Völlig verrückt - wir machen es trotzdem....

Reisezeit: Februar 2013 - August 2015  |  von Manuela A.

Im Dschungelcamp 02.08. -05.08.2013

Endlich war es soweit, unsere ersten Übernachtungen in einem Nationalpark in Borneo lagen vor uns.
Der Bako Nationalpark liegt in der Nähe von Kuching, ist nur mit dem Boot zu erreichen und bekannt für seinen Artenreichtum und verschiedene Vegetationsformen von Regenwald.
Als wir auf den Bus zum Fähranleger in Kampung Bako warteten, hielt ein sogenanntes Privattaxi und bot uns die Mitfahrt an. Das sind Privatleute die einen für etwas mehr Geld als der Bus kostet, aber deutlich weniger als die richtigen Taxis, mitnehmen.
Für den recht fairen Preis von 10 RM sind wir mitgefahren. Der Fahrer war ein älterer Herr der in Kampumg Bako wohnte und die Strecke sowieso regelmässig fuhr. So kann man sich als Einheimischer gut sein Taschengeld aufbessern. Natürlich kam uns auch der Gedanke, dass man in diesen inoffiziellen Taxis eigentlich nicht mitfahren sollte, aber die richtigen waren nun einmal Halsabschneider!
Am Fährhafen angekommen, lernten wir eine nette Schottin kennen, die auch zum Park wollte. Sie war mit dem Taxi gekommen, für schlappe 80 RM ! Dazu fällt einem nichts mehr ein!
Nun konnten wir uns zumindest die Kosten für die Bootsfahrt teilen, man bezahlt nämlich gleich Hin-und Rückfahrt. Glücklicher Umstand war, dass sie auch am gleichen Tag wie wir den Park wieder verlassen wollte.Glücklich deshalb, weil man nur ein Boot mit Leuten teilen durfte, wenn man mit diesen gemeinsam wieder den Park verlässt. Es kann also vorkommen ,dass wenn sechs Leute zur gleichen Zeit ankommen, aber an unterschiedlichen Tagen abreisen,jeder von ihnen ein eigenes Boot mieten muss.Das nennt man mal Gewinnmaximierung. Müssen irgendwie Verwandte der Taxifahrer sein

Aber so waren nun einmal die Regeln.
Wir kamen bei strömendem Regen an und bezogen unsere Unterkunft, die wie erwartet recht spartanisch ausfiel. Die billigsten Zimmer waren Vierbettzimmer ohne Bad,wir hatten das ganze Zimmer bezahlt und waren somit wenigstens unter uns.
In dem Zimmer befanden sich wirklich nur die Betten, diesmal eindeutig nicht frisch bezogen. Das konnte auch die praktische dunkelbraune Bettwäsche nicht kaschieren, es lebe der Seidenschlafsack!
Das Gemeinschaftsbad (in diesem Fall für 16 Leute ) war erträglich, das eiskalte Duschwasser war gewöhnungsbedürftig. Man hörte nicht nur am Wasserrauschen wenn jemand duschte, sondern auch an dem freudigen Erfischungsgeschrei. Was erst bei der Routine-Toilette auffiel, es gab nirgendwo einen Spiegel. Das war wirklich ungewohnt, muss man mal probiert haben. Zum Glück hatten wir einen Taschenspiegel dabei, da konnten wir uns wenigstens grob über unser Aussehen im Bilde halten.
Hier hiess es wieder einmal, Türen und Fenster immer gut geschlossen halten: Affenalarm!
Das bekam am ersten Tag gleich unsere schottische Bekannte zu spüren. Sie hatte eine Wasserflasche aussen am Rucksack hängen, (sehr unbedacht ) und aufgrund dessen gleich einen Affen im Genick. Zum Glück waren zwei Männer in der Nähe die den Affen mit Stöcken vertreiben konnten. Jetzt wussten wir auch, warum überall Stöcke herumlagen.
Nachdem es aufhörte zu regnen, machten wir unseren ersten kurzen Walk, einen Hügel hinauf zu einem Aussichtspunkt.
Auch hier ein wieder völlig anderer Regenwald als wir bisher gesehen hatten. Riesige Bäume, Farne, Palmen unterbrochen von unglaublichen Felsformationen mit Höhleneingängen.

