Völlig verrückt - wir machen es trotzdem....

Reisezeit: Februar 2013 - August 2015  |  von Manuela A.

Kota Kinabalu , Sabah -Teil 1 29.08.2013

Wir hatten eine 3 stündige Überfahrt mit dem Schnellboot von Labuan nach Kota Kinabalu in Sabah, dem nördlichen Teil von Borneo,vor uns.
Es war wieder sooooo kalt in dem Boot, wir deckten uns so gut es ging mit unseren Sarongs zu, sassen so eng wie möglich nebeneinander (wie die Bergsteiger im Film, die nur durch Körperwärmeaustausch überleben) und waren heilfroh als wir endlich ankamen.
Von der grossen Fähranlegestelle konnten wir in die Stadt laufen und waren auch gleich im touristischen Zentrum. Hier liefen massenhaft Touristen, hauptsächlich Chinesen, herum. Nahe Kota Kinabalu, oder KK wie es hier einfach heisst, liegen einige kleine Inseln mit schönen Sandstränden. Dort kann man gut schwimmen und schnorcheln, und von China gibt es viele günstige Direktflüge nach KK. Also eines der Naherholungsgebiete der chinesischen Bevölkerung.
Unsere Aufenthaltsdauer in KK wurde dieses Mal von äußeren Umständen bestimmt. Von hier aus wollten wir drei grössere Ausflüge starten, die wir nocht nicht im Voraus gebucht hatten und spontan vor Ort organisieren wollten.
Zum einen direkt von der Stadt aus eine Fahrt mit der historischen Dampfeisenbahn, dann ein Besuch des Kinabalu Nationalparks mit dem Mount Kinabalu, dem höchsten Berg zwischen Himalaya und Papua und zu guter Letzt wollte Oliver vor der Insel Sipadan tauchen. Diese Insel gehört zu einem der besten Tauchreviere der Welt ( wer noch Jacques Cousteau kennt, weiss Bescheid) und die Anzahlt der Taucher pro Tag ist streng limitiert (max.120 pro Tag).So hatten wir an unserem ersten Tag in KK ein volles Pflichtprogramm zu erledigen, was wir erwartungsgemäss an einem Tag gar nicht schafften.

Zunächst suchten wir den Samsung Service auf, mein Smartphone funktionierte ja nicht mehr. Nach Schilderung der Symptome (plötzlicher Display Ausfall aus dem prallen Leben heraus) konnte man uns auch nicht konkret weiterhelfen. Das Handy könnte repariert werden, würde ca. mind. 200 max.300 Euro kosten. Da könnte ich mir auch gleich ein neues kaufen,so die Empfehlung.
Super, das wollte ich eigentlich nicht hören, nun ruhte meine ganze Hoffnung auf einem dieser kleinen No-Name Reparaturläden die überall zu sehen waren. Wieder die Symptombeschreibung, das junge Mädel telefonierte mit dem "Techniker" der dann kommen wollte. Es kam ein junger Bursche, sah sich das Handy an, kramte in einer chaotisch aussehenden Schublade herum und holte ein Samsung (?) Display heraus. Er meinte, das müsste passen, wir sollten am nächsten Vormittag wiederkommen und mein Smartphone dann abholen, kostet 50 Euro.
Mit einem leicht unguten Gefühl gingen wir am nächsten Tag hin,aber alles wunderbar, Patient Handy wieder gesund und voll funktionsfähig! Kaum zu glauben.
Nun mit extrem guter Laune gingen wir zur Touristeninformation. Diese ist in einem der beiden letzten historischen Gebäuden der Stadt untergebracht, ursprünglich das Postgebäude der Stadt.
KK ist eine relativ neu gebaute Stadt, da es während des zweiten Weltkrieges fast völlig zerstört wurde.
Mit viel Informationsmaterial eingedeckt liefen wir als Nächstes zum Sutera Harbour, dem Yachthafen mit angrenzenden Luxushotels, wo die Nostalgie Bahnfahrt gebucht werden konnte. Das mit dem Laufen war im Nachhinein keine so gute Idee, es war doch recht weit und vor allen Dingen recht heiß.

