Kingdom of Wonder

Reisezeit: November / Dezember 2013  |  von Kerstin Reimer

Phnom Penh: Kreuz-und Quer

Hallo Ihr Lieben,
heute ist unser erster Tag in Phnom Penh, wir kommen morgens nicht so richtig in die Gänge und haben auch irgendwie keinen Plan, was den heutigen Tag angeht. So richtig sind wir noch nicht angekommen. Alles ist lauter, hektischer und dreckiger. Nach einigen hin und her, beschließen wir, erst Mal die Riverfront ab zu laufen. Diese erstreckt sich fast von unserem Hotel aus, ca. 2Kilometer Richtung Norden zum Wat Phnom. Das Wetter sieht nicht vielversprechend aus und so bewaffne ich mich wieder mit dem großen Regenschirm. Sicher ist sicher. Wir stranden aber nach kurzer Zeit schon im kambodschanischen Ableger von Starbucks. Dort ziehen wir uns auf die schattige Terrasse zurück und genießen 2 Cola für 4 Dollar inklusive schöner Aussicht(mitbezahlt). Dort oben mit Blick auf den Fluss überlegen wir uns den weiteren Schlachtplan. Beschließen letztendlich um 14:00 den Königspalast zu besichtigen und vertrödeln bis dahin die Zeit. Um kurz vor zwei finden wir uns am Eingang ein und bringen uns in eine gute Startposition. Denn außer uns stehen bestimmt noch 100 andere Touris da und warten auf Einlass. Pünktlich öffnen sich die Tore. Wir begeben und zügig zur Kasse und müssen feststellen, dass zwar die Silberpagode geöffnet ist, der Königspalast aber für Besucher geschlossen. Mist! Wir hatten so gut im Rennen gelegen. Wir fanden heraus, dass der Palast wegen des Wasserfestes geschlossen war. In Siem Reap hatten wir schon Plakate gesehen, dass an diesem Wochenende das Wasserfest stattfinden sollte. In unserem Reiseführer stand, es gäbe tolle Bootsrennen auf dem Fluss. Wir waren voller Vorfreude. Allerdings war das Spektakel für die Palastbesichtigung kontraproduktiv. O.K. wir hatten ja noch 2 volle Tage. So beschlossen wir, dass tolle Angebot nur die Silberpagode zu besichtigen, für den gleichen Preis, von Pagode und Palast aus zu schlagen. Das ist wie Happy Hour ( Buy one, get one free) nur anders herum. Stattdessen werden wir nun doch den Fluss ablaufen so wie es der ursprüngliche Plan vorsah.Bis zum Wat Phnom wollten wir es schaffen. Aufraffen können wir uns allerdings nicht so richtig. Irgendwann gehen wir aber tatsächlich los. Das Wetter wird besser und so nutzen wir den Regenschirm als Sonnenschirm. Die 2 Kilometer laufen sich besser als gedacht. Schneller als erwartet sind wir am Ziel. Der Stadtplan erweist sich als zuverlässig und gut lesbar. Anders als in Bangkok verläuft man sich in Phnom Penh nicht ständig. Allerdings ist auch alles viel kleiner und die Stadt ist in einer Art Schachbrettmuster angeordnet, was die Orientierung leichter macht.

Der Wat Phnom ist der wichtigste Tempel der Stadt. Er befindet sich auf einem 27 Meter hohen Hügel, übrigens der einzigen Erhebung der Stadt. Den kambodschanischen Legenden zufolge, soll die Witwe Daun Penh 1732 bei einem Spaziergang am Tonle Sap Fluss, einen Stamm des Koki - Baumes gefunden haben, in dem sich 5 Buddhastatuen befanden. Aus Ehrerbietung errichtete sie in der Nähe ihres Hauses ein Heiligtum für die Statuen. Dieses befand sich auf einem niedrigen Hügel. Phnom Penh genannt ( wörtlich " Hügel der Penh"), welcher der Stadt später seinen Namen gab.
Zurück ging es dann über einen der großen Boulevards, da unser eigentliches Ziel, einen Supermarkt zu finden, bislang nicht von Erfolg gekrönt war. Schließlich entdecken wir dann doch noch einen und deckten und reichlich mit Getränken ein. Leider sollte Andreas Recht behalten, als er sagte, wir würden bis zum Hotel sicher noch mindestens fünf weitere finden. Auch war der Weg zurück mit den schweren Tüten plötzlich viel länger..??? Unterwegs trafen wir auf den Zentralmarkt, deren tolles Art- Deco Gebäude beindruckend das Stadtbild prägt. Gegen frühen Abend war es dann endlich vollbracht. Wir und die Tüten waren im Hotel. Jetzt noch schnell die Beute in der Minibar verstaut und dann nochmal in den Pool. Wir hatten ja extra mit Pool gebucht, nicht wahr?
Pünktlich zum Abendbrot fing es auch schon wieder zu gießen an. So beschlossen wir, heute das Haus nicht mehr zu verlassen und im Hotel zu speisen.
Morgen früh um 9:00 wartet unser Tuk-Tuk auf uns, denn wir tauchen in die dunkle Vergangenheit Kambodschas ein. Tuol Sleng(S-21) und die Killing Fields stehen morgen auf unserem Programm.
Nachtrag zum Wasserfest. Auf unserem Spaziergang am Fluss entlang wunderten wir uns sehr, dass so gar keine Festatmosphäre herrschte. Keine Fähnchen, keine jubelnden Massen, keine Boote. Im Hotel hab ich mal bei der Rezeptionsmuddi nachgefragt. Die erzählte uns, dass die Regierung das Bootsrennen verboten hätte. Genau wie im letzten Jahr. Warum das aber so ist, wusste sie nicht. Ja super, der Palast ist zur Besichtigung gesperrt, weil ja das ach so tolle Wasserfest gefeiert wird, zu sehen für das gemeine Volk gib es aber nüscht... Ich sag nur Kingdom of Wonder. Wir wunderten uns auch!

Also bis bald.
Kerstin und Andreas

Frühstück

Frühstück

Unabhängigkeitsdenkmal

Unabhängigkeitsdenkmal

Auf der Terrasse

Auf der Terrasse

Wat Phnom

Wat Phnom

Hübsche alte Kolonialarchitektur

Hübsche alte Kolonialarchitektur

Zentralmarkt

Zentralmarkt

© Kerstin Reimer, 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Diese Jahr geht es nach Kambodscha. Nach einer kurzen Stippvisite 2010 verdient dieses Land deutlich mehr Zeit und Aufmersamkeit.
Details:
Aufbruch: 07.11.2013
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 07.12.2013
Reiseziele: Kambodscha
Thailand
Der Autor
 
Kerstin Reimer berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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