenteils auf Video für uns verewigt.
Leider darf man auf diesem Platz nur zwei Nächte in Folge bleiben, ansonsten würden hier sicher viele über Wochen die Plätze in Beschlag nehmen.

Am Babinda Creek, ein reissendes Gewässer über grosse Felsen. In einigen der Pools darf man baden......

Am Babinda Creek, ein reissendes Gewässer über grosse Felsen. In einigen der Pools darf man baden......

.....aber ansonsten "Alarmstufe rot"! Der Weg und die Aussichtsplattformen sind mit Warnschildern gepflastert

.....aber ansonsten "Alarmstufe rot"! Der Weg und die Aussichtsplattformen sind mit Warnschildern gepflastert

Allerdings muss man nicht unbedingt ins Wasser. Auch aus einiger Entfernung hat man einen phantastischen Blick auf den Fluss

Allerdings muss man nicht unbedingt ins Wasser. Auch aus einiger Entfernung hat man einen phantastischen Blick auf den Fluss

Und jetzt alle zusammen: Wuuuuuuuruuuuuuunuuuuuran. Man sagte uns, richtig ausgesprochen, klingt es wie ein startendes Auto bei dem die Batterie den Geist aufgibt

Und jetzt alle zusammen: Wuuuuuuuruuuuuuunuuuuuran. Man sagte uns, richtig ausgesprochen, klingt es wie ein startendes Auto bei dem die Batterie den Geist aufgibt

Kleines Päuschen an den Josephines Falls

Kleines Päuschen an den Josephines Falls

Bananen - und Ananasplantagen soweit das Auge reicht

Bananen - und Ananasplantagen soweit das Auge reicht

Enge Kurven, beinahe Berührung der Baumwipfel --Kunstflug als Plantagenarbeit

Enge Kurven, beinahe Berührung der Baumwipfel --Kunstflug als Plantagenarbeit

Wie der Canecutter Way vermuten lässt, Zuckerrohr über Zuckerrohrfelder

Wie der Canecutter Way vermuten lässt, Zuckerrohr über Zuckerrohrfelder

Verwunschene Gebäuderuinen im Paronella Park

Verwunschene Gebäuderuinen im Paronella Park

Die Springbrunnen funktionieren noch nach altem System

Die Springbrunnen funktionieren noch nach altem System

Brücken und Treppen führen kreuz und quer durch den Park

Brücken und Treppen führen kreuz und quer durch den Park

Abends ist die Anlage beleuchtet und als Krönung gibt es noch musikalische Untermalung des märchenhaften Anblicks

Abends ist die Anlage beleuchtet und als Krönung gibt es noch musikalische Untermalung des märchenhaften Anblicks

Schöner Sandstrand, warmes Wasser, keine gefährlichen Wellen.....

Schöner Sandstrand, warmes Wasser, keine gefährlichen Wellen.....

....aber unbeschwert das Wasser geniessen konnten wir dann doch nicht. Das erwähnte Quallen Schutznetz war noch nicht gespannt

....aber unbeschwert das Wasser geniessen konnten wir dann doch nicht. Das erwähnte Quallen Schutznetz war noch nicht gespannt

In Cardwell eine kleine Bergwanderung auf den Aussichtshügel....

In Cardwell eine kleine Bergwanderung auf den Aussichtshügel....

....um  Hinchinbrook Island wenigstens aus der Ferne zu sehen

....um Hinchinbrook Island wenigstens aus der Ferne zu sehen

Endlich!!!! Schon oft gehört und von Weitem gesehen, schwarze Kakadus. Am Balgal Beach kommen sie in Kamera Nähe

Endlich!!!! Schon oft gehört und von Weitem gesehen, schwarze Kakadus. Am Balgal Beach kommen sie in Kamera Nähe

Schwarzer Kakadu mit rotem Schwanz Gefieder, es gibt sie auch noch mit gelben Schwanzfedern.  Wir sind aber völlig zufrieden diese hier einmal so nahe gesehen zu haben

Schwarzer Kakadu mit rotem Schwanz Gefieder, es gibt sie auch noch mit gelben Schwanzfedern. Wir sind aber völlig zufrieden diese hier einmal so nahe gesehen zu haben

© Manuela A., 2013
Du bist hier : Startseite Australien & Ozeanien Australien Dem Canecutter Way folgend 23.09.2014
Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir beginnen eine Reise (geplant) um die Welt und starten erstmal in Thailand. Der weitere Weg findet sich unterwegs, es gibt keinen festen Plan und das Ende ist hoffentlich noch in weiter Ferne
Details:
Aufbruch: Februar 2013
Dauer: 30 Monate
Heimkehr: August 2015
Reiseziele: Thailand
Malaysia
Singapur
Brunei Darussalam
Indonesien
Hongkong
Australien
Laos
Kambodscha
Myanmar
Deutschland
Der Autor
 
Manuela A. berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.