Völlig verrückt - wir machen es trotzdem....

Reisezeit: Februar 2013 - August 2015  |  von Manuela A.

Aufhören wenn es am Schönsten ist

Bezogen auf den Titel, jeder Tag hier war am schönsten. Der Vollständigkeit geschuldet und, falls es jemanden interessiert , hier noch ein paar, bitte beachten: unzusammenhängende, Informationen, mit Bildern untermalt.
Ein letztes Highlight für uns war der Besuch des Pinang Peranakan Mansion.
Eine alte Villa aus der Kolonialzeit die einer reichen chinesischen Familie gehörte und nun als Museum dient. Eines dieser schönen restaurierten und ausgestatteten Häuser sollte auf jeden Fall auf der must-do Liste stehen.Das Schlendern durch die üppig ausgestatteten Räume hatte was.Da wohnt man nicht, da palastet man.
In so ein Häuschen wären wir gerne und sofort eingezogen, hat uns aber keiner angeboten!
Angeboten wurden uns dafür Bananen "all you can eat "von einem Angestellten der seinerzeit durch Deutschland reiste und uns mit heimisch klingenden, ihm bekannten deutschen Worten die nächsten Minuten köstlich unterhielt.Voller Freude über unseren ehrlichen Applaus bot er uns an, ruhig jeden Tag hereinzuschauen auf einen "Bananenstop".Wir nutzten diese Gelegenheit ab sofort immer wenn wir in der Nähe waren und brachten jedesmal für unseren neuen Freund ein paar neue Wörter mit.
Also ein Food for lessons Projekt.
Allgemein neue Erfahrung für uns: Museen, Geschäfte und sogar Tempel haben recht strikte Öffnungszeiten. Da ist gute Planung gefordert, wenn man nicht vor verschlossenen Türen stehen will.
Das kannten wir von Thailand nicht, dort ist fast alles rund um die Uhr geöffnet.
So war manche Überraschung bei uns angesagt, wenn ein Lokal wo wir essen wollten sich seinen freien Tag gönnte oder ein Tempel vor unserer Nase die Tore schloss. Und das war beamtengerecht meistens schon um 16 oder 17 Uhr, da kannten die keine Gnade.

Da es hier aber kaum Verständigungsschwierigkeiten gab ( wenn, dann immer mit Humor hingenommen ) erfuhren wir immer warum geschlossen war oder wann wir wiederkommen "durften".
So wurden wir eines Abends vor verschlossenem Tempeleingang von einem älteren Herrn in ein Gespräch verwickelt.
Von ihm erfuhren wir den tieferen Sinn der vielen Fahnen unterschiedlicher Farben und Muster die überall hingen und über die wir uns schon gewundert hatten. Am 5.5. standen Wahlen an und die Fahnen standen für die verschiedenen Parteien, so wie bei uns Wahlplakate.
Mit jedem Tag wurden es mehr und man konnte vor lauter Fahnen kaum noch die Stadt sehen. Es wurde sogar abenteuerlich Strassen zu überqueren weil einem dauernd die Fahnen, die auch auf dem Mittelstreifen hingen,um die Augen und Ohren wehten.
Zum Glück hatten wir schon alles für uns Interessante fotografiert ( das ist für einen Touristen schließlich nicht ganz unwichtig denn man will ja schliesslich seine lieben Verwandten und Freunde später mit reichlich Bildmaterial quälen äh..beglücken - Genannte Personengruppen dies bitte höflich überlesen!), weil langsam wurde es schwierig, die Motive überhaupt noch zu sehen.
Praktisch für die Bevölkerung (und immerhungrige Reisende) : die Parteien organisieren als Wahlmotivation Fressmeilen wo man umsonst essen und trinken kann. Das heisst, die ganz normalen Strassenlokale stellen ihre Kochstände auf und man bekommt das excellente lokale Essen , keine extra hergestellte Catering-Abfütterung. Eine wichtige Information fanden wir, das entlastete nicht nur den Geldbeutel sondern füllt auch noch das bereits verlorene Wohlstandsbäuchlein.

