Völlig verrückt - wir machen es trotzdem....

Reisezeit: Februar 2013 - August 2015  |  von Manuela A.

Wannon Falls bis Horsham 21.04.2014

Wannon Falls, ein "Free-Campground" mitten im Wald. Diese Plätze zeichneten sich bisher durch exklusive Standplätze mit freier Platzwahl und viel Platz um den Standplatz herum aus. Ausserdem haben wir dort immer nette australische Camper kennengelernt (hauptsächlich sogenannte Grey Nomads, Camper im Rentenalter die wochen- monate oder sogar jahrelang durchs Land reisen und ihr Leben geniessen), "ausländische" Touris wie unsereinen trifft man dort eher selten. Wahrscheinlich liegen diese Plätze zu weit entfernt der bekannten Routen und oft nicht nahe genug an den touristischen Hauptattraktionen. Es herrscht immer eine heimelige Atmosphäre,man hat das Gefühl man kennt sich schon ewig und wir fühlen uns mittlerweile richtig dazugehörig (und das mit Grey kommt ja auch schon langsam)
Auf diesem Platz blieben wir ein paar Tage und nutzten die Zeit, das Auto zu säubern, Wäsche zu waschen und sonstige lästige Verrichtungen zu tätigen.
Die nahe gelegene Stadt Hamilton hatte einen günstigen Waschsalon und, nicht zu verachten, wir fanden doch tatsächlich wieder eine öffentliche Dusche mit warmen Wasser!
Bei den niedrigen Aussentemperaturen (15-20 Grad und kalter Wind) fiel Kaltwasser-Dusche unter "erschwerte Bedingungen".
Anschließend ging es zum Grampions Nationalpark. Der Weg führte morgens durch Hamilton und gleich hinter dem Ortseingang gerieten wir ungewöhnlicherweise in einen kurzen Stau. Ursache war eine morgendliche Polizeikontrolle, kaum zu glauben, Alkoholkontrolle!!!
Um diese frühe Zeit (ungefähr 8.00 morgens ) standen Polizisten auf der Kreuzung, neben sich einen riesigen Plastiksack mit Röhrchen, jedes, absolut jedes Auto wurde gestoppt und der Fahrer durfte "pusten".Es ging ganz schnell, anhalten, pusten, weiterfahren. Kein Auto wurde übersehen, sehr effektive Methode, muss man sagen. Die erwischen hier offensichtlich jeden mit Rest- oder Akutalkoholgehalt.Ja, auch wir (Oliver) durften nach einem tiefen "Schnauff" ins Röhrchen die Fahrt fortsetzen.

Für uns ging es weiter über den Mount William (kurzer einfacher Weg zum Gipfel), Lake Bellfield bis Halls Gap. Dort bezahlten wir im Visitor Centre für den Campingplatz im Nationalpark, wohin ein kurzer Weg über eine Dirt Road führte, hiess es.
In Realität waren es einige Kilometer und die Strasse hatte es wieder in sich. Lange nicht mehr so durchgerüttelt worden, aber trotzdem heil angekommen.
Ein Platz der erfreulich viel Tierleben hatte. Zur grossen Freude von Oliver (endlich wieder Feuer !!!) gab es auch ausreichend Möglichkeiten Lagerfeuer zu machen!
Hier waren die sanitären Anlagen einmal mehr äußerst minimalistisch gehalten, als Kind der modernen Zivilisation wusste ich bis mein "Camper-Leben" begann, gar nicht, dass es noch Plumpsklos (hier auch gerne als Öko - Toilette verkauft) gibt. Wenn man Glück hat gibt es auf diesen Plätzen wenigstens grosse Sammeltanks für Regenwasser, so dass man tröpfchenweise Wasser zum Waschen usw. hat. In diesem Fall Fehlanzeige, noch nicht einmal das (man wir haben es schon schwer-klingt so,oder). Aber egal, die dort überall herumhüpfenden Wallabies entschädigten uns.
Nach einer eiskalten Nacht fiel das Aufstehen am eiskalten Morgen nicht leicht, aber die Sonne zeigte sich und dann wurde es relativ schnell wärmer.
Ausserdem wärmte uns unser Tagesprogramm: der Wonderland Loop Walk. Ein paar Stunden über Stock und Stein, über Berge, durch Täler und Schluchten, ein einmalig schöner Weg.
Anschließend wären wir gerne noch zu den McKenzie Falls gefahren und dort herumgelaufen, aber dieser nördliche Teil des Nationalparks war wegen der in diesem Jahr entstandenen Feuerschäden noch gesperrt.