Das weckte Erinnerungen an Piratenfilme und Schatzinseln.
Auf diesem ersten Weg entdeckte ich am Wegesrand eine hübsche quietschgrüne kleine Schlange (und nach Aussagen eines Rangers beim Betrachten der gemachten Fotos - nicht nur hübsch sondern auch hübsch-hochgiftig!!). Das war wirklich ein Glücksfall sie zu entdecken, farblich war sie so gut angepasst, damit für uns fast unsichtbar zwischen den grünen Blättern hängend.
So fing der Park ja gut an.
Im Park gab es mehrere verschiedene Trekking Wege unterschiedlicher Art und Länge.Teile dieser Wege werden für gewisse Zeiträume im Jahr gesperrt.Man will damit gewährleisten ,das sich die Pflanzen und Tierwelt immer wieder regenerieren kann.Deshalb konnte sich das "Angebot" der Wege immer ändern.
Die Wege die wir gehen konnten haben uns völlig ausgereicht, wir waren täglich 7-8 Std. unterwegs. Mehr musste nicht sein, so vergnügungssüchtig waren wir dann auch nicht.
Die Höhepunkte des Nationalparks konnten wir auf der "das muss man unbedingt gesehen haben"-Liste abhaken.
Die berühmten Nasenaffen Borneos, die morgens und abends in Strandnähe in den Bäumen herumturnen.
Die Pitcher Plants (Kannenpflanzen, fleischfressend ) waren auf dem Lintang Trail zu finden. Wir suchten und schauten immer in den nassen Regionen, dabei waren sie in Massen in der trockenen Hochplateau Zone zu finden.
Makaken - Affen, Bartwildschweine, eine grosse Viper gehörten zum Bestand des Areals, diese Tierchen waren immer und überall zu sehen.
Den berühmten Nashornvogel, d a s Symboltier Malaysias, haben wir wie schon so oft nur gehört, aber leider nicht gesehen.Diese sitzen meist hoch in den Baumkronen.Die Baumkronen bleiben aber ebenfalls weitesgehend unsichtbar im dichten Grün des Dschungels.
Da das Gebiet sehr hügelig war, kamen wir auch an viele schöne Aussichtspunkte mit einer tollen Rundumsicht auf angrenzende Inseln und kleine Buchten.
Die Wege allgemein waren nicht besonders schwierig zu laufen. Es war alles gut beschildert und schwierige Stellen waren mit Seilen und Holztreppen überwindbar gemacht. Hier war man auf Wanderer aller Art vorbereitet. Schwierig war es nur dadurch, dass es stellenweise sehr rutschig und schlammig war, da es nachts fast immer regnete.
Es hat sich jedenfalls gelohnt, drei Nächte hier zu verbringen. So konnten wir in Ruhe ein paar längere Strecken laufen ohne auf die Uhr zu schauen und somit auch alle Vegetationsformen des Waldes sehen. Wir hätten auch locker noch ein bis zwei Nächte länger machen können ohne uns zu langweilen. Es gab hier einfach wahnsinnig viel zu sehen, die Beschreibungen des Parkes waren nicht übertrieben.
Gut, dass es Übernachtungsmöglichkeiten hier gab und die angegliederte Cafeteria war natürlich auch praktisch. Da mussten wir nicht Selbstversorger spielen, obwohl wir uns für die ersten zwei Tage Wasser mitgenommen hatten. Hier war alles etwas teurer, aber das hielt sich im normalen Rahmen.
Für uns war es ein toller Aufenthalt, würden wir jederzeit wieder machen.
Erstaunlicherweise und zu unserer Freude gab es kaum Mücken!

Unser freundlicher Privat-Taxi-Chauffeur. Er freute sich, wir freuten uns, alle waren zufrieden

Unser freundlicher Privat-Taxi-Chauffeur. Er freute sich, wir freuten uns, alle waren zufrieden

An der Fähranlegestelle stand frisches  Hühnerfleisch, was die kleine Katze freute.....

An der Fähranlegestelle stand frisches Hühnerfleisch, was die kleine Katze freute.....

....das Fleisch war allerdings für das Essen vorgesehen, was gerade vorbereitet wurde

....das Fleisch war allerdings für das Essen vorgesehen, was gerade vorbereitet wurde

Es folgte eine angenehme Bootsfahrt zum Nationalpark

Es folgte eine angenehme Bootsfahrt zum Nationalpark

Unser Gemeinschaftswohnhaus. Vier Zimmer mit vier Betten,ein grosser Raum mit zwei Duschkabinen und zwei Toiletten.