Unser neuer Bekannter sagte auch, dass jeder herzlich willkommen ist und wir ordentlich Hunger mitbringen sollen.Daran sollte es nicht scheitern.
Leider gab es an diesem Abend ein heftiges Tropengewitter, so dass unsere Verabredung im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fiel.
Dafür klappte es am nächsten Abend und war dann umso lustiger.
Es gab sehr gut und reichlich zu essen,man wurde direkt dazu genötigt sich die Teller vollzupacken.
Was uns in diesem Zusammenhang ein wenig zu denken gab war, als wir von eventuellen Unruhen um die Wahl herum hörten. Die Einheimischen waren aber recht gelassen (wie immer, alle tiefenentspannt) und meinten, da passiert nichts, man sollte an diesen Tagen nur nicht unbedingt auf Malaysias Strassen unterwegs sein.
Also musste in die nächste Zielplanung mit einfliessen, wo wir den Wahltag für uns sicher aussitzen konnten und evtl. auch den darauf folgenden Tag. Letztendlich war aber gemeint, dass an diesem Tag alles was Beine und Räder hat unterwegs ist und die Strasssen, öffentlichen Verkehrsmittel usw. sehr überfüllt sind. Ein vorprogammierter Verkehrskollaps sozusagen.
Das nächste Ziel sollte also nicht zu sehr mit Bewegungsaktivität verknüpft sein.
Solche wichtigen Entscheidungen kann man gut beim Essen überdenken,
damit gelingt jetzt der elegante Übergang zum internationalen Essen auf der Insel.
Allein um die indische Speisekarte komplett hoch und runter zu probieren bräuchte es schon sehr lange und einen gesegneten Appetit.
Zwischendurch wollten ja auch noch die vielen anderen regionalen Köstlichkeiten probiert werden. Siehe einfach als kleinen Einblick die folgenden Bilder.

Das zu jedem Essen in irgendeiner Art und Weise auch Eier gehörten, hatte ich ja schon erwähnt.
Wir kamen seit geraumer Zeit locker auf mindestens 3-4 Eier pro Tag und ich bekam eine Eierkrise. Zur berechtigten Sorge um unsere Zähne gesellte sich nun auch noch die berechtigte Sorge vor einem erhöhtem Cholesterinspiegel .Oh Mann, eine Weltreise steckt ja voller Gefahren.
Und das uns, die wir seit Jahren auf unseren Zucker- und Eierkonsum achteten. Um wenigstens den Frühstückseiern zu entfliehen, stieg ich für ein paar Tage sogar auf Haferbrei mit Sirup um.
War gar nicht so übel (sah nur so aus) und machte satt, war vor allen Dingen ohne Ei. Etwas befremdlich nur, wenn ich in unserem chinesischen Frühstückslokal gefragt wurde, ob mir das schmeckt. Ist normalerweise wohl eher ein typisches Frühstück für Engländer ( ja so sieht es auch aus ).
Eine lokale Spezialität blieb uns aber versagt: Toddy. Ein alkoholisches Getränk was aus der Toddy Palme gewonnen wird. Der frisch gepresste, wohl sehr süsse Saft gärt innerhalb von ein paar Stunden zu etwas Hochprozentigem. Da ausländische Alkoholika ,wenn überhaupt Alkohol, heutzutage höher im Kurs stehen als einheimische Produkte, gibt es nur noch einige wenige lizenzsierte Toddy Händler. Darf schließlich nicht jeder verkaufen!
Wir wussten es vorher nicht, aber einer war genau bei uns um die Ecke.
Schon oft waren wir an diesem "Laden"vorbeigelaufen, warfen jetzt aber ein genaueres neugieriges Auge auf ihn.
Was wir sahen ,sah nicht besonders vertrauenswürdig aus. Eine recht düstere Spelunke mit genauso recht düster aussehenden Gestalten. Völlig ungewohntes Bild mittlerweile: die tranken Bier! Überhaupt und am hellichten Tag!

Trotzdem trauten wir uns und schauten mal kurz rein, alle Blicke richteten sich auf uns und die Gespräche verstummten ( wie man das so aus Western Filmen kennt, wenn der Indianer den Saloon betritt ).
Wir fragten nach Toddy, keine fragenden Blicke, einzige Frage war , wieviel Liter wir wollen.
Jetzt fragender Blick unsererseits, wir bedankten uns erstmal nur höflich und sagten, wir würden abends wiederkommen.
An diesem Abend war dann aber schon geschlossen, unser Selbstversuch wurde vorerst verschoben und ich (Oliver weniger ) hatte irgendwann Bedenken wegen Panschereien, da so ein Literchen des mysteriösen Getränkes extrem günstig zu erstehen war.
Man muss ja nicht alles probieren, oder jedenfalls nicht gleich.Palmen gibt es ja für uns noch reichlich zu sehen und der Toddy dürfte dann auch nicht weit sein. Insidergerüchte besagen, auf Borneo wäre er am besten!
Jedoch abschließend zu Penang: eine sehr schöne grosse Insel, die Hauptstadt Georgetown muss man einfach gesehen haben und man sollte entsprechend Zeit mitbringen. Kulturell und was Natur angeht kann man sich hier wahrlich austoben. Für Strandurlaub, zumindest was wir an Stränden gesehen haben, eher nicht zu empfehlen.
Bekanntester Badestrand hier ist der Ferringhi Beach. Wir haben ihn nur beim Vorbeifahren aus dem Bus gesehen, und das hat uns nicht zu einem Besuch gereizt.Die üblichen Hotelburgen wie überall in der Welt oder wie man sie aus Spanien kennt, der Strand haute uns auch nicht gerade um.
Finaler Abschlußsatz: Penang war für uns ein traumhafter Einstieg nach Malaysia, wir waren gespannt, was uns danach erwartete.