Die Durchgangsstrasse war befahrbar und wir fuhren durch eine völlig abgebrannte, öde Landschaft. Das wird sicher eine Weile dauern bis es hier wieder richtig grün ist.
So fuhren wir wieder Richtung Süden zum Rockland Reservoir, dem dort gelegenen Glendinning Campingplatz, direkt an einem grossen Seengebiet ( Gratis Camping!).
Das wurde eine anstrengende Fahrt, es wurde schon dunkel als wir den schlecht ausgeschilderten Weg zum Platz fanden. Dann ging es im Dunkeln (versuchen wir normalerweise zu vermeiden) über eine schlechte Strasse durch die Einöde zum See.
Wir waren froh als wir ankamen, aber auch hier hat sich der Weg gelohnt. Uns erwartete ein riesiges Camping Areal rund um die ganze Seenplatte und was uns immer wieder erfreut, man stellt sich einfach irgendwohin wo ein Platz ist der einem gefällt.
Hier gab es keine angelegten Feuerstellen und Oliver kam in den anstrengenden Genuss selbst einen Feuerplatz anzulegen.Aufgrund der vielen Brände in Australien gibt es für die Zeit, in der es überhaupt erlaubt ist ein Lagerfeuer zu entzuenden, genaue Regeln wie dieses auszusehen hat und was zu beachten ist.Safty first ! Man sollte sich auch dringlichst daran halten, wie das folgende Erlebnis zeigt.
Vom abendlichen Feuer noch gewärmt ging es ins Bett, um die bisher kälteste Nacht zu erleben (6 Grad ). Mitten in der Nacht kramte ich noch unsere Picknickdecke heraus, unsere anderen 3 Decken waren nicht genug. Hat jemand schonmal davon gehört, dass Touristen in Australien erfroren sind?
Normalerweise werden die doch von Haien oder Krokodilen gefressen!
Am nächsten Tag erlebten wir dann zum ersten Mal einen Kontrollbesuch von Rangern. Unser Nachbar, ein sehr netter älterer Herr (er hatte uns sogar grosse Stücke von seinem Feuerholz abgegeben), machte den Fehler spazieren zu gehen und sein Lagerfeuer unbeaufsichtigt zu lassen.

So etwas ist hier, um es im Vorfeld der Fussball-WM zu formulieren "ein ganz böses Faul oder eine Blutgrätsche" und da gibt es keine Gnade. Später erfuhren wir, der Spaziergang wird ihn minimum 500 - 1000 Dollar kosten (Betonung minimum-nach oben ist bei solchen Verstössen noch reichlich Luft).
Ein schöner Campingplatz, wir wären gerne ein paar Tage geblieben, aber wir machten uns lieber wieder auf die Suche nach wärmeren Gefilden. Wir geben die Hoffnung nicht auf, wir sind schließlich in Australien!!!!
Nächster freier Campingplatz: am Lake Ratzcastle.Ein kleiner See, schon fertig gebuddelte Feuerstellen (wichtig,wichtig), es war sonnig, abends konnten wir bei milder Witterung sogar entspannt draussen sitzen. Ausser uns nur noch 3 oder 4 andere Camper da, Naturerlebnis pur.
In der nicht weit entfernten hübschen Kleinstadt Horsham tätigten wir einen Mega-Einkauf bei ALDI. Das Auto wurde mit Konserven, Fertigsuppen, Nudeln und allem was lange haltbar ist vollgestopft. Das war für lange Zeit die letzte Möglichkeit günstig einzukaufen.
In South Australia, unserem nächsten Ziel, und den weiteren Staaten die wir besuchen würden, gibt es erstmal keinen ALDI mehr.
Etwas bedenklich fanden wir das Winter-Sortiment bei ALDI ( lange Unterwäsche, flauschige Bettwäsche, Heizdecken usw.) !
Aber es wird bestimmt wärmer, schließlich geht es langsam aber sicher in nördlichere Breiten, unsere Hoffnung richtet sich auf Adelaide.

