Kingdom of Wonder

Reisezeit: November / Dezember 2013  |  von Kerstin Reimer

Sihanoukville: Auf Wiedersehen Kambodscha

Hallo zusammen,
heute war unser Abreisetag. Das letzte Mal hieß es sich in einen Bus zu quetschen, der eindeutig seine beste Zeit bereits hinter sich hatte und 320 Kilometer auf Kambodschas Superstraßen Richtung Thailändische Grenze zu schaukeln. Der Weg führte uns durch wiederum tolle grüne Landschaften und die letzten 100 Kilometer durch den so genannten Koh Kong Conservation Corridor. Dieser umfasst viele der herausragendsten natürlichen Stätten Kambodschas, darunter die südlichen Ausläufer des legendären Kardamon-Gebirges, einer Gegend von atemberaubender Schönheit und einmaliger Artenvielfalt. Ihre abgelegenen Gipfel mit einer Höhe von bis zu 1800m sowie 18 große Flüsse beherbergen mindestens 59 weltweit gefährdete Tierarten, darunter Tiger, asiatische Elefanten, Bären, Siam Krokodile und Riesenschuppentiere.
Darüber hinaus wächst hier der zweitgrößte unberührte Regenwald auf dem südostasiatischen Festland.
Allerdings hatten wir leider die meiste Zeit damit zu tun auf unseren Sitzen zu bleiben und nicht wild durch den Bus zu purzeln. Und wen wundert es, Bären, Tiger und Elefanten kreuzten leider auch nicht unseren Weg.
Nach schier endlosen 7 Stunden erreichten wir die Grenze. Dort hieß es dann raus aus dem Bus und aus- beziehungsweise einreisen. Das ging erstaunlich problemlos. Na ja, wir wollten ja auch kein Visa mehr, sondern nur noch den Ausreisestempel.
Tschüß Kambodscha und Hallo Thailand.
Das Erste was auffiel, kein Dreck und gute Straßen. Minibusse, die tatsächlich auch nur mit soviel Leuten beladen werden, wie sie Sitzplätze haben. Kofferraumklappen lassen sich schließen. Gepäckstücke werden nicht achtlos in den Dreck geworfen.

In Thailand ging es dann zügig im Minibus über gut ausgebaute Straßen noch ca. 1,5 Stunden weiter nach Trat. Dort war dann auch für heute Schluss für uns. Hier wollten wir einen Übernachtungsstopp einlegen. Trat ist eine kleine, unscheinbare Stadt, die eher zur Durchreise nach Kambodscha dient oder all denen Obdach gewährt, die die Fähre nach Koh Chang verpasst haben. Wir hatten und im Trat Center Hotel einquartiert um zentral zu sein. Das erwies sich durchaus als gute Idee. Zu dem thailandtypischen Nachtmarkt war es nicht weit und wir konnten uns endlich wieder nach Herzenslust an den vielen Ständen mit diversen Köstlichkeiten eindecken. Und auch zum Busbahnhof, den wir am nächsten Morgen aufsuchen mussten, um mit dem Bus weiter nach Bangkok zu fahren, war es nicht weit.
Inzwischen hatten und ja schon einige Mails aus der Heimat erreicht, die nichts Gutes über die Aufstände in Bangkok zu berichten hatten. Wir waren gespannt was uns erwarten würde.
Fazit Kambodscha:
Ein wirklich schönes Land, was leider durch seine allgegenwärtige Korruption, besonders von öffentlicher Seite (Grenzbeamte, Polizei...) keinen besonders einladenden Eindruck macht. Auch gewinnt man oft das Gefühl, dass der Rest der Bevölkerung den gemeinen Touristen eher als Dollarnote auf zwei Beinen betrachtet. Die schlecht ausgebaute Infrastruktur des Landes begründet sich zu großen Teilen im allgegenwärtigen Sumpf der Korruption. So werden Straßen nicht fertig Gestellt, weil der zuständige Beamte sich von der Kohle lieber einen tollen SUV kauft. Und mit dem sind ihm die Straßenverhältnisse herzlich egal. Und sein Haus steht ganz sicher auch nicht an einer der Staubpisten.
Der allgegenwärtige Müll ist ein wirkliches Problem und verschandelt dieses schöne Land gewaltig. Die z.T. sehr aggressive Kundenwerbung der Tuk-Tukfahrer habe ich in keinem anderen asiatischen Land als derart nervig empfunden.
Ich will jetzt auch nicht ungerecht klingen, Kambodscha war durchaus eine Erfahrung wert und trotz all den nervigen Kleinigkeiten, darf man ja auch die jüngste Vergangenheit des Landes nicht aus den Augen verlieren. Kambodscha hinterlässt zwiespältige Gefühle.
Positiv zu bemerken ist, die unglaubliche Pracht von Angkor und man bekommt eine Ahnung von der längst vergangenen Hochkultur der Khmer.
Wir sind auf keine Landmiene getreten.
Das Kingdom of Wonder ließ uns auch so manches Mal wundern.

Morgen geht es weiter nach Bangkok.
Kerstin und Andreas

Mittagsbuffet....

Mittagsbuffet....

Busstopp

Busstopp

Irgendwo im Nirgendwo....

Irgendwo im Nirgendwo....

Willkommen Thailand....

Willkommen Thailand....

Auf Wiedersehen Kambodscha...

Auf Wiedersehen Kambodscha...

Zwischenstopp in Trat

Zwischenstopp in Trat

Google Street View ist auch schon da....

Google Street View ist auch schon da....

© Kerstin Reimer, 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Diese Jahr geht es nach Kambodscha. Nach einer kurzen Stippvisite 2010 verdient dieses Land deutlich mehr Zeit und Aufmersamkeit.
Details:
Aufbruch: 07.11.2013
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 07.12.2013
Reiseziele: Kambodscha
Thailand
Der Autor
 
Kerstin Reimer berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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