Auf unserem Weg kamen wir an dem riesigen Golfplatz des Golf-Clubs vorbei, sehr imposant, in dieser Gegend konnte man auch schon recht schick wohnen. Wir fanden im Magellan Hotel das Büro der Nord Borneo Eisenbahngesellschaft, es gab allerdings keine Fahrkarten mehr. Der Zug fährt nur Samstags und Mittwochs, es war Freitag und der Samstag schon ausgebucht.
Als Planänderung alternativ über das Wochenende den Nationalpark zu besuchen war auch nicht möglich, da dort auch schon alles ausgebucht war. Wir hatten uns auch noch keine konkreten Gedanken über Olivers Tauchpläne gemacht, da hiess es jetzt erst einmal ernsthaft in uns gehen und einen Terminplan austüfteln.
Nach einiger Überlegung buchten wir dann für den folgenden Mittwoch unsere Bahnfahrt, die Tage bis dorthin würden wir mit Stadtbesichtigung und Organisieren der nächsten Aktivitäten verbringen.
Da wir nun schon dort waren, schauten wir uns noch den grossen Yachthafen und die grossen Hotels an, ein Umfeld in dem man es gut aushalten konnte.
Zum Glück gab es einen hoteleigenen Bus der regelmässig seine Runden durch die Stadt drehte, die Fahrt in die Stadt war kostenpflichtig, die Fahrt Richtung Hotel gratis. Die Fahrt in die Stadt gönnten wir in diesem Fall aber unseren müden Füssen.
Das Wochenende verbrachten wir mit Besuchen des Sabah Museums und des angrenzenden Museumsdorfes. Beides sehr interessant. Bei dem Museumsdorf fanden wir besonders gut, das man die unterschiedlich gebauten Häuser der verschiedenen Ethnien Sabahs nicht nur sehen, sondern auch betreten konnte und sie auch eingerichtet waren. So bekamen wir eine gute Vorstellung davon, wie die Menschen hier früher lebten, und teilweise auch noch heute in den wenig erschlossenen Gebieten, leben.

Sonntags gab es immer einen sehr bekannten Markt in der Stadt, den Gaya Fair Markt. Dort konnte man alles kaufen was man sich nur vorstellen kann. Die normalen Souvenirs natürlich, kunstvolles Handwerk (wieder sehr schöne Sachen dabei), Haustiere, Naturmedizin aller Art, Musikinstrumente,Pflanzen, Obst und Gemüse usw. usw. Dieser Markt bestach wirklich durch sein vielfältiges Angebot.
Damit es spannend blieb, passierten ab und zu auch unerwartete Dinge. Als ich Bargeld abheben wollte, versagte meine Kreditkarte bei mehreren Automaten verschiedener Banken. Das Problem konnte behoben werden, kostete aber einige Zeit und Nerven durch e-mails hin- und herschreiben.
Manchmal benötigte unsere Wäsche auch eine mehr oder weniger professionelle Reinigung, dieses Mal mit dem Ergebnis, dass ich beim Abholen völlig andere Kleidung überreicht bekam. Leider gefiel mir die überhaupt nicht, so war das eher eine unangenehme Überraschung.
Mein Abholschein stimmte mit dem Paket überein, nur der Inhalt nicht. Wir haben zwar manchmal das Gefühl, unsere Koffer sind zu voll, aber auf diese Art und Weise wollten wir den Inhalt auch nicht dezimieren. Aber auch hier Glück gehabt, der andere Abholer bemerkte den Irrtum auch und war zum Glück noch nicht weitergereist (falls es ein Urlauber war), am nächsten Tag waren unsere Sachen wieder da. Der Wascherfolg war nur mässig, aber wir waren froh, dass wir unsere Sachen überhaupt wiederhatten.
Bei einem Besuch der Agentur, wo Oliver seine Tauchexkursion buchen wollte, erfuhren wir, der nächstmögliche Termin für längere Zeit war 3 Tage nach unserer Nostalgie Bahnfahrt.
Zu wenig Zeit für den Nationalpark, der damit ans zeitliche Ende unserer Aktivitätenliste rutschte.
Nun jedoch zum ersten Teil des Planungsmarathons, die Bahnfahrt, die ungefähr 4 Stunden dauerte. Wir fuhren morgens mit dem oben erwähnten Hotel Shuttle Bus zum Magellanhotel, von dort nahtlos mit einem Shuttlebus zur Bahnstation. Das war die einfachste und preisgünstigste Variante. Die Bahnfahrt war ein tolles Erlebnis, hat Spass gemacht, war schön und interessant, das würden wir jederzeit noch einmal machen. Auch wenn man wie wir kein bekennender Eisenbahnliebhaber ist, diese Reise in die Vergangenheit war etwas ganz Besonderes. Wenn man in Borneo ist, sollte man sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Endlich wieder an Land und im Warmen