In der Ferne sahen wir schon die Bergkette des Grampion Nationalparks.

In der Ferne sahen wir schon die Bergkette des Grampion Nationalparks.

Erste kleine Wanderung zum Aufwärmen, der Weg auf den Mount William

Erste kleine Wanderung zum Aufwärmen, der Weg auf den Mount William

In Halls Gap liefen massenhaft Wallabies und Emus herum

In Halls Gap liefen massenhaft Wallabies und Emus herum

Da fühlt man sich fast wie im Freigehege eines Zoos, aber hier gibt es keine Zäune

Da fühlt man sich fast wie im Freigehege eines Zoos, aber hier gibt es keine Zäune

Der Weg zum Boreang Campground war länger und holpriger als man uns beschrieben hatte

Der Weg zum Boreang Campground war länger und holpriger als man uns beschrieben hatte

Dort wurden wir schon neugierig erwartet

Dort wurden wir schon neugierig erwartet

Der Wonderland Loop begann mit einem Blick auf  Venus Bath

Der Wonderland Loop begann mit einem Blick auf Venus Bath

Ab dann hiess es: aufwärts gehts!

Ab dann hiess es: aufwärts gehts!

Man findet immer wieder einen schönen Platz für eine kurze Rast

Man findet immer wieder einen schönen Platz für eine kurze Rast

Die Rundumsicht auf das Land wie so oft atemberaubend

Die Rundumsicht auf das Land wie so oft atemberaubend

Langsam fühlt man sich wie eine Bergziege

Langsam fühlt man sich wie eine Bergziege

Eine Bergziege in der Schlucht, hier der Grand Canyon des Weges

Eine Bergziege in der Schlucht, hier der Grand Canyon des Weges

Es kann nie hoch genug hinausgehen

Es kann nie hoch genug hinausgehen

An den Jaws of Death

An den Jaws of Death

Im nördlichen Teil des Nationalparks hatten die Buschfeuer ganz schön gewütet

Im nördlichen Teil des Nationalparks hatten die Buschfeuer ganz schön gewütet

Der  grosse See im Rockland Reservoir, wo wir auf dem Glendinning Campingplatz standen

Der grosse See im Rockland Reservoir, wo wir auf dem Glendinning Campingplatz standen

Die Feuerstelle wird gemäss der Brandschutzvorschriften für Lagerfeuer hergerichtet,u.a. 30cm tief (der Boden ist steinhart ), mit Steinen befestigen und 4m im Umkreis alles brennbare Gras usw. entfernen

Die Feuerstelle wird gemäss der Brandschutzvorschriften für Lagerfeuer hergerichtet,u.a. 30cm tief (der Boden ist steinhart ), mit Steinen befestigen und 4m im Umkreis alles brennbare Gras usw. entfernen

Die Arbeit hat sich gelohnt, ein wunderbar wärmendes Feuer als Belohnung

Die Arbeit hat sich gelohnt, ein wunderbar wärmendes Feuer als Belohnung

Grosseinkauf in Horsham bei ALDI. Das sollte und muss für ein paar Wochen reichen.

Grosseinkauf in Horsham bei ALDI. Das sollte und muss für ein paar Wochen reichen.

Auf der Strasse sahen wir oft riesige Papageienschwärme

Auf der Strasse sahen wir oft riesige Papageienschwärme

Ein idyllischer Campingplatz am Lake Ratzcastle. Die nächsten "Nachbarn" waren nur in der Ferne zu erahnen.

Ein idyllischer Campingplatz am Lake Ratzcastle. Die nächsten "Nachbarn" waren nur in der Ferne zu erahnen.

© Manuela A., 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir beginnen eine Reise (geplant) um die Welt und starten erstmal in Thailand. Der weitere Weg findet sich unterwegs, es gibt keinen festen Plan und das Ende ist hoffentlich noch in weiter Ferne
Details:
Aufbruch: Februar 2013
Dauer: 30 Monate
Heimkehr: August 2015
Reiseziele: Thailand
Malaysia
Singapur
Brunei Darussalam
Indonesien
Hongkong
Australien
Laos
Kambodscha
Myanmar
Deutschland
Der Autor
 
Manuela A. berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.