Kingdom of Wonder

Reisezeit: November / Dezember 2013  |  von Kerstin Reimer

Sihanoukville: Versandet

Hallo Ihr Lieben,
wie angekündigt verbringen wir ruhige Tage am Meer und erleben nicht viel mehr als warmes Wasser, weißen Sand und gutes Essen. Wahrscheinlich nennt man das im Allgemeinen wohl Urlaub.
Nein, ganz so ist es natürlich auch nicht. Ein bisschen Unternehmungsgeist steckt schon noch in uns. Allerdings wird einem das in Kambodscha nicht immer ganz leicht gemacht. So hatten wir eigentlich vor, uns für die Tage in Sihanoukville einen Roller zu mieten und die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. In unseren Reiseführer standen schließlich ein paar durchaus wohlklingende Destinationen. So z. B. der Kbal-Chhay- Wasserfall und der Ream Nationalpark.
Wir dachten natürlich in unserem unerschütterlichen Optimismus, dass man das ja alles schön mit dem Roller erledigen könnte. Alleine und auf eigene Faust....
Erste Hürde: finde einen Roller an dem ALLE Lichter funktionieren. Fast unmöglich. Es hat fast einen ganzen Vormittag gedauert, bis wir fündig wurden. Allerdings funktionierte der Tacho nicht. Na ja, man kann halt nicht alles haben. Wir haben ihn trotzdem gemietet. Nachdem der freundliche Vermieter uns dann noch ein Riesen Schloss aushändigte und mindestens dreimal darauf hinwies, den Roller ja an zu schließen, da diese gerne und oft geklaut werden würden, starteten wir mit gemischten Gefühlen.
Zweite Hürde: komme ungeschoren an Kambodschas korrupten Polizeikräften vorbei. Eigentlich ebenfalls unmöglich. Die lieben ahnungslose Touristen auf Motorrollern. Das sind nämlich prima Zusatzeinnahmequellen. Die werden gerne und oft unter so fadenscheinigen Gründen heraus gewunken, wie z.B. fehlender Rückspiegel, Fahren ohne Helm, oder der Klassiker: bei Tag mit Licht fahren. Das nämlich scheint in diesem Land ein wirklich schweres Vergehen zu sein. Und so traf es uns dann auch schon nach sage und schreibe ca. 300 Metern. Ein grimmig wirkender Polizist winkte uns raus und bedeutete uns ab zu steigen. Er erklärte todernst, fahren mit Licht sei streng verboten und würde jetzt ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. Führerschein bitte!! Was kein Internationaler Führerschein?? Na das hätte jetzt aber wirklich schwerwiegende Konsequenzen für uns. Also bei dem schweren Vergehen müsse er uns umgehend mit auf das Revier nehmen und die Sache zu Protokoll bringen. Lange Rede kurzer Sinn. Mit ein paar Bestechungsdollar war er letztendlich dann auch einverstanden. Soviel dazu. Im Übrigen ist das Fahren ohne Licht bei totaler Finsternis im Kingdom of Wonder offensichtlich gestattet. Wir waren bedient. Und die Lust, die Gegend mit dem Roller zu erkunden war schlagartig verflogen. Vielleicht hätte an der nächsten Polizeikontrolle mein grünes T-Shirt oder Andreas' Sonnenbrille das nächste Bußgeld fällig werden lassen. Wir entschieden uns den Roller am nächsten Tag wieder ab zu geben. In diesem " gastlichen" Land hatten wir keine Lust mehr auf Experimente. Das wäre zu teuer geworden.

Da wir aber den tollen Kbal-Chhay-Wasserfall trotzdem sehen wollten charterten wir für den nächsten Tag ein Tuk-Tuk. Den Preis drückten wir nach zähen Verhandlungen soweit, dass es in etwa genau so teuer war, als wären wir selber gefahren.
Nachdem dieser Wasserfall in " Pos Keng Kong - die Riesenschlange" zu sehen war, dem erfolgreichsten kambodschanischen Film nach dem Bürgerkrieg, zieht er mit seinen vielen Picknickplattformen scharenweise inländische Touristen an. Ich muss jetzt nicht extra erwähnen, dass das unschwer am Grad der Vermüllung zu erkennen war. Schade, denn es ist wirklich ein wunderbarer Ort. Da wir baden gehen wollten und ich den Fotoapparat nicht unbeaufsichtigt liegen lassen wollte, nahm ich ihn erst gar nicht mit. Was sich leider als schwerer Fehler erwies. Es gab haufenweise tolle Fotomotive. Aber gut, wie sagt man immer? Die schönsten Bilder sieht man mit den Augen und speichert sie im Kopf. Die Zeit am Wasserfall verflog im Nu und ein Blick zum Himmel versprach nichts Gutes. So machten wir uns im Tuk-Tuk langsam auf den Heinweg. Uns als hätten wir es geahnt, dauerte es auch nicht lange und es goss wie aus Eimern. Nun waren wir doch froh nicht auf den Roller zu sitzen, sondern ganz komfortabel ein Dach über dem Kopf zu haben.
Den Ream Nationalpark hätten wir leider nur in einem ätzenden Rundumsorglospaket besuchen können. Wir haben verzichtet. Leider ist dieses Land nicht eben freundlich zu Individualreisenden.
Die restliche Zeit haben wir ganz unverfänglich mit baden in türkisfarbenen, wohltemperiertem Wasser und weißen Sand verbracht. Allerdings lauerte auch dort Ungemach. Andreas hatte das zweifelhafte Vergnügen mit äußerst unangenehmen Feuerquallen Bekanntschaft zu machen.
Unser Strand war, dem Umstand geschuldet, dass es sich um einen Privatstrand eines Luxus Resort handelte, super sauber und wirklich, wirklich toll. Keine lärmenden Jetskifahrer, kein Bananaboat Riding oder sonstige lästige Wassersportaktivitäten.
Um ins tosende Zentrum zu gelangen mussten wir aber auch nur 10 Minuten laufen und schon waren wir mittendrin und nicht nur dabei. Allerdings waren wir meistens lieber nur dabei anstatt mittendrin.
Alles in Allem hatten wir recht erholsame Tage am Meer. Und recht heiße Nächte, was an dem Umstand lag, dass unser Bungalow keine Klimaanlage hatte.
Nun geht es bald weiter, zurück nach Thailand. Unsere Zeit in Kambodscha ist fast vorbei.
Bis bald aus Thailand
Kerstin und Andreas

Gemütlich....

Gemütlich....

Unser kleiner Hotelstrand

Unser kleiner Hotelstrand

Krachmacher....

Krachmacher....

Serendipity Beach

Serendipity Beach

Abfeiern....

Abfeiern....

Sundowner im schlechten Versteck....

Sundowner im schlechten Versteck....

Frühstück

Frühstück

Gewitter....

Gewitter....

Blick über die Bucht vom Serendipity Beach

Blick über die Bucht vom Serendipity Beach

Sokha Beach - soooo schön....

Sokha Beach - soooo schön....

Schlechtes Versteck...

Schlechtes Versteck...

Unser Strand

Unser Strand

Obacht....

Obacht....

© Kerstin Reimer, 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Diese Jahr geht es nach Kambodscha. Nach einer kurzen Stippvisite 2010 verdient dieses Land deutlich mehr Zeit und Aufmersamkeit.
Details:
Aufbruch: 07.11.2013
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 07.12.2013
Reiseziele: Kambodscha
Thailand
Der Autor
 
Kerstin Reimer berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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