Endlich wieder an Land und im Warmen

Ankunft in Kota Kinabalu am Jesselton Point ( Jesselton ist der alte Name der Stadt)

Ankunft in Kota Kinabalu am Jesselton Point ( Jesselton ist der alte Name der Stadt)

Das koloniale Gebäude der Touristen-Information, ursprünglich das Postgebäude

Das koloniale Gebäude der Touristen-Information, ursprünglich das Postgebäude

Sonntags gab es den Gaya Street Markt, hier ein Stand mit Fischen für das heimische Aquarium

Sonntags gab es den Gaya Street Markt, hier ein Stand mit Fischen für das heimische Aquarium

Interessant waren die Stände mit den Naturarzneimitteln, leider konnten wir auf Grund von Sprachbarrieren keine genauen Informationen erhalten.
Zum einfach mal Ausprobieren waren wir nicht mutig genug

Interessant waren die Stände mit den Naturarzneimitteln, leider konnten wir auf Grund von Sprachbarrieren keine genauen Informationen erhalten.
Zum einfach mal Ausprobieren waren wir nicht mutig genug

An einigen Ständen gab es Live Musik als verkaufsfördernde Massnahme

An einigen Ständen gab es Live Musik als verkaufsfördernde Massnahme

Ein Suluk Haus im Museumsdorf, es war klasse, dass man überall hinein gehen konnte

Ein Suluk Haus im Museumsdorf, es war klasse, dass man überall hinein gehen konnte

Schicker Vorhang , damit die Nachbarn nicht hineinschauen ?

Schicker Vorhang , damit die Nachbarn nicht hineinschauen ?

Es gab sogar eine obere Etage.Gästezimmer ?

Es gab sogar eine obere Etage.Gästezimmer ?

In einem Iranun Haus, es war gar nicht so einfach auf dem wackeligen, lückenhaften Boden zu laufen. Die Spalten waren grösser als die Trittflächen.
Dafür sicherlich gut belüftet.

In einem Iranun Haus, es war gar nicht so einfach auf dem wackeligen, lückenhaften Boden zu laufen. Die Spalten waren grösser als die Trittflächen.
Dafür sicherlich gut belüftet.

Von so einer Küche träumt die Hausfrau/mann eher nicht

Von so einer Küche träumt die Hausfrau/mann eher nicht

Der Platz des Hausherren ist da etwas feudaler gestaltet. Wobei man nicht auf einer Matratze liegt, sondern auf einem Holzpodest mit Decke darauf.
Also keine bequeme Lümmel-Lounge

Der Platz des Hausherren ist da etwas feudaler gestaltet. Wobei man nicht auf einer Matratze liegt, sondern auf einem Holzpodest mit Decke darauf.
Also keine bequeme Lümmel-Lounge

Im chinesischen Bauernhaus konnten wir uns mit den Arbeitsmaterialien der Landbevölkerung vertraut machen

Im chinesischen Bauernhaus konnten wir uns mit den Arbeitsmaterialien der Landbevölkerung vertraut machen

In diesem Holzbett mit "Holzkopfkissen" konnten wir uns keinen so recht erholsamen Schlaf nach harter Feldarbeit vorstellen.Aber wahrscheinlich ist man danach so erledigt, dass es keine Rolle spielt.Die "Kissen" müssen beim Waschen in der Maschine auch ganz schön poltern.

In diesem Holzbett mit "Holzkopfkissen" konnten wir uns keinen so recht erholsamen Schlaf nach harter Feldarbeit vorstellen.Aber wahrscheinlich ist man danach so erledigt, dass es keine Rolle spielt.Die "Kissen" müssen beim Waschen in der Maschine auch ganz schön poltern.