Blumenschmuck für einen Hindu-Tempel...

Blumenschmuck für einen Hindu-Tempel...

...und Hindu Tempel bei Nacht

...und Hindu Tempel bei Nacht

Chinesischer Tempel bei Sonnenuntergang

Chinesischer Tempel bei Sonnenuntergang

Gebete im burmesischen Tempel

Gebete im burmesischen Tempel

Pinang Peranakan Mansion von aussen

Pinang Peranakan Mansion von aussen

der Innenhof (bildet den Mittelpunkt des Hauses)

der Innenhof (bildet den Mittelpunkt des Hauses)

Hier lässt es sich aushalten, gerne auch für längere Zeit

Hier lässt es sich aushalten, gerne auch für längere Zeit

Die Opiumliege sollte in keinem guten Haushalt fehlen

Die Opiumliege sollte in keinem guten Haushalt fehlen

Clan Jetty, hier leben  Familien- Clans auf Stelzenhäusern im Meer

Clan Jetty, hier leben Familien- Clans auf Stelzenhäusern im Meer

Die Abwasserkanäle die die Gehwege begleiten können im Dunkeln eine  böse Falle sein

Die Abwasserkanäle die die Gehwege begleiten können im Dunkeln eine böse Falle sein

Die Jungs im Hintergrund sind nicht echt

Die Jungs im Hintergrund sind nicht echt

Das hätte der Toddy Händler unseres Vertrauens werden können

Das hätte der Toddy Händler unseres Vertrauens werden können

Beliebtes Fortbewegungsmittel: Trishaw. Im Hintergrund die blauen Wahlflaggen

Beliebtes Fortbewegungsmittel: Trishaw. Im Hintergrund die blauen Wahlflaggen

Die Wahlfahnen wurden mit jedemTag mehr, diese "blaue" Partei hat übrigens gewonnen

Die Wahlfahnen wurden mit jedemTag mehr, diese "blaue" Partei hat übrigens gewonnen

Cendol, geschreddertes Eis mit Kokosmilch übergossen, dazu rote Bohnen,
Grüne "Glibberwürmer" und Maiskörner. Feine Nachspeise,auch wenn es sich nicht so anhört

Cendol, geschreddertes Eis mit Kokosmilch übergossen, dazu rote Bohnen,
Grüne "Glibberwürmer" und Maiskörner. Feine Nachspeise,auch wenn es sich nicht so anhört

Ais Kacang, geschreddertes Eis mit buntem Sirup,buntem Glibber und natürlich roten Bohnen und Mais. wird oft zum "Herunterkühlen" genutzt aber nur an besonders heissen Tagen , also täglich !

Ais Kacang, geschreddertes Eis mit buntem Sirup,buntem Glibber und natürlich roten Bohnen und Mais. wird oft zum "Herunterkühlen" genutzt aber nur an besonders heissen Tagen , also täglich !

Tosai Ghee, zu einem Turm geformter knuspriger dünner Teig mit scharfen Sossen

Tosai Ghee, zu einem Turm geformter knuspriger dünner Teig mit scharfen Sossen

Hier wird wortwörtlich unter Volldampf gekocht (Feuerlöscher weg ! ist wirklich nur Dampf)

Hier wird wortwörtlich unter Volldampf gekocht (Feuerlöscher weg ! ist wirklich nur Dampf)

© Manuela A., 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir beginnen eine Reise (geplant) um die Welt und starten erstmal in Thailand. Der weitere Weg findet sich unterwegs, es gibt keinen festen Plan und das Ende ist hoffentlich noch in weiter Ferne
Details:
Aufbruch: Februar 2013
Dauer: 30 Monate
Heimkehr: August 2015
Reiseziele: Thailand
Malaysia
Singapur
Brunei Darussalam
Indonesien
Hongkong
Australien
Laos
Kambodscha
Myanmar
Deutschland
Der Autor
 
Manuela A. berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.