Unser Gemeinschaftswohnhaus. Vier Zimmer mit vier Betten,ein grosser Raum mit zwei Duschkabinen und zwei Toiletten.

Oliver sicherte erst einmal die Fenster, die erhebliche Einstiegsmöglichkeiten boten. Zum Glück hinterlassen andere Gäste in solchen Unterkünften für diese Zwecke entsprechende Drähte, Schrauben usw.

Oliver sicherte erst einmal die Fenster, die erhebliche Einstiegsmöglichkeiten boten. Zum Glück hinterlassen andere Gäste in solchen Unterkünften für diese Zwecke entsprechende Drähte, Schrauben usw.

Unser erster Weg führte uns bergauf ......

Unser erster Weg führte uns bergauf ......

....zu einem schönen Aussichtspunkt

....zu einem schönen Aussichtspunkt

Auf dem Weg dorthin entdeckten wir diese leuchtend grüne Viper

Auf dem Weg dorthin entdeckten wir diese leuchtend grüne Viper

Zum Park gehört ein grosser einsamer Strand......

Zum Park gehört ein grosser einsamer Strand......

.....mit grossen Felsen in die das Wasser tolle Muster gespült hat

.....mit grossen Felsen in die das Wasser tolle Muster gespült hat

Einfach nur klasse die Nasenaffen, die hätten wir stundenlang beobachten können

Einfach nur klasse die Nasenaffen, die hätten wir stundenlang beobachten können

Sie erschienen bevorzugt morgens und abends in Strandnähe

Sie erschienen bevorzugt morgens und abends in Strandnähe

Über Stock und über Stein gehörte mit dazu

Über Stock und über Stein gehörte mit dazu

Man musste nur aufpassen, dass man sich nicht aus Versehen an diesen Stämmen festhielt wenn man rutschte

Man musste nur aufpassen, dass man sich nicht aus Versehen an diesen Stämmen festhielt wenn man rutschte

Auf dieser eher kargen Hochebene fanden wir sie....

Auf dieser eher kargen Hochebene fanden wir sie....

.....die Pitcher Plants, verschiedene Formen, Farben......

.....die Pitcher Plants, verschiedene Formen, Farben......

...auf dem Boden......

...auf dem Boden......

...oder an Bäumen und Felsen wachsend. Unzählige verschiedene Arten kamen hier vor

...oder an Bäumen und Felsen wachsend. Unzählige verschiedene Arten kamen hier vor

Man sagte uns, eine eher seltene "Sichtung", eine Makaken Mutter mit ihrem kleinen noch orange-farbenen Jungen

Man sagte uns, eine eher seltene "Sichtung", eine Makaken Mutter mit ihrem kleinen noch orange-farbenen Jungen

Vorher noch nie solch grosse Blätter gesehen

Vorher noch nie solch grosse Blätter gesehen

Zwischendurch immer wieder herrliche Aussicht auf kleine Buchten

Zwischendurch immer wieder herrliche Aussicht auf kleine Buchten

Die Mangroven-Wälder.....

Die Mangroven-Wälder.....

.....in denen massenhaft Schlammspringer zu sehen waren

.....in denen massenhaft Schlammspringer zu sehen waren

Die "hauseigene" Viper in einem Baum des Unterkunftareals, der Star jeder von einem Ranger geführten Wanderung

Die "hauseigene" Viper in einem Baum des Unterkunftareals, der Star jeder von einem Ranger geführten Wanderung

Die bärtigen Wildschweine liefen überall herum

Die bärtigen Wildschweine liefen überall herum

© Manuela A., 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir beginnen eine Reise (geplant) um die Welt und starten erstmal in Thailand. Der weitere Weg findet sich unterwegs, es gibt keinen festen Plan und das Ende ist hoffentlich noch in weiter Ferne
Details:
Aufbruch: Februar 2013
Dauer: 30 Monate
Heimkehr: August 2015
Reiseziele: Thailand
Malaysia
Singapur
Brunei Darussalam
Indonesien
Hongkong
Australien
Laos
Kambodscha
Myanmar
Deutschland
Der Autor
 
Manuela A. berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.