Der exquisite grosse Golfplatz

Der exquisite grosse Golfplatz

Die Fahrkartenverkaufsstelle der Nostalgie-Bahn im Magellan Hotel

Die Fahrkartenverkaufsstelle der Nostalgie-Bahn im Magellan Hotel

Aussen am Hotel führt eine lange Uferpromenade entlang des Sutera Harbour Bereiches.....

Aussen am Hotel führt eine lange Uferpromenade entlang des Sutera Harbour Bereiches.....

....bis zum schicken Yachthafen, wo eher grössere ( nicht Boote ) Schiffe liegen

....bis zum schicken Yachthafen, wo eher grössere ( nicht Boote ) Schiffe liegen

Am Bahnhof angekommen wurden die Fahrkarten kontrolliert, erwartungsvolle Vorfreude unsererseits

Am Bahnhof angekommen wurden die Fahrkarten kontrolliert, erwartungsvolle Vorfreude unsererseits

Der Dampflok wurde auch schon kräftig eingeheizt. Die Fahrgäste bekamen genügend Zeit sich alles anzuschauen und zu fotografieren. Wirklich gut organisiert, keinerlei massentouristischer Zeitdruck

Der Dampflok wurde auch schon kräftig eingeheizt. Die Fahrgäste bekamen genügend Zeit sich alles anzuschauen und zu fotografieren. Wirklich gut organisiert, keinerlei massentouristischer Zeitdruck

Während der Fahrt zog die grüne Pracht des Dschungels von Borneo an uns vorüber

Während der Fahrt zog die grüne Pracht des Dschungels von Borneo an uns vorüber

Zum Einstieg gab es ein Begrüssungsgetränk und ein tolles Frühstück. So gut hatten wir seit Monaten nicht mehr gefrühstückt, da wurde leichte Sehnsucht nach heimatlichen Leckereien wach

Zum Einstieg gab es ein Begrüssungsgetränk und ein tolles Frühstück. So gut hatten wir seit Monaten nicht mehr gefrühstückt, da wurde leichte Sehnsucht nach heimatlichen Leckereien wach

Jeder konnte einen Fensterplatz geniessen, da immer zwei Personen sich einen Tisch teilten

Jeder konnte einen Fensterplatz geniessen, da immer zwei Personen sich einen Tisch teilten

Vor der Fahrt bekamen alle Fahrgäste Reisepässe, die immer gestempelt wurden, wenn wir eine Ortschaft durchfuhren. Ein originelles Souvenir.

Vor der Fahrt bekamen alle Fahrgäste Reisepässe, die immer gestempelt wurden, wenn wir eine Ortschaft durchfuhren. Ein originelles Souvenir.

Besonderer Spass, man durfte sich wirklich alles anschauen an und in dem Zug. Da wurden "Kleine-Jungs-Träume"wahr, einmal kräftig Signal geben (Dampf ablassen)!

Besonderer Spass, man durfte sich wirklich alles anschauen an und in dem Zug. Da wurden "Kleine-Jungs-Träume"wahr, einmal kräftig Signal geben (Dampf ablassen)!

Dieser Job war bei den herrschenden Aussentemperaturen absolut kein Vergnügen

Dieser Job war bei den herrschenden Aussentemperaturen absolut kein Vergnügen

Zum Mittagessen gab es einen klassischen Tiffin Lunch. Reis, Gemüse, Fleisch, Obst, alles fein getrennt gestapelt in Metalldosen

Zum Mittagessen gab es einen klassischen Tiffin Lunch. Reis, Gemüse, Fleisch, Obst, alles fein getrennt gestapelt in Metalldosen

Bis zur letzten Minute der pure Spass

Bis zur letzten Minute der pure Spass

© Manuela A., 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir beginnen eine Reise (geplant) um die Welt und starten erstmal in Thailand. Der weitere Weg findet sich unterwegs, es gibt keinen festen Plan und das Ende ist hoffentlich noch in weiter Ferne
Details:
Aufbruch: Februar 2013
Dauer: 30 Monate
Heimkehr: August 2015
Reiseziele: Thailand
Malaysia
Singapur
Brunei Darussalam
Indonesien
Hongkong
Australien
Laos
Kambodscha
Myanmar
Deutschland
Der Autor
 
Manuela A